Propriozeptive Einlagen bei Multipler Sklerose: Innovative Unterstützung für mehr Mobilität und Lebensqualität

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die oft mit Gangstörungen und Mobilitätseinschränkungen einhergeht. Propriozeptive Einlagen, auch bekannt als sensomotorische Einlagen, bieten hierbei eine innovative Möglichkeit, die Symptome zu lindern, die Körperhaltung zu optimieren und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Dieser Artikel beleuchtet die Wirkungsweise, Einsatzmöglichkeiten und Vorteile propriozeptiver Einlagen bei MS.

Multiple Sklerose: Eine Herausforderung für die Mobilität

Multiple Sklerose (MS) ist eine der häufigsten autoimmunen, chronisch-entzündlichen Erkrankungen des zentralen Nervensystems (ZNS). Die Erkrankung zerstört primär die Myelinschicht der Axone im ZNS, was zu einer gestörten Signalübertragung führt. In Deutschland erkranken jährlich etwa 12.600 Menschen neu an MS, insgesamt sind etwa 224.000 Patienten betroffen.

Gangstörungen und Mobilitätseinschränkungen sind ein zentrales Problem bei MS, das die Alltagsaktivitäten und die berufliche Leistungsfähigkeit erheblich beeinträchtigen kann. Funktionell zeigen MS-Patienten vor allem Paresen als Minus-Symptomatik und Spastik als Plus-Symptomatik. Häufig ist der Fußheber frühzeitig betroffen, was zu Stolpern und Hängenbleiben der Fußspitze führt.

Propriozeptive Einlagen: Ein sensomotorischer Ansatz

Sensomotorische Einlagen, auch propriozeptive Einlagen genannt, stellen eine innovative Lösung in der orthopädischen Praxis dar. Sie gehen über die traditionelle Stützmechanismen hinaus, indem sie aktiv die Muskelfunktion und die Korrektur der Körperhaltung fördern. Durch die Ausnutzung der natürlichen Fußbewegung und gezielte Stimulation spezifischer Druckpunkte bieten sie eine verbesserte sensorische Rückmeldung, was zu einer optimierten Körperhaltung und Bewegungsmustern führt.

Das Prinzip der Sensomotorik

Die Effektivität sensomotorischer Einlagen basiert auf dem Prinzip der Sensomotorik, welches eine untrennbare Verbindung zwischen Bewegung und Körperwahrnehmung postuliert. Durch die gezielte Stimulation bestimmter Punkte an der Fußsohle verbessern diese Einlagen die motorische Antwort und fördern eine aktivere Muskelarbeit. Dies führt zu einer verbesserten Gelenkführung und einer natürlicheren, effizienteren Gangart.

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Wirkungsweise propriozeptiver Einlagen

Propriozeptive Einlagen arbeiten mit speziellen Pelotten, die ein individuelles Relief bilden und gezielte sensorische Impulse setzen. Dadurch können diese Einlagen verschiedene Muskelgruppen aktivieren oder entspannen, um Fehlbelastungen auszugleichen und gesunde Bewegungsmuster aufzubauen. Durch regelmäßiges Tragen können sie nicht nur Symptome lindern, sondern auch den gesamten Körper wieder in Balance bringen und die Leistungsfähigkeit steigern.

Im Gegensatz zu herkömmlichen orthopädischen Einlagen, die Fehlstellungen passiv ausgleichen und Schmerzen lindern, haben sensomotorische Einlagen eine zielgerichtete sensomotorische Wirkung auf definierte Muskelgruppen. Die sensorischen Impulse der Einlagen wirken im gesamten Körper und beeinflussen die Höhe der Spannung in den verschiedenen Muskeln sowie die Stellung der Gelenke. So können verspannte Muskeln gelöst, Muskelpartien präzise aktiviert und die gesamte Körperhaltung verbessert werden.

