Migräne, Übelkeit und Appetitlosigkeit: Ein umfassender Überblick

Migräne ist mehr als nur ein starker Kopfschmerz. Es handelt sich um eine komplexe neurologische Erkrankung, die oft von Übelkeit und Appetitlosigkeit begleitet wird. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Migräne, ihre Symptome, Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten und Präventionsstrategien.

Einführung

Kopfschmerzen sind weit verbreitet. Studien zeigen, dass die meisten Menschen im Laufe ihres Lebens mindestens einmal Kopfschmerzen haben. Während Spannungskopfschmerzen am häufigsten vorkommen, ist die Migräne die zweithäufigste Form von Kopfschmerzen. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer. Migräne tritt am häufigsten im Alter zwischen 35 und 45 Jahren auf. Der Begriff Migräne stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet sinngemäß „Halbkopfschmerz“.

Symptome einer Migräne

Die Symptome einer Migräne können vielfältig sein und variieren von Person zu Person. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Pochender, oft halbseitiger Kopfschmerz
  • Übelkeit (80 %)
  • Erbrechen (40-50 %)
  • Lichtscheu
  • Lärmempfindlichkeit
  • Appetitlosigkeit

Einige Menschen erleben auch eine Aura vor oder während der Migräneattacke. Die Aura kann sich in Form von Sehstörungen, Sprachstörungen oder Sensibilitätsstörungen äußern.

Die Dauer einer Migräneattacke beträgt in der Regel 4 bis 72 Stunden. Nach dem Abklingen der Attacke können Nachwirkungen wie Erschöpfung, Konzentrationsprobleme und Muskelschmerzen auftreten.

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Migräne-Symptome in vier Phasen

Eine Migräne kann in vier verschiedene Stadien mit jeweils unterschiedlichen Symptomen eingeteilt werden. Die Beschwerden sind individuell und können sich in jeder Phase unterschiedlich stark äußern. Außerdem durchläuft nicht jeder Migräne-Anfall alle Phasen. Die vier Stadien sind:

  • Vorphase (Prodromalstadium)
  • Aura-Phase
  • Kopfschmerzphase
  • Rückbildungsphase

Symptome in der Migräne-Vorphase (Prodromalphase)

Manchmal zeigen sich Stunden bis zwei Tage vor einer Migräne Anzeichen, die einen Anfall ankündigen. Dazu gehören beispielsweise:

  • Stimmungsschwankungen, Stimmungsveränderungen
  • Heißhunger oder Appetitlosigkeit
  • Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben
  • vermehrtes Gähnen
  • gesteigertes Wasserlassen (Polyurie)
  • gesteigerter Durst (Polydipsie)

Symptome in der Aura-Phase

Manchmal ist Migräne mit einer sogenannten Aura verbunden, die der Kopfschmerzphase vorausgeht oder zeitgleich auftritt. Expertinnen und Experten unterscheiden folgende Arten von Symptomen bei einer Migräne mit Aura:

  • Visuelle Symptome: Diese Sehstörungen kommen am häufigsten vor. Dazu zählen Flimmern und gezackte Formen, manchmal entsteht auch ein Gesichtsfeldausfall (Skotom).
  • Sensorische Symptome: Nadelstichartige Missempfindungen (Parästhesien) sind das zweithäufigste Aura-Symptom. Sie betreffen Teile einer Körperseite.
  • Motorische Symptome: Seltener kommt es zu Bewegungsstörungen, zum Beispiel Schwächen oder Lähmungen, etwa in einem Arm.
  • Hirnstammsymptome: Sie sind typisch für eine Migräne mit Hirnstammaura. Dazu zählen Ohrgeräusche (Tinnitus), Doppelbilder, Sprach- und Bewusstseinsstörungen.
  • Retinale Symptome: Bei der Netzhautmigräne geht die Aura mit Flimmern oder einem Gesichtsfeldausfall einher. Möglich ist auch eine vorübergehende Erblindung.

