Migräne und Armbeschwerden: Symptome, Ursachen und Behandlung

Migräne ist mehr als nur Kopfschmerz. Etwa 12