Migräne Ursachen im Alter von 46 Jahren: Was Sie wissen sollten

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch anfallsartige, starke Kopfschmerzen gekennzeichnet ist, oft begleitet von Symptomen wie Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit. Obwohl viele Patienten berichten, dass sich ihre Migräne im Alter bessert, ist Vorsicht geboten, insbesondere wenn ältere Menschen zum ersten Mal über Migräne klagen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Migräne im Alter von 46 Jahren, die Veränderungen der Migräne im Laufe des Lebens und die Besonderheiten der Behandlung in diesem Lebensabschnitt.

Veränderungen der Migräne im Laufe des Lebens

Migräne unterliegt im Laufe des Lebens immer wieder Veränderungen. Viele Patienten erhalten die Diagnose Migräne bereits im Jugendalter oder als junge Erwachsene. Auch wenn Migräne nicht heilbar ist, unterliegt sie jedoch oftmals stetigen Veränderungen. So können die einzelnen Attacken nicht nur völlig unterschiedlich ablaufen, sondern phasenweise häufiger beziehungsweise seltener auftreten. Im Alter beobachten Experten die Tendenz, dass Migräne abnimmt und bei einigen Patienten sogar ganz verschwindet.

Typische Veränderungen der Migräne im Alter können sein:

  • Die Kopfschmerzzeiten verkürzen sich.
  • Begleitsymptome wie Übelkeit oder Lichtempfindlichkeit sind schwächer ausgeprägt.
  • Bei Patienten, die in jüngeren Jahren an Migräne mit Aura gelitten haben, kommt es im Alter manchmal zu Auraerscheinungen, aber ohne dass Kopfschmerzen entstehen.

Warum sich bei vielen Menschen die Migräne im Alter abschwächt, ist bisher noch ungeklärt. Ein Faktor könnten, zumindest bei Frauen, die Wechseljahre sein. Sind diese überstanden, fällt die monatliche Schwankung des Hormons Östrogen weg, ein häufiger Trigger für Migräne.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Migräne auch im Alter neu auftreten oder sich verschlimmern kann. Wenn migräneartige Kopfschmerzen im Alter zum ersten Mal auftreten, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Nur selten entsteht Migräne als Neuerkrankung nach dem 45. Lebensjahr.

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Kopfschmerzen im Alter: Migräne oder andere Ursachen?

Auch wenn die Migräneneigung bei älteren Menschen eher sinkt, leiden auch sie unter Kopfschmerzen. Untersuchungen zeigen dabei, dass sich die Ursachen ändern. Im Alter treten Kopfschmerzen vorranging als Folge einer anderen Erkrankung auf. Fachleute sprechen von sekundären Kopfschmerzen.

Mögliche Ursachen für sekundäre Kopfschmerzen sind unter anderem:

  • Schlecht angepasste Brillengläser
  • Schlafapnoe (nächtliche Atemaussetzer)
  • Bluthochdruck
  • Neuralgien (Nervenschmerzen)
  • Neuropathien (Nervenerkrankung)
  • Nebenwirkung von Arzneimitteln

Dazu leiden Menschen im höheren Alter nicht selten an Spannungskopfschmerzen. Dahinter stecken mitunter Verspannungen der Halswirbelsäule oder depressive Verstimmungen. Auch die besonders heftigen Clusterkopfschmerzen können bei Senioren auftreten, jedoch selten zum ersten Mal. Da sie kaum bekannt sind, fällt manchmal die Diagnose schwer. Kopfschmerzen, die anfallartig erscheinen, besonders stark sind oder ungewöhnlich verlaufen, gehören in ärztliche Behandlung.

Migräne mit Aura im Alter

Als Aura bezeichnen Mediziner Wahrnehmungsstörungen, die typischerweise vor den eigentlichen Kopfschmerzen auftreten. Betroffene sehen dann zum Beispiel gezackte Linien oder Blitzlichter. Darüber hinaus sind Sprach- oder Gefühlsstörungen möglich. Bei älteren Menschen können visuelle Erscheinungen oftmals auch ohne Kopfschmerzen entstehen.

