Migräne ist eine komplexe neurologische Erkrankung, die weit mehr als nur starke Kopfschmerzen verursacht. Sie geht oft mit einer Reihe von Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit einher und kann das Leben der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Rückenschmerzen und Übelkeit können ebenfalls Begleiterscheinungen sein oder im Zusammenhang mit Migräne auftreten. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte von Migräne, ihre Ursachen, Symptome, Phasen und Behandlungsmöglichkeiten, wobei auch auf den Zusammenhang mit Rückenschmerzen und Übelkeit eingegangen wird.
Was ist Migräne?
Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die sich durch anfallsartige, meist einseitige Kopfschmerzen auszeichnet. Die Schmerzen sind oft pulsierend, pochend oder hämmernd und können sich bei körperlicher Aktivität verstärken. Migräne wird häufig von Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit begleitet.
Migräne: Mehr als nur Kopfschmerzen
Anders als beispielsweise bei Spannungskopfschmerzen tut bei einer Migräne nicht nur der Kopf weh. Die Symptome der Migräne sind vielfältig, betreffen den ganzen Körper und schränken Betroffene oft stark ein. Die häufigsten Begleitsymptome sind Übelkeit und Erbrechen. Fast alle Migränikerinnen und Migräniker berichten, dass ihnen während und oft schon vor Migräneattacken übel ist. Viele Betroffene übergeben sich auch aufgrund der Migräne. Hinzu kommt oft auch völlige Appetitlosigkeit. Auch verschiedene Formen von Hypersensibilität sind nicht selten. Ob Licht, laute Geräusche oder sogar Gerüche - im Zusammenhang mit Migräne sind Erkrankte oft besonders empfindlich gegenüber solchen Reizen. Daraus resultiert meist das Bedürfnis, sich in einen dunklen, stillen Raum zurückzuziehen. Die Kopfschmerzen selbst sind bei der Migräne ebenfalls sehr charakteristisch. In den meisten Fällen beginnt der Schmerz im Nacken und wandert von dort über die Schläfen bis zu den Augen. Häufig ist dieses Areal nur auf einer Seite betroffen, aber auch bilaterale Migräne kann auftreten. Dabei fühlen sich die Schmerzen pulsierend, hämmernd oder pochend an. Ebenfalls typisch ist, dass schon geringe körperliche Aktivität die Schmerzen verschlimmert.
Verbreitung und Häufigkeit
Migräne ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. In Deutschland sind nach Angaben des Robert Koch Instituts (RKI) rund 28 Prozent der Frauen und 18 Prozent der Männer betroffen. Am häufigsten tritt Migräne in der Altersgruppe der 35- bis 45-Jährigen auf. Bereits die Aufklärung über die Erkrankung, ihre hirnorganische Ursache und mögliche Einflussgrößen gehört zur Therapie. Wichtig ist auch die Dokumentation von Kopfschmerzen und Medikation in einem Kopfschmerzkalender.
Migräne bei Kindern
Erste Attacken können schon im Kindesalter auftreten. Bei der kindlichen Migräne können neben Kopfschmerzen auch andere Symptome auftreten (z.B. Bauchschmerzen). Die meisten Frauen erleiden ihren ersten Migräneanfall zwischen dem zwölften und 16. Lebensjahr. Männer hingegen bekommen ihre erste Migräne zwischen 16 und 20 Jahren.
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Migräneformen
Man kann zwischen mehreren Migräneformen unterscheiden:
- Einfache Migräne oder auch Migräne ohne Aura
- Klassische Migräne oder auch Migräne mit Aura
- Komplizierte Migräne oder auch Migraine accompagnée
Die zwei häufigsten Formen sind Migräne ohne und Migräne mit Aura. Zudem lassen sich folgende Unterformen unterscheiden:
- Migräne der Augen (auch okulare Migräne genannt): Eine Form der Migräne, die Sehstörungen wie Flimmern, Lichtblitze oder vorübergehenden Sehverlust verursacht, oft ohne Kopfschmerzen.
- Menstruelle Migräne: Migräne, die in direktem Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus steht, oft kurz vor oder während der Menstruation auftritt.
- Abdominelle Migräne: Eine Migräneform, die hauptsächlich bei Kindern auftritt und durch wiederkehrende Bauchschmerzen und Übelkeit gekennzeichnet ist, oft ohne Kopfschmerzen.
