Kopfschmerzen hinter dem Auge können verschiedene Ursachen haben und sich auf unterschiedliche Weise äußern. Die Symptome können stechend oder pulsierend sein und sich auf ein oder beide Augen ausbreiten. Auch Kribbeln, Taubheit oder Sehstörungen können auftreten. Es ist wichtig, die Ursache der Schmerzen zu ermitteln, um eine angemessene Behandlung zu gewährleisten. Eine augenärztliche Untersuchung ist ratsam, um mögliche Augenerkrankungen auszuschließen.
Mögliche Ursachen für Kopfschmerzen hinter dem Auge
Die Ursachen für Kopfschmerzen hinter dem Auge sind vielfältig. Hier eine Auswahl der häufigsten Auslöser:
Sinus-Infektion
Eine Sinus-Infektion ist eine häufige Ursache für Kopfschmerzen hinter den Augen. Diese Infektion kann eine Entzündung der Nasennebenhöhlen sowie der Augenhöhlen verursachen, die zu Schmerzen hinter dem Auge führen kann. Neben Kopfschmerzen hinter den Augen können auch andere Symptome wie Nasenverstopfung, Fieber, Husten, Halsschmerzen, verstopfte Ohren und Übelkeit auftreten. Klopfende Schmerzen hinter dem Auge können auf eine Sinusitis hinweisen. In diesem Fall betrifft der Schmerz die Seite des Kopfes unmittelbar hinter dem Auge.
Trockene Augen
Trockene Augen können zu Schmerzen hinter dem Auge führen, da die Augen nicht ausreichend befeuchtet werden und die Hornhaut des Auges gereizt wird. Dies kann zu einem Brennen, Trockenheit, Juckreiz und Schmerzen hinter dem Auge führen. Trockene Augen können auch als Kopfschmerztrigger wirken. Werden die trockenen Augen in Absprache mit dem Augenarzt bzw. der Augenärztin mittels Augentropfen behandelt, lassen auch die Kopfschmerzen nach.
Stress
Stress kann eine Vielzahl unterschiedlicher Symptome verursachen, darunter auch Schmerzen hinter dem Auge. Es wird angenommen, dass Stress die Tränenproduktion verringert und dazu führt, dass die Augen trockener werden. Trockene Augen können zu Schmerzen und Beschwerden hinter dem Auge führen, da die sensiblen Augenstrukturen die Trockenheit spüren. Stress kann auch dazu führen, dass sich Muskeln um das Auge herum verkrampfen, was ebenfalls zu Schmerzen und Beschwerden hinter dem Auge führen kann.
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Allergien
Allergien können eine Vielzahl von Symptomen hervorrufen, die das Auge betreffen. Diese Symptome können zu Schmerzen hinter dem Auge führen, da allergische Reaktionen den normalen Abfluss von Tränenflüssigkeit blockieren können und die Augen schwellen lassen. Allergien können auch eine Entzündung der Bindehaut verursachen, die Schleimhäute des Auges und die Adern, die das Auge versorgen, reizen und die Augenlider schwellen lassen.
Migräne
Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die häufig mit schmerzhaften Kopfschmerzen hinter dem Auge einhergeht. Typischerweise ist eine Migräne eine schwere, pulsierende Kopfschmerz, der sich normalerweise auf eine Seite des Kopfes beschränkt. Migräne ist oft mit anderen Symptomen wie einer erhöhten Lichtempfindlichkeit, Übelkeit und Erbrechen verbunden. Die Augenmigräne ist eine besondere Form der Migräne. Oft dauern Anfälle nur wenige Minuten an. Eine Augenmigräne kann zusätzlich zu den migränetypischen Kopfschmerzen auftreten, aber auch allein. Die Augenmigräne wird auch als ophthalmische Migräne bezeichnet und ist für Betroffene aufgrund der Symptome anfangs oft besorgniserregend. Im Normalfall entstehen jedoch keine Folgen oder Komplikationen.