Nicht immer sind sie einer Migräne zuzuschreiben, vor allem dann nicht, wenn sie zuvor noch nie aufgetreten sind. Es können zum einen harmlose Ursachen dahinterstecken, aber ebenso ernsthafte. Vor allem ein Schlaganfall äußert sich ähnlich, zudem kann eine Aura in einen Schlaganfall übergehen (migränöser Infarkt). Daher ist es wichtig, bei ungewöhnlichen Sehstörungen, Taubheitsgefühlen, Gleichgewichtsstörungen und ähnlichen Auffälligkeiten einen Arzt aufzusuchen. Patienten, die an einer Migräne mit Aura leiden, haben ein erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall.

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Besonderheiten der Behandlung bei Migräne im Alter

Zur medikamentösen Behandlung von Migräne kommen vorrangig Schmerzmittel aus der Gruppe der nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR) sowie Triptane zum Einsatz. Für ältere Migränepatienten müssen jedoch einige Punkte vor der Anwendung beachtet werden:

  • Funktionsstörungen der Nieren oder der Leber können eine veränderte Wirksamkeit der Medikamente hervorrufen.
  • Vorerkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck müssen besondere Beachtung finden.
  • Augenmerk sollte auf mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, zum Beispiel Psychopharmaka oder Herz-Kreislauf-Mittel, gelegt werden.
  • Patienten, die unter Gefäßerkrankungen leiden, beispielsweise der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK), dürfen keine Triptane einnehmen.

Migräne-Prophylaxe im Alter

Leiden ältere Menschen häufig unter Migräne oder wird die Erkrankung gar chronisch, sollte über Maßnahmen zur Vorbeugung nachgedacht werden. Allerdings weichen auch hier die Empfehlungen gegenüber jungen Patienten ab. Studien zur Wirksamkeit der Migräne-Prophylaxe ab einem Alter vom 65 Jahren gibt es nicht. Fachleute raten dazu, bei der Auswahl der Substanzen auf mögliche Nebenwirkungen zu achten und den Gesundheitszustand des Patienten zu berücksichtigen. So sollten Diabetiker möglichst keine Betablocker zur Migräne-Prophylaxe erhalten. Ab vier Migränetagen im Monat besteht die Möglichkeit, auf eine spezielle Antikörpertherapie zurückzugreifen. In einem Arztgespräch können sich Betroffene über ihre Möglichkeiten zur Vorbeugung informieren.

Dazu ist es im höheren Alter ebenfalls empfehlenswert, auf einen gesunden Lebensstil zu achten. Eine entspannte Nackenmuskulatur und Halswirbelsäule beugen einer Migräne-Attacke vor.

Die Phasen einer Migräne

Migräne besteht nicht immer nur aus der Attacke selbst. Sie kündigt sich bei vielen Betroffenen mit unterschiedlichen Symptomen an. Und auch nach dem Anfall fühlen sie sich noch anders als normal. Experten unterscheiden beim Migräne-Verlauf fünf Phasen:

  1. Prodromalphase (Vorbotenphase): Etwa 30 Prozent der Patienten spüren vor einem Migräneanfall unterschiedliche Anzeichen. Die Phase beginnt maximal 2 Tage, manchmal aber auch nur einige Stunden vor dem Migräneanfall. Typisch ist, dass die Frühphase bei Migräne ohne Aura vor dem Beginn der Schmerzen einsetzt. Viele Patienten bringen die frühen Symptome nicht mit ihrer Migräne in Verbindung, weil ihr Kopf noch nicht wehtut. Es kann allerdings hilfreich sein, wenn Sie diese frühen Anzeichen erkennen. Führen Sie ein Kopfschmerztagebuch und notieren Sie Trigger und Prodrom-Symptome. Schmerzmittel sollten Sie in der Früh- und auch in der Auraphase noch nicht nehmen.
  2. Auraphase: Diese Phase des Migräne-Verlaufs erleben 10 bis 15 Prozent der Betroffenen. Sie klagen über Sehstörungen wie helle Flecke, Lichtblitze und manchmal kurzzeitigen Sehkraftverlust. Weitere Symptome sind Kribbeln bzw. Taubheitsgefühle, Sprachprobleme und Gleichgewichtsstörungen. Wenn Sie spüren, dass die Auraphase beginnt, sollten Sie sich nach Möglichkeit in ein abgedunkeltes Zimmer zurückziehen. Sollte Ihnen Ihr Arzt ein Triptan verschrieben haben, so sollten Sie dieses erst nach der Aura-Phase einnehmen.
  3. Kopfschmerzphase (Attacke): Sie ist das, was die meisten Menschen unter Migräne verstehen. Der Schmerz ist pochend, stechend oder pulsierend. Die Betroffenen sind licht- und geräuscheempfindlich, manchmal können sie auch Gerüche oder Berührungen nicht ertragen. Hinzu kommen oft Übelkeit und Erbrechen. Auch ASS (900 bis 1000 mg), Ibuprofen (400 mg), Naratriptan (2,5 mg), Paracetamol (1000 mg) bzw. Phenazon (1000 mg) gelten als Mittel der ersten Wahl. Die Kombination mit Coffein ist allerdings besonders wirksam und gleichzeitig gut verträglich. Ziehen Sie sich in einen abgedunkelten, ruhigen Raum zurück und legen Sie sich hin.
  4. Auflösungsphase: Das Schlimmste ist überstanden. Die Symptome sind zwar noch da, werden aber weniger intensiv. Die Kopfschmerzen sind nicht mehr pulsierend, sondern eher gleichbleibend. Patienten sind oft sehr müde. Die Übelkeit und die Empfindlichkeit z.B. gegen Licht werden weniger, sind aber noch nicht verschwunden. Diese Phase beginnt in der Regel 3 Tage nach Beginn der Attacke und geht in die Erholungsphase über. Nehmen Sie Schmerzmittel nicht länger als drei Tage.
  5. Erholungsphase: Die Patienten sind angeschlagen und fühlen sich wie nach einem Kater. Die Symptome ähneln denen der Prodromalphase. Sie brauchen jetzt viel Ruhe.

Nicht jeder Patient durchläuft alle diese Phasen. Deshalb ist es schwierig, eine genaue Angabe über die Migräne-Dauer zu geben. Meist halten die Beschwerden der Migräne mehrere Tage an. Von den Vorboten bis zur Erholungsphase kann die Migräne-Dauer eine Woche betragen. Die Attacke ist oft schon nach zwei Stunden vorüber, nur gelegentlich gibt es Schübe von 48 Stunden.

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Chronische Migräne

Von einer chronischen Migräne spricht man, wenn die Beschwerden über mehr als drei Monate an 15 oder mehr Tagen pro Monat auftauchen. Weil Schmerzmittel nicht dauerhaft eingenommen werden dürfen, sind sie bei dieser Migräne-Form nicht geeignet. In dem Fall kann Ihr Arzt Ihnen Medikamente zum Vorbeugen verschreiben. Dazu gehören Betablocker, Flunarizin, Valproat, Topiramat, Propranolol und Metoprolol. Ein Kopfschmerztagebuch kann Ihnen außerdem helfen, Ihre Auslöser (Trigger-Faktoren) zu finden.

Spezielle Migränearten

Spezielle Behandlung gibt es auch für einige seltenere Arten der Migräne. Eine ist die menstruelle Migräne, unter der etwa sieben Prozent der Migräne-Patientinnen leiden. Weil die Migräneschübe während der Regelblutung oft länger und stärker sind, werden sie oft mit Schmerzmitteln behandelt, die lange wirken. Dazu gehört Naproxen.

Manchmal tritt Migräne vor allem am Wochenende auf. Häufig ist Stress der Trigger: Die Betroffenen denken am Samstag schon an den Montag. Vorbeugend gegen Stress sind Entspannungsmethoden hilfreich.

