Migräne: Aktuelle Behandlungsmethoden und Therapieansätze in Oldenburg und Leer

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die sich durch wiederkehrende, oft heftige Kopfschmerzen auszeichnet. In besonders schlimmen Fällen leiden die Patienten zudem unter Lichtempfindlichkeit, Sehstörungen und Erbrechen. Der Migräne-Anfall kann bis zu 72 Stunden dauern und verschwindet dann so überraschend, wie er gekommen ist. Mit einem Anteil von etwa zwei Dritteln sind Frauen deutlich häufiger betroffen als Männer. Warum das so ist, habe die Wissenschaft noch nicht herausgefunden. Die Migräne ist heute eine gut behandelbare Schmerzerkrankung. Eine Heilung sei allerdings nur selten möglich.

Ursachen und Diagnose der Migräne

Für den Schmerz verantwortlich ist eine krankhafte Überdehnung von Blutgefäßen infolge einer Empfindlichkeitssteigerung, die durch eine Entladung im Migränegenerator im Gehirn ausgelöst wird. Für die Diagnose ist zunächst ein ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch notwendig, bei dem unter anderem die Häufigkeit und typische Auslösefaktoren der Migräne-Anfälle abgeklärt werden. Zur Therapie gehört der persönliche Migränepass, der neben den verordneten Medikamenten und zahlreichen Infos vor allem einen Kopfschmerz-Kalender enthält. Dort dokumentiert der Patient von der Anfallsdauer bis zur Schmerzstärke alle wichtigen Faktoren der jeweiligen Attacke. Die Angaben sind eine entscheidende Grundlage für die weitere Behandlung, weil wir daran erkennen können, ob und wie eine verordnete Therapie hilft.

Akutbehandlung und Prävention

Bei einem akuten Anfall haben sich Triptane als gut - innerhalb von Minuten - wirkende Migränemittel bewährt. Bei der Verwendung der Akut-Mittel ist aber Vorsicht geboten. So können auch die (zu häufig eingenommenen) Medikamente selbst den Kopfschmerz verursachen. Die Akutmedikation sollte maximal an zehn Tagen pro Monat erfolgen und dann auch zuverlässig wirken. Neben einer vom Neurologen genau dosierten Dauermedikation empfiehlt Dr. Simgen auch nichtmedikamentöse Therapien wie Entspannungsübungen, Verhaltenstherapie oder - wenn nötig - auch eine Psycho-Therapie.

Multimodale Schmerztherapie im Klinikum Leer

Wenn Pati­enten unter andau­ernden Schmerzen leiden und ihr Leben durch den Schmerz beherrscht oder beein­träch­tigt wird, dann können sie unter bestimmten Voraus­set­zungen das Angebot der „Multi­mo­dalen Schmerz­the­rapie“ im Klinikum Leer nutzen. Eine moderne Schmerz­the­rapie berück­sich­tigt, dass Medi­ka­mente, Opera­tionen oder inva­sive Verfahren bei chro­ni­schen Schmerzen in vielen Fällen keine oder nur eine vorüber­ge­hende Linde­rung der Beschwerden erbringen. In der Schmerz­the­rapie geht es viel­mehr darum, im Rahmen eines ganz­heit­li­chen Behand­lungs­kon­zeptes lang­fristig die Lebens­qua­lität des Betrof­fenen so zu verbes­sern, sodass die Schmerzen irgend­wann quasi zur „Neben­sache“ werden und nicht das alltäg­liche Leben bestimmen. sind chro­ni­sche Schmerzen jegli­cher Art, z.B. Rücken‑, Nerven‑, Gelenk‑, Tumor- oder Kopf­schmerzen. Wieder­erlan­gung von Alltags­fä­hig­keiten und Teil­ha­be­mög­lich­keiten Abbau von körper­li­chen Einschränkungen Verrin­ge­rung der Bewegungsangst Verän­de­rung des Risi­ko­ver­hal­tens.