- Hemiplegische Migräne: Eine seltene und schwere Form der Migräne, die vorübergehende Lähmungen auf einer Körperseite (Hemiplegie) verursachen kann.
- Migräne mit Hirnstammaura (früher als basilaris Migräne bekannt): Eine seltene Form der Migräne, bei der Symptome wie Schwindel, Sprachstörungen, Doppelbilder und Bewusstseinsveränderungen auftreten, die auf den Hirnstamm zurückzuführen sind.
- Vestibuläre Migräne: Eine Migräneform, bei der Schwindel und Gleichgewichtsstörungen die Hauptsymptome sind, oft begleitet von den klassischen Migränekopfschmerzen.
Symptome der Migräne
Zu den typischen Symptomen von einfacher Migräne zählen mäßige bis starke, einseitige Kopfschmerzen. Patientinnen und Patienten berichten von einem pulsierenden, pochenden oder hämmernden Schmerz, der sich bei körperlicher Aktivität verstärkt.
Symptome nach Migräneform
Diese Symptome sind typisch für die jeweiligen Migräneformen:
- Migräne ohne Aura: Die einfache Migräne zeichnet sich auch durch eine hohe Empfindlichkeit von Licht, Geräuschen und Gerüchen aus. Hinzukommen können Schwindel, das Sehen von Lichtblitzen und eigenartigen Formen.
- Migräne mit Aura: Bei der klassischen bzw. Migräne mit Aura kommen zu den Kopfschmerzen neurologische Defizite hinzu. Meist als Vorbote von einem Migräneanfall können sogenannte Gesichtsfeldausfälle auftreten. Diese äußern sich in Form von Sehstörungen wie Lichtblitzen und werden in der Neurologie als Aura oder Migräneaura bezeichnet. Der halbseitige Kopfschmerz geht mit Rötungen im Gesicht einher und kann durch eine temporäre Störung der Zirkulation in den Blutgefäßen erklärt werden.
- Komplizierte Migräne: Die komplizierte Migräne oder auch Migraine accompagnée ist gekennzeichnet durch lange neurologische Störungen im Vergleich zur Migräne mit Aura. Die Vorboten können den jeweiligen Migräneanfall auch überdauern. Zu der komplizierten Migräne zählen Unterformen wie die hemiplegische Migräne, die Basilaris-Migräne sowie die ophthalmoplegische Migräne. Die Symptome einer Migraine accompagnée reichen von leichten Lähmungserscheinungen über Gang- und Sehstörungen bis hin zu Sprachverlust oder Sprachstörungen.
Vorboten einer Migräne
Vor einer Attacke leiden Betroffene an ersten Anzeichen einer Migräne. Diese können wenige Stunden oder schon einen Tag zuvor auftreten. Symptome sind Hochstimmungen, das Gefühl, besonders leistungsfähig zu sein sowie Gereiztheit und depressive Verstimmungen.
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Die Aura-Phase
Die Aura geht den starken Kopfschmerzen einer Migräne direkt voraus und entwickelt sich in einem Zeitraum von fünf bis zehn Minuten. Dabei dauern die Symptome der Auraphase etwa 15 bis 30 Minuten an und äußern sich durch Sehstörungen wie etwa Lichtblitze, blinde Flecken im Sehfeld, Doppelbilder, Schwäche, Schwindel, Taubheit, Kribbeln in Gliedmaßen oder Gangunsicherheit. In der Regel setzen die Kopfschmerzen nach der Aura ein. Dennoch können sich Migräneaura und der Migräneanfall überschneiden oder der Kopfschmerz bleibt völlig aus.
Die Kopfschmerzphase
Bei der eigentlichen Migräne treten die pochenden Schmerzen einseitig auf und verschlimmern sich durch körperliche Tätigkeiten. Je nach Migräneform und ihrer Schwere wird Migräne von vegetativen Störungen wie Schwindel oder Benommenheit oder neurologischen Störungen wie Sehstörungen, Taubheit oder Kribbeln begleitet.
Die Auflösungs- und Erholungsphase
Die letzte Phase ähnelt in Bezug auf die Symptome der Prodromalphase. Zuletzt kommt die Erholungsphase, in der keine Symptome mehr vorhanden sind, die Betroffenen aber brauchen, um sich von der Erschöpfung der Attacke zu regenerieren.
