Migräne-Knubbel am Kopf: Ursachen und umfassende Informationen

Migräne ist eine komplexe neurologische Erkrankung, die weit mehr als nur Kopfschmerzen umfasst. Viele Betroffene berichten von zusätzlichen Symptomen und Begleiterscheinungen, die das Krankheitsbild weiter verkomplizieren. Ein weniger bekanntes, aber dennoch relevantes Phänomen sind sogenannte "Knubbel" am Kopf, die im Zusammenhang mit Migräne auftreten können. Dieser Artikel beleuchtet die möglichen Ursachen dieser Knubbel, geht auf die vielfältigen Symptome von Migräne ein und bietet einen umfassenden Überblick über Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten.

Ursachen für Knubbel am Kopf im Zusammenhang mit Migräne

Das Auftreten von Knubbeln am Kopf bei Migräne kann verschiedene Ursachen haben, die oft miteinander in Verbindung stehen. Es ist wichtig zu betonen, dass nicht jeder Knubbel ein direktes Symptom der Migräne sein muss, sondern auch andere, unabhängige Ursachen haben kann.

Triggerpunkte und Muskelverspannungen

Eine der häufigsten Ursachen für Knubbel am Kopf im Zusammenhang mit Migräne sind Triggerpunkte und Muskelverspannungen. Triggerpunkte sind lokal begrenzte Verhärtungen in der Muskulatur, die bei Druck Schmerzen auslösen können, die in andere Körperregionen ausstrahlen. Diese Punkte entstehen oft durch:

  • Muskelüberlastung: Wiederholte oder anhaltende Belastungen, wie sie beispielsweise durch langes Sitzen am Computer oder monotone Bewegungen entstehen, können zu Mikroverletzungen in den Muskeln führen.
  • Stress und emotionale Faktoren: Chronischer Stress, Angstzustände oder emotionale Konflikte können zu anhaltenden Muskelverspannungen führen, insbesondere im Nacken- und Schulterbereich.
  • Fehlhaltungen: Eine schlechte Körperhaltung oder unpassendes Schuhwerk können ebenfalls zu Muskelverspannungen und Triggerpunkten führen.

Die Verspannungen, die durch Triggerpunkte entstehen, können die Durchblutung beeinträchtigen und das Nervensystem beeinflussen, was wiederum Migräneattacken auslösen oder verstärken kann.

Gutartige Weichteiltumore

Eine weitere mögliche Ursache für Knubbel am Kopf sind gutartige Weichteiltumore wie Lipome, Fibrome oder Atherome. Diese Tumore sind in der Regel harmlos, können aber dennoch Beschwerden verursachen, wenn sie auf Nerven oder andere Strukturen drücken.

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  • Lipome: Geschwulste aus Fettgewebe, die meist direkt unter der Haut liegen und sich leicht verschieben lassen.
  • Fibrome: Wucherungen des Bindegewebes, die als weiche, gestielte Hautausstülpungen (Stielwarzen) oder als derbe Knötchen auftreten können.
  • Atherome: Zysten, die sich an den Haarwurzeln entwickeln, meist aufgrund einer verstopften Drüse. Im Volksmund werden sie als Grützbeutel bezeichnet. Atherome können sich entzünden und bei der Haarpflege stören.

Zervikogene Kopfschmerzen

Zervikogene Kopfschmerzen werden durch eine Störung im Bereich der oberen Halswirbelsäule hervorgerufen. Die Reizung einer sensiblen Nervenwurzel kann zu Schmerzen führen, die vom Hinterkopf nach vorn ausstrahlen und von Nackenschmerzen, Übelkeit und anderen Symptomen begleitet sein können. In einigen Fällen können Muskelverspannungen im Nackenbereich, die durch zervikogene Kopfschmerzen verursacht werden, als Knubbel am Kopf wahrgenommen werden.

Arachnoidalzysten

Arachnoidalzysten sind flüssigkeitsgefüllte Räume, die sich auf der Arachnoidea, einer der drei Membranen, die das Gehirn und das Rückenmark umgeben, bilden. Diese Zysten sind meist angeboren und verursachen oft keine Symptome. Wenn sie jedoch Beschwerden verursachen, können diese Kopfschmerzen, epileptische Anfälle, Sehstörungen oder hormonelle Störungen umfassen. In seltenen Fällen kann eine Arachnoidalzyste als Knubbel am Kopf tastbar sein.