Neurologisch-verhaltensmedizinische Schmerzklinik Kiel

Die Neurologisch-verhaltensmedizinische Schmerzklinik Kiel unter der Leitung von Prof. Dr. med. Dipl. Psych. Hartmut Göbel bietet spezielle Therapien für Migräne mit und ohne Aura, Migräne-Komplikationen und alle Arten von Kopfschmerzen, wie z.B. chronische Spannungskopfschmerzen, Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch und Clusterkopfschmerz. Auch Nervenschmerzen (neuropathischer Schmerz) und Rückenschmerzen werden behandelt.

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Aufnahmeformalitäten

Für die Planung eines Aufnahmetermins sind folgende Schritte erforderlich:

  1. Der behandelnde Arzt stellt eine Verordnung von Krankenhausbehandlung aus.
  2. Der Arzt füllt die Aufnahme-Checkliste aus.
  3. Der Patient füllt den Schmerzkalender und den Schmerzfragebogen aus.
  4. Alle Unterlagen sowie Kopien relevanter Arztbriefe, Röntgenbilder etc. werden an die angegebene Anschrift gesendet.

Zahlreiche Krankenkassen haben eine integrierte Versorgung ihrer Versicherten mit dem Behandlungsnetz der Klinik vertraglich geregelt.

Weitere Angebote

Die Klinik bietet außerdem:

  • Stationäre und ambulante Behandlung
  • Spezielle Angebote für Kinder und Jugendliche
  • Gästezimmer-Buchung
  • Informationen und Wissen rund um Migräne und Clusterkopfschmerz
  • Checklisten und Downloads für Ärzte und Patienten
  • Schmerzkonferenzen

Neurologisch-Psychiatrische Gemeinschaftspraxis Leer

Die Neurologisch-Psychiatrische Gemeinschaftspraxis in Leer diagnostiziert und behandelt das gesamte Spektrum neurologischer und psychiatrischer Erkrankungen.

Neurologie

In der Neurologischen Praxis wird das gesamte Spektrum neurologischer Erkrankungen diagnostiziert und behandelt. Die Neurologie befasst sich mit den Erkrankungen des Nervensystems und der Muskeln, einschließlich der Übertragungsstörungen vom Nerv auf den Muskel.

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Psychiatrie

In der Psychatrischen Praxis wird das gesamte psychiatrische Spektrum diagnostiziert und behandelt - dazu zählen u.a. Angst- und Panikattacken, Depressionen und Erschöpfungszustände, Zwangsstörungen, Psychosen, Persönlichkeitsstörungen, Demenz, ADHS und posttraumatische Belastungsstörungen.

Substitutions-Therapie

Die Substitutions-Therapie bietet eine alternative Behandlungsmethode für Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen, um ihre Gesundheit zu verbessern und ihre soziale Integration zu fördern.

Selbsthilfegruppen

Es gibt eine Zusammenarbeit mit folgenden Selbsthilfegruppen:

  • Parkinson Leer
  • Parkinson Papenburg
  • Parkinson U40 Ammerland
  • Multiple Sklerose Leer

Video-Sprechstunde

Um das Infektionsrisiko zu senken, wird eine Video-Sprechstunde angeboten.

Klinik für Neurologie der Knappschaft Kliniken Universitätsklinikum Bochum

Die Kombination dieser Schwerpunkte und die Einbeziehung der Nachbardisziplinen der Knappschaft Kliniken Universitätsklinikum Bochum in Diagnose und Therapie (Klinik für Neurochirurgie, Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin, Schwerpunkt Hämatologie-Onkologie der Medizinischen Klinik) gewährleistet, dass Patientinnen und Patienten mit sämtlichen neurologischen Krankheitsbildern an der Klinik für Neurologie der Knappschaft Kliniken Universitätsklinikum Bochum optimal betreut werden. Die Ärztinnen und Ärzte sind klinisch und wissenschaftlich exzellent ausgewiesen, veröffentlichen regelmäßig in renommierten Fachzeitschriften und nehmen regelmäßig an nationalen und internationalen Fachkongressen teil, um Patientinnen und Patienten auf diese Weise eine qualitativ herausragende Therapie nach den höchsten Standards anbieten zu können.

