Migräne durch Zugluft: Ursachen, Symptome und Behandlung

Nackenschmerzen und Kopfschmerzen sind weit verbreitete Beschwerden, die oft miteinander in Verbindung stehen. Mehr als die Hälfte aller Kopfschmerzattacken werden durch Nackenverspannungen verursacht. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Migräne und Kopfschmerzen, die durch Zugluft und andere Faktoren ausgelöst werden können.

Ursachen von Nackenverspannungen und Kopfschmerzen

Nackenverspannungen sind eine häufige Ursache für Kopfschmerzen. Zwischen Nacken und Kopf befindet sich ein komplexes Netzwerk aus Wirbeln, Muskeln, Sehnen, Bändern und Nerven, das täglich hohen Belastungen ausgesetzt ist. Einseitige Belastungen, Fehlhaltungen und Stress können zu Verspannungen führen, die wiederum Kopfschmerzen auslösen können. Der Arzt spricht in diesem Zusammenhang auch vom sogenannten Halswirbelsäulen- oder kurz HWS-Syndrom. Die verdickte und verhärtete Muskulatur schmerzt dabei nicht nur selbst, sondern drückt auch auf die umliegenden Nervenbahnen.

Häufige Ursachen für Nackenverspannungen sind:

  • Bewegungsmangel: Viele Menschen verbringen täglich viele Stunden im Sitzen, was den Körper belastet. Ständiges Sitzen macht krank.
  • Schlechte Arbeitsplatzgestaltung: Ein schlecht eingerichteter Arbeitsplatz mit einem falsch eingestellten Bildschirm, einem ungeeigneten Bürostuhl oder mangelnder Ausleuchtung kann zu Nacken- und Schulterverspannungen führen. Auf Dauer entstehen dadurch - neben Rückenschmerzen - auch ausgeprägte Hals-, Nacken- und Schulterverspannungen.
  • Smartphone-Nutzung: Die ständige Nutzung von Smartphones oder Tablets, bei der der Kopf nach vorne und unten geneigt wird, belastet die Halsmuskulatur stark. Für die empfindliche Hals- und Nackenmuskulatur aber bedeutet diese Stellung Schwerstarbeit.
  • Stress: In Stresssituationen spannen sich die Muskeln unbewusst an, was zu Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich führen kann. Außerdem ziehen wir in solchen Situationen meist unbewusst die Schultern hoch und den Kopf ein.
  • Fehlhaltungen: Weitere Fehlhaltungen, die häufig Hals-, Nacken- und Schulterverspannungen mit anschließenden Kopfschmerzen verursachen können, sind z. B.
  • Schiefhals: Eine besonders starke und schmerzhafte Verspannung der Nackenmuskulatur ist auch der sogenannte Schiefhals. Der Schiefhals oder auch steife Hals entsteht vermeintlich aus dem Nichts und tritt häufig direkt nach dem Aufwachen auf.
  • Verschleißerscheinungen: Degenerative Erkrankungen und Abnutzungserscheinungen der Halswirbel, wie Arthrose oder Bandscheibenvorfälle, können ebenfalls zu Nackenschmerzen führen. Dasselbe gilt auch für andere degenerative, also verschleißbedingte Erkrankungen und Abnutzungserscheinungen der Halswirbel, wie Arthrose bzw. Bandscheibenvorfälle im Bereich der Hals- bzw. oberen Brustwirbelsäule. Dabei kommt es meist zu starken Schmerzen im Hals- und Nackenbereich, die in die Arme sowie in den Kopf ausstrahlen können.
  • Verletzungen: Verletzungen im Hals-, Nacken- oder Schulterbereich durch Stürze, Unfälle oder ruckartige Bewegungen können ebenfalls Verspannungen und Kopfschmerzen verursachen. Auch Verletzungen im Hals-, Nacken, Schulterbereich durch Stürze im Alltag, Unfälle, ruckartige Bewegungen sowie ein Schleudertrauma, z.B.

Der Zusammenhang zwischen Migräne und Nackenverspannungen

Es gibt eine Verbindung zwischen Migräne und Nackenverspannungen. Dieses Phänomen lässt sich durch eine Verbindung des Trigeminusnervs, der bei Migräne besonders aktiviert ist, mit dem großen Hinterhauptnerv erklären, der im Hinterkopf und Nacken verläuft und unter anderem für die Wahrnehmung von Schmerzen im Nacken zuständig ist. Ist der Trigeminusnerv bei Migräne besonders aktiv, kann das über die Verbindung im Gehirn wiederum auch zu Nackenschmerzen sowie Nackenverspannungen führen, was dann wiederum zu Spannungskopfschmerzen führen kann.

