Migräne muss nicht immer mit Medikamenten behandelt werden. Es gibt eine Reihe bewährter Hausmittel, die sanfte Linderung verschaffen können. Zu diesen gehören kalte Umschläge, Entspannungsübungen und pflanzliche Mittel wie Mutterkraut.
Hausmittel gegen Migräne: Was ist zu beachten?
Hausmittel können eine sanfte Behandlungsmethode bei Migräne sein, sollten jedoch nur unter Aufsicht eines Arztes angewendet werden. Auch pflanzliche oder vermeintlich harmlose Mittel können mit anderen Arzneien wechselwirken und den Gesundheitszustand verschlechtern.
Die Kraft der Natur nutzen: Tees gegen Kopfschmerzen
Viel trinken, circa zwei Liter pro Tag, verbessert die Durchblutung im Gehirn. Tee spielt dabei eine besondere Rolle, da die darin enthaltenen Heilpflanzen wohltuende Effekte entfalten können.
Geeignete Teesorten bei Kopfschmerzen:
- Gewürznelke: Verfeinert eine Kanne grünen Tee mit zwei Gewürznelken, etwas Zimt und Zitronensaft. Das Öl der Gewürznelke wirkt schmerzstillend, während Grüntee das Immunsystem stärkt und entgiftend wirkt.
- Ingwer und Chrysantheme: Für einen Tee einen Teil kleingeschnittenen Ingwer und einen Teil Chrysantheme in eine Tasse (250 Milliliter) mit kochendem Wasser geben und 15 Minuten ziehen lassen.
- Kamillenblüten: Kamillentee lindert Magenbeschwerden, die als Begleitsymptome auftreten können. Zwei Teelöffel getrocknete Kamillenblüten für eine Tasse Tee zehn Minuten ziehen lassen.
- Mutterkraut (Fieberkraut): Mutterkraut kann helfen, einer Migräne vorzubeugen. Für eine Kur über mehrere Monate zwei bis dreimal täglich vor dem Essen einen Tee trinken.
- Weidenrinde: Ein Tee aus Weidenrinde enthält Salicylsäure, die schmerzlindernd wirkt. Einen Teelöffel der feingeschnittenen Rinde mit 250 Millilitern Wasser aufkochen und durch ein Teesieb geben.
- Waldmeister: Waldmeister wirkt beruhigend und schmerzlindernd. Einen Teelöffel Waldmeister in eine Tasse mit 250 Millilitern kochendem Wasser geben, fünf Minuten ziehen lassen und abseihen.
- Mädesüß: Mädesüß kann als Hausmittel gegen Migräne unterstützend zum Einsatz kommen. Der Tee sollte etwa zehn Minuten ziehen und mehrmals am Tag getrunken werden.
- Ginkgo: Die Blätter des Ginkgo-Baums enthalten gefäßerweiternde und durchblutungsfördernde Inhaltsstoffe. Allerdings können manche Personen auf Ginkgo mit Kopfschmerzen reagieren.
- Weitere Tees: Oregano, Zitronenmelisse, Lindenblüten und Rosmarin.
Weitere Hausmittel zur Linderung von Migräne
- Kaffee mit Zitrone: Koffein hat einen erweiternden Effekt auf die Blutgefäße.
- Cayennepfeffer: Einen halben Teelöffel Cayennepfeffer in einem Glas Wasser auflösen, eventuell mit etwas Zitrone oder Honig.
- Basilikum: Basilikum enthält wertvolle ätherische Öle, die sich am besten beim Kauen der frischen Blätter entfalten.
- Johanniskraut: Die Arzneipflanze kann auch gegen Migräne genutzt werden.
- Vanille: Einen Teelöffel echte, geriebene Vanille in einem Glas Wasser auflösen.
Aromatherapie gegen Migräne
Auch mit der Aromatherapie werden gute Erfolge erzielt. Zur sanften Behandlung von Migräne-Kopfschmerzen eignet sich beispielsweise zehnprozentiges Pfefferminzöl. Das ätherische Öl wird auf Stirn, Schläfen und Nacken aufgetragen und wirkt schmerzlindernd.
Weitere Essenzen:
- Grüner Apfel
- Lavendel
- Eukalyptus
- Rosmarin
- Kamille
- Majoran
Kälte und Wärme als Hilfe gegen Migräne
Neben Tees, Aromen und einer angepassten Ernährung gibt es weitere Mittel, mit denen die Beschwerden von Migräne im Alltag gelindert werden können.
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Kälteanwendungen:
- Salz-Eis-Packungen: Einen Stoffbeutel mit einem Teil Salz und vier Teilen Eiswürfeln füllen und auf die pochenden, schmerzenden Schläfen oder die Stirn drücken.
- Kalte Güsse: Kalte Güsse an Armen oder Beinen oder im Gesicht lassen sich als Hausmittel gegen Kopfschmerzen einsetzen.
Wärmeanwendungen:
- Ansteigendes Fußbad: Füße in eine kleine Wanne stellen und mit etwa 32 Grad warmem Wasser auffüllen. Im Laufe der nächsten 20 Minuten schubweise mit heißem Wasser auffüllen, bis die Temperatur auf 42 Grad ansteigt.
- Warmes Vollbad: Ein Vollbad löst in vielen Fällen stressbedingte Kopfschmerzen. Entspannende Badezusätze wie Lavendel, Melisse oder Rosmarin können den Effekt verstärken.