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Therapieangebote

Zur Therapie akuter und chronischer Schmerzen wird ein umfassendes Spektrum verschiedenster Therapieformen angeboten, um dem einzelnen Patienten eine bestmögliche und individuell abgestimmte Therapie anbieten zu können. Die medikamentöse Therapie ist oft ein wichtiger Bestandteil der Schmerztherapie. Dabei werden u.a. schwach, mittelstark und stark wirksame Analgetika eingesetzt, einschließlich starker Opioide wie z.B. Morphin. Je nach Indikation kommen verschiedene Darreichungsformen zur Anwendung (z.B. Tabletten, Pflaster, Infusionen).

Weitere Therapieangebote:

  • Sakralblockaden
  • Sympathikusblockaden (z.B. bei M.
  • Botulinumtoxin

Im Rahmen der stationären multimodalen Schmerztherapie erhalten Menschen mit chronischen Schmerzen ein zweiwöchiges intensives Behandlungsprogramm in einer Gruppe Mitbetroffener. Ähnlich wie bei einem Baukastensystem wird die für den jeweiligen Menschen geeignete Kombination der verschiedenen Therapieverfahren gewählt. Die Therapie ist so individuell wie der Schmerz selbst. Langfristiges Ziel ist eine bessere Schmerzverarbeitung und Schmerzreduzierung.

Terminvereinbarung

Sie geben die Überweisung in der Praxis ab und am besten hat ihre Hausarztpraxis uns die Überweisung auch schon per Fax zugesandt. Dann setzen wir uns zeitnah mit Ihnen zur Terminabsprache in Verbindung. Je nach Dringlichkeit erhalten sie einen Termin in 1-4 Wochen.

Offene Sprechstunde

Sie melden sich täglich über eine gesonderte Telefonnummer morgens zwischen 7:30 bis 8:00 in der Praxis an und erhalten am gleichen Tag einen Termin in der offenen Sprechstunde. Es ist nicht garantiert, dass täglich alle Anfragen positiv beantwortet werden können. Unter Umständen müssen sie mehrere Tage hintereinander anrufen um einen Termin zu erhalten.

TSS der KVN

Über die Notfallnummer der KVN 116117 können bei Verfügbarkeit zeitnahe psychiatrische oder neurologische Termine vergeben werden. Es können Termine in unterschiedlichen Praxen im Umkreis bis zu 100 km sein. Ihr Hausarzt muss Ihnen hierfür eine Überweisung, mit einem aufgeklebten Code ausstellen.

Evangelisches Krankenhaus Oldenburg: Umfassende Neurologische Versorgung

Das Evangelische Krankenhaus Oldenburg bietet eine breite neurologische Versorgung und ist zentral gelegen.

Universitätsklinik für Neurologie

Die Universitätsklinik für Neurologie behandelt alle neurologischen Erkrankungen des Nervensystems und der Muskulatur. Sie umfasst 85 stationäre Betten, 14 davon sind zu einer Schlaganfalleinheit zusammengefasst. Bei der Diagnostik und Therapie einer neurologischen Erkrankung arbeitet die Klinik interdisziplinär mit anderen Kliniken des Evangelischen Krankenhauses Oldenburg, des Pius-Hospitals und des Klinikums Oldenburg zusammen.

Hochschulambulanzen

Für spezielle neurologische Erkrankungen stehen Hochschulambulanzen zur Verfügung:

  • Hochschulambulanz für Bewegungsstörungen: Richtet sich an Patientinnen und Patienten mit Bewegungsstörungen. Für die Behandlung ist es hilfreich, wenn Sie ein Kopfschmerztagebuch führen, z. B. über die DMKG (www.dmkg.de), in dem Sie Häufigkeit und Dauer des Kopfschmerzes sowie begleitende Symptome (wie einseitigen Tränenfluss, Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit, Sehstörungen ) und eingenommene Medikamente notieren.
  • Neuromuskuläre Hochschulambulanz: Richtet sich schwerpunktmäßig an Patientinnen und Patienten mit Erkrankungen der Muskulatur und der neuromuskulären Übertragung.
  • Schlaganfall-Zweitmeinungsambulanz: Für eine Zweitmeinung bei einem Schlaganfall seltener Ursache.

Medizinisches Versorgungszentrum (MEVO)

Im MEVO werden alle Patientinnen und Patienten mit neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen versorgt - dazu gehören auch Infusionstherapien, z.B. bei Multipler Sklerose.

