Migräne durch Schwimmbrille: Ursachen, Lösungen und Alternativen für klare Sicht im Wasser

Eine Schwimmbrille ist für viele Schwimmer ein unverzichtbares Hilfsmittel, um die Augen vor Chlor, Bakterien und UV-Strahlen zu schützen und gleichzeitig eine klare Sicht unter Wasser zu gewährleisten. Allerdings können, wie bei jeder Sehhilfe, Probleme auftreten, die zu Unbehagen oder sogar gesundheitlichen Beschwerden führen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Migräne im Zusammenhang mit Schwimmbrillen, mögliche Lösungen und alternative Sehkorrekturmöglichkeiten für Brillenträger im Wasser.

Einführung

Brillenträger kennen das Problem: Ohne Brille ist die Sicht eingeschränkt, insbesondere beim Schwimmen. Die Welt unter Wasser bleibt unscharf, was das Vergnügen trüben kann. Glücklicherweise gibt es mittlerweile Schwimmbrillen mit Dioptrien, die eine klare Sicht über und unter Wasser ermöglichen. Doch auch hier können Faktoren wie falsche Stärke, schlechte Anpassung oder andere Ursachen zu Beschwerden führen.

Ursachen von Kopfschmerzen und Migräne durch Schwimmbrillen

Kopfschmerzen und Migräne können verschiedene Ursachen haben, die im Zusammenhang mit dem Tragen einer Schwimmbrille stehen. Es ist wichtig, diese Ursachen zu identifizieren, um gezielte Lösungen zu finden.

Falsche Brillenstärke

Eine der häufigsten Ursachen für Kopfschmerzen im Zusammenhang mit Brillen ist eine falsche Brillenstärke. Dies gilt auch für Schwimmbrillen mit Dioptrien.

  • Überkorrektur: Eine zu starke Brille kann zu verschwommenem Sehen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen und Augenermüdung führen. Die Augen müssen sich überanstrengen, um die überkorrigierte Sehschärfe auszugleichen. Langfristig kann dies zu einer Verschlechterung der Sehschwäche, Asthenopie (Augenbeschwerden durch überanstrengte Augen), fehlender Anpassungsfähigkeit und einem Verlust des Kontrastsehens führen.
  • Unterkorrektur: Auch eine zu schwache Brille kann Kopfschmerzen verursachen, da die Augen sich anstrengen müssen, um das Defizit auszugleichen.
  • Fehlerhafte Messung: Stress, Medikamente oder Schlafmangel können das Sehvermögen beeinflussen und zu einer fehlerhaften Messung der Brillenstärke führen. Es ist ratsam, den Sehtest zu wiederholen, wenn die Augen ausgeruht sind.

Schlechte Anpassung

Neben der richtigen Brillenstärke ist auch eine korrekte Anpassung der Schwimmbrille entscheidend.

Lesen Sie auch: Vergleichende Analyse: Migräne vs. Epilepsie

  • Falsche Zentrierung: Jedes Brillenglas hat ein Zentrum, das direkt vor dem Auge positioniert sein sollte. Ist dies nicht der Fall, fällt das Licht abgelenkt ins Auge, was die Augenmuskulatur zum Ausgleich zwingt. Dies kann zu Kopfschmerzen und Verspannungen führen.
  • Unpassendes Brillengestell: Ein Brillengestell, das rutscht oder drückt, kann ebenfalls zu Kopfschmerzen führen. Eine unzureichende Anpassung stört die Zentrierung der Brillengläser, was zu Verzerrungen in der Sicht führt.
  • Ungleichmäßige Druckverteilung: Eine Schwimmbrille, die zu eng sitzt, kann Druckstellen verursachen und die Blutzirkulation beeinträchtigen, was ebenfalls Kopfschmerzen auslösen kann.

Prismatische Effekte

Unterschiedliche Sehstärken in den Brillengläsern können prismatische Effekte verursachen, insbesondere bei stärkeren Korrekturen.

