Migräne ist eine komplexe neurologische Erkrankung, die durch wiederholte, mäßige bis starke Kopfschmerzen gekennzeichnet ist. Diese Kopfschmerzen sind meist einseitig und werden oft als pulsierend, pochend oder hämmernd beschrieben. Begleitende Symptome wie Übelkeit, Schwindel sowie Licht- und Geräuschempfindlichkeit sind häufig. In Bergisch Gladbach und anderswo suchen Betroffene nach effektiven Behandlungsmethoden und Ursachenforschung.
Was ist Migräne? Definition und Symptome
Die Migräne ist eine chronische neurologische Erkrankung, die sich durch das wiederholte Auftreten von mäßigen bis starken Kopfschmerzen äußert. Die Kopfschmerzen sind meist auf einer Seite des Kopfes lokalisiert und werden oft als pulsierend, pochend oder hämmernd empfunden. Viele Patienten leiden zusätzlich unter Übelkeit, Schwindel und einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen. Einige Betroffene berichten auch von verschwommenem oder verzerrtem Sehen, bevor die eigentliche Migräneattacke beginnt.
Ursachen der Migräne: Ein Blick auf die Forschung
Die genauen Ursachen der Migräne sind noch nicht vollständig geklärt. Es gibt jedoch verschiedene Theorien und Faktoren, die eine Rolle spielen könnten. Eine Theorie besagt, dass entzündliche Prozesse an den Blutgefäßen im Gehirn für die Kopfschmerzen verantwortlich sind. Andere mögliche Ursachen sind eine gestörte Verarbeitung von Schmerzsignalen im Gehirn oder eine genetische Veranlagung. Auch ein Ungleichgewicht des Botenstoffs Serotonin kann zur Entstehung von Migräne führen, da Serotonin auf die Blutgefäße einwirkt. Dem Trigeminusnerv wird ebenfalls eine Rolle bei der Entstehung von Migräne zugeschrieben.
Triggerfaktoren und der Kopfschmerzkalender
Bestimmte Faktoren können einen Migräneschub auslösen. Zu diesen sogenannten Triggerfaktoren gehören Stress, Nikotinkonsum, Alkohol oder Schlafmangel. Um sich dieser möglichen Auslöser bewusst zu werden, kann ein Kopfschmerzkalender hilfreich sein. In diesem Kalender notiert der Betroffene die Art des Kopfschmerzes sowie den Zeitpunkt des Auftretens. Auch die Einnahme von Schmerzmitteln sollte darin vermerkt werden.
Diagnostik von Kopfschmerzen und Migräne
Anhaltende und wiederkehrende Kopfschmerzen können vielfältige Ursachen haben. Am häufigsten sind Migräne und Spannungskopfschmerzen. Da sich aber andere Erkrankungen dahinter verbergen können, ist eine Diagnostik sinnvoll. Für die Ursachenfindung sind Beobachtungen der Betroffenen oft entscheidend.
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Behandlungsmöglichkeiten der Migräne in Bergisch Gladbach
Es gibt verschiedene Behandlungsansätze für Migräne, die darauf abzielen, die Symptome zu lindern und die Häufigkeit der Attacken zu reduzieren.
Akuttherapie
Die Migräne-Leitlinie empfiehlt einige Medikamente, die im Akutfall Abhilfe schaffen sollen. Während einer Migräneattacke ist den meisten Betroffenen mit der Einnahme von Analgetika beziehungsweise NSAR geholfen. Liegen allerdings Kontraindikationen gegen die NSAR vor, empfiehlt die Leitlinie die Einnahme von Paracetamol (1.000 mg), Metamizol (1.000 mg) oder Phenazon (500-1.000 mg). Zudem gibt es immer wieder Patienten/-innen, die nicht auf die üblichen Schmerzmittel ansprechen. In diesem Fall sollten die behandelnden Ärzte/-innen auf eine Triptan-Therapie zurückgreifen.
Migräneprophylaxe
Ziel der Migräneprophylaxe ist eine Reduzierung von Häufigkeit, Schwere und Dauer der Anfälle. Die Dauer einer wirkungsvollen medikamentösen Behandlung hängt dabei von verschieden Faktoren wie dem Schweregrad der Migräne, den Komorbiditäten und der jeweiligen Substanz ab. So dürfen bestimmte Medikamente nicht länger als sechs Monate, andere hingegen mindestens neun Monate eingenommen werden.
Laut der neuen Leitlinie sollen Faktoren wie der Leidensdruck, die Lebensqualität, ein schlechtes Ansprechen auf die Lebensqualität sowie ein Risiko des Medikamentenübergebrauchs zukünftig als Indikation für eine medikamentöse Migräneprophylaxe ausreichen. Bisher galt die Frequenz der Attacken als entscheidender Faktor.
Alternative und ergänzende Behandlungsmethoden
Zur Vorbeugung einer Migräne können verschiedene Entspannungsverfahren oder Akupunktur zum Einsatz kommen. Darüber hinaus sollte Stress vermieden und für ausreichend Schlaf gesorgt werden. Ausdauersportarten können ebenfalls hilfreich sein. Auch eine Botox-Behandlung kann bei Migräne unterstützend eingesetzt werden.