Bei einer vestibulären Migräne leiden Patienten unter Schwindelattacken, die oft mit Übelkeit und Erbrechen verbunden sind. Danach beginnen einseitige Kopfschmerzen mit meist typischem Migräne-Verlauf. Die vestibuläre Migräne dauert einige Minuten bis einige Stunden.

Die normale Migräne-Dauer liegt bei maximal 72 Stunden. Aber es gibt eine seltene Komplikation, bei der Patienten länger leiden: den sogenannten Status migraenosus. Ursachen können Hormone sein, aber es gibt auch Patienten, bei denen die Medikamente nicht oder aufgrund von Übergebrauch nicht mehr wirken.

Ursachen und Auslöser von Migräne

Obwohl Migräne als Krankheitsbild längst anerkannt ist, sind ihre Ursachen bislang nicht abschließend erforscht. Eine genetische Vorbelastung scheint ebenso eine Rolle zu spielen wie der körpereigene Serotoninspiegel. Ein unausgeglichener Serotoninspiegel verändert die Reizbarkeit der Nerven, macht die Blutgefäßwände durchlässiger und wirkt sich nicht zuletzt auch auf den Magen-Darm-Trakt aus, sodass Übelkeit und Erbrechen ebenfalls damit in Zusammenhang gebracht werden können.

Unabhängig von den Ursachen der Migräne stehen die Auslöser im Mittelpunkt. Als sogenannte Trigger kommen vor allem Stress und ein gestörter Schlafrhythmus infrage. Aber auch Hormonschwankungen, etwa während der Regel oder in der Schwangerschaft, können Migräne begünstigen. Häufig treten Migräneanfälle auch bei bestimmten Wetterlagen auf, genauer im Rahmen bestimmter Luftdruckverhältnisse. Obwohl wissenschaftlich nicht belegt, reagieren viele Migräniker auf sich zu schnell verändernde Wetter- und Temperaturverhältnisse, genauso wie auf starken Fön.

Ein weiteres häufiges Phänomen ist die Wochenend-Migräne, die entsteht, wenn der Körper aus der Stress-Phase in die Entspannungs-Phase übergeht. Bei Frauen jungen und mittleren Alters kann die Einnahme der Anti-Babypille Migräne auslösen, speziell in der Pillen-Pause, wenn der Körper stärkeren hormonellen Schwankungen ausgesetzt ist.

Symptome der Migräne

Migräne-Symptome sind vielgestaltig und teilweise unspezifisch, da innerhalb der Migräneerkrankung mehrere Migräneformen bekannt sind. Je nach Form der Migräne können folgende Symptome auftreten:

  • Massive, einseitige Kopfschmerzen von pulsierendem Charakter
  • Aura (Sehstörungen, Kribbeln, Sprachstörungen)
  • Übelkeit und Lichtempfindlichkeit
  • Augen-Migräne (Flimmerskotom)

In seltenen Fällen ist die Aura das einzige Symptom einer Migräneerkrankung, die nachfolgenden Kopfschmerzen bleiben hingegen aus. Die Aura dauert in diesen Fällen nur zehn bis 30 Minuten und geht mit Sehstörungen, Kribbeln auf der Haut oder in den Gliedmaßen, Schwindel, Sprachstörungen und Lähmungserscheinungen einher.

Diagnose von Migräne

In der Regel kann die Migräne im Gespräch mit einem Facharzt/-ärztin aufgrund der Krankheitsanzeichen eindeutig erkannt werden. Es werden bis zu 16 verschiedene Formen von Migräne unterschieden, davon leiden 85% der Betroffenen unter einer Migräne ohne Aura. Hilfreich für eine Diagnose ist es, ein Kopfschmerztagebuch über vier bis sechs Wochen zu führen.

Was hilft gegen Migräne?