Unterscheidung zwischen Spannungskopfschmerzen und Migräne:

Ob es sich bei Ihren Kopfschmerzen um Spannungskopfschmerzen oder um eine Migräne handelt, können Sie relativ leicht an der Art der Symptome erkennen. Spannungskopfschmerzen werden als dumpf, drückend, ziehend und über den ganzen Schädel verlaufend empfunden. Migräne-Kopfschmerzen treten dagegen meist pochend, pulsierend, klopfend und überwiegend einseitig auf. Körperliche Aktivität verschlimmert die Migräneschmerzen noch. Migräne tritt oft zusammen mit unangenehmen Begleiterscheinungen wie Übelkeit und Erbrechen, erhöhter Lärm- und Lichtempfindlichkeit, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen auf.

Migräne durch Zugluft

Ein kalter Luftzug kann ebenfalls Migräne auslösen. Der Luftzug bedeutet immer einen Kontakt mit Kälte, die lokal im Nackenbereich eine krampfhafte und schmerzhafte Anspannung der Muskulatur auslöst. Dadurch wird die Beweglichkeit der Halswirbelsäule in ein paar benachbarten Segmenten reduziert. Die angespannte Muskulatur wird weiter gereizt, die Schmerzen stärker, die Einschränkung der Beweglichkeit auch. Gerade in der kühlen Jahreszeit kann der Wechsel von Zimmertemperatur zu einer niedrigen Außentemperatur zu Kopfschmerzen führen. Durch kühlen Wind und Kälte verkrampft sich die Kopfmuskulatur und kann in Verbindung mit weiteren Ursachen, wie zum Beispiel einer Entzündungsreaktion im Gehirn, schlimmstenfalls einen Migräneanfall hervorrufen. Bei empfindlichen Migräne-Patienten ist es deshalb vorbeugend ratsam, bei winterlichen Minusgraden eine wärmende Kopfbedeckung zu tragen.

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Weitere Ursachen für Kopfschmerzen im Winter

Gerade im Winter klagen Menschen vermehrt über Kopfschmerzen, die während besonders heftiger Kältewellen bis zu mehrere Tage anhalten können. Der Kopf fühlt sich schwer an und schmerzt, die Konzentration lässt nach, die Augen sind müde, man fühlt sich schlapp. Wer an Frosttagen ohne winddichte Mütze oder gar mit nassen Haaren aus dem Haus geht, sorgt dafür, dass eisige Außentemperaturen das Blut in der Kopfhaut abkühlen. In der Folge verkrampft sich die dünne Muskulatur unter der Kopfhaut und ein allgemeiner Kopfschmerz kann auftreten. Für den Körper sind solche schnellen Temperaturwechsel der pure Stress. Ärzte und Wissenschaftlerinnen gehen davon aus, dass unser Körper in einem solchen Moment automatische Abwehrmechanismen ergreift, um das schnelle Abkühlen des Gehirns zu reduzieren. Auch eine allgemeine körperliche Anspannung, die uns beim Bibbern und Frieren im Freien ganz automatisch befällt, kann Kopfschmerz hervorrufen. "Bereits kurzzeitiges Kälteempfinden und Frieren kann dazu führen, dass betroffene Personen die Schultern hochziehen und sich ihre Muskeln in diesem Bereich verspannen. Mit der Zeit dehnen sich die Verspannungen dann über den Nacken und den Kopf aus und können zu Kopfschmerzen führen“, berichtet Dr.

Behandlung von Nackenverspannungen und Kopfschmerzen

Um Spannungskopfschmerzen durch Nackenverspannungen effektiv behandeln zu können, ist es wichtig, die Gründe für die Nackenverspannungen bzw. In den allermeisten Fällen aber sind die Nackenverspannungen vergleichsweise harmlos und auf Stress sowie Fehlhaltungen mit einseitiger Belastung, Überdehnung bzw. Wenn das auch bei Ihnen der Fall ist und Sie nur gelegentlich leichte Kopfschmerzen verspüren, können Sie erstmal versuchen, die verspannte Nackenmuskulatur mithilfe von Hausmitteln zu lockern.