Symptome von Migräne

Migräne ist eine Erkrankung mit periodisch auftretenden Attacken von Kopfschmerzen, die von einer Vielzahl von Symptomen begleitet sein können. Die Symptome können von Patient zu Patient variieren und sich im Laufe der Zeit verändern. Grundsätzlich wird zwischen Migräne ohne Aura und Migräne mit Aura differenziert.

Migräne ohne Aura

Die meisten Migränepatienten leiden an Migräne ohne Aura. Typische Symptome sind:

  • Anfallsartiger Kopfschmerz: Meist heftiger, pulsierender oder pochender halbseitiger Kopfschmerz, der aber auch beidseitig auftreten oder die Seite wechseln kann.
  • Autonome Begleiterscheinungen: Übelkeit, Erbrechen, Licht-, Geräusch- und Geruchsempfindlichkeit.
  • Prodromalzeichen: Symptome, die bis zu 48 Stunden vor der eigentlichen Kopfschmerzphase auftreten können, wie Heißhunger, Stimmungsschwankungen oder Polyurie.

Ein Migräneanfall kann zwischen 4 und 72 Stunden dauern.

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Migräne mit Aura

Etwa 10-15% aller Migränepatienten leiden an einer Migräne mit Aura. Dabei kommt es insbesondere vor (und selten auch während) der Kopfschmerzphasen zu neurologischen Reiz- oder Ausfallerscheinungen. Am häufigsten sind visuelle Auren, wie:

  • Flimmerskotome: Flimmern vor den Augen.
  • Fortifikationen: Helle, gezackte Figuren, die sich in ihrer Größe langsam ausdehnen.

Neben visuellen Ausfällen können auch halbseitige Sensibilitätsstörungen (meist Kribbelparästhesien), Paresen sowie Sprech- oder Sprachstörungen auftreten. Die neurologischen Ausfälle entwickeln sich üblicherweise graduell über 5-20 Minuten und dauern in den meisten Fällen nicht länger als 60 min.

Migräne mit Hirnstammaura

Die Migräne mit Hirnstammaura ist eine sehr seltene Form der Migräne mit Aura, bei der die Durchblutungsstörungen im Hirnstamm auftreten. Typische Symptome sind:

  • Sprachstörung
  • Schwindel (vestibuläre Migräne)
  • Tinnitus (Ohrgeräusche)
  • Hörminderung
  • Doppeltsehen
  • Beidseitige Sehstörung
  • Ataxie (Koordinationsstörung)
  • Störung des Bewusstseins
  • Auf beiden Seiten gleichzeitig auftretendes Taubheitsgefühl (simultane bilaterale Parästhesie)

Kopfschmerzen stehen bei einer Migräne mit Hirnstammaura nicht immer im Mittelpunkt.

Weitere Symptome

Neben den typischen Symptomen können bei Migräne auch weitere Beschwerden auftreten, wie:

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  • Zervikogene Kopfschmerzen: Schmerzen, die vom Nacken ausgehen und in den Kopf ausstrahlen.
  • Empfindlichkeit der Kopfhaut (Trichodynie): Kopfhaut oder Haarwurzeln schmerzen, Berührungen werden als unangenehm oder schmerzhaft empfunden.
  • Kognitive Beeinträchtigungen: Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit.
  • Psychische Veränderungen: Depression, Teilnahmslosigkeit, Angst.
  • Persönlichkeitsveränderungen: Reizbarkeit, Ablenkbarkeit.

Diagnose von Migräne

Die Diagnose von Migräne basiert in erster Linie auf der Anamnese, also der Erhebung der Krankengeschichte durch den Arzt. Dabei werden die Art, Häufigkeit und Dauer der Kopfschmerzen sowie die Begleitsymptome erfragt. Eine körperliche Untersuchung kann helfen, andere Ursachen für die Beschwerden auszuschließen.