Einsatzmöglichkeiten propriozeptiver Einlagen bei MS

Propriozeptive Einlagen können bei MS-Patienten mit unterschiedlichen Symptomen und Einschränkungen eingesetzt werden. Zu den häufigsten Einsatzgebieten gehören:

  • Gangstörungen: Durch die Stimulation der Fußmuskulatur und die Verbesserung der Körperwahrnehmung können propriozeptive Einlagen das Gangbild stabilisieren und die Gangsicherheit erhöhen.
  • Fußfehlstellungen: Propriozeptive Einlagen können Fußfehlstellungen wie Plattfuß, Hohlfuß oder Knickfuß korrigieren und die Fußmuskulatur stärken.
  • Spastik: Durch die gezielte Beeinflussung der Muskelspannung können propriozeptive Einlagen Spastiken reduzieren und die Beweglichkeit verbessern.
  • Gleichgewichtsstörungen: Propriozeptive Einlagen können die Körperwahrnehmung verbessern und so das Gleichgewicht stabilisieren.
  • Schmerzen: Durch die Korrektur von Fehlbelastungen und die Entlastung der Gelenke können propriozeptive Einlagen Schmerzen in Füßen, Knien, Hüften und Rücken lindern.

proprio SOLE: Sensomotorische Einlagen vom Marktführer

proprio SOLE bietet sensomotorische Einlagen, die speziell auf die Bedürfnisse von MS-Patienten zugeschnitten sind. Mit über 23 Jahren Erfahrung und über 10.000 Modellvarianten bietet proprio SOLE eine präzise Abstimmung auf Fußtyp, Gangbild und Indikation. Die Einlagen fördern die Fußmuskulatur und Körper-Eigenwahrnehmung und unterstützen so die motorische Entwicklung und eine gesunde Haltung.

Vorteile propriozeptiver Einlagen bei MS

Der Einsatz von propriozeptiven Einlagen bei MS bietet eine Vielzahl von Vorteilen:

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  • Aktive Korrektur: Stärkung und Entspannung der Fußmuskulatur zur aktiven Korrektur von Fußfehlstellungen und Entlastung der Gelenke.
  • Schmerzlinderung: Direkte Adressierung und Korrektur dysfunktionaler Bewegungsmuster, die Schmerzen in Füßen, Knien, Hüften und Rücken verursachen.
  • Leistungssteigerung: Optimierung von Kraftübertragung und Bewegungsabläufen für bessere sportliche Leistungen.
  • Langfristige Gesundheitsförderung: Förderung gesunder Bewegungsmuster für anhaltende körperliche Fitness und Wohlbefinden.
  • Verbesserung der Gangsicherheit: Erhöhung der Stabilität und Reduktion des Sturzrisikos.
  • Erhöhung der Lebensqualität: Verbesserung der Mobilität und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Individuelle Anpassung und Fertigung

Jeder Fuß ist einzigartig, daher ist eine individuelle Anpassung der propriozeptiven Einlagen entscheidend für den Therapieerfolg. Orthopädietechniker führen eine detaillierte Analyse des Fußes und des Gangbildes durch, um die Einlagen optimal auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten zu konstruieren und anzupassen.

Das Analyseverfahren

Das Analyseverfahren umfasst in der Regel:

  • Anamnesegespräch: Erhebung der Krankengeschichte und der aktuellen Beschwerden.
  • Digitale Fußscan: Erstellung eines dreidimensionalen Modells des Fußes.
  • Fußdruckmessung: Analyse der Druckverteilung unter dem Fuß.
  • Digitale Lauf- und Bewegungsanalyse: Beurteilung des Gangbildes und der Körperhaltung.
  • Manuelle Untersuchung: Überprüfung der Stellung der Füße, der Beine und des Beckens.

Die Fertigung

Basierend auf den Ergebnissen der Analyse werden die propriozeptiven Einlagen individuell gefertigt. Dabei werden spezielle Pelotten und Stimmulationszonen eingearbeitet, die gezielt die Fußmuskulatur ansprechen und die Körperwahrnehmung verbessern.

Kombination mit anderen Therapieformen

Propriozeptive Einlagen können eine wertvolle Ergänzung zu anderen Therapieformen bei MS darstellen. Häufig werden sie in Kombination mit Physiotherapie, Ergotherapie und Funktioneller Elektrostimulation (FES) eingesetzt, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen.

Funktionelle Elektrostimulation (FES)

Die Funktionelle Elektrostimulation (FES) ist eine weitere innovative Methode zur Behandlung von Gangstörungen bei MS. Dabei werden Elektroden auf die Haut aufgebracht, die gezielte elektrische Impulse an die Muskeln senden und so die Bewegung aktivieren. FES kann insbesondere bei Fußheberschwäche und Schwäche der Oberschenkelmuskulatur eingesetzt werden.

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propriozeptive Einlagen und FES

Die Kombination von propriozeptiven Einlagen und FES kann synergistische Effekte erzielen. Die Einlagen verbessern die Körperwahrnehmung und stabilisieren das Gangbild, während die FES die Muskeln aktiviert und die Bewegung unterstützt.

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