Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch periodisch auftretende Attacken von Kopfschmerzen gekennzeichnet ist. Die Krankheitshäufigkeit (Prävalenz) der Migräne in Deutschland liegt zwischen 12-15% in der weiblichen und 6-8% in der männlichen Bevölkerung. Damit ist die Migräne eine der häufigsten Erkrankungen überhaupt. Viele Menschen haben hin und wieder Kopfschmerzen - auch Schwangere. Manchmal können die Kopfschmerzen aber auf eine schwangerschaftsbedingte Erkrankung hinweisen. Ein Taubheitsgefühl an der Lippe ist eine Sensibilitätsstörung. Die sensiblen Nervenendigungen in der Haut haben Probleme, Gefühlsreize im Bereich der Lippe wahrzunehmen und diese ans zentrale Nervensystem (das Gehirn) weiterzuleiten. Bei einem Taubheitsgefühl handelt es sich daher um eine neurologische Störung. Sie kann verschiedene Ursachen haben. In diesem Artikel werden wir die Ursachen von Migräne in der Schwangerschaft und die möglichen Ursachen einer tauben Lippe untersuchen und wie man damit umgehen kann.
Migräne: Mehr als nur Kopfschmerzen
Migräne ist mehr als nur ein gewöhnlicher Kopfschmerz. Sie ist eine neurologische Erkrankung, die häufig mit intensiven, pochenden Schmerzen einhergeht, meist auf einer Seite des Kopfes. Dazu können Übelkeit, Erbrechen und eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen kommen. Die Migräneattacken können Stunden oder sogar Tage dauern. Migräne, insbesondere die chronische Migräne, ist kein simpler Kopfschmerz, sondern eine der schlimmsten Schmerzzustände, die Menschen heimsuchen. Sie zählt zu den schwersten Behinderungen, insbesondere von Frauen. So bestehen nicht nur die typischen meist einseitigen, stechenden, hämmernden, pulsierenden Kopfschmerzen - nein, der gesamte Körper ist in Mitleidenschaft gezogen. Betroffene lieben und brauchen frische Luft und gehen hinaus, so oft es möglich ist. Gemäßigter Ausdauersport kann prophylaktisch wirken und wird auch oft betrieben in schmerzfreien Zeiten. Während einer Attacke ist sportliche Betätigung nicht möglich. Viele sind bettlägerig und fühlen sich schwer krank.
Phasen einer Migräneattacke
Eine Migräne tritt typischerweise in vier Phasen auf:
- Prodrome: Stunden bis Tage vor dem Kopfschmerz können bestimmte Anzeichen und Symptome auftreten.
- Aura: Aura bezieht sich auf sensorische Störungen, die vor oder während der Migräne auftreten können. Sie können visuelle Phänomene beinhalten, wie das Sehen von Lichtblitzen, Zickzacklinien oder das Verlieren des Sehfeldes.
- Kopfschmerz: Dies ist der eigentliche Migräneanfall. Der Schmerz kann von mäßig bis sehr stark sein und ist oft so intensiv, dass er Ihre täglichen Aktivitäten beeinträchtigt.
- Postdrome: Nach dem Kopfschmerz kann es zu Müdigkeit, Erschöpfung und Konzentrationsschwierigkeiten kommen.
Ursachen und Auslöser
Obwohl die genaue Ursache von Migräne noch nicht bekannt ist, scheinen genetische und Umweltfaktoren eine Rolle zu spielen. Eine Migräne kann durch eine Reihe von Auslösern ausgelöst werden, darunter:
- Stress
- Veränderungen im Schlaf-Wach-Rhythmus
- Reizüberflutung
- Wetter bzw. Wetterwechsel
- Bestimmte Lebens- und Genussmittel
- Unterzuckerung durch unregelmäßige Mahlzeiten
- Hormonelle Veränderungen
Migräne in der Schwangerschaft
Viele Menschen haben hin und wieder Kopfschmerzen - auch Schwangere. Manchmal können die Kopfschmerzen aber auf eine schwangerschaftsbedingte Erkrankung hinweisen. Die meisten Schwangeren kennen die Kopfschmerzen schon aus der Zeit vor der Schwangerschaft und können deshalb gut einschätzen, was dahinter steckt. Zum Beispiel bei einer Migräne, die im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel oft sogar milder als sonst verläuft. Auch Spannungskopfschmerzen sind vielen Frauen schon aus der Zeit vor der Schwangerschaft bekannt. Dennoch sollten Schwangere Kopfschmerzen nicht auf die leichte Schulter nehmen. Besonders in der zweiten Schwangerschaftshälfte kann eine schwangerschaftsbedingte Erkrankung wie zum Beispiel Präeklampsie hinter den Kopfschmerzen stecken.