Wenn es bei einem Migräne-Anfall zu zwei oder mehr Symptomen einer Aura kommt, folgen sie meist aufeinander, treten aber nicht zeitgleich auf. Beispielsweise können sich zuerst visuelle Symptome entwickeln, dann Sensibilitätsstörungen und anschließend - aufgrund der Migräne - Sprachstörungen.

Symptome in der Kopfschmerzphase

Eine Migräne dauert unterschiedlich lang: Die Kopfschmerzen halten zwischen einigen Stunden und bis zu drei Tagen an. Der Zeitraum kann sich von Anfall zu Anfall immer wieder verändern.

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  • Starker, einseitiger Kopfschmerz: Das Hauptsymptom von Migräne ist der anfallsartig auftretende, oft starke Kopfschmerz, der meist nur eine Kopfseite betrifft. Er äußert sich individuell in verschiedenen Kopfregionen, meist aber hinter der Stirn, an den Schläfen oder hinter den Augen. Betroffene beschreiben ihn oft als pulsierend, bohrend oder hämmernd. Typischerweise nimmt die Intensität der Kopfschmerzen im Laufe von Stunden langsam zu.

    Einseitige Migränekopfschmerzen können während eines Anfalls oder auch von Attacke zu Attacke die Kopfseite wechseln.

  • Übelkeit und Erbrechen: Häufige Begleitsymptome bei Migräne sind Übelkeit und Erbrechen. Wissenschaftler vermuten den Grund dafür im gestörten Serotoninhaushalt bei vielen Betroffenen. Serotonin ist ein Botenstoff (Transmitter) im Körper, der sowohl im Gehirn als auch im Magen-Darm-Trakt und in vielen anderen Bereichen des Körpers wirkt.

  • Überempfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen: Während eines akuten Migräne-Anfalls reagieren viele Betroffene sehr sensibel auf helles Licht und laute Geräusche. Der Grund dafür ist bislang nicht sicher geklärt. Jedenfalls ist es sinnvoll, sich während einer Kopfschmerz-Attacke möglichst in einen ruhigen und abgedunkelten Raum zurückzuziehen.

  • Verstärkung durch Aktivität: Die Symptome einer Migräne können durch körperliche Aktivität verstärkt werden, was etwa bei Spannungskopfschmerzen - der häufigsten Art von Kopfschmerzen - nicht der Fall ist. Selbst bei mäßiger Bewegung wie Treppensteigen oder dem Tragen von Einkaufstüten können sich bei Migräne die Kopfschmerzen und das Unwohlsein verschlimmern.

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Symptome in der Rückbildungsphase

In der Rückbildungsphase klingen die Migräne-Symptome allmählich ab. Die Rückbildungsphase beschreibt, was nach einem Anfall passiert und mit welchen Nachwirkungen einer Migräne zu rechnen sind. Unmittelbare Symptome in der Rückbildungsphase sind zum Beispiel Müdigkeit, Erschöpfung und Reizbarkeit.

Konzentrationsstörungen, Schwäche und Appetitlosigkeit können noch Stunden nach einem Migräne-Anfall anhalten. In seltenen Fällen erleben Patienten danach eine Art Euphorie. Bis zur vollständigen Erholung können weitere zwölf bis 24 Stunden vergehen.

Ursachen und Auslöser

Die genauen Ursachen der Migräne sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass eine komplexe Fehlregulation im Gehirn eine Rolle spielt. Bestimmte Nervenfasern schütten Botenstoffe aus, die eine Entzündungsreaktion an den Blutgefäßen der Hirnhäute auslösen. Auch genetische Faktoren spielen eine wichtige Rolle.

Es gibt eine Reihe von Faktoren, die eine Migräneattacke auslösen können. Diese sogenannten Trigger sind sehr individuell. Zu den häufigsten Triggern gehören:

  • Stress
  • Hormonelle Schwankungen
  • Schlafmangel
  • Bestimmte Nahrungsmittel (z. B. reifer Käse, Salami, Glutamat)
  • Flüssigkeitsmangel
  • Wetterwechsel
  • Reizüberflutung

Es ist wichtig zu beachten, dass Triggerfaktoren nicht die Ursache der Migräne sind, sondern lediglich Auslöser einer Attacke. Die Ursache liegt in einer erblich bedingten Überempfindlichkeit des Gehirns.

