Migräne und Ibuflam: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Migräne ist mehr als nur ein gewöhnlicher Kopfschmerz. Sie ist eine neurologische Erkrankung, die durch heftige, oft einseitige Kopfschmerzen gekennzeichnet ist, die von Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit begleitet sein können. Ibuflam, ein Medikament mit dem Wirkstoff Ibuprofen, wird häufig zur Linderung der Symptome von Migräne eingesetzt. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Migräne, die Rolle von Ibuflam bei der Behandlung und gibt einen Überblick über weitere Therapieansätze.

Was ist Migräne?

Eine Migräne unterscheidet sich von gewöhnlichen Kopfschmerzen, die fast jeder Mensch gelegentlich erlebt. Von einer Migräne spricht man, wenn die typischen Symptome mindestens fünfmal aufgetreten sind. Die Anfälle setzen plötzlich mit heftigen Schmerzen ein, oft nur auf einer Kopfseite. Diese Schmerzen sind deutlich stärker als gewöhnliche Kopfschmerzen und werden meist von weiteren Beschwerden begleitet.

Symptome einer Migräne

Typisch für Migräne sind:

  • Mäßige bis starke Kopfschmerzen, oft auf einer Seite des Kopfes.
  • Die Schmerzen werden meist als pulsierend, pochend oder hämmernd empfunden.
  • Verstärkung der Schmerzen bei körperlicher Aktivität, manchmal schon bei kleinen Bewegungen.
  • Übelkeit und Erbrechen. Bei Kindern können diese Symptome auch ohne Kopfschmerzen auftreten.
  • Licht- und Geräuschempfindlichkeit während der Anfälle.
  • Unbehandelt halten die Beschwerden zwischen vier Stunden und drei Tagen an.

Manche Menschen erleben vor der eigentlichen Migräne eine sogenannte Aura, die sich durch Lichtblitze, eigenartige Formen, verschwommenes Sehen, Sprachstörungen, Lähmungen oder Missempfindungen wie Kribbeln äußern kann.

Ursachen von Migräne

Die genauen Ursachen von Migräne sind noch nicht vollständig geklärt. Es gibt jedoch verschiedene Theorien und Faktoren, die eine Rolle spielen könnten:

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  • Entzündliche Vorgänge an den Blutgefäßen im Gehirn: Eine Theorie besagt, dass entzündliche Prozesse an den Blutgefäßen im Gehirn eine Rolle bei der Entstehung von Migräne spielen.
  • Verarbeitung von Schmerzsignalen im Gehirn: Möglicherweise ist auch die Art und Weise, wie Schmerzsignale im Gehirn verarbeitet werden, von Bedeutung.
  • Stress: Stress spielt bei Schmerzen oft eine wichtige Rolle. Nervosität und Anspannung können Schmerzen verstärken oder überhaupt erst auslösen. Sehr hektische Tage ohne ausreichende Pausen können Kopfschmerzen daher begünstigen. Manchmal tritt eine Migräne aber auch ein, wenn der Stress nachlässt - zum Beispiel am Wochenende oder in den ersten Urlaubstagen.
  • Unregelmäßige Schlaf- und Essenszeiten: Bei Menschen mit Migräne können auch unregelmäßige Schlaf- und Essenszeiten die Wahrscheinlichkeit für einen Anfall erhöhen.
  • Ernährung und körperliche Bewegung: Möglicherweise besteht ein Zusammenhang zwischen Migräne, der Ernährung und körperlicher Bewegung. Betroffene können selbst herausfinden, ob diese Faktoren einen Einfluss haben.
  • Hormonelle Veränderungen: Frauen haben öfter Migräne als Männer, was auf einen Zusammenhang mit hormonellen Veränderungen hindeutet. Junge Frauen haben oft zum ersten Mal eine Migräne, wenn sie ihre Monatsblutung bekommen. Bei vielen Frauen bleiben die Anfälle während einer Schwangerschaft aus und verschwinden nach den Wechseljahren ganz.
  • Genetische Veranlagung: Migräne tritt häufig familiär gehäuft auf, was auf eine genetische Komponente hindeutet.

Mögliche Auslöser

Bestimmte Schlafgewohnheiten oder andere Verhaltensweisen können Migräneanfälle begünstigen. Worauf Menschen mit Migräne empfindlich reagieren, ist unterschiedlich. Ein Kopfschmerz- oder Migräne-Tagebuch kann helfen, Auslösern auf die Spur zu kommen. Darin hält man zum Beispiel fest, wie schwer und lang ein Anfall war, was zum Zeitpunkt des Anfalls geschehen ist, was man davor gegessen oder getrunken hat und welche Medikamente man genommen hat. Anhand der Aufzeichnungen können Zusammenhänge zwischen Anfällen und möglichen Auslösern deutlich werden. Außerdem zeigen die Tagebuch-Eintragungen, ob sich die Häufigkeit und Stärke der Migräne tatsächlich verringert, wenn man für eine Weile auf einen möglichen Auslöser wie zum Beispiel Rotwein verzichtet.