Spannungskopfschmerzen
Spannungskopfschmerzen treten häufig auf, wenn sich die Muskeln des Kopfes, des Halses oder des Gesichts verspannen. Diese Muskelverspannungen können ein dumpfes oder pulsierendes Gefühl im Kopf verursachen. Spannungskopfschmerzen treten normalerweise nicht nur hinter dem Auge, sondern auch auf beiden Seiten des Kopfes auf. Drückende Schmerzen können ein Anzeichen für einen Spannungskopfschmerz sein. Diese Art von Kopfschmerzen ist typisch für Spannungskopfschmerzen, da sie in der Regel auf der Stirn und hinter den Augen beginnen und sich auf beide Seiten des Kopfes ausbreiten können. Sie sind in der Regel stechend und drückend. Schmerzen hinter dem Auge und am Nacken können auch auf einen Spannungskopfschmerz hindeuten. In diesem Fall können Schmerzen nicht nur hinter dem Auge, sondern auch am Nacken und auf der Seite des Kopfes auftreten.
Verspannungen der Nackenmuskulatur
Verspannungen der Nackenmuskulatur können Schmerzen hinter dem Auge verursachen, da sie Druck auf die Nerven im Nacken ausüben. Dieser Druck kann sich auf die Nerven in den Augen auswirken, die zum Gehirn führen, was wiederum zu Schmerzen hinter dem Auge führt. Manchmal können sich auch Kopfschmerzen und Müdigkeit hinzukommen. Häufig sind bei Flimmern und Druck hinter dem Auge Halswirbel schuld. Etwa der Atlas-Wirbel. Das ist der erste Halswirbel und Teil der Kopfgelenke, seine Aufgabe ist es, den Kopf zu tragen. Wenn er sich verschiebt, hat das Auswirkungen auf das gesamte Skelett. Das Zervikalsyndrom, auch HWS-Syndrom genannt, ist eine Bezeichnung für Halswirbelsäulen- und Nackenbeschwerden, die ziemlich häufig sind.
Augeninfektion
Augeninfektionen können Schmerzen hinter dem Auge verursachen, da sie das Augeninnere betreffen und durch die umliegenden Gewebe auf das Auge drücken. Bei einer Augeninfektion können auch andere Symptome auftreten, wie z.B. Rötungen, Schwellungen, Tränenfluss, Juckreiz, Brennen und Sehstörungen.
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Cluster-Kopfschmerz
Einige Menschen leiden auch an einer Erkrankung namens Cluster-Kopfschmerz, die Schmerzen hinter dem Auge verursachen kann. Ein Cluster-Kopfschmerz ist eine seltene, aber schwere Kopfschmerzart, die neben Schmerzen hinter dem Auge auch Sehstörungen, Schmerzen im Gesicht und/oder Hals, Augenlidkrämpfe, Niesen und eine laufende Nase verursachen kann. Es wird durch einen stechenden, pulsierenden Schmerz hinter dem Auge oder im Stirnbereich charakterisiert. Der Schmerz wird normalerweise auf einer Seite des Kopfes erlebt und kann für einige Stunden oder Tage andauern. Er kann so stark sein, dass er sogar den Betroffenen dazu bringen kann, sich übergeben zu müssen.
Bindehautentzündung
Die Bindehautentzündung verursacht Schmerzen hinter dem Auge, wenn die Entzündung die Nerven im Auge und im umgebenden Gewebe reizt. Dieser Reiz führt zu Schmerzen, die als brennend, stechend oder kribbelnd empfunden werden.
Glaukom
Glaukom ist eine Augenerkrankung, die zu einer Schädigung des Sehnervens führt. Dieses Krankheitsbild entwickelt sich zumeist schleichend und symptomlos. Erst im späteren Verlauf kann es zu Sehstörungen oder sogar einem Sehverlust führen. Ein Glaukom (sog. „Grüne Star“) kann Kopfschmerzen verursachen. Die Erkrankung bleibt in den frühen Stadien oft unerkannt und führt sukzessive zu einer dauerhaften Schädigung des Sehnervs. In den meisten Fällen (nicht immer!) geht die Erkrankung mit einem erhöhten Augeninnendruck einher. Das Glaukom führt zu einer schleichenden Sehverschlechterung, die man nicht sofort wahrnimmt. Es gibt einige seltene Fälle, in denen Betroffene durch den erhöhten Augeninnendruck über Kopfschmerzen und schmerzende Augen klagen.