Was passiert bei einer Migräne?

Welche Vorgänge im Gehirn die typischen Migränekopfschmerzen bewirken, ist nicht bis ins Detail geklärt. Diskutiert werden die Rolle von Botenstoffen, ein veränderter Blutfluss im Gehirn sowie entzündungsähnliche Prozesse. Vermutlich wirken verschiedene Dinge zusammen. Auf jeden Fall spielen erbliche Faktoren eine Rolle.

Ursachen und Auslöser der Migräne

Obwohl die genauen Ursachen der Migräne noch nicht vollständig geklärt sind, gibt es eine Reihe von Faktoren, die eine Attacke auslösen können. Die sogenannten Trigger, die eine Migräne auslösen können, sind sehr individuell. Zu den häufigsten Triggern gehören:

  • Stress: Besonders bei unregelmäßigem Tagesablauf, emotionalem Stress oder auch nach einer anstrengenden, stressigen Zeit treten Migräneanfälle auf.
  • Schlafmangel: Zu wenig Schlaf oder ein unregelmäßiger Schlafrhythmus erhöhen das Risiko.
  • Flüssigkeitsmangel: Häufig beginnen Migräneanfälle, wenn zu wenig getrunken wurde.
  • Hormonelle Schwankungen: Viele Frauen berichten von Migräneanfällen kurz vor und während der Menstruation.
  • Ernährung: Bestimmte Lebensmittel gelten als Auslöser, wie zum Beispiel Rotwein. Aber auch der Verzicht auf Lebensmittel kann Anfälle triggern. So kann beispielsweise Fasten Migräne fördern.
  • Wetter und Reizüberflutung: Migräne kann außerdem durch Überflutung mit Licht- und Lärmreizen ausgelöst werden.

Diagnose

Die Diagnose einer Migräne basiert in der Regel auf den Angaben des Patienten zu seinen Symptomen. Ein Kopfschmerztagebuch kann hilfreich sein, um die Häufigkeit, Dauer und Art der Kopfschmerzen sowie mögliche Auslöser zu dokumentieren. In einigen Fällen können weitere Untersuchungen erforderlich sein, um andere Ursachen für die Kopfschmerzen auszuschließen.

Wie wird eine Migräne diagnostiziert?

Um eine Migräne zu diagnostizieren, erkundigt sich die Ärztin oder der Arzt zunächst nach den Beschwerden ihrer Patienten. Unter anderem wird nach der Häufigkeit und Dauer der Anfälle, Art und Stärke der Kopfschmerzen und nach Begleitsymptomen gefragt. Auch ein Kopfschmerztagebuch kann helfen, diese Fragen zu beantworten. Meist kann bereits auf diese Weise Migräne diagnostiziert werden. Es ist wichtig, die Erkrankung von anderen Kopfschmerzen oder weiteren Krankheiten abzugrenzen. Ist das allein anhand der Beschwerden nicht möglich, können eine bildgebende Untersuchung oder weitere Tests nötig werden.

Behandlung

Die Behandlung der Migräne zielt darauf ab, akute Anfälle möglichst schnell zu lindern und künftigen Attacken zuverlässig und nachhaltig vorzubeugen. Es gibt sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse Behandlungsansätze.

Akutbehandlung

Zur Linderung akuter Migräneattacken können Schmerzmittel wie NSAR (z. B. Ibuprofen, Diclofenac) oder Triptane eingesetzt werden. Triptane sind spezifische Migränemittel, die bei mittelschweren bis schweren Attacken wirksam sind. Bei Übelkeit und Erbrechen können Antiemetika wie Dimenhydrinat oder Metoclopramid eingesetzt werden. Es ist wichtig, die Medikamente frühzeitig einzunehmen, um ihre Wirksamkeit zu maximieren.