Hausmittel und Selbsthilfe:

  • Wärmeanwendungen: Legen Sie sich ein gewärmtes Kirschkernkissen oder eine Wärmflasche für einige Minuten auf den Nacken. Die Wärme wirkt durchblutungsfördernd und spannungslösend auf die verkrampfte Muskulatur, so dass auch die Kopfschmerzen meist schon nach kurzer Zeit nachlassen.
  • Massage: Auch eine sanfte Massage kann helfen, die verspannte Muskulatur im Nackenbereich zu lockern. Schließen Sie dazu, wenn möglich, die Augen und legen den Kopf auf einer Auflage ab, um die verkrampfte Hals-, Nacken- und Schultermuskulatur zu entlasten.
  • Dehnübungen: Kreisen Sie dazu z. B. Neigen Sie anschließend den Kopf sanft zur Seite Richtung Schulter. Wenn Sie möchten, können Sie diese Bewegung sanft mit der Hand unterstützen. Halten Sie die Dehnung für ca. 10 - 30 Sekunden, wie es Ihnen angenehm ist und kehren dann wieder in die Ausgangsposition zurück. Wiederhohlen Sie die Bewegung auch auf der anderen Seite. Um die Nackenrückseite zu dehnen, senken Sie den Kopf langsam Richtung Brust. Auch hier können Sie die Bewegung durch Auflegen beider Hände rechts und links am Nacken sanft unterstützen. Achten Sie auf fließende und ruckfreie Bewegungen und halten Sie die Dehnung für ca. 30 Sekunden bzw. solange es sich für Sie noch angenehm anfühlt. Kehren Sie anschließend wieder in die Ausgangsposition zurück.
  • Schmerzmittel: Hier stehen mehrere Wirkstoffe zur Verfügung. Zu den beliebtesten Schmerzmitteln gehören Ibuprofen, Paracetamol, Acetylsalicylsäure (ASS), Diclofenac und Naproxen. Für die akute Behandlung von Spannungskopfschmerzen in Verbindung mit Hals-, Schulter- und Nackenbeschwerden hat sich Ibuprofen besonders gut bewährt. Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V. (DMKG) empfiehlt unter anderem eine Einzeldosis von 400 mg als Mittel der 1. In Kombination mit medizinischem Coffein kann die bereits gute Wirksamkeit von Ibuprofen noch weiter gesteigert werden, wie eine klinischen Studie1 aus dem Jahr 2018 erwies. In der placebokontrollierten Doppelblindstudie mit 562 Patienten zeigte die Kombination aus 400 mg Ibuprofen und 100mg Coffein eine 40 Prozent stärkere schmerzlindernde Wirkung gegenüber dem Wirkstoff Ibuprofen alleine. In derselben Studie1 zeigte sich darüber hinaus, dass die Kombination aus Ibuprofen und Coffein auch bei der Wirkschnelligkeit Ibuprofen 400mg alleine überlegen ist. So konnte durch die Zugabe von Coffein eine Steigerung der Wirkschnelligkeit um 36 Prozent gegenüber seinem Einzelwirkstoff Ibuprofen alleine gemessen werden.

Vorbeugende Maßnahmen:

  • Bewegung: Versuchen Sie sich insgesamt mehr zu bewegen. Benutzen Sie öfters mal die Treppe statt des Aufzugs oder auch mal das Fahrrad statt des Autos. Gehen Sie kurze Strecken öfters mal zu Fuß und treiben Sie regelmäßig Sport. Günstig sind sämtliche Ausdauersportarten wie Walken, Laufen, Schwimmen oder Fahrradfahren, aber auch Tanzen, Wandern oder Kraftsport sind geeignet, um die Muskulatur nachhaltig zu trainieren und damit Nackenverspannungen vorzubeugen. Wichtig ist die Regelmäßigkeit.
  • Ergonomie am Arbeitsplatz: Richten Sie Ihren Arbeitsplatz rückenfreundlich ein. Achten Sie dabei auf geeignete Tisch- und Sitzmöbel, die richtigen Abstände zum Bildschirm und eine gute Beleuchtung. Denken Sie dabei auch an Alternativen, wie etwa einen Steharbeitsplatz und sprechen Sie dazu auch Ihren Arbeitgeber an.
  • Stressmanagement: Versuchen Sie Stress abzubauen bzw. zu lernen, im Alltag besser mit belastenden Situationen umzugehen. Hier können Entspannungstechniken, wie Yoga, Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training oder auch Thai Chi helfen. Lokale Anbieter, Sportvereine und Volkshochschulen bieten hier oft geeignete und wohnortnahe Kurse an. Daneben werden auch immer mehr Online-Kurse angeboten, die örtlich unabhängig und oft zeitlich besonders flexibel genutzt werden können. In vielen Fällen werden die Kosten oder zumindest ein Teil davon auch von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Fragen Sie einfach mal bei Ihrer Krankenkasse nach.
  • Kälteschutz: Menschen, die im Winter auf die Kälte besonders empfindlich reagieren und zu Kopfschmerzen neigen, sollten starke Temperaturschwankungen möglichst meiden. Außerdem sollten sie besonders darauf Acht geben, die empfindliche Kopfpartie zu schützen und sich nicht länger als nötig in der Kälte aufhalten. Bei empfindlichen Migräne-Patienten ist es deshalb vorbeugend ratsam, bei winterlichen Minusgraden eine wärmende Kopfbedeckung zu tragen.
  • Wetteranpassung: Darüber hinaus ist es von Vorteil, die eigene Anpassungsfähigkeit an das Wetter zu verbessern, indem Sie so oft wie möglich wetterunabhängig im Freien spazieren gehen. Sportarten wie Bergwandern, Walken, Radfahren oder Langlaufen sind optimal. Saunagänge in Kombination mit Wechselduschen trainieren die Gefäße, damit diese wieder rasch auf unterschiedliche Temperaturreize reagieren.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Grundsätzlich ist es bei regelmäßigen Kopfschmerzen wichtig, dass sie mit einem Arzt abgeklärt werden, um eine gezielte Behandlung oder auch Prophylaxe vorzunehmen. Man sollte auch dann zum Arzt gehen, wenn aus heiterem Himmel Schmerzen auftreten, die in den Hinterkopf, in die Schulter oder in die oberen Extremitäten ausstrahlen. Der Kopf schmerzt, man kann sich nicht mehr richtig konzentrieren und fühlt sich müde sowie schlapp. Treten Kopfschmerzen bei Kälte plötzlich, sehr stark oder völlig ungewohnt auf, sollte möglichst bald eine Arztpraxis aufgesucht werden. Das gilt vor allem, wenn der Schmerz „wie aus heiterem Himmel“ einschießt, wenn er sich trotz Ruhe, Wärme und einfachen Schmerzmitteln nicht bessert oder über mehrere Tage anhält. Ein Warnsignal sind Begleitsymptome: Kopfschmerzen kombiniert mit Fieber, Nackensteifigkeit, starker Übelkeit, Sehstörungen, Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen, starker Verwirrtheit oder Bewusstseinsstörungen gelten als Notfall und sollten umgehend in einer Praxis oder Klinik abgeklärt werden. Vor allem und dann sofort nach einem Unfall, der nicht unbedingt mit Nacken und Halswirbelsäule etwas zu tun haben muss. Das heißt praktisch nach jedem Schädel-Hirn-Trauma und nach jede Schleudertrauma, bei dem Nackenschmerzen auftreten.

Weitere Ursachen für Kopf- und Ohrenschmerzen

Ohren- und Kopfschmerzen treten oft gleichzeitig auf, und dafür gibt es eine recht einfache Erklärung: die Ursache liegt in der Anatomie. Ohren, Nase und Hals stehen in gegenseitiger Verbindung. Bei vielen Erkrankungen können Infektionen Auswirkungen auf verschiedene Organe haben. Es kann zu einer Reizung der Nerven von Gesicht und Kopf und demzufolge zu Kopfschmerzen oder Migräne kommen.

Mögliche Ursachen für Kopf- und Ohrenschmerzen:

  • Ohreninfektionen: Ohrenschmerzen können Kopfschmerzen verursachen, vor allen bei Druck in den Nasennebenhöhlen oder viralen Hals- oder Ohreninfektionen. Wie bereits gesagt sind Hals, Nase und Ohren miteinander verbunden und von den Nasennebenhöhlen in den Wangenknochen, in der Stirnmitte, zwischen den Augen und in der Nase umgeben. Bei einer Sinusitis fühlen sich diese Höhen mit Schleim, was Kopfschmerzen verursachen kann.
  • Temporomandibuläre Dysfunktion (TMD): Eine temporomandibuläre Dysfunktion steht in engem Zusammenhang mit Kopfschmerzen und Ohrenschmerzen. Zu den wichtigsten Symptomen gehören Druck im Ohr, Otalgie, Tinnitus, Schwindelgefühl und mitunter auch Schwerhörigkeit und Juckreiz. Zahnärzte arbeiten eng mit HNO-Ärzten zusammen, um alle das Ohr betreffenden Symptome zu diagnostizieren und optimal zu behandeln. Die unmittelbare Nähe der Strukturen von Kopf und Hals und die Tatsache, dass komplexe Nervenbahnen beide Körperpartien durchlaufen, sind die Hauptursache für die diffusen Schmerzen.
  • Trigeminusneuralgie: Bei einer Reizung des Trigeminusnervs entstehen meist einseitige Schmerzen, die sich bis hin zu den Augen, den Zähnen und dem Kiefer ziehen. Bei einer Trigeminus-Neuralgie lösen bereits leichte Berührungen des Gesichts wie ein Luftzug oder Kaubewegungen stärkste Gesichtsschmerzen aus. Für eine adäquate Behandlung müssen die Schmerzen einer Trigeminus-Neuralgie diagnostisch von anderen Formen des Kopfschmerzes unterschieden werden.
  • Zähneknirschen (Bruxismus): Stress gilt als Hauptauslöser für Zähneknirschen, medizinisch als Bruxismus bezeichnet. Schätzungen zufolge leidet jeder Fünfte einmal in seinem Leben an Bruxismus. Das unbewusste Aufeinanderreiben der Zähne kann am Tag oder - häufiger - in der Nacht auftreten. Auf Kiefergelenk und Zähnen lastet dann der bis zu 10-fache Druck, wie er beim Zerkauen von Nahrung entsteht. Durch das Zähneknirschen nehmen nicht nur die Zähne und das Kiefergelenk Schaden.
  • Alkohol- und Nikotinkonsum: Nackenschmerzen zusammen mit Kopfschmerzen können nach übermäßigem Alkohol- und Nikotingenuss auftreten. Nacken- und Kopfschmerzen sind eher seltene Symptome nach dem übermäßigen Genuss von Alkohol oder Nikotin. Alkohol wirkt entwässernd und mit der Flüssigkeit verliert der Körper auch wichtige Elektrolyte wie Kalium, Kalzium und Magnesium. Der Elektrolytmangel führt zu einer Übersäuerung der Muskulatur, wodurch es zu Kopf- und Nackenschmerzen kommen kann. Nikotin reizt das Gehirn in Arealen, die für die Schmerzempfindung zuständig sind.

Einseitige Kopf- und Ohrenschmerzen

Häufig treten Kopf- und Ohrenschmerzen nur auf einer Seite auf. Die einseitigen Schmerzen können durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden, zum Beispiel durch eine Erkältung oder Grippe, starken Lärm, ständige Bewegung, intensives Licht oder auch durch Angst und Stress. Wenn es sich um einen stumpfen Schmerz handelt, können Arzneimittel zur Selbstmedikation oder Hausmittel angewendet werden. Bei starken Schmerzen sollte hingegen immer ein Arzt hinzugezogen werden.

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Oft ist nur die rechte Seite des Kopfes von Schmerzen betroffen. Für diese Schmerzen kann es verschiedene Gründe geben, darunter Migräne, Nackenschmerzen oder Müdigkeit oder eine Trigeminusneuralgie. Bestimmte gute Gewohnheiten können zur Linderung dieser Schmerzen beitragen, vor allem wenn es sich um wiederholte Episoden handelt. Wichtig sind zum Beispiel genügend Schlaf, regelmäßige Bewegung und eine korrekte Körperhaltung. Bei Bedarf ist ein moderater Einsatz von Arzneimitteln zur Selbstmedikation möglich. In den meisten Fällen geben Beschwerden dieser Art keinen Anlass zur Sorge und klingen nach kurzer Zeit von selbst wieder ab; wenn sie jedoch anhalten, empfiehlt es sich, den Hausarzt aufzusuchen, um die Ursache zu ergründen. Manchmal werden rechtsseitige Kopfschmerzen zusätzlich von Ohrenschmerzen begleitet. Diese können durch eine Infektion am Ohr (mit Schmerzen, die in alle umliegenden Bereiche ausstrahlen und auch den Kopf betreffen), Migräne oder auch durch Zugluft ausgelöst werden. Die Schmerzen können akut und persistierend sein, eine unterschiedlicher Dauer haben, wobei sich Schmerzspitzen mit Momenten leichter Beschwerden abwechseln, oder weniger stark ausgeprägt sein, aber dafür längere Zeit anhalten. Zur Ergründung der Ursache empfiehlt es sich, einen HNO-Arzt aufzusuchen.