Augenmigräne
Augenmigräne, auch bekannt als ophthalmische Migräne oder retinale Migräne, ist eine spezielle Form der Migräne, die durch eine Vielzahl visueller Symptome und Beschwerden im Zusammenhang mit den Augen gekennzeichnet ist. Diese Art der Migräne betrifft das Sehvermögen und kann zu vorübergehenden Sehstörungen wie Lichtblitzen, Zickzacklinien, blinden Flecken oder sogar einem vorübergehenden Sehverlust führen. Im Gegensatz zu anderen Migränearten, bei denen hauptsächlich Kopfschmerzen im Vordergrund stehen, treten bei der Augenmigräne die visuellen Phänomene in den Vordergrund, was sie besonders beängstigend machen kann.
Symptome von Kopfschmerzen hinter dem Auge
Die Symptome von Kopfschmerzen hinter dem Auge können vielfältig sein:
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- Klopfende Schmerzen hinter dem Auge (kann auf eine Sinusitis hindeuten)
- Drückende Schmerzen (kann ein Anzeichen für einen Spannungskopfschmerz sein)
- Schmerzen hinter dem Auge und am Nacken (kann auf einen Spannungskopfschmerz hindeuten)
- Sehstörungen wie flimmernde Lichter, Blitze oder blinde Flecken
- Augenflimmern
- Augenzucken
- Übelkeit
- Lichtempfindlichkeit
- Schwindel
Diagnose von Kopfschmerzen hinter dem Auge
Bei Schmerzen hinter den Augen sollte in jedem Fall ein Augenarzt/ eine Augenärztin aufgesucht werden, um die Ursache zu ermitteln. Anhand von verschiedenen Tests wie Sehtests, Augeninnendruckmessungen und Augenuntersuchungen kann die Ursache ermittelt werden. Eine augenärztliche Untersuchung kann bei der Ursachenabklärung von Kopfschmerzen sehr sinnvoll sein. Ihre Augenärztin oder ihr Augenarzt des Vertrauens kann durch eine Untersuchung eine augenärztliche Ursache ausschließen oder Ihnen bei der Behandlung des augenärztlichen Leidens weiterhelfen.
Ein Neurologe kann mittels eines Elektroenzephalogramms (EEG) die Gehirnströme messen und bildgebende Verfahren wie eine Magnetresonanztomografie (MRT) nutzen, um das Gehirn auf Besonderheiten zu untersuchen.
Behandlung von Kopfschmerzen hinter dem Auge
Es gibt je nach Ursache und Ausprägung verschiedene Möglichkeiten, um Kopfschmerzen hinter dem Auge zu lindern:
- Schmerzmittel: Bei weniger starken Anfällen kommen die meisten Patienten ohne Schmerzmittel und ohne einen Gang zum Arzt aus. Wird es schlimmer, versprechen schnell wirksame Schmerzmittel beinahe sofortige Linderung. Besonders effektiv sind Kombinationen mit Koffein, das als Wirkverstärker eingesetzt wird.
- Entspannungstechniken: Ruhe und Dunkelheit sind die besten Helfer. Kühle Tücher auf Stirn und Augen können Linderung verschaffen - und alles, was zur Entspannung beiträgt. Versuchen Sie daher auch, Entspannungstechniken (z.B. zur Muskelentspannung) anzuwenden.
- Ausreichend Flüssigkeitszufuhr: Dehydration kann einen normalen Kopfschmerz verursachen, und viele Menschen sagen, dass es auch eine Migräne auslösen kann. Versuchen Sie, regelmäßig etwa 2 Liter Wasser am Tag zu trinken.