  • Bei leichten bis mittelstarken Migräne-Attacken: Analgetika und nicht steroidale Antirheumatika (NSAR): Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen oder Kombi-Präparate (ASS + Paracetamol + Koffein).
  • Bei mittelschweren bis schweren Migräne-Attacken und/oder ausbleibender Linderung durch Schmerzmittel (NSAR): Sumatriptan, Eletriptan, Rizatriptan, Zolmitriptan, Almotriptan, Naratriptan, Frovatriptan. Fall ein Triptan allein nicht ausreicht, kann es mit einem NSAR kombiniert werden.
  • Antiemetika beeinflussen spezielle Andockstellen (Rezeptoren) für bestimmte Botenstoffe (Dopamin, Histamin) im sogenannten „Brechzentrum“ des Gehirns. Dadurch können Übelkeit sowie Erbrechen deutlich reduziert und die Wirkung von Schmerzmitteln verbessert werden. Antiemetika werden im Allgemeinen gut vertragen.

Vorbeugung

Zur Vorbeugung von Migräneattacken können verschiedene Maßnahmen ergriffen werden. Dazu gehören:

  • Regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus
  • Stressmanagement (z. B. progressive Muskelentspannung, Yoga)
  • Ausreichend trinken
  • Geregelte Mahlzeiten
  • Führen eines Migräne-Tagebuchs
  • Ausdauersport
  • Vermeidung von Triggerfaktoren

In einigen Fällen kann auch eine medikamentöse Prophylaxe sinnvoll sein. Hierfür stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, wie z. B. Betablocker, Antidepressiva oder Antiepileptika.

Akut-Therapie von Migräne-Attacken

Zur Linderung akuter Migräne-Anfälle werden Schmerzmittel wie Ibuprofen, Paracetamol oder Acetylsalicylsäure sowie koffeinhaltige Kombinationspräparate eingesetzt. Migränespezifische Medikamente wie Triptane oder Ditane sind wirksam gegen starke Symptome und sollten frühzeitig eingenommen werden. Gegen Übelkeit helfen zum Beispiel Metoclopramid und Domperidon.

Die neue Wirkstoffgruppe der Gepante kann eingesetzt werden, wenn Schmerzmittel oder Triptane nicht wirksam sind oder nicht vertragen werden. Außerdem ist die Remote Electrical Neuromodulation eine Ergänzung oder Alternative zur Standardtherapie - etwa dann, wenn etwas gegen Medikamente spricht.

Auch Kinder können von Migräne betroffen sein. Für sie sind aber nicht alle Medikamente zugelassen. Schmerzmittel müssen in der Dosierung entsprechend angepasst werden. Auch aufgrund der möglichen Nebenwirkungen sollte eine Behandlung mit Medikamenten bei ihnen immer genau mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt abgestimmt sein.

Auch in der Schwangerschaft lässt sich Migräne behandeln. In jedem Fall sollte eine Therapie dann mit einer Ärztin oder einem Arzt abgesprochen werden, um Schäden am Ungeborenen durch Medikamente zu vermeiden. Glücklicherweise verlieren viele betroffene Frauen während der Schwangerschaft vorübergehend ihre Migräne.

Vorbeugung von Migräne

Bei häufiger Migräne sind möglicherweise vorbeugende Maßnahmen sinnvoll - etwa regelmäßiger Sport oder Entspannungsübungen. Die Daten zur Wirksamkeit von Akupunktur sind widersprüchlich.

Bei häufigen oder schweren Migräne-Attacken können Medikamente helfen vorzubeugen (Prophylaxe). Dafür kommen beispielsweise bestimmte Betablocker oder Krampflöser wir Topiramat oder das Antidepressivum Amitriptylin infrage. Welche Mittel wann helfen, erfahren Sie hier.

Seit einigen Jahren ist in Deutschland eine besondere Antikörpertherapie zur Vorbeugung von Attacken bei chronischer Migräne zugelassen. Die ist gut wirksam, kommt aber nicht für jeden infrage. Ähnlich verhält es sich mit der neuen Wirkstoffgruppe der Gepante.

Die sogenannte Remote Electrical Neuromodulation (REN) ist eine weitere Möglichkeit, einer Migräne vorzubeugen oder sie zu behandeln. Dabei werden Nervenfasern außerhalb der Migräneschmerzregion stimuliert. In der Folge schüttet das Gehirn Botenstoffe aus - und der eigentliche Migränekopfschmerz wird unterdrückt.