Ibuflam bei Migräne

Ibuflam ist ein Medikament, das den Wirkstoff Ibuprofen enthält. Ibuprofen gehört zur Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) und wirkt schmerzlindernd, entzündungshemmend und fiebersenkend.

Wirkung von Ibuflam

NSAR wie Ibuprofen greifen in die Schmerzweiterleitung des Körpers ein. Sendet zum Beispiel der Kopf ein Schmerzsignal, dann wird dieses über spezielle Botenstoffe, genannt Prostaglandine, an die Nerven weitergeleitet. Hier greifen NSAR ein: Sie hemmen die Herstellung der Prostaglandine, indem sie ein Enzym, die Cyclooxygenase-2 (COX-2), blockieren. Die Schmerzweiterleitung wird unterbrochen und das Schmerzempfinden lässt nach. Die Schmerzmittel beseitigen also nicht die Ursache des Schmerzes, aber sie helfen, ihn weniger stark oder gar nicht mehr zu fühlen.

Anwendung von Ibuflam

Ibuflam kann zur kurzzeitigen symptomatischen Behandlung von leichten bis mäßig starken Schmerzen wie Kopfschmerzen und Migräne eingesetzt werden. Es ist in verschiedenen Dosierungen und Darreichungsformen erhältlich, darunter Tabletten, Filmtabletten und Brausetabletten.

Bei einer akuten Migräne-Attacke sollten Betroffene zunächst ein Monopräparat wie ASS oder Ibuprofen verwenden. Das belastet den Körper am geringsten. Wenn sich allerdings die Symptome nicht bessern, kann ein Kombinationspräparat probiert werden.

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Dosierung und Einnahme

Die Dosierung von Ibuflam richtet sich nach der Stärke der Schmerzen und den individuellen Bedürfnissen. Es ist wichtig, die empfohlene Tageshöchstdosis nicht zu überschreiten und die Packungsbeilage sorgfältig zu lesen.

Während einer Migräne-Attacke kann es zu Aufnahmestörungen in Magen und Darm kommen, sodass die Medikamente oftmals ihre volle Wirkung nicht entfalten. Zudem ist es wichtig, eine ausreichende Menge der Substanz zu verwenden.

Nebenwirkungen von Ibuflam

Auch wenn Schmerzmittel einen Segen für Migräne-Patienten darstellen, gilt es, das richtige Mittelmaß zu finden. Zwar können sie das Leiden bei einer Migräne-Attacke deutlich vermindern, aber auch zu Nebenwirkungen führen. Da NSAR die Herstellung der Prostaglandine im gesamten Körper hemmen, kommt es gelegentlich zu Schädigungen der Schleimhaut im Magen und Zwölffingerdarm. Zudem kann Acetylsalicylsäure die Blutgerinnung beeinträchtigen, was die Blutungsneigung erhöht.

Wann sollte man Ibuflam nicht einnehmen?

Ibuflam sollte nicht eingenommen werden bei:

  • Bekannter Überempfindlichkeit gegen Ibuprofen oder andere NSAR
  • Bestehenden Magen- oder Darmgeschwüren
  • Erhöhter Blutungsneigung
  • Schweren Herz-, Leber- oder Nierenerkrankungen
  • In den letzten drei Monaten der Schwangerschaft

Weitere Behandlungsmöglichkeiten bei Migräne

Neben Ibuflam gibt es weitere Medikamente und nicht-medikamentöse Maßnahmen zur Behandlung von Migräne.

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Medikamentöse Behandlung

  • Paracetamol: Ein weiteres Schmerzmittel, das bei leichten bis mäßigen Migräneattacken eingesetzt werden kann.
  • ASS (Acetylsalicylsäure): Kann ebenfalls bei leichten bis mäßigen Migräneattacken helfen. Nationale wie internationale Leitlinien empfehlen Acetylsalicylsäure (ASS) als Mittel der ersten Wahl und bewerten die wissenschaftliche Evidenz der Wirksamkeit von ASS mit der höchsten Stufe.
  • Triptane: Spezielle Migränemittel, die bei schweren Migräneattacken eingesetzt werden. Sie wirken gegen den Kopfschmerz und die Begleiterscheinungen wie Übelkeit und Erbrechen. Triptane imitieren die Eigenschaften des körpereigenen Botenstoffes Serotonin, mit dessen Hilfe die Weite der Blutgefäße reguliert wird. Triptane sollten nach der Aura, zu Beginn der Kopfschmerzphase eingenommen werden. Sie können aber auch noch während einer Migräneattacke erfolgreich angewendet werden.
  • Mutterkornalkaloide (Ergotamine): Galten früher als Mittel der Wahl zur Behandlung einer Migräne, werden aber heutzutage eher durch Triptane ersetzt.
  • Antiemetika: Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen, die in Kombination mit Schmerzmitteln oder Migränemitteln eingesetzt werden können.