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Die Rolle der funktionellen Medizin
In der funktionellen Medizin nähert man sich den Ursachen von Erkrankungen und chronischen Beschwerden, also an die Wurzeln des Übels, und nicht nur die Symptome behandeln. Die funktionelle Medizin versteht Krankheiten als einen Prozess, auf den wir durch Lebensweise, Ernährung sowie abgestimmte Substanzen wie Vitamine, Mineralien, Aminosäuren, sekundäre Pflanzenstoffe und vielem mehr Einfluss nehmen können. Die Ursachen von chronischen Erkrankungen werden in umfangreichen diagnostischen Verfahren herausgefunden und es wird ein individuell angepasstes und vielfältiges Behandlungskonzept erstellt, das die persönlichen Veranlagungen sowie Lebenssituationen berücksichtigt. Dadurch können wir die körpereigene Stoffwechselregulation verbessern und die persönliche Gesundheit und Vitalität stärken und wieder herstellen.
Migräne bei Kindern
Die kindliche Migräne ähnelt in vielem der von Erwachsenen. Die Attacken sind allerdings häufig kürzer und dauern zwischen 1 und 6 Stunden. Migräne geht bei Kindern häufig mit Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen einher. Die Kinder sind meist extrem licht- und wärmeempfindlich. Der pulsierende Schmerz ist meist nicht auf eine Seite beschränkt, sondern betrifft beide Kopfhälften und die Stirn. Nicht selten treten bei Kleinkindern auch Bauschmerzen, Übelkeit und Erbrechen auf.
Die Bedeutung von Leitlinien in der Migränebehandlung
In der Medizin gibt es unzählige Krankheiten und Behandlungsmöglichkeiten. Um dabei im Berufsalltag nicht den Überblick zu verlieren, werden sogenannte Leitlinien erstellt. Die Migräne-Leitlinie ist für eine bessere Vorbeugung und Therapie der Erkrankung überarbeitet worden. Die neue Migräne-Leitlinie richtet sich primär an Neurologen/-innen und Schmerztherapeuten/-innen. Sie findet sowohl in der ambulanten, als auch der stationären sowie spezialärztlichen Versorgung Anwendung.
Leben mit Migräne: Tipps für den Alltag
Personen, die von regelmäßigen Migräneattacken betroffen sind, sind häufig stark im Alltag eingeschränkt. Es ist wichtig, die Erkrankung ernst zu nehmen und sich nicht damit abzufinden. Mit den richtigen Mitteln ist die Erkrankung definitiv vermeidbar und gut behandelbar. Wer einige wichtige Schritte beachtet, kann sich einen Teil der Beschwerden ersparen und damit ein schmerzfreieres Leben führen.
Kopfschmerzen und andere neurologische Erkrankungen in Bergisch Gladbach
Neben Migräne gibt es viele andere neurologische Erkrankungen, die in Bergisch Gladbach behandelt werden. Dazu gehören:
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- Neurodegenerative Erkrankungen/Demenz: Chronische Hirnerkrankungen, die zu einer fortschreitenden Störung bestimmter Hirnfunktionen führen. Die Alzheimer-Krankheit ist hier am häufigsten und hat einen zunehmenden Verlust des Gedächtnisses und der Sprache sowie anderer Fähigkeiten zur Folge.
- Parkinson-Syndrom: Eine langsam fortschreitende Erkrankung, bei der Bewegungsstörungen im Vordergrund stehen. Durch einen langsamen Verlust von Zellen der Substantia nigra (schwarze Substanz) im Hirnstamm wird ein Mangel des Botenstoffes Dopamin im Gehirn verursacht. Sie tritt gehäuft im höheren Lebensalter auf.
- Restless-legs-Syndrom (Syndrom der unruhigen Beine): Symptome sind Kribbeln und Missempfindungen in den Beinen, die sich nach Bewegung bessern sowie Ein- und Durchschlafstörungen, die die Lebensqualität stark beeinträchtigen können.
- Erkrankungen des peripheren Nervensystems: In Folge von Verletzungen oder mechanischem Druck kommt es zu Schädigungen einzelner peripherer Nerven, z.B. dem Karpaltunnelsyndrom oder Sulcus ulnaris-Syndrom. Symptome zeigen sich als Taubheitsgefühl, Schmerzen oder/und Lähmungen.
- Entzündliche Erkrankungen des zentralen Nervensystems: Die Multiple Sklerose ist eine chronische Entzündungskrankheit des Gehirns und Rückenmarks als Folge einer Fehlregulation des Immunsystems.
- Epilepsie: Eine der häufigsten chronischen Erkrankungen des Nervensystems.
- Gefäßerkrankungen des Gehirns: Sie entstehen durch eine gestörte Sauerstoff- und Blutversorgung durch Gefäßverschlüsse oder Verengungen. In der Folge kann es zu Schlaganfällen und Hirnblutungen kommen.
- Infektionserkrankungen des Nervensystems: Durch Erreger wie Bakterien oder Viren kann eine Entzündung des Gehirns oder der Hirnhäute ausgelöst werden (Enzephalitis, Meningitis).
- Muskelerkrankungen: Bei vielen neurologischen Erkrankungen kann es zu Muskelschwäche und Muskelschwund kommen.
- Hirntumore: Im Gehirn und Rückenmark können sich wie in anderen Organen auch Tumore bilden, aber auch Metastasen absiedeln.