Diagnostik und Therapie

Auf den neurologischen Stationen kommt das gesamte diagnostische und therapeutische Repertoire der Neurologie zum Einsatz:

  • Spezifische elektrophysiologische Untersuchungen (Nervenleitgeschwindigkeit, Hirnströme)
  • Duplexsonographische Untersuchungen zur Beurteilung der hirnversorgenden Gefäße
  • Direkter Zugang zu den Apparaten des Instituts für Radiologie/Neuroradiologie (CT-Diagnostik, CT-Angiographie, MRT, MR-Angiographie, konventionellem Röntgen und der intraarteriellen Subtraktionsangiographie (DSA))
  • Alle medikamentösen und nichtmedikamentösen Therapien

Schlaganfallversorgung

Der Schlaganfall zählt neben Herzerkrankungen und Krebs zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Eine sofortige Diagnostik und Akuttherapie ist entscheidend. Auf der spezialisierten Schlaganfalleinheit erfolgen die Akuttherapie, die Sekundärprophylaxe, das Risikofaktormanagement und die Frührehabilitation. Bei der Lysetherapie kann in den ersten Stunden nach Symptombeginn eine verstopfte Ader wieder mittels eines Medikamentes eröffnet werden.

Die Stationen verfügen über eine Ausstattung aller neurosonologischen Diagnoseverfahren vor Ort, eine enge Anbindung an die Klinik für Innere Medizin im Hause (echo-kardiographische Auswertung, Langzeit-EKG-Auswertung) und eine aufwändige Monitoring-Einheit an jedem der 14 Betten.

Weitere Schwerpunkte

  • Bewegungsstörungen (z.B. Parkinson-Syndrom): Hieraus resultieren die motorischen Symptome, wie z.B. ein Zittern, eine Muskelsteife und eine Bewegungsarmut. Genauso wichtig wie die motorischen Symptome sind die vielfältigen, nicht motorischen Probleme bei der Parkinsonerkrankung, wie z.B. Blasenstörung, Schlafstörung, Schmerzen, Aufmerksamkeit- und Konzentrationsstörung und depressive Verstimmung.
  • Dementielle Erkrankungen: Der größte Anteil der dementiellen Erkrankung umfasst die Alzheimer-Erkrankung und die sogenannten vaskulären Demenzen. Mittels modernster Technik und Untersuchungen des Nervenwassers wird zwischen diesen unterschiedlichen - und zum Teil auch behandelbaren - Demenzerkrankungen differenziert.
  • Neuromuskuläre Erkrankungen: In Oldenburg werden Patienten mit Symptomen einer neuromuskulären Erkrankung wie z.B. Schwäche, Muskelschwund, Gefühlsstörungen und Schmerzen im Bereich der Extremitäten mittels spezieller Untersuchungsverfahren untersucht.
  • Multiple Sklerose (MS): Die MS zeichnet sich durch eine chronische Entzündung im Bereich des Gehirns aus. Unser Team für neuroimmunologische Erkrankungen führt die für diese Hirnerkrankung spezifische Diagnostik durch und bedient sich in Bezug auf die Behandlung dem gesamten therapeutischen Repertoire der Immunmodulatoren.
  • Epilepsie: Mittels moderner Verfahren der EEG-Diagnostik und der kernspintomographischen Bilddiagnostik wird die Ursache für eine Epilepsie aufgespürt, um hieraus die richtige Behandlung abzuleiten.

Spezialisierte Diagnostik

  • Elektroneurographie und Elektromyographie (EMG): Werden zum Nachweis von peripheren Nervenschäden und Muskelerkrankungen durchgeführt.
  • Evozierte Potentiale (VEP, AEP, SEP): Durch verschiedene Reizmodalitäten (visuell, akustisch, sensibel) werden Antworten von peripheren Nerven, Rückenmark oder von der Hirnrinde abgeleitet.
  • EEG (Elektroenzephalogramm): Misst und zeichnet vom Gehirn ausgehende elektrische Potentialschwankungen auf.
  • Transkranielle Doppler- und Duplexsonographie: Dient zur genauen Darstellung der Gefäße im Schädel.
  • Liquordiagnostik: Die Untersuchung des Liquors ist eine wesentliche Aufgabe des Neurologen.

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