Migräne-Piercing: Nebenwirkungen, Wirksamkeit und was du wissen solltest

Migräne ist eine weit verbreitete und oft sehr belastende Erkrankung, die den Alltag der Betroffenen erheblich einschränken kann. Um die Beschwerden in den Griff zu bekommen, greifen viele zu unkonventionellen Methoden. Eine davon ist das Migräne-Piercing, auch bekannt als Daith-Piercing. Doch was genau verbirgt sich hinter diesem Trend, und welche Nebenwirkungen sind zu erwarten?

Was ist ein Migräne-Piercing?

Das Migräne-Piercing, auch Daith-Piercing genannt, ist ein Piercing, das durch die innere Wölbung der Ohrmuschel gestochen wird, direkt an dem kleinen Brückenknorpel, dem Crus Helix. Der Name "Daith" leitet sich möglicherweise vom hebräischen Wort "Daath" für Wissen ab. Die Idee hinter dem Migräne-Piercing ist, dass es an einer Stelle des Ohrknorpels gesetzt wird, wo der Vagusnerv verläuft.

Das Prinzip hinter dem Migräne-Piercing

Befürworter des Migräne-Piercings gehen davon aus, dass die dauerhafte Druckausübung auf den Vagusnerv eine schmerzlindernde Wirkung haben kann. Der Vagusnerv ist einer von zwölf Hirnnerven und der einzige, der vom Gehirn bis zur Brust und in den Bauch hineinreicht. Er ist Teil des parasympathischen Nervensystems und soll Einfluss auf die Regeneration des Körpers nehmen. Durch die Stimulation des Vagusnervs soll das Migräne-Piercing ähnlich wie Akupunktur wirken und Schmerzen lindern.

Mögliche Vorteile eines Migräne-Piercings

  • Ästhetik: Das Piercing kann als eine Möglichkeit gesehen werden, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden, indem es als Körperschmuck dient.
  • Schmuckvielfalt: Es besteht die Möglichkeit, verschiedenen Piercingschmuck zu verwenden und diesen der täglichen Mode anzupassen.
  • Dauerhafte Stimulation: Da das Piercing dauerhaft im Ohrknorpel sitzt, wird ein konstanter Druck auf den Vagusnerv ausgeübt.

Mögliche Nachteile und Risiken eines Migräne-Piercings

  • Schmerzen beim Stechen: Das Durchstechen des Knorpels ist schmerzhafter als das Stechen des weichen Ohrläppchens.
  • Verlängerte Wundheilung: Die Heilung des Knorpels kann sich in die Länge ziehen, da der Knorpel weniger gut durchblutet ist.
  • Mögliche Komplikationen: Es können Blutungen, Entzündungen, Wundinfektionen, Schwellungen und Allergien auftreten.
  • Gewöhnungseffekt: Der Körper kann sich an die Stimulation des Vagusnervs gewöhnen, wodurch das Piercing seinen beabsichtigten Effekt verliert.
  • Verschlimmerung der Beschwerden: Einige Betroffene berichten von einer gegenteiligen Wirkung, wobei es zu einer Verschlimmerung der migränebedingten Beschwerden kommen kann.
  • Hygiene und Fachkenntnisse: Es ist wichtig, dass der Piercer lizensiert ist und höchste Hygienestandards einhält, um Infektionen zu vermeiden.
  • Risiken: Jedes Piercing ist risikobehaftet. Gerade dieses extravagante Piercing ist aber wohl am risikoreichsten. Es ist auch möglich, dass es zu einer Entzündung kommt und sich ein Abszess bildet. In diesem Fall solltet ihr dringend den Piercer aufsuchen. Niemals hingegen aber entfernt ihr den Ohrschmuck selbst.