Weitere Anwendungen zur Linderung von Migräne
- Armgüsse: Kühles Wasser über die Unterarme laufen lassen, um den Kreislauf anzukurbeln.
- Wechselduschen: Der Wechsel zwischen warm und kalt wirkt ebenfalls belebend und kann Kopfschmerzen vertreiben.
- Progressive Muskelentspannung, Homöopathie oder Akupunktur: Können eingesetzt werden, um die Beschwerden von Migräne sanft zu lindern.
- Ruhe und Dunkelheit: Bei heftigen Kopfschmerzen sind Ruhe und Dunkelheit wohltuend.
Entspannung der Nackenmuskulatur und Halswirbelsäule
Eine entspannte Nackenmuskulatur und Halswirbelsäule beugen einer Migräne-Attacke vor.
Kalte Umschläge bei Entzündungen: Wann und wie?
Bei akuten Entzündungen kann Kälte wahre Wunder wirken. Sie sorgt dafür, dass sich die Blutgefäße zusammenziehen und der Blutfluss im betroffenen Bereich abnimmt. Dadurch gelangt weniger Flüssigkeit ins Gewebe, die Schwellung geht zurück und der Druckschmerz lässt nach.
Anwendung kalter Umschläge:
- So früh wie möglich nach einer Verletzung oder akuten Reizung auflegen.
- Die Kälteanwendung sollte zwischen 10 und 20 Minuten dauern. Nach jeder Anwendung eine Pause von mindestens 30 Minuten einlegen. Niemals ein Kühlpack direkt auf die Haut legen.
- Die Häufigkeit hängt von der Schwere der Reizung ab. In den ersten Stunden nach einer akuten Verletzung mehrmals täglich kühlen, etwa drei- bis fünfmal.
- Der Umschlag sollte weder zu fest noch zu locker sitzen.
Natürliche Hausmittel bei Entzündungen
Ein echter Klassiker aus der Hausapotheke ist der Wickel aus Quark. Der kühle Speisequark speichert Kälte besonders gut und wirkt zusätzlich entzündungshemmend und abschwellend.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Wenn sich eine Entzündung trotz regelmäßiger Kühlung nicht bessert oder sich die Beschwerden sogar verschlimmern, sollte ein Arzt die Ursache feststellen und eine passende Behandlung einleiten.
Kälte gegen Kopfschmerzen: Verschiedene Anwendungen
Viele Patienten empfinden Kälte als lindernd. Deshalb bessern verschiedene kühlende Hausmittel Kopfschmerzen mitunter.
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Geeignete Anwendungen:
- Kühle Stirnkompresse: Ein Tuch oder einen Waschlappen in kaltes Wasser legen, auswringen und auf die Stirn legen.
- Wadenwickel: Zwei Baumwolltücher in kühles (nicht eiskaltes!) Wasser eintauchen, auswringen und um die Waden legen.
- Pulswickel: Vier dünne Streifen eines Baumwolltuchs in lauwarmes Wasser legen, auswringen, um die Pulsstellen an Hand- und Fußgelenken wickeln.
- Kaltes Körnerkissen: Ein kaltes Körnerkissen (Kirschkernkissen) auf Stirn und Nacken legen.
Was tun, wenn Kälte nicht hilft?
Manchmal lindert nicht Kälte, sondern Wärme die Kopfschmerzen. Gerade bei spannungsbedingtem Kopfweh sind ein Wärmekissen oder ein warmes Bad womöglich besser geeignet.
Ätherische Öle zur Linderung von Kopfschmerzen
Verschiedene ätherische Öle sind für manche Betroffenen eine schnelle Hilfe bei Kopfschmerzen. So vertreiben mitunter belebende und kühlende Öle von Pfefferminze, Lavendel, Rosmarin oder Teebaum die Kopfschmerzen.
Anwendungen:
- Stirn-Einreibung: Eine Stirn-Einreibung mit verdünntem Lavendel-, Teebaum- oder Pfefferminzöl wirkt unter anderem entkrampfend und lindert dadurch Kopfschmerzen.
- Fuß-Einreibung: Eine Fuß-Einreibung mit verdünntem Lavendel- oder Rosmarinöl fördert erholsamen Schlaf, entspannt, wärmt kalte Füße und lindert mitunter Kopfschmerzen.
Weitere Hausmittel gegen Kopfschmerzen
- Meerrettich-Auflage: Einen Esslöffel frisch geriebenen Meerrettich auf eine Mullkompresse geben und auf die Stirn oder die Wagen legen.
- Senfmehl-Fußbad: Ein Senfmehl-Fußbad kann bei Kopfschmerzen gut tun.
- Kaffee und Tee: Eine Tasse Kaffee oder Tee kann bei Kopfschmerzen helfen.
- Sex: Sexuelle Aktivität lindert in einzelnen Fällen Kopfschmerzen.
Migräne-Masken: Kälte- und Wärmetherapie
Migräne-Masken gibt es mittlerweile in vielen Farben und Formen von diversen Anbietern. Sie enthalten eine Gel-Füllung, die nach der Lagerung im Gefrierfach eine kühlende Wirkung hat (Kältetherapie). In der Mikrowelle oder im Wasserbad erhitzt, kann die Maske aber auch zur Wärmeanwendung genutzt werden (Wärmetherapie).
Weitere Kälteinterventionen:
- Gel-Kappen
- Intranasale Kühlung
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