Cefaly bei Migräne: Erfahrungen, Vergleich und Alternativen

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die von starken Kopfschmerzen, oft begleitet von Übelkeit, Erbrechen und Lichtempfindlichkeit, gekennzeichnet ist. Die Prävention von Migräneattacken ist ein wichtiger Aspekt der Behandlung, und verschiedene Therapieansätze stehen zur Verfügung. In den letzten Jahren hat die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) mittels Geräten wie Cefaly, gammaCore und Vitos an Bedeutung gewonnen. Dieser Artikel beleuchtet die Erfahrungen mit Cefaly bei Migräne, vergleicht es mit anderen Geräten und diskutiert alternative Behandlungsoptionen.

Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) bei Migräne

Die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) ist eine nicht-invasive Methode, bei der elektrische Impulse über die Haut an Nerven gesendet werden, um Schmerzen zu lindern oder die Nervenfunktion zu modulieren. Bei Migräne zielt TENS auf den Trigeminusnerv, den Okzipitalnerv oder den Vagusnerv ab.

Funktionsweise von Cefaly

Cefaly ist ein TENS-Gerät, das zur Stimulation des Trigeminusnervs an der Stirn eingesetzt wird. Es besteht aus einem Stirnband mit einem batteriebetriebenen Neurostimulator. Das Gerät erzeugt eine elektrische Spannung, die den Trigeminusnerv stimulieren soll. Die Stimulation soll die Reizweiterleitung hemmen und den Schmerz lindern. Es gibt verschiedene Programme für die Akutbehandlung und die Prophylaxe von Migräne.

Erfahrungen mit Cefaly

Die Erfahrungen mit Cefaly sind unterschiedlich. Einige Anwender berichten von einer deutlichen Reduktion der Migräneattacken und der Intensität der Kopfschmerzen. Andere empfinden die Stimulation als unangenehm oder schmerzhaft und können das Gerät nicht in vollem Umfang nutzen.

Eine Anwenderin berichtet, dass sie Cefaly als schmerzhaft empfindet und es nie auf der höchsten Stufe benutzen kann. Sie vermutet, dass sie zu den 3% der Bevölkerung gehört, die sehr empfindlich auf elektrische Reize reagieren. Zudem kann sie Cefaly nicht in dem Umfang nutzen, weil sie es nicht mit ihrer Brille kombinieren kann.

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Eine Studie von 2013 belegte die Sicherheit und die gute Verträglichkeit der Behandlung mit Cefaly. Das Gerät wurde daraufhin in den USA und in der EU zur Prävention von episodischer Migräne zugelassen. Eine weitere Studie untersuchte die Wirksamkeit von Cefaly bei Patienten, bei denen eine Prophylaxe mit Topiramat versagt hatte. Die Patienten wurden drei Monate lang mit der supraorbitalen Nervenstimulation behandelt, ohne zusätzliche medikamentöse Prophylaxe. Während der Behandlung nahm die Zahl der Tage ab, an denen die Probanden Kopfschmerzen hatten, und der Kopfschmerz war von geringerer Intensität. Nach den drei Monaten mussten die Patienten weniger Akutmedikamente gegen Migräneattacken nehmen.

Nebenwirkungen von Cefaly

In den Zulassungsstudien traten keine schweren Nebenwirkungen auf. Es können jedoch ein leichtes Kribbeln, Schläfrigkeit während der Anwendung sowie Kopfschmerzen danach auftreten. Einige Patienten berichten von Parästhesien (Missempfindungen) im Bereich der Stirn.

Klinische Studien und Expertenmeinungen

PD Dr. med. Andreas Gantenbein, der Präsident der Schweizerischen Kopfwehgesellschaft, beurteilt Cefaly als eine sehr gute Ergänzung zur Migränetherapie, die wirksam und gut verträglich ist. Er empfiehlt das Gerät zur Prophylaxe von Migräne, entweder statt Medikamenten oder parallel zu diesen. Er weist jedoch darauf hin, dass die Evidenzlage für die Akuttherapie noch nicht ausreichend ist.

Vergleich mit anderen TENS-Geräten: gammaCore und Vitos

Neben Cefaly gibt es weitere TENS-Geräte zur Behandlung von Migräne, wie gammaCore und Vitos.

  • gammaCore: Stimuliert den Vagusnerv im Halsbereich. Es ist ein nicht-invasives Gerät, das zur Behandlung von Clusterkopfschmerzen und Migräne zugelassen ist. Im Vergleich zu Cefaly muss gammaCore jedoch regelmäßig ausgetauscht werden, da es keine Batterien hat und nur 300 Anwendungen lang hält.
  • Vitos: Stimuliert den Trigeminusnerv. Laut Hersteller soll die Benutzung von Vitos nicht schmerzhaft sein und man es so einstellen kann. Ein Vorteil von Vitos ist, dass es täglich sehr lange genutzt werden kann (bis zu 4 Stunden) und mit einer Brille kombinierbar ist.

Kostenvergleich: Cefaly, Vitos, gammaCore vs. Magnesium und Vitamin B2

Eine Anwenderin hat die Kosten von Cefaly, Vitos und gammaCore mit den Kosten für eine Prophylaxe mit Magnesium und Vitamin B2 (in Form von Migravent Classic) verglichen:

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  • Cefaly kostet etwa so viel, wie wenn man 9 Monate lang Migravent Classic einnimmt.
  • Vitos kostet ungefähr so viel, wie wenn man 2 Jahre und 2 Monate lang Migravent Classic einnimmt.
  • gammaCore fällt aus dem Rahmen, da man das Gerät ja immer wieder austauschen muss, da es keine Batterien hat und nur 300 Anwendungen lang hält.

Alternative Behandlungsoptionen bei Migräne

Neben TENS-Geräten und Nahrungsergänzungsmitteln gibt es weitere Behandlungsoptionen bei Migräne:

  • Medikamentöse Prophylaxe: Verschiedene Medikamente können zur Vorbeugung von Migräneattacken eingesetzt werden, wie Betablocker, Antidepressiva, Antiepileptika und CGRP-Antikörper.
  • Akutmedikation: Bei einer akuten Migräneattacke können Schmerzmittel, Triptane oder CGRP-Antagonisten eingesetzt werden.
  • Nicht-medikamentöse Therapien: Entspannungstechniken, Akupunktur, Biofeedback und Verhaltenstherapie können ebenfalls zur Migräneprävention beitragen.

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