Manchmal sind Kopfschmerzen auf der linken Seite zu spüren, denn nicht immer ist der gesamte Kopf betroffen. Die Ursachen für diese Schmerzen können vielfältig sein: Migräne (mit und ohne Aura), Trigeminusneuralgie, Cluster-Kopfschmerzen, Infektionen, Nackenschmerzen, aber auch Müdigkeit; einhergehen können sie mit Übelkeit, Sehstörungen und Ohrenschmerzen. Normalerweise handelt es sich nicht um besorgniserregende Beschwerden, denn oft dauern sie nur wenige Stunden. Wenn sie jedoch länger anhalten, empfiehlt es sich, den Hausarzt aufzusuchen, um die Ursache zu ergründen. Zur Linderung der Schmerzen sollten Alkohol, Kaffee, Wurstwaren und Käse gemieden werden. Es hilft, viel Wasser zu trinken und sich auszuruhen, aber auch die Lichtexposition zu begrenzen und einen größeren Abstand zu Bildschirmen zu halten. Auch die linksseitigen Kopfschmerzen können mit Ohrenschmerzen einhergehen. Die Ursachen sind die gleichen wie bei den rechtseitigen Schmerzen, d. h. Ohrinfektionen mit Schmerzen, die bis in den Kopf ausstrahlen, Migräne und Zugluft. Es kann sich um einen akuten oder einen leichteren Schmerz handeln, dessen Dauer und Intensität von Fall zu Fall variabel ist. Der Hausarzt oder ein HNO-Arzt können unter Betrachtung der verschiedenen Symptome die Ursache der Schmerzen ermitteln.

Kopfschmerzen durch Zugluft vermeiden

Wenn der Frühling mit seiner sanften Wärme lockt, werden Jacken und Mäntel leicht zu warm. Nach langen Wintermonaten sehnen wir uns nach frischer Luft und öffnen bereitwillig die Fenster. Doch Vorsicht vor Zugluft - sie kann schmerzhafte Folgen haben! Plötzlich zieht es im Nacken, in den Schultern oder am Rücken. Jede Bewegung schmerzt und wird zur Qual. Kein Zweifel: Zugluft löst Symptome aus, die vielen Menschen zusetzen und zu einer Reihe von gesundheitlichen Beschwerden führen können. Vom Muskel- und Gelenksschmerz bis hin zu Bindehautentzündung reichen die Beschwerden, die durch einen anhaltenden Kältereiz auf einem bestimmten Körperteil ausgelöst werden.

Tipps zur Vermeidung von Zugluft:

  • Kleidung: Schmerzen durch Zugluft kannst du mit Kleidung verhindern. Ein leichter Schal um Nacken oder ein umgehängter Pullover um die Schultern oder Nieren kann etwa helfen, die Haut nicht allzu kühl werden zu lassen. Stichwort Zugluft und Kleidung: Setze in den Übergangsmonaten auf den Zwiebel-Look. Bist du in Bewegung, kannst du jederzeit Jacken oder Pullis ausziehen. Machst du Pause und setzt dich draußen hin, kannst du dich, je nach Luftzug, wieder in deine warmen Kleidungsstücke hüllen.
  • Lüften: Verzichte auf ständigen Durchzug bei gekipptem Fenster und lass dich nicht von der scheinbaren Wärme täuschen. Öffne lieber ein Fenster anstatt zwei gegenüberliegende.
  • Wärme: Das natürliche Bedürfnis bei Nerven- oder Muskelschmerzen durch Zugluft ist die Zufuhr von Wärme. Instinktiv legen wir uns etwas Warmes um die betroffenen Stellen, um die Beschwerden zu lindern. Und in der Tat ist dies auch die wirksamste Therapie. Zudem überlagert der Wärmereiz den Schmerzreiz, wodurch die Schmerzempfindung reduziert wird. Besonders hilfreiche Unterstützung versprechen die neuen speziellen Wärmekissen extra für den Nacken oder Rückenbereich.

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