Ursachen und Auslöser der Migräne
Für Migräne besteht generell eine genetische Veranlagung. Bei Menschen mit bestehender Veranlagung können folgende Auslöser für Migräne verantwortlich sein:
- Schlafüberschuss oder Schlafmangel
- Hunger oder Unterzuckerung
- Hormonumstellungen wie während des Zyklus oder bei Einnahme der Anti-Baby-Pille
- Körperlicher oder psychischer Stress
- Bestimmte Nahrungsmittel wie Schokolade, Käse, Zitrusfrüchte, Alkohol
- Licht, Geräusche oder Gerüche
- Wetterveränderungen
- Starke Emotionen
- Bestimmte Medikamente
- Räume, in denen geraucht wird
Bei Migräne handelt es sich um eine Funktionsstörung des Gehirns, der Hirnhaut und ihrer Blutgefäße. Während eines Migräneanfalls funktionieren die schmerzregulierenden Systeme fehlerhaft und machen Betroffene überempfindlich gegenüber Reizen. Zudem haben die Botenstoffe des Gehirns (Neurotransmitter) Einfluss auf den Migränekopfschmerz. Welche Ursachen Anfälle von Migräne auslösen, ist letztendlich abhängig von der jeweiligen Person.
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Die Rolle von CGRP
Bestimmte Nervenfasern, Ausläufer des fünften Hirnnervs, schütten spezielle Botenstoffe aus - u.a. CGRP (engl. Calcitonin Gene-Related Peptide), ein wichtiger Ansatzpunkt für bestimmte Migräne-Medikamente - , die an den Blutgefäßen der Hirnhäute eine Entzündungsreaktion auslösen. Die Blutgefäße dehnen sich daraufhin aus (med. Dilatation) und beginnen, zu pulsieren.
Diagnose der Migräne
Die Diagnose wird anhand der typischen Beschwerdeschilderung und eines normalen körperlichen Untersuchungsbefunds gestellt. Der Migräne-Kopfschmerz ist meist halbseitig oder beidseits im Stirn- und Schläfenbereich betont, hat eine mittlere bis hohe Intensität, fühlt sich stechend oder pochend an und verstärkt sich schon bei leichter körperlicher Belastung. Begleitend kommt es zu Übelkeit und Erbrechen sowie zu Überempfindlichkeit auf Geräusche, Licht und Gerüche. Deswegen suchen Betroffene in der Attacke die Ruhe. Unbehandelt halten die Attacken 4-72 h an. Bis zu 20 % der Patienten haben - meist vor dem Einsetzen der Schmerzen - eine sogenannte Aura in Form von Sehstörungen mit Flimmersehen, z. T. auch mit Sensibilitäts- oder Sprachstörungen.
Behandlung der Migräne
Auch wenn Migräne eine nicht heilbare Krankheit ist, lässt sie sich mit Medikamenten gut behandeln. Dabei gibt es einen Unterschied zwischen Medikamenten für akute Migräne und zur Rückfallprophylaxe. Für eine erfolgreiche Medikation muss die Therapie zu Beginn der Migräne angewandt werden. Laut deutscher Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft ist eine schrittweise und für den Bedarf gerechte Medikation vorgesehen. Dabei gibt es gegen Übelkeit und Erbrechen ein Antiemetikum, während bei Schmerzen Analgetika, Triptane oder Cortison eingesetzt werden können. Zudem empfiehlt die deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft die Medikation der jeweiligen Patientin bzw.
Medikamentöse Behandlung
- Akuttherapie: Zur Behandlung akuter Migräneattacken werden Schmerzmittel wie ASS (900 bis 1000 mg), Ibuprofen (400 mg), Naratriptan (2,5 mg), Paracetamol (1000 mg) bzw. Phenazon (1000 mg) eingesetzt. Die Kombination mit Coffein ist allerdings besonders wirksam und gleichzeitig gut verträglich. Bei besonders heftigen Migräneattacken sind einfache Schmerzmittel nicht immer ausreichend wirksam. Dann können sogenannte Triptane Abhilfe schaffen. Auch diese Medikamente wirken als Akutbehandlung der Kopfschmerzen bei Migräneanfällen schmerzlindernd und können, wenn nötig, mit anderen Arzneimitteln zusammen eingenommen werden. Notwendig ist eine Behandlung mit Triptanen vor allem dann, wenn andere Schmerzmittel keine Wirkung zeigen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass sie an höchstens zehn Tagen im Monat eingenommen werden dürfen, da sie sonst Kopfschmerzen durch Schmerzmittel-Übergebrauch verursachen können.