- Warme oder kalte Kompressen auf der Stirn oder auf den Augen: Bei Kopfschmerzen und Augen-Problemen durch die Arbeit am Bildschirm wirkt Kälte bei vielen Betroffenen lindernd: Legen Sie einen kalten Waschlappen auf die Stirn. Verspannungen an Schultern und Nacken können Sie mit einer Wärmflasche oder mit einer sanften (Selbst-)Massage lösen.
- Stressabbau: Alle Techniken und Methoden, die zur Entspannung und inneren Ruhe beitragen, können Ihnen helfen. Stress sollte dagegen so gut wie möglich vermieden oder durch entsprechende Techniken in seiner Wirkung abgemildert werden. Damit tun Sie nicht nur etwas gegen die Augenmigräne, sondern auch für Ihr allgemeines Wohlbefinden.
- Augenmassage
- Koffeinhaltige Getränke und Zigaretten vermeiden
- Blutdruck in einem normalen Bereich halten
- Sonne oder zu starke Lichtquellen meiden
- Vorbeugende Medikamente: Wenn Sie regelmäßig Migränen haben, fragen Sie Ihren Arzt nach vorbeugenden Medikamenten wie Kalziumkanalblockern. Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft empfiehlt in der Leitlinie zur Therapie der Migräne beispielsweise die Einnahme von Magnesium und Vitamin B12, da diese eine vorbeugende Wirkung haben können.
Was tun bei Augenmigräne?
Ist die Schmerzattacke akut da, sind Ruhe und Dunkelheit die besten Helfer. Kühle Tücher auf Stirn und Augen können Linderung verschaffen - und alles, was zur Entspannung beiträgt. Versuchen Sie daher auch, Entspannungstechniken (z.B. zur Muskelentspannung) anzuwenden. Bei weniger starken Anfällen kommen die meisten Patienten ohne Schmerzmittel und ohne einen Gang zum Arzt aus. Wird es schlimmer, versprechen schnell wirksame Schmerzmittel beinahe sofortige Linderung. Nehmen Ihre Migräne-Anfälle dagegen von Mal zu Mal an Intensität zu, sollten Sie das mit Ihrem Arzt besprechen. Gemeinsam können Sie die beste Strategie für den Umgang mit den gesundheitlichen Einschränkungen entwickeln.
Wenn Sie zum ersten Mal unter den typischen Beschwerden leiden, führt in der Regel kein Weg an einem Arzt, insbesondere am Augenarzt, vorbei. Dieser kann ausschließen, dass Ihre Sehstörungen von einer weitaus bedrohlicheren Erkrankung herrühren. Beispiele für besonders akute Ursachen sind eine Netzhautablösung oder ein Schlaganfall.
Vorbeugung von Augenmigräne
Das ist die wichtigste Frage für den langfristigen Umgang mit der Erkrankung. Vorbeugen können Sie dann besonders gut, wenn Sie Ihre individuellen Trigger-Faktoren kennen. Versuchen Sie zu beobachten, worauf Sie besonders empfindlich reagieren oder unter welchen Bedingungen ein Anfall einsetzt - so können Sie über die Zeit Strategien zur Vermeidung der Auslöser entwickeln. Die Häufigkeit der Attacke kann sich damit stark reduzieren.
Was Sie im Umgang mit der Augenmigräne darüber hinaus machen können: sich mit anderen Betroffenen austauschen. Auf der Internetsite der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft finden Sie diverse Selbsthilfegruppen. Vielleicht lässt sich dem nächsten Anfall auch durch den Erfahrungsaustausch in der Selbsthilfegruppe vorbeugen - zum Beispiel durch Tipps anderer Menschen, die auch unter Augenmigräne leiden. Grundsätzlich gilt: Alle Techniken und Methoden, die zur Entspannung und inneren Ruhe beitragen, können Ihnen helfen. Stress sollte dagegen so gut wie möglich vermieden oder durch entsprechende Techniken in seiner Wirkung abgemildert werden. Damit tun Sie nicht nur etwas gegen die Augenmigräne, sondern auch für Ihr allgemeines Wohlbefinden.