Migräne bei Wetterwechsel und Wind: Ursachen, Symptome und was hilft

Mehr als zwei Drittel der Deutschen leiden gelegentlich unter Kopfschmerzen, und Wetterwechsel können diese Beschwerden verstärken. Dieser Artikel beleuchtet die Zusammenhänge zwischen Wetterumschwüngen, insbesondere Wind, und Migräne, und gibt Ratschläge, wie man sich davor schützen kann.

Wetterfühligkeit und Kopfschmerzen: Ein komplexes Zusammenspiel

Viele Menschen geben Wetterfühligkeit als Ursache für ihre Kopfschmerzen an. Es ist jedoch nicht das Wetter selbst, das krank macht, sondern vielmehr die Reaktion des Körpers auf die Veränderungen in der Umgebung. Dr. Edgar Bauderer, Chefarzt der Anästhesie und Schmerztherapie an den Sana Kliniken Bad Wildbad, erklärt: „Patienten mit einem niedrigen Blutdruck fühlen sich bei Wetterwechseln, aber auch bei extrem hohen Temperaturen oft ausgelaugt und müde. Einige klagen über Schwindel bis hin zu Übelkeit. Die Beschwerden können so ausgeprägt sein, dass Betroffene die Notaufnahme aufsuchen.“

Wissenschaftliche Erkenntnisse

Eine Studie in Neurology (2009; 72: 922-927) untersuchte den Zusammenhang zwischen Wetterparametern und Kopfschmerzattacken. Die Ergebnisse zeigten, dass ein Temperaturanstieg am Vortag das Risiko für Kopfschmerzen um 7,5 Prozent pro Grad Celsius erhöhte. Bei Migränepatienten und in den Wintermonaten war das Risiko sogar noch höher. Ein niedriger Luftdruck erhöhte das Kopfschmerzrisiko ebenfalls: Pro 5 mm Hg weniger auf dem Barometer stieg das Risiko um 6,1 Prozent.

Ursachen und Auslöser

Schnelle Wetterwechsel stellen für den Körper Stress dar. Der Organismus muss sich auf die Veränderungen von Temperatur, Luftdruck und Feuchtigkeit einstellen. Regulationsprobleme der kleinen Hirngefäße können eine Ursache für wetterbedingte Kopfschmerzen sein. Wenn die Blutgefäße den Spannungszustand der Gefäßmuskulatur nicht anpassen können, kann dies zu Kopfschmerzen führen.

Weitere mögliche Auslöser sind:

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  • Dehydration: Ausreichend Flüssigkeit, am besten Wasser oder Kräutertee, ist wichtig, um Kopfschmerzen vorzubeugen.
  • Stress und Schlafmangel: Diese Faktoren können Kopfschmerzen verstärken.

Symptome

Die Symptome von wetterbedingten Kopfschmerzen können variieren. Häufige Symptome sind:

  • Dröhnender Kopfschmerz
  • Migräneattacken
  • Sehstörungen

Was hilft bei wetterbedingten Kopfschmerzen?

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die man ergreifen kann, um wetterbedingten Kopfschmerzen vorzubeugen oder sie zu lindern:

  • Schmerztagebuch führen: Um herauszufinden, welche Wetterbedingungen Kopfschmerzen auslösen, kann man ein Schmerztagebuch führen.
  • Frühzeitige Einnahme von Schmerzmitteln: Bei bekannten Kopfschmerzen sollte man frühzeitig ein Schmerzmittel einnehmen, um die Symptome nicht zu stark werden zu lassen.
  • Bewegung und Sport: Regelmäßige Bewegung im Freien verbessert die Anpassungsfähigkeit des Körpers und beugt Kopfschmerzen vor. Ausdauersportarten wie Walken, Radfahren oder Langlaufen sind besonders geeignet.
  • Gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf: Eine ausgewogene Ernährung und genügend Schlaf tragen zum Wohlbefinden bei und können Kopfschmerzen reduzieren.
  • Kreislauf in Schwung halten: Saunagänge, Kneippbäder und Wechselduschen stärken das Immunsystem und helfen, die Anfälligkeit für Kopfschmerzen zu senken.
  • Ausreichend trinken: Dehydration kann Kopfschmerzen triggern, daher ist es wichtig, ausreichend zu trinken.
  • Stress reduzieren und für Entspannung sorgen: Stress und Schlafmangel sind bekannte Kopfschmerz-Auslöser.
  • Akupressur: Eine sanfte Methode zur Kopfschmerzlinderung ist Akupressur. Spezielle Akupressurmatten können die Durchblutung fördern und Verspannungen lösen.
  • Frische Luft: Auch wenn das Wetter ungemütlich ist, hilft frische Luft.
  • Ruhe und Entspannung: Bei akuten Kopfschmerzen sollte man sich nicht überanstrengen und dem Körper Ruhe gönnen. Ein Wärmekissen oder ein Kühlpack auf der Stirn oder im Nacken können ebenfalls helfen.

Medikamentöse Behandlung

Bei Bedarf können auch Kopfschmerztabletten eingenommen werden. Kombinationspräparate mit Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol und Koffein haben sich als wirksam erwiesen. Es ist wichtig, die Medikamente nicht zu lange hinauszögern, da die Schmerzen sonst schwerer zu behandeln sind.

Biowetter und Anpassungsfähigkeit

Das Biowetter gibt Auskunft darüber, wie sich Wetter und Klima auf unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit auswirken. Die Anpassungsfähigkeit des Menschen an das Wetter lässt sich verbessern, indem man sich so oft wie möglich im Freien aufhält.

Ernährung

Die Rolle der Ernährung bei Kopfschmerzen ist unter Experten nicht unumstritten. Eine histaminarme Ernährung wird oft empfohlen, um Kopfschmerzen vorzubeugen.

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