- Prophylaxe: Treten Attacken mehr als 3-mal pro Monat auf, wird vorübergehend mit vorbeugend wirksamen Medikamenten behandelt. Diese müssen vom Arzt verordnet und ihre Wirkung muss kontrolliert werden. Die häufigsten Substanzen zur Migräne-Prophylaxe sind Betarezeptorenblocker und eine Reihe von Substanzen, die auch zur Behandlung von Epilepsie oder Depression eingesetzt werden. All diese Substanzen wurden primär für die Therapie anderer Erkrankungen entwickelt und der Migräne-prophylaktische Effekt wurde erst später erkannt und in Studien belegt. Neu entwickelte Migräne-spezifische Prophylaktika richten sich gegen die Effekte des Botenstoffs CGRP, der bei der Ausbildung der neurovaskulären Entzündung (s. o.) eine bedeutende Rolle spielt.
Nicht-medikamentöse Behandlung
Patientinnen und Patienten können anhand eines Anfallstagebuchs Schlüsse ziehen, wodurch ihre Migräne entsteht. Davon ausgehend können sie ggf. ihren Lebensstil verändern und dadurch langfristig Migräneanfälle senken. Zudem gibt es psychotherapeutische Verfahren, bei denen Betroffene lernen, mit ihrer Migräne besser umgehen zu können. Neben einer psychotherapeutischen Verhaltenstherapie, Ausdauersport und Akkupunktur können Medikamente einer Migräne vorbeugen. Zudem sollten Migräneauslöser möglichst vermieden werden.
Verhaltenstherapeutische Verfahren und Entspannungsübungen
Leiden Patientinnen und Patienten unter mehr als drei Migräneattacken im Monat, gibt es folgende Möglichkeiten der Migränetherapie und -prophylaxe:
- Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson (PMR): Hierbei lernen Betroffene in Form von Fantasiereisen einzelne Muskelbereiche an- und zu entspannen, was auch für Kinder gut geeignet ist.
- Kognitiv-behaviorales Schmerzbewältigungstraining (Stressmanagement): Patientinnen und Patienten lernen, sich mit möglichen Stressfaktoren des Alltags und Berufs im Zusammenhang mit ihren kognitiven Prozessen auseinanderzusetzen und entwickeln Strategien zur Stressbewältigung.
- Biofeedback-Therapie: Bei dieser Methode werden biologische Signale wie etwa der Blutdruck in sicht- oder hörbare Signale umgewandelt, sodass Betroffenen diese bewusst werden. Dabei lernen sie, die Weite ihrer Blutgefäße der Kopfhaut bewusst zu beeinflussen und so die Kopfschmerzen zu lindern.
Akute Maßnahmen bei Migräne
Manchmal ist es trotz gesundem Lebensstil und vorbeugenden Maßnahmen zu spät und der Anfall ist da. Was hilft bei akuter Migräne? Diese Tipps sind häufig eine Hilfe bei Migräne:
- Ruhe und Dunkelheit: Migränebetroffene leiden während eines Anfalls oft unter Überempfindlichkeit. Vielen hilft es, sich dann in einen abgedunkelten, stillen Raum zurückzuziehen.
- Kühlung: Wie auch bei anderen Kopfschmerzarten ist ein feuchtes Tuch oder eine kühle Auflage häufig eine akute Hilfe bei Migräne.
- Stimulation des Nervus trigeminus: Mithilfe eines speziellen Geräts, das auf die Stirn geklebt wird, kann der für Schmerz verantwortliche Nerv des Gesichts stimuliert werden, was die Schmerzen lindert.
Die Rolle der Ernährung
Eine spezielle Diät bei Migräne gibt es nicht. Es ist in jedem Fall eine gute Idee, sich um ein gesundes Verdauungssystem zu bemühen. Selbst wenn dies nur indirekt einen Effekt auf deine Migräne hat, hast du etwas davon: Je weniger Bauchschmerzen oder Durchfälle dich stressen, desto besser.