  • Höhenunterschiede: Wenn die Gläser nicht korrekt zentriert sind, kann es zu unterschiedlichen Höhenabweichungen in den Bildern kommen, die jedes Auge wahrnimmt. Dies kann zu Kopfschmerzen führen, da die Augenmuskulatur Schwierigkeiten hat, diese Abweichung auszugleichen.
  • Asphärische Brillengläser: Bei der Verwendung von asphärischen Brillengläsern ist eine korrekte Zentrierung besonders wichtig, da es sonst zu unerwünschten prismatischen Effekten kommen kann.

Weitere Ursachen

Neben den oben genannten Faktoren können auch andere Ursachen zu Kopfschmerzen und Migräne im Zusammenhang mit Schwimmbrillen führen.

  • Druck auf die Stirn: Schwimmmasken, die einen breiten Silikonrand haben, können Druck auf die Stirn ausüben und so Kopfschmerzen verursachen.
  • Überanstrengung der Augen: Langes Starren unter Wasser, insbesondere bei schlechten Sichtverhältnissen, kann die Augen überanstrengen und zu Kopfschmerzen führen.
  • Blaulicht: Das von digitalen Geräten ausgestrahlte blaue Licht kann ebenfalls zu Kopfschmerzen führen, insbesondere bei längerer Nutzung von Bildschirmen vor oder nach dem Schwimmen.

Lösungen und Präventionsmaßnahmen

Um Kopfschmerzen und Migräne durch Schwimmbrillen zu vermeiden, gibt es verschiedene Lösungen und Präventionsmaßnahmen.

Korrekte Brillenstärke

  • Sehtest: Regelmäßige Sehtests beim Augenarzt oder Optiker sind unerlässlich, um die aktuelle Brillenstärke zu ermitteln.
  • Individuelle Anpassung: Die Schwimmbrille sollte individuell an die Bedürfnisse angepasst werden, einschließlich der Berücksichtigung von Hornhautverkrümmungen oder anderen Sehfehlern.
  • Professionelle Beratung: Lassen Sie sich von einem Optiker beraten, um die optimale Brillenstärke und das passende Brillenglas für Ihre Schwimmbrille zu finden.

Optimale Anpassung

  • Anpassung des Brillengestells: Das Brillengestell sollte richtig sitzen und nicht rutschen oder drücken. Achten Sie darauf, dass die Brille gerade auf dem Kopf sitzt, um Verzerrungen in der Sicht zu vermeiden.
  • Richtige Zentrierung: Stellen Sie sicher, dass die Brillengläser korrekt zentriert sind, sodass der Mittelpunkt des Glases genau vor der Pupille liegt.
  • Komfortabler Sitz: Wählen Sie eine Schwimmbrille mit weichen Kopf- und Nasenbändern aus Silikon oder Gummi, um einen optimalen Tragekomfort zu gewährleisten.

Weitere Tipps

  • Pausen: Legen Sie beim Schwimmen regelmäßig Pausen ein, um die Augen zu entlasten.
  • Blaulichtfilter: Verwenden Sie eine Schwimmbrille mit Blaulichtfilter, um die Belastung durch blaues Licht zu reduzieren.
  • Ergonomische Maßnahmen: Achten Sie auf eine gute Ergonomie am Arbeitsplatz, um digitalen Sehstress zu minimieren.
  • Reinigung und Pflege: Reinigen Sie Ihre Schwimmbrille regelmäßig, um eine klare Sicht zu gewährleisten und die Lebensdauer der Brille zu verlängern.

Alternative Sehkorrekturmöglichkeiten für Schwimmer

Neben Schwimmbrillen mit Dioptrien gibt es auch alternative Sehkorrekturmöglichkeiten für Schwimmer.

