Migräne und Kieser Training: Ein umfassender Überblick

Das Kieser Training unterscheidet sich von herkömmlichem Kraftsport und hat in den letzten Jahren an Popularität gewonnen, insbesondere bei Menschen, die unter chronischen Rückenschmerzen leiden. Die nach Werner Kieser benannten Studios zielen darauf ab, die Muskulatur gezielt aufzubauen, um Schmerzen langfristig zu lindern. Dieser Artikel beleuchtet die Prinzipien des Kieser Trainings, seine potenziellen Auswirkungen auf Migräne und gibt einen Überblick über andere Sportarten und Behandlungen, die bei Migräne helfen können.

Was ist Kieser Training?

Kieser Training ist ein spezielles Krafttrainingskonzept, das von dem Schweizer Unternehmer Werner Kieser entwickelt wurde. Kieser, der im Jahr 2021 im Alter von 80 Jahren verstarb, gründete 1966 sein erstes Studio in Zürich und expandierte ab 1990 nach Deutschland. Aktuell gibt es weltweit rund 150 Kieser Studios.

Unterscheidung zu herkömmlichen Fitnessstudios

Kieser Training unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von herkömmlichen Fitnessstudios:

  • Fokus auf Gesundheit: Im Vordergrund steht die Gesundheit und der Muskelaufbau zur Schmerzlinderung, weniger die ästhetische Körperoptimierung.
  • Atmosphäre: Die Studios sind schlicht im Bauhausstil gehalten, ohne Musik, Sauna oder Bar.
  • Geräte: Es wird ausschließlich an eigens entwickelten Sportgeräten trainiert. Cardiogeräte oder Gruppentrainings gibt es nicht.
  • Methode: Das Training basiert auf der High Intensity Methode, bei der einzelne Muskeln in kurzen Sätzen von 90 bis 120 Sekunden maximal belastet werden, gefolgt von einer Regenerationsphase von mindestens 48 Stunden.
  • Betreuung: Das Training wird von medizinisch geschultem Fachpersonal begleitet, das die Trainingssteuerung übernimmt und regelmäßige Erfolgskontrollen durchführt.

Das Trainingskonzept

Die Idee hinter dem Kieser Training ist es, die Muskulatur durch kurze, intensive Belastungen zu stärken. Dies soll in der Folge zu einer Reduktion von Schmerzen und einer Verbesserung der Körperhaltung führen. Das Training wird durch Kraftmessungen und Rückenanalysen mit computergestützten Trainingsgeräten unterstützt, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Im Prinzip reichen zweimal 30 Minuten Training pro Woche aus, um Muskeln und Kraft ausreichend aufzubauen.

Kritik

Ein Kritikpunkt von Kundenseite ist, dass das Training auf Dauer eintönig und langweilig werden kann, da es an Abwechslung fehlt.

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Migräne: Ursachen, Symptome und Behandlung

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, von der in Deutschland rund 18 Millionen Menschen betroffen sind, darunter auch Kinder. Sie äußert sich durch starke Kopfschmerzen, die von weiteren Symptomen wie Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit begleitet werden können.

Ursachen und Auslöser

Die genauen Ursachen der Migräne sind noch nicht vollständig geklärt. Man geht jedoch von einer genetischen Veranlagung und einer Störung des Gehirnstoffwechsels mit fehlender Schmerzhemmung aus. Die Migräne-Auslöser sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Symptome

Im Gegensatz zum „einfachen“ Kopfschmerz weist eine typische Migräneattacke neben den Schmerzen viele weitere Symptome auf, die in unterschiedlicher Ausprägung auftreten und meist durch Bewegung und helles Licht verstärkt werden.

Therapieansätze

Es gibt verschiedene Therapieansätze zur Behandlung von Migräne, darunter:

  • Schulmedizinische Behandlung: Medikamente zur Akutbehandlung und Prophylaxe.
  • Naturheilkundliche Behandlung: Akupunktur, Homöopathie, etc.
  • Verhaltensänderungen: Stressmanagement, Entspannungstechniken, Ernährungsumstellung.