Auch Migräne-Apps können dabei helfen, Trigger zu meiden und Migräne-Attacken vorzubeugen.

Migräne bei Kindern und Jugendlichen

Die Bauchmigräne (abdominale Migräne) tritt häufig bei Kindern und Jugendlichen auf. Man erkennt sie unter anderem an Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Blässe im Gesicht. Die Symptome können 2 bis 72 Stunden andauern und in eine klassische Migräne übergehen.

Formen der Migräne

Es gibt verschiedene Formen der Migräne, die sich in ihren Symptomen und ihrem Verlauf unterscheiden. Zu den häufigsten Formen gehören:

  • Migräne ohne Aura
  • Migräne mit Aura
  • Chronische Migräne
  • Menstruelle Migräne

Klassifikation der Migräne nach Häufigkeit

Üblicherweise wird die Migräne nach der Häufigkeit der Attacken als episodische Migräne oder chronische Migräne klassifiziert, wobei eine chronische Migräne vorliegt bei seit mind. 3 Monaten bestehendem Kopfschmerz mit mind. 15 Kopfschmerztagen pro Monat, wovon mind. 8 Tage die Merkmale eines Migränekopfschmerzes erfüllen.

Migräne ohne Aura

Am häufigsten tritt Migräne ohne eine vorherige Aura auf. Die Migräneattacke kommt meist plötzlich, oft begleitet von starken, pochenden Kopfschmerzen, Übelkeit und einer Überempfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen oder Gerüchen.

Migräne mit Aura

Von einer Migräne mit Aura sprechen Medizinerinnen und Mediziner, wenn ganz bestimmte Symptome auftreten. Das Wort „Aura“ wurde ursprünglich verwendet, um eine Art Ausstrahlung, etwas Unsichtbares, zu beschreiben, was einen Menschen umgibt oder vorausgeht. Bei der Migräne beschreibt „Aura“ das Phänomen, das als „Vorbote“ der eigentlichen Migräneattacke auftritt - fast wie ein unsichtbarer Schleier, der die eigene Wahrnehmung einhüllt.

Anzeichen einer Aura bei Migräne:

  • Sehstörungen: Eingeschränktes Gesichtsfeld, Flimmern oder Lichtblitze, verschwommenes oder doppeltes Sehen.
  • Sprachblockade: Schwierigkeiten, die richtigen Worte zu finden.
  • Sensibilitätsstörungen: Zum Beispiel Kribbeln in den Händen.
  • Lähmungserscheinungen: Schwierigkeiten, Arme oder Beine zu heben.
  • Gleichgewichtsprobleme: Unsicherer Gang oder Schwierigkeiten, gezielte Bewegungen auszuführen.

Eine Aura kann sowohl vor dem Einsetzen der Kopfschmerzen als auch währenddessen oder danach auftreten. Manchmal kommt eine Aura auch ohne nachfolgende Kopfschmerzen vor - eine sogenannte isolierte Aura.

Verschiedene Typen der Migräne mit Aura

  • Retinale Migräne: Dabei treten Sehstörungen auf, die sich langsam entwickeln und bis zu 60 Minuten dauern können. Zusätzlich treten Kopfschmerzen auf.
  • Vestibuläre Migräne: Sie ist unter anderem durch starken Schwindel gekennzeichnet, da das Gleichgewichtsorgan im Innenohr betroffen ist. Schwindel und Gleichgewichtsstörungen gehen oft mit Übelkeit und Erbrechen einher. Eine Attacke kann zwischen 30 Sekunden bis zu mehreren Stunden dauern, in seltenen Fällen auch mehrere Tage. Kopfschmerzen treten dabei eher selten auf.
  • Migräne mit Hirnstammaura: Neben den typischen Migränesymptomen treten auch Hirnstammsymptome auf, wie z. B. Sprach- oder Koordinationsstörungen, Tinnitus, Hörminderung, Schwindel, Doppeltsehen oder Bewusstseinsstörungen.
  • Hemiplegische Migräne: Neben den allgemeinen Symptomen (Seh-, Sprach- und Gefühlsstörungen) tritt auch eine Muskelschwäche auf. Diese Bewegungseinschränkungen können im Gegensatz zu den schnell abklingenden Migränesymptomen bis zu Tagen oder Wochen anhalten. Kopfschmerzen treten nicht immer auf. Zudem kann diese Form der Migräne vererbt werden (familiäre hemiplegische Migräne).