Kontaktlinsen

Kontaktlinsen sind eine beliebte Alternative für Brillenträger, die im Wasser eine klare Sicht wünschen. Allerdings ist beim Tragen von Kontaktlinsen unter Wasser Vorsicht geboten.

Lesen Sie auch: Neurologische Expertise bei Migräne

  • Risiken: Unter Wasser herrscht ein erhöhter Druck, der dazu führen kann, dass Kontaktlinsen verrutschen. Zudem können Chlor- oder Salzwasser die Augen reizen und die Linsen verformen.
  • Empfehlungen: Wenn Sie Kontaktlinsen unter Wasser tragen, sollten Sie unbedingt eine Schwimmbrille verwenden, um die Augen vor äußeren Einflüssen zu schützen. Es empfiehlt sich, Tageslinsen zu verwenden, um das Risiko von Infektionen zu minimieren.

Refraktive Chirurgie

Die refraktive Chirurgie, wie z.B. das Augenlasern, bietet eine dauerhafte Lösung zur Korrektur von Sehfehlern.

  • Vorteile: Nach einer erfolgreichen Augenlaserbehandlung benötigen Sie keine Brille oder Kontaktlinsen mehr, um scharf zu sehen.
  • Eignung: Nicht jeder ist für eine Augenlaserbehandlung geeignet. Eine umfassende Voruntersuchung ist erforderlich, um die Eignung festzustellen.

Linsenimplantate

Linsenimplantate sind eine weitere Option zur dauerhaften Sehkorrektur.

  • Verfahren: Bei dieser Methode werden spezielle Linsen in das Auge eingesetzt, um die Sehqualität zu verbessern.
  • Eignung: Linsenimplantate eignen sich besonders für Menschen mit höheren Fehlsichtigkeiten oder für diejenigen, die nicht für eine Augenlaserbehandlung in Frage kommen.

Die Wahl der richtigen Schwimmbrille

Die Wahl der richtigen Schwimmbrille hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich der Art des Schwimmens, der Lichtverhältnisse und der persönlichen Vorlieben.

Grundformen

Es gibt drei Grundformen von Schwimmbrillen:

  • Saugnapfbrillen: Diese Brillen haben einen weichen Silikon- oder Schaumstoffrand und saugen sich mithilfe von Unterdruck an der Haut fest. Sie eignen sich gut für lange Strecken und bieten einen hohen Tragekomfort.
  • Schwedenbrillen: Diese Brillen sind auf das Nötigste reduziert und haben einen harten Rand ohne Dichtung. Sie sitzen in der Augenhöhle und sind besonders bei sportlich ambitionierten Schwimmern beliebt.
  • Schwimmmasken: Diese Masken haben einen breiten Silikonrand und sitzen auf der Stirn und den Wangenknochen. Sie bieten eine großzügige Rundumsicht und schützen vor äußeren Einflüssen.

Getönte Gläser

Getönte Gläser können die Sicht unter verschiedenen Lichtverhältnissen verbessern.

Lesen Sie auch: Migräne als Risikofaktor für Demenz?

  • Grau: Graue Gläser bewirken eine natürliche Wahrnehmung von Farben und Kontrasten und nehmen die Helligkeit aus dem Lichtspektrum.
  • Polarisierend: Polarisierende Gläser neutralisieren Blendeffekte des Wassers und absorbieren UV-Strahlen.
  • Blau bis Violett: Diese Gläser verstärken Kontraste und übertragen das Licht optimaler.
  • Braun bis Rot: Diese Gläser heben Kontraste hervor und sorgen für eine bessere Sicht in die Ferne.
  • Gelb bis Orange: Diese Gläser filtern Blaulicht, was die Augen entlastet und die Schatten- und Tiefenempfindung steigert.

Passform

Die Schwimmbrille sollte mit Ihrer Kopf- und Augenform harmonieren. Probieren Sie verschiedene Modelle aus, um die optimale Passform zu finden.

tags: #migrane #durch #schwimmbrille