Lesen Sie auch: Vergleichende Analyse: Migräne vs. Epilepsie
Nach der 20. Schwangerschaftswoche sollten Frauen mit Kopfschmerzen immer und sofort mit einer Ärztin oder einem Arzt sprechen. Es sollte ausgeschlossen werden, dass die Kopfschmerzen Anzeichen für eine Präeklampsie sind.
Unter folgenden Umständen sollte Sie immer sofort zu einer Ärztin oder einem Arzt oder in eine Klinik gehen:
- Die Kopfschmerzen treten sehr stark und plötzlich auf.
- Die Kopfschmerzen fühlen sich anders an als sonst.
- Die Kopfschmerzen werden auch nach der Einnahme von Schmerzmitteln nicht besser.
- Sie nehmen einen veränderten Geisteszustand bei sich wahr und fühlen sich zum Beispiel verwirrt oder unruhig.
- Sie sehen unklar oder verschwommen.
- Ihr Nacken ist steif.
Behandlung von Migräne
Die Behandlung einer Migräneattacke zielt darauf ab, die Symptome so schnell wie möglich zu lindern. Schmerzmittel, wie zum Beispiel Ibuprofen, können helfen, den Schmerz zu reduzieren. Antiemetika können gegen Übelkeit und Erbrechen helfen. Spezielle Migränemedikamente, wie Triptane oder Ergotamine, können ebenfalls eingesetzt werden. Allerdings sollten alle Medikamente unter Aufsicht eines Arztes eingenommen werden.
Migräne ist eine chronische Erkrankung, das bedeutet, sie ist langfristig und oft lebenslang. Während es keine Heilung für Migräne gibt, kann sie mit der richtigen Behandlung und Lebensstiländerungen effektiv gemanagt werden. Einige Menschen bemerken, dass ihre Migräne im Laufe der Zeit weniger intensiv oder weniger häufig wird. Bei Frauen können Migränen nach den Wechseljahren abnehmen.
Die Behandlung der Migräne zielt darauf ab, Symptome zu lindern und zukünftige Anfälle zu verhindern. Medikamente können entweder bei einem Migräneanfall eingenommen werden, um die Symptome zu lindern, oder regelmäßig, um Anfälle zu verhindern. Es gibt auch nicht-medikamentöse Ansätze zur Behandlung von Migräne, wie z.B.
Lesen Sie auch: Neurologische Expertise bei Migräne
- Vermeidung von persönlichen Triggerfaktoren (z. B. Stress)
- Ausdauersport
- Entspannungsverfahren
- Biofeedback
- Psychologische Schmerztherapie (z. B. Schmerzbewältigung, Stressmanagement)
- Ggf. kognitive Verhaltenstherapie
Wichtig zu wissen ist, dass nicht alle Schmerzmittel in der Schwangerschaft sicher für Mutter und Kind sind. Besprechen Sie also mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, welche Schmerzmittel sie einnehmen dürfen.
Allgemeine Empfehlungen gegen Kopfschmerzen sind außerdem:
- Finden Sie heraus, was die Kopfschmerzen auslöst, und versuchen Sie, den Auslöser zu vermeiden. Häufig ist Stress eine Ursache für die Beschwerden.
- Versuchen Sie Strategien zu finden, wie Sie besser mit Stress umgehen oder Belastungen besser verteilen können.
- Schlafen Sie ausreichend.
- Bewegen Sie sich regelmäßig.
- Ernähren Sie sich ausgewogen.
Migräne mit Aura
Migräne tritt typischerweise in vier Phasen auf: Prodrome, Aura, Kopfschmerz und Postdrome. „Aura“ - ein Phänomen, das Mediziner nach Aurora, der römischen Göttin der Morgenröte, benennen. Denn ähnlich wie die aufsteigende Sonne den Tag einleitet, kündigen Wahrnehmungsstörungen die bevorstehende Kopfschmerzphase an. Menschen, die von Migräne mit Aura betroffen sind, können während der Attacken an diversen Seh-, Gefühls- und Sprachstörungen leiden. Manche entwickeln gar das Alice-im-Wunderland-Syndrom, welches durch eine verzerrte Wahrnehmung geprägt ist.