Menstruelle Migräne

Diese Migräneform tritt meistens zwei Tage vor bis zwei Tage nach der Regelblutung auf. In den meisten Fällen kündigt sich die menstruelle Migräne nicht mit einer Aura an, sie dauert aber oft länger an als andere Migräneattacken. Eine menstruelle Migräneattacke kannst du grundsätzlich wie eine „normale“ Migräne behandeln. Wenn die Attacke länger und intensiver ist, als du es gewohnt bist, und deine üblichen Medikamente nicht ausreichen, sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt darüber, ob Wirkstoffe mit einer länger anhaltenden Wirkung bei dir sinnvoll sein könnten.

Was hilft bei Migräne?

Auch wenn Migränekopfschmerzen nur sporadisch auftreten, sind die heftigen Schmerzen, die Begleitsymptome und die lange Ausfalldauer für Betroffene extrem belastend. Leider ist eine Migräne - auch aufgrund der unklaren Entstehungsmechanismen - aktuell nicht heilbar. Zum Glück lassen sich aber immerhin die Symptome gut behandeln.

Bei Verdacht auf eine Migräne, beziehungsweise auch nach Sicherung der Diagnose, sollten Sie sich zunächst in einer ärztlichen Praxis beraten lassen. Die Therapiemethoden sind vielfältig und für verschiedene Menschen eignen sich oft unterschiedliche Ansätze - von Medikation über Prävention bis hin zu Hausmitteln hilft bei Migräne vieles.

Migräne behandeln: medikamentöse Hilfe

Grundsätzlich unterscheidet sich die Behandlung der Kopfschmerzen als Hauptsymptom der Migräne nicht unbedingt von anderen Kopfschmerzarten wie Cluster-Kopfschmerzen. Auch hier eignen sich daher Schmerzmittel wie die Aspirin®-Produkte mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS). Als passende Dosis gelten 900 bis 1000 mg, also zwei Tabletten à 500 mg.

Ebenso ratsam sind Präparate, in denen neben schmerzstillenden Wirkstoffen auch Koffein enthalten ist. Die Substanz hat selbst eine schmerzlindernde Wirkung und sorgt dafür, dass der Wirkstoff ASS schneller wirken kann. Aspirin® Coffein kombiniert beide Wirkstoffe und sorgt bei Migräne für akute Hilfe.

Da Migränikerinnen und Migräniker oft nicht nur unter den Kopfschmerzen selbst leiden, sondern vor allem auch die Übelkeit schwer erträglich ist, können auch Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen zum Einsatz kommen.

Bei besonders heftigen Migräneattacken sind einfache Schmerzmittel nicht immer ausreichend wirksam. Dann können sogenannte Triptane Abhilfe schaffen. Auch diese Medikamente wirken als Akutbehandlung der Kopfschmerzen bei Migräneanfällen schmerzlindernd und können, wenn nötig, mit anderen Arzneimitteln zusammen eingenommen werden. Notwendig ist eine Behandlung mit Triptanen vor allem dann, wenn andere Schmerzmittel keine Wirkung zeigen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass sie an höchstens zehn Tagen im Monat eingenommen werden dürfen, da sie sonst Kopfschmerzen durch Schmerzmittel-Übergebrauch verursachen können.

Der Migräne vorbeugen

Ähnlich wie bei vielen anderen Schmerzerkrankungen ist auch bei der Migräne Prävention möglich. Mit den richtigen Gewohnheiten oder der Einnahme von Medikamenten können Sie also aktiv dazu beitragen, seltener Migräneattacken zu bekommen.

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