Migräne und die Pille Swingo 20: Erfahrungen, Zusammenhänge und Alternativen

Die Antibabypille ist für viele Frauen ein beliebtes Verhütungsmittel, doch die Wahl der richtigen Pille kann angesichts möglicher Nebenwirkungen und individueller Verträglichkeit eine Herausforderung darstellen. Dieser Artikel beleuchtet die Erfahrungen mit der Pille Swingo 20 im Zusammenhang mit Migräne, geht auf die hormonellen Zusammenhänge ein und stellt alternative Verhütungsmethoden vor.

Swingo 20: Zusammensetzung und Wirkweise

Swingo 20 ist eine sogenannte Einphasenmikropille, die eine Kombination aus zwei synthetischen Hormonen enthält:

  • Ethinylestradiol: Ein Östrogen, das den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut unterstützt und die Eireifung im Eierstock hemmt. Swingo 20 enthält 20 Mikrogramm Ethinylestradiol.
  • Levonorgestrel: Ein Gestagen, das das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut hemmt, den Transport von Spermien behindert und den Eisprung unterdrückt. Swingo 20 enthält 100 Mikrogramm Levonorgestrel.

Diese Hormone wirken zusammen, um eine Schwangerschaft zu verhindern. Die Einnahme erfolgt in der Regel über 21 Tage, gefolgt von einer 7-tägigen Einnahmepause.

Migräne als mögliche Kontraindikation

Migräne wird im Beipackzettel von Swingo 20 als mögliche Gegenanzeige aufgeführt. Das bedeutet, dass die Einnahme der Pille bei bestehender Migräne möglicherweise nicht geeignet ist und eine Rücksprache mit dem Arzt erforderlich ist.

Hormonelle Zusammenhänge zwischen Östrogen und Migräne

Einige Frauen beobachten einen Zusammenhang zwischen ihrem Menstruationszyklus und dem Auftreten von Migräneattacken. Studien deuten darauf hin, dass ein sinkender Östrogenspiegel Migräne begünstigen kann. Entscheidend ist dabei weniger die absolute Höhe des Hormonspiegels, sondern vielmehr dessen Veränderung.

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Im Laufe des weiblichen Zyklus schwankt der Östrogenspiegel: Er steigt in der ersten Zyklushälfte stetig an, nimmt dann leicht ab und steigt kurz vor der Periode wieder an. Kurz vor oder während der Regelblutung fällt der Spiegel jedoch stark ab, was Migräneattacken auslösen kann.

Menstruelle und menstruationsassoziierte Migräne

Es wird zwischen zwei Formen von Migräne im Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus unterschieden:

  • Menstruelle Migräne: Die Migräneattacken treten ausschließlich kurz vor oder nach der Periode auf (in mindestens zwei Dritteln der Menstruationszyklen).
  • Menstruationsassoziierte Migräne: Die Attacken treten gehäuft in der Zeit um die Menstruation auf, aber auch in anderen Zyklusphasen.

Ein Kopfschmerztagebuch kann helfen, festzustellen, um welche Art von Migräne es sich handelt.

Swingo 20 und Migräne: Erfahrungen

Die Erfahrungen von Frauen mit Swingo 20 und Migräne sind unterschiedlich. Einige berichten von einer Verbesserung ihrer Migräne, während andere eine Verschlechterung feststellen.

Positive Erfahrungen:

  • Reduktion von Regelbeschwerden
  • Weniger Migräneattacken durch den stabilen Hormonspiegel bei Langzeiteinnahme ohne Pillenpause

Negative Erfahrungen:

  • Zunahme von Kopfschmerzen und Migräne
  • Stimmungsschwankungen
  • Übelkeit und Schwindel

Es ist wichtig zu beachten, dass jeder Körper anders auf hormonelle Verhütungsmittel reagiert. Wenn Kopfschmerzen oder Migräneattacken erstmalig bei der Anwendung von Swingo 20 auftreten, sollte das Präparat abgesetzt und ein Arzt konsultiert werden.

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Migräne mit Aura und die Pille

Bei Migräne mit Aura, die seltener mit dem Menstruationszyklus in Verbindung steht, wird von östrogenhaltigen Pillen abgeraten. Die WHO empfiehlt Frauen mit Migräne mit Aura, alternative Verhütungsmethoden in Betracht zu ziehen.

Alternativen zur Pille bei Migräne

Für Frauen mit Migräne, insbesondere mit Aura, gibt es verschiedene alternative Verhütungsmethoden:

  • Hormonfreie Verhütung:
    • Kupfer- oder Goldspirale
    • Kondome
    • Diaphragma
    • Natürliche Familienplanung (NFP)
  • Hormonelle Verhütung mit Gestagenmonopräparaten (Minipille):
    • Enthält kein Östrogen und beeinflusst das Thromboserisiko weniger.
    • Wird ohne Pause eingenommen, wodurch Hormonschwankungen vermieden werden.

Weitere Aspekte bei der Wahl der Pille

Neben der Migräne spielen auch andere Faktoren bei der Wahl der Pille eine Rolle:

  • Weitere Gegenanzeigen:
    • Überempfindlichkeit gegen Inhaltsstoffe
    • Thromboembolie oder erhöhtes Risiko dafür
    • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
    • Lebererkrankungen
    • ungeklärte vaginale Blutungen
  • Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten:
    • Antibiotika
    • Antiepileptika
    • Johanniskraut
  • Weitere Nebenwirkungen:
    • Magen-Darm-Beschwerden
    • Gewichtsschwankungen
    • Hautprobleme
    • Depressionen
    • Libidoverlust

Wichtige Hinweise zur Einnahme von Swingo 20

  • Regelmäßige Einnahme: Die Pille sollte täglich zur gleichen Zeit eingenommen werden.
  • Einnahme vergessen: Bei einer vergessenen Einnahme sollte diese innerhalb von 12 Stunden nachgeholt werden. Andernfalls sind zusätzliche Verhütungsmaßnahmen erforderlich.
  • Erbrechen und Durchfall: Bei Magen-Darm-Beschwerden kann die Aufnahme der Wirkstoffe beeinträchtigt sein. In diesem Fall sollten zusätzliche Verhütungsmaßnahmen ergriffen werden.
  • Rauchen: Rauchen erhöht das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Lungenembolien und sollte vermieden werden.

Zusätzliche Informationen und Beratung

  • Ärztliche Beratung: Vor der Einnahme von Swingo 20 oder anderen hormonellen Verhütungsmitteln sollte eine ausführliche Beratung durch einen Arzt erfolgen.
  • Beipackzettel: Der Beipackzettel enthält wichtige Informationen zu Wirkung, Anwendung und Nebenwirkungen des Arzneimittels.
  • Apotheker: Apotheker können ebenfalls Fragen zu Arzneimitteln beantworten und beraten.

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