Migräne und Übelkeit
Migräne ist mehr als „nur“ Kopfschmerzen. Sie gilt mittlerweile als komplexe neurologische Erkrankung des Gehirns. Übelkeit gehört also zu den Leit- oder Kardinalsymptomen der Migräne. Im Englischen wurde sie daher früher auch sick headache, also „von Übelkeit begleiteter Kopfschmerz“ genannt. Die genauen neurobiologischen Abläufe, die zu Übelkeit und Erbrechen führen, sind komplex. Zudem kommt es während einer Migräne-Attacke oft zu einer verzögerten Magenentleerung und zu Darmträgheit. Diese gestörte Magen-Darm-Aktivität trägt zur Übelkeit bei: Der Körper fühlt sich „vergiftet“ und reagiert mit Brechreiz. Gleichzeitig werden oral (über den Mund) eingenommene Schmerzmittel schlechter aufgenommen, weil sich der Weitertransport in den Darm verzögert. Das ist der Grund, warum Erbrechen die Migräne oft noch verschlimmert oder verlängert.
Behandlung von Übelkeit bei Migräne
Für die Behandlung der Migräne bedeutet das außerdem, dass Medikamente gegen Übelkeit (Antiemetika) wie Dimenhydrinat (z.B. in Vomex A), Metoclopramid (MCP) oder Domperidon meist fester Bestandteil der Therapie sind. Wichtig ist, dass alle Medikamente bei Migräne frühzeitig eingenommen werden, möglichst bevor die Übelkeit zu stark wird.
Migräne und Rückenschmerzen
Obwohl Migräne primär als Kopfschmerzerkrankung bekannt ist, können auch Rückenschmerzen im Zusammenhang mit Migräne auftreten. Die Ursachen für diesen Zusammenhang sind vielfältig und nicht immer eindeutig geklärt.
Mögliche Zusammenhänge
- Verspannungen: Migräne kann zu Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich führen, die sich bis in den Rücken ausdehnen und dort Schmerzen verursachen können.
- Zentrale Sensibilisierung: Bei chronischer Migräne kann es zu einer zentralen Sensibilisierung kommen, bei der das Schmerzempfinden im gesamten Körper erhöht ist. Dies kann auch Rückenschmerzen verstärken oder auslösen.
- Gemeinsame Auslöser: Stress, Schlafmangel und bestimmte Nahrungsmittel können sowohl Migräne als auch Rückenschmerzen auslösen.
- Fehlhaltung: Durch die Schonhaltung während einer Migräneattacke kann es zu Fehlbelastungen und daraus resultierenden Rückenschmerzen kommen.
Behandlung von Rückenschmerzen bei Migräne
Die Behandlung von Rückenschmerzen im Zusammenhang mit Migräne sollte sich auf die Linderung der Schmerzen und die Behandlung der zugrunde liegenden Ursachen konzentrieren.
- Schmerzmittel: Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol können sowohl bei Migräne als auch bei Rückenschmerzen helfen.
- Physiotherapie: Physiotherapie kann helfen, Verspannungen zu lösen, die Muskulatur zu stärken und die Körperhaltung zu verbessern.
- Entspannungstechniken: Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung oder Yoga können helfen, Stress abzubauen und Verspannungen zu lösen.
- Migräneprophylaxe: Eine erfolgreiche Migräneprophylaxe kann auch dazu beitragen, Rückenschmerzen zu reduzieren, indem sie die Häufigkeit und Intensität von Migräneattacken verringert.
Leben mit Migräne
Leider gibt es bislang keine Möglichkeit, Migräne zu heilen. Jeder Betroffene muss lernen, mit dieser Erkrankung zu leben. Dazu gehört, modifizierbare Auslöser für Attacken nach Möglichkeit zu reduzieren und sich auf der anderen Seite einzugestehen, dass schwere Attacken zu einer reellen Minderung der Leistungsfähigkeit führen. Migräne ist entgegen einer oft geäußerten Meinung keine psychische Erkrankung und sollte auch nicht mit einem banalen Spannungskopfschmerz, der viel besser mit Schmerzmitteln kontrolliert werden kann, verwechselt werden.
Kopfschmerztagebuch
Betroffene sollten unbedingt ein Kopfschmerz- oder Migräne-Tagebuch führen, z.B. mit einer dafür geeigneten Smartphone-App. Darin sollten sie nicht nur die Migräne-Attacken genau beschreiben (Intensität, Lokalisation, Dauer, Symptome, Medikamente usw.), sondern auch festhalten, was die Attacken jeweils provoziert haben könnte (Stress, Schlafmangel, Lebensmittel usw.). Allerdings sollten es Betroffene mit der Suche und der Vermeidung von Triggerfaktoren nicht übertreiben.
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