In einigen Fällen können bildgebende Verfahren wie Computertomografie (CT-Scan) oder Magnetresonanztomografie (MRT) erforderlich sein, um andere Erkrankungen des Gehirns auszuschließen. Bei Verdacht auf zervikogene Kopfschmerzen können Röntgenaufnahmen oder andere Untersuchungen der Halswirbelsäule durchgeführt werden.

Diagnose von Triggerpunkten

Triggerpunkte werden in der Regel durch eine körperliche Untersuchung diagnostiziert. Der Arzt oder Therapeut tastet die Muskulatur ab und sucht nach lokal begrenzten Verhärtungen, die bei Druck Schmerzen auslösen.

Behandlung von Migräne

Die Behandlung von Migräne zielt darauf ab, die Häufigkeit und Intensität der Attacken zu reduzieren und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Die Therapie umfasst in der Regel eine Kombination aus Akutbehandlung und Prophylaxe.

Akutbehandlung

Die Akutbehandlung dient dazu, die Symptome einer akuten Migräneattacke zu lindern. Hierfür stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung:

  • Peripher wirksame Analgetika: Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol.
  • Nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAID’s): Entzündungshemmende Schmerzmittel ohne Kortison.
  • Triptane: Spezifische Antimigränemittel, die bei mittelschweren bis schweren Attacken eingesetzt werden können. Bei der Migräne mit Hirnstammaura sind Triptane allerdings nicht empfohlen.
  • Ergotamine: Werden heute nur noch selten eingesetzt.

Die Wirksamkeit der Analgetika kann durch die Gabe von Prokinetika (Mittel zur Förderung der Magen-Darm-Bewegung) und Antiemetika (Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen) wie Metoclopramid oder Domperidon verbessert werden.

Prophylaxe

Die Prophylaxe dient dazu, die Häufigkeit und Intensität der Migräneattacken zu reduzieren. Hierfür stehen verschiedene Medikamente und nicht-medikamentöse Maßnahmen zur Verfügung:

  • Betablocker: Medikamente, die ursprünglich zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt wurden.
  • Antidepressiva: Bestimmte Antidepressiva können ebenfalls zur Migräneprophylaxe eingesetzt werden.
  • Antiepileptika: Medikamente, die ursprünglich zur Behandlung von Epilepsie eingesetzt wurden.
  • CGRP-Antikörper: Eine neue Klasse von Medikamenten, die gezielt gegen das Calcitonin Gene-Related Peptide (CGRP) wirken, ein Botenstoff, der bei der Entstehung von Migräne eine Rolle spielt.
  • Regelmäßiger Ausdauersport
  • Erlernen von Stressbewältigungs- und Entspannungstechniken
  • Biofeedback (gezieltes Entspannen von Muskeln)
  • Ergotherapie

Behandlung von Triggerpunkten

Die Behandlung von Triggerpunkten kann verschiedene Methoden umfassen:

  • Manuelle Drucktherapie: Druck auf den Triggerpunkt, um den Muskel zu entspannen und die Durchblutung zu fördern.
  • Massagetechniken: Spezielle Massagetechniken, die darauf abzielen, Triggerpunkte zu lockern und zu entspannen.
  • Injektionstherapie: Injektion eines Lokalanästhetikums oder Kortikosteroids in den Triggerpunkt.

Weitere Behandlungsansätze

Neben den genannten Behandlungsansätzen können auch weitere Maßnahmen zur Linderung von Migränebeschwerden beitragen:

  • Akupunktur: Obwohl die Wirksamkeit von Akupunktur bei Migräne umstritten ist, berichten einige Patienten von einer Besserung ihrer Beschwerden.
  • Ernährungsumstellung: Einige Menschen mit Migräne berichten, dass bestimmte Nahrungsmittel oder Getränke ihre Attacken auslösen können. Eine Ernährungsumstellung kann helfen, diese Auslöser zu identifizieren und zu vermeiden.
  • Physiotherapie: Bei zervikogenen Kopfschmerzen kann Physiotherapie helfen, die Muskelverspannungen im Nackenbereich zu lösen und die Beweglichkeit der Halswirbelsäule zu verbessern.

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