Mediziner unterscheiden zwei Arten von Migräne: Die Migräne ohne Aura und die Migräne mit Aura. Von Letzterer sind etwa 15 bis 25 Prozent der Migränepatienten betroffen.1Unter einer Migräne-Aura ist eine anfallsartige neurologische Störung zu verstehen, die sich vor allem in Sehbeschwerden äußert und normalerweise zwischen 5 und 60 Minuten andauert.2 Folgen mehrere Aura-Symptome aufeinander, kann sich die Dauer auch verlängern. Innerhalb einer Stunde nach Beginn der Aura setzen gewöhnlich die Kopfschmerzen ein.
Ursachen der Migräne mit Aura
Bei Migräne mit Aura sind die Ursachen wie auch bei der Migräne ohne Aura bisher noch nicht abschließend erforscht. Sehr wahrscheinlich ist jedoch, dass Menschen mit Migräne eine Überempfindlichkeit der Nervenzellen in der Hirnrinde aufweisen. Im Rahmen einer Attacke kommt es zu einer verstärkten Erregung von Nervenzellen, insbesondere des Trigeminusnervs, der für die Schmerzwahrnehmung im Gesicht hauptverantwortlich ist. Aber was ist mit der Aura? Wie kommt es zu den Wahrnehmungsstörungen? Auch darüber herrscht bisher noch keine Klarheit. Im Vergleich zur Migräne ohne Aura wurde bei Migräne-Patienten mit Aura jedoch eine verminderte Hirndurchblutung in bestimmten Hirnarealen festgestellt. Dementsprechend könnte ein Sauerstoffmangel in betroffenen Hirnregionen für die Aura-Symptome verantwortlich sein. Grundlage dieser Störung ist vermutlich ein genetischer Defekt.3Einig ist sich die Medizin, dass es bestimmte Auslöser - sogenannte Trigger - gibt, die Migräneattacken mit Aura hervorrufen können. Solche Auslöser sind beispielsweise Stress, Wetterumschwünge und bestimmte Gerüche.
Lesen Sie auch: Migräne als Risikofaktor für Demenz?
Symptome der Migräne mit Aura
Bei Migräne mit Aura sind die Symptome visuelle, sensible und sprachliche (aphasische) Störungen.Bei fast allen Migränepatienten (99 Prozent) mit Aura kommt es zu Sehstörungen.4 Die Migräne kann beispielsweise folgende Bildstörungen auslösen:
- Skotom (Sehkraft lässt innerhalb eines Gesichtsfeldes nach oder fällt komplett aus)
- blendende Kreise oder Vierecke (die sich immer weiter ausbreiten)
- Zickzacklinien
- Blitzlichter
- Sternschnuppen
Die Sehstörungen treten unabhängig davon auf, ob die Augen offen oder geschlossen sind. In der Regel bilden sie sich innerhalb von einer Stunde wieder zurück. Bei 30 bis 54 Prozent der Betroffenen treten außerdem Gefühlsstörungen auf. Migränepatienten mit Aura berichten beispielsweise von einem Kribbel- oder Taubheitsgefühl in Händen, Armen oder Wangen. Seltener (in 9 bis 31 Prozent der Fälle) sind auch Sprachstörungen möglich. Diese äußern sich zum Beispiel dadurch, dass die Aussprache und/oder die richtige Verwendung von Worten beeinträchtigt ist.
Atypische Migräne-Aura
Von der typischen Migräne-Aura werden atypische Auren unterschieden. Darunter fällt die Migräne mit Hirnstammaura. Betroffene leiden an Hirnstammsymptomen wieDrehschwindel,Tinnitus,Doppelbildern oderBewusstseinsstörungen.Eine hemiplegische Migräne diagnostizieren Ärzte, wenn die Aura mit motorischen Störungen wie einer halbseitigen Lähmung einhergeht. Die motorischen Symptome können länger andauern als andere Aura-Symptome, sie bilden sich aber innerhalb von 72 Stunden ebenfalls wieder vollständig zurück.2 Sind in der Familie (ersten oder zweiten Verwandtschaftsgrades) ähnliche Migränefälle bekannt, wird die Migräne noch spezifischer als familiär hemiplegische Migräne definiert.6Eine weitere atypische Form ist die retinale Migräne; „Retina“ ist der medizinische Begriff für Netzhaut. Charakteristisch für diese sehr seltene Migräneform sind vorübergehende, visuelle Phänomene wie plötzliches Flimmern vor dem Auge, Gesichtsfeldausfälle (Skotome) oder eine Erblindung.
#