Wissenschaftliche Erkenntnisse zur Wirkung

Die Datenlage zur Wirksamkeit des Migräne-Piercings ist derzeit noch sehr dünn. Es liegen noch keine umfangreichen wissenschaftlichen Studien vor, die die Wirkung eines Daith-Piercings belegen. Ob die von Betroffenen beschriebenen Erfahrungen auf einem Placebo-Effekt oder auf einem tatsächlichen Wirkresultat des Piercings beruhen, ist unklar. Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) warnt davor, sich aus den falschen Beweggründen piercen zu lassen und betont, dass es keine wissenschaftlichen Hinweise darauf gibt, dass das Migräne-Piercing helfen kann, Kopfschmerzen zu lindern.

Erfahrungen von Betroffenen

Einige Migräne-Betroffene berichten von positiven Erfahrungen mit dem Daith-Piercing. Sie geben an, dass die Häufigkeit und Intensität ihrer Migräneattacken abgenommen hat. Andere berichten jedoch von keiner Wirkung oder sogar einer Verschlimmerung ihrer Beschwerden. Eine Frau berichtet, dass ihre Migräne seltener und schwächer geworden ist, seit sie ihr Bauchnabel-Piercing nicht mehr trägt, welches auf einem Hauptmeridian ihres Körpers lag und durch das Piercing und die Vernarbung des umliegenden Gewebes gestört wurde.

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Was ist bei der Entscheidung für oder gegen ein Migräne-Piercing zu beachten?

  • Erwartungen: Es sollte keine Wunderheilung erwartet werden, sondern das Piercing als mögliche Unterstützung in der Migränebehandlung gesehen werden.
  • Beratung: Vor dem Stechen des Piercings sollte ein ausführliches Beratungsgespräch mit einem erfahrenen Piercer geführt werden, um offene Fragen zu klären, die Pflege des Piercings zu besprechen und mögliche Risiken und Nebenwirkungen zu erörtern.
  • Hygiene: Es ist wichtig, dass der Piercer höchste Hygienestandards einhält und sterile Materialien und Werkzeuge verwendet.
  • Nachsorge: Nach dem Stechen des Piercings ist eine gründliche Nachsorge und regelmäßige Reinigung unerlässlich, um Infektionen zu vermeiden und die Heilung zu unterstützen.
  • Alternativen: Es gibt auch andere alternative Therapien, die bei Migränesymptomen helfen können, wie z.B. Akupunktur, Ohrakupunktur, Meditation und Biofeedback.

Das Migräne Piercing aus Sicht eines Piercing Studios

Ein Piercing Studio in Günzburg bietet das Migräne Piercing in einem professionellen und sicheren Umfeld an. Vor dem Piercing wird ein ausführliches Beratungsgespräch geführt, um offene Fragen zu klären, die Pflege des Piercings zu besprechen und mögliche Risiken und Nebenwirkungen zu erörtern. Der Eingriff erfolgt unter sterilen Bedingungen und dauert nur wenige Minuten. Nach dem Stechen des Piercings werden detaillierte Anweisungen zur Pflege gegeben, um Infektionen zu vermeiden und die Heilung zu unterstützen.

Alternativen zum Migräne-Piercing

Es gibt eine Reihe von alternativen Therapien, die bei Migränesymptomen helfen können:

  • Akupunktur: Studien haben gezeigt, dass Akupunktur bei der Vorbeugung von Migräneattacken wirksam sein kann.
  • Ohrakupunktur (Aurikulotherapie): Bei dieser Therapie werden Nadeln, Samen oder Finger verwendet, um Druck auf bestimmte Punkte am Ohr auszuüben.
  • Meditation: Achtsamkeitsmeditation kann helfen, die Schmerzintensität zu reduzieren.
  • Biofeedback: Bei diesem Therapieverfahren lernen Patienten, unbewusst ablaufende Prozesse im Körper aktiv zu kontrollieren, um Migränesymptome zu lindern.
  • sinCephalea Migräneprophylaxe App: Die App bietet die Gelegenheit, die Reaktion des Blutzuckers auf Mahlzeiten und Lebensmittel zu testen und darauf basierend individuelle Ernährungsempfehlungen zu erhalten, um Migräneattacken vorzubeugen.

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