Migräne und Sport

Sport hat viele positive Aspekte für die Gesundheit - von körperlicher Fitness bis hin zum Stressabbau. Migräne-Patienten müssen jedoch aufpassen, denn er kann auch ein Migräne-Auslöser (Triggerfaktor) sein: Typische Aura-Symptome wie Augenflimmern oder Kopfschmerzen sind nach dem Sport möglich. Während einer Migräne-Attacke solltest du komplett auf Sport verzichten. Bewegung kann den Kopfschmerz verschlimmern.

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Sportarten, die Migräne auslösen können

Sportarten mit schnellen, wechselnden und ruckartigen Bewegungsabläufen können sich negativ auf die Migräne auswirken. Dazu gehören:

  • Krafttraining
  • Tennis oder Squash
  • Kampfsportarten
  • Ballsportarten wie Fußball oder Handball
  • Reiten

Sportarten zur Migräne-Vorbeugung

Bei Migräne empfehlen sich vor allem Sportarten, welche die Ausdauer sanft trainieren. Für Betroffene sind besonders moderate Bewegungsarten geeignet, unter anderem zählen dazu:

  • Joggen
  • Nordic-Walking
  • Radfahren
  • Ski-Langlauf
  • Schwimmen

Zusätzlich zum ausdauernden Sport können entspannende Sportarten gegen Migräne wie Yoga, Qigong oder Tai-Chi helfen.

Tipps zur Vorbeugung von Migräne nach dem Sport

  • Etwa drei Stunden vor dem Training kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Nudeln oder Kartoffeln essen.
  • Achte außerdem darauf, genügend Flüssigkeit zu dir zu nehmen und halt ausreichende Pausen ein.
  • Wichtig sind dabei Angaben wie:Wie lange hast du sich aufgewärmt?Welche Übung(en) hast du gemacht?Wie lange dauerte das Workout?Wie stark war das Kopfweh nach dem Sport?

Kieser Training bei Migräne: Eine Betrachtung

Ob Kieser Training bei Migräne sinnvoll ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Einerseits kann regelmäßiges Krafttraining helfen, Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich zu lösen, die oft mit Migräne in Verbindung stehen. Andererseits kann intensives Krafttraining bei manchen Menschen Migräneattacken auslösen.

Mögliche Vorteile

  • Stärkung der Muskulatur: Kieser Training kann helfen, die Muskulatur im Nacken- und Schulterbereich zu stärken, was Verspannungen reduzieren und die Körperhaltung verbessern kann.
  • Stressabbau: Sportliche Betätigung kann helfen, Stress abzubauen, der ein bekannter Migräne-Auslöser ist.

Mögliche Nachteile

  • Überanstrengung: Intensives Krafttraining kann bei manchen Menschen Migräneattacken auslösen.
  • Eintönigkeit: Das monotone Training kann für manche Menschen demotivierend sein und Stress verursachen.

Empfehlungen

  • Vor Beginn des Kieser Trainings sollte ein Arzt konsultiert werden, um die Eignung für Migränepatienten zu prüfen.
  • Das Training sollte langsam gesteigert werden, um Überanstrengung zu vermeiden.
  • Es ist wichtig, auf den Körper zu hören und bei ersten Anzeichen einer Migräneattacke das Training zu beenden.
  • Ergänzend zum Kieser Training können Entspannungstechniken und andere Maßnahmen zur Stressbewältigung hilfreich sein.

Alternative Behandlungsansätze bei Migräne

Neben Kieser Training gibt es zahlreiche alternative Behandlungsansätze, die bei Migräne helfen können:

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  • Traditionelle Chinesische Medizin (TCM): Die TCM betrachtet den Menschen als Ganzes und versucht, die Ursachen der Migräne zu behandeln.
  • Akupunktur: Akupunktur kann helfen, Schmerzen zu lindern und die Häufigkeit von Migräneattacken zu reduzieren.
  • Bioresonanztherapie: Die Bioresonanztherapie soll helfen, Störungen im Körper zu erkennen und zu behandeln.
  • Ernährungsumstellung: Eine ausgewogene Ernährung und der Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel (z.B. Weizen, Kuhmilch, Zucker) können bei manchen Menschen Migräneattacken reduzieren.
  • Entspannungstechniken: Entspannungstechniken wie Yoga, Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung können helfen, Stress abzubauen und Migräne vorzubeugen.
  • Schlafplatzoptimierung: Ein ungestörter Schlafplatz kann die Intensität und Häufigkeit der Migräneanfälle reduzieren.

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