Nicht-medikamentöse Behandlung

  • Ruhe und Entspannung: Viele Menschen mit Migräne lindern Anfälle zunächst einmal mit allem, was ihnen persönlich aus Erfahrung guttut: Sie legen sich in einem ruhigen und dunklen Raum hin und bedecken die schmerzende Kopfseite vielleicht mit einer kühlenden Auflage, etwa einem feuchten Tuch oder einem Kühlelement.
  • Entspannungsverfahren: Autogenes Training oder progressive Muskelentspannung können helfen, Stress abzubauen und Migräneanfällen vorzubeugen.
  • Verhaltenstherapie: Die kognitive Verhaltenstherapie kann helfen, negative Denkmuster und Verhaltensweisen zu ändern, die die Lebensqualität beeinträchtigen.
  • Akupunktur: Einige Studien deuten darauf hin, dass Akupunktur bei der Vorbeugung von Migräneanfällen helfen kann.
  • Änderung des Lebensstils: Regelmäßige Schlaf- und Essenszeiten, ausreichend Bewegung und der Verzicht auf bekannte Auslöser können die Häufigkeit von Migräneanfällen reduzieren.

Vorbeugende Maßnahmen

  • Nahrungsergänzungsmittel und pflanzliche Arzneimittel: Manche Menschen probieren auch Nahrungsergänzungsmittel oder pflanzliche Arzneimittel aus, um ihren Migräneattacken vorzubeugen.
  • Medikamentöse Prophylaxe: Bei sehr starken oder sehr häufigen Migräneanfällen kommen auch Medikamente zur Vorbeugung infrage.
  • Migräne-Tagebuch: Ein Kopfschmerz- oder Migräne-Tagebuch kann helfen, Auslösern auf die Spur zu kommen und die Wirksamkeit von Behandlungen zu dokumentieren.

Wichtige Hinweise zur Einnahme von Schmerzmitteln bei Migräne

  • Frühzeitige Einnahme: Schmerzmittel sollten so früh wie möglich, also zu Beginn der Kopfschmerzphase, eingenommen werden.
  • Ausreichende Dosierung: Es ist wichtig, eine ausreichende Menge der Substanz zu verwenden und die Packungsbeilage sorgfältig zu lesen.
  • Nicht zu häufig: Schmerzmittel sollten maximal an zehn Tagen im Monat eingenommen werden, um einen medikamenteninduzierten Kopfschmerz zu vermeiden.
  • Ärztliche Beratung: Bevor man mit der Selbstmedikation beginnt, sollte man zunächst mit einem Arzt sprechen.
  • Kombinationspräparate: Bei einer akuten Migräne-Attacke sollten Betroffene zunächst ein Monopräparat wie ASS oder Ibuprofen verwenden. Wenn sich allerdings die Symptome nicht bessern, kann ein Kombinationspräparat probiert werden. Bitte besprich mit deinem behandelnden Arzt, welche Wirkstoffe - unter Abwägung der Medikamentenverträglichkeit - in deinem individuellen Fall zu bevorzugen sind.
  • Darreichungsform: Migräne-Experten empfehlen flüssige Varianten wie Brausetabletten. Weil der Wirkstoff schon gelöst ist, wird er schneller vom Körper aufgenommen und kann zügig wirken. Zudem verteilt sich das Schmerzmittel gut im Magen und ist somit besser verträglich. Bei Erbrechen kannst du auch auf Schmerzmittel-Zäpfchen zurückgreifen. Möchtest du eine Tablette zum Schlucken einnehmen, achte darauf, hinterher ein bis zwei große Gläser Wasser zu trinken.

Leben mit Migräne

Migräne ist eine chronische Erkrankung, die das Leben der Betroffenen erheblich einschränken kann. Wiederholte Anfälle können sehr belastend sein; lange anhaltende Kopfschmerzen zehren an den Kräften. Viele Menschen mit Migräne sind während eines Anfalls kaum oder gar nicht in der Lage, ihren täglichen Aktivitäten zu Hause und bei der Arbeit nachzugehen. Ihre Leistungsfähigkeit und Konzentration nimmt stark ab.

Nicht nur die Beschwerden selbst können stark belasten und die Lebensfreude dämpfen, sondern auch die Angst vor erneuten Migräneanfällen und Sorgen, wie sich die Migräne beispielsweise auf Familie und Beruf auswirkt.

Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass Migräne eine ernstzunehmende Erkrankung ist, die eine individuelle Behandlung erfordert. Durch eine Kombination aus medikamentösen und nicht-medikamentösen Maßnahmen können die Symptome gelindert und die Lebensqualität verbessert werden.

Umgang mit Migräne im Alltag

  • Akzeptanz der Erkrankung: Der erste Schritt ist, die Migräne als chronische Erkrankung zu akzeptieren und sich nicht dafür zu schämen.
  • Selbstmanagement: Durch das Führen eines Migräne-Tagebuchs und das Erkennen von Auslösern können Betroffene lernen, ihre Migräne besser zu kontrollieren.
  • Unterstützung suchen: Der Austausch mit anderen Betroffenen in Selbsthilfegruppen oder Online-Foren kann sehr hilfreich sein.
  • Professionelle Hilfe: Eine enge Zusammenarbeit mit einem Arzt oder Neurologen ist wichtig, um die bestmögliche Behandlung zu gewährleisten.

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