Leichte Migräneanfälle lassen sich meist gut mit rezeptfrei erhältlichen Schmerzmitteln wie Paracetamol, Naproxen oder Ibuprofen behandeln. Bei mittelschweren bis schweren Migräneattacken werden spezielle Migränemedikamente eingesetzt, sogenannte Triptane. Diese setzen an Nervenzellen im Gehirn sowie an den Blutgefäßen an und hemmen die Schmerzverarbeitung.

Ab einer gewissen Häufigkeit von Migräneattacken sowie bei schwerer oder chronischer Migräne können Medikamente zur Anfallsprophylaxe eingesetzt werden. Hier gibt es eine Vielzahl an Medikamenten, die ursprünglich für andere Erkrankungen entwickelt wurden, aber auch eine vorbeugende Wirkung bei Migräne zeigen. Die gewünschte Wirkung und mögliche Nebenwirkungen müssen dabei sorgfältig gegeneinander abgewogen werden. Noch recht neu sind Therapien mit monoklonalen Antikörpern (CGRP-Antikörper), die spezifisch in den Migräneentstehungsmechanismus eingreifen. Bei chronischer Migräne ist auch eine Therapie mit Botulinumtoxin Typ A empfehlenswert.

Neben medikamentösen Behandlungen können auch nicht-medikamentöse Maßnahmen helfen, die generell allen Migräne-Betroffenen zur Vorbeugung von Migräneattacken empfohlen werden. Dazu gehören Entspannungstechniken, regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung.

Migräne und Hormone

Schon mit Beginn der Wechseljahre leiden manche Frauen zunehmend unter Kopfschmerzen. Auch eine bereits bestehende Migräne kann sich verschlimmern. Frauen mit bekannter Migräne haben insbesondere in den frühen Wechseljahren ein um bis zu 60% höheres Risiko für hochfrequente Kopfschmerzen als Frauen vor den Wechseljahren. Die hormonell bedingte Migräne wird oft auch als menstruelle Migräne bezeichnet, da sie im zeitlichen Zusammenhang mit der Menstruation steht. Die Attacken finden meist während der ersten zwei Tage der Periode statt. Bei jeder zweiten Frau mit bekannter hormoneller Migräne besteht die Problematik auch in den Wechseljahren. Schwanken deine Hormonspiegel, wie es in den Wechseljahren häufiger der Fall ist, verändert sich der Druck in deinem Kopf und es kommt zu Kopfschmerzen. Insbesondere bei einem Östrogenabfall und der damit verbundenen Gefäßverengung kann der Kopf ordentlich brummen.

Stress und Migräne

Sowohl bei der hormonell bedingten Migräne als auch bei den Spannungskopfschmerzen spielt die tägliche Stressbelastung eine entscheidende Rolle. Stress ist bei mehr als 80 Prozent aller Betroffenen ein Trigger für einen Migräneanfall. Mangelnder Stressabbau schlägt sich aber auch im Spannungszustand der Muskulatur nieder. In den Wechseljahren verändert sich zudem deine Stresstoleranz.

Medikamenteninduzierter Kopfschmerz

Bei längerfristiger Einnahme von Medikamenten wie Ibuprofen, Paracetamol, Naproxen, Acetylsalicylsäure und anderen Schmerzmitteln kann sich der Gehirnstoffwechsel verändern. Durch die Gewöhnungsprozesse im Gehirn sinkt die Schmerzschwelle. Reize, die vorher vom Gehirn als „normal“ wahrgenommen wurden, lösen jetzt ein Schmerzgefühl aus. Der häufig darauf folgende Griff zur Schmerztablette verringert die Schmerztoleranz weiter. In diesem Fall hilft tatsächlich nur, den eigenen Schmerzmittelkonsum kritisch zu hinterfragen.

Erforschung der Ursache und Linderung von Kopfschmerzen in den Wechseljahren

Um etwas gegen deine Kopfschmerzen zutun, gilt es zunächst einmal die Ursache genauer zu erforschen. Durch das tägliche Aufschreiben bekommst du schnell einen Überblick, wie oft und in welchem Zusammenhang die Schmerzen auftreten. Erkennst du Zusammenhänge, kannst du die passende Strategie zur Linderung deiner Kopfschmerzen finden und mögliche Trigger meiden.

Pflanzliche Unterstützung in den Wechseljahren

Je nach Phase stehen andere unterstützende Pflanzen zur Verfügung. Insbesondere zu Beginn der Wechseljahre steht der Support der Leber im Vordergrund, um den Abbau von überschüssigem Östrogen zu fördern. Mariendistel oder Löwenzahn sind Pflanzen, die die Lebergesundheit fördern können. Neigt sich bei dir jedoch schon die Perimenopause dem Ende zu, bleibt deine Blutung immer häufiger aus oder kommt gar nicht mehr, können Phytoöstrogene hilfreich sein. Phytoöstrogene sind pflanzliche Substanzen, die im Körper östrogenähnlich wirken. Sie können den Absturz des Östrogens zu diesem Zeitpunkt zwar nicht aufhalten, helfen dir und deinem Körper aber, sich an die neue Hormonsituation zu gewöhnen.

Ernährung bei Migräne

Wenn du häufiger unter Kopfschmerzen leidest, macht es absolut Sinn, gut auf deine Ernährung zu achten. Insbesondere histaminhaltige Nahrungsmittel stehen in Verdacht die Entstehung von Kopfschmerz-Attacken zu begünstigen. Dazu gehören zum Beispiel Rotwein, gereifter Käse, Tomaten oder Erdnüsse. Verschiedene Studien zeigen, dass Mikronährstoffe sowohl die Häufigkeit als auch die Intensität der Kopfschmerzattacken sowohl bei den „klassischen“ Kopfschmerzen als auch bei der Migräne reduzieren können. Zu diesen Nährstoffen gehören auch die Omega-3-Fettsäuren. Auch Vitamin D scheint bei der Entstehung von Kopfschmerzen und Migräne eine Rolle zu spielen.

Mikronährstoffe zur Migräneprävention

Zu den wichtigen Mikronährstoffen zur Migräneprävention gehören:

  • Magnesium: Wissenschaftliche Studien zeigen, dass ein Großteil der MigränepatientInnen einen Magnesiummangel hat. Deshalb empfiehlt die Deutsche Migräne und Kopfschmerzgesellschaft e.V. die tägliche Einnahme von 600 mg Magnesium.
  • Coenzym Q10: Ein weiterer vielversprechender Nährstoff in der Prophylaxe von Kopfschmerzen ist das Coenzym Q10.
  • Vitamin B2 (Riboflavin): Vitamin B2 spielt eine zentrale Rolle für unsere Mitochondrien. Eine Störung in der Mitochondrienfunktion kann durch einen B2 Mangel (mit) hervorgerufen werden.
  • Vitamin D: Studien zufolge, sinkt die Wahrscheinlichkeit für eine Migräneattacke sogar um bis zu 80%, wenn der Vitamin-D-Spiegel im Blut mindestens 50 ng/ml beträgt und 100 ng/ml nicht überschreitet.
  • Omega-3-Fettsäuren: Reduzieren die Kopfschmerzhäufigkeit und -dauer.

Bewegung und Entspannung

Viele Frauen sitzen mehrere Stunden täglich am Bildschirm. Das belastet die Nackenmuskulatur deutlich. Ziel sollte es deshalb sein, die tiefen Nackenmuskeln gezielt aufzubauen. Auch eine Kräftigung der Stamm- und Rumpfmuskeln sowie des Schultergürtels ist wichtig, um Spannungskopfschmerzen endgültig loszuwerden. Wenn du unter Migräne leidest, solltest du vorsichtig mit Trainingseinheiten mit einer hohen Intensität sein. Sportliche Einheiten mit geringerer bis mittlerer Intensität sind hingegen in der Regel kein Problem.

Entspannungstechniken wie die Progressive Muskelentspannung, das Autogene Training oder Meditation sind nicht nur eine kostengünstige, sondern auch effektive Methode zur Prophylaxe von Kopfschmerzen und Migräne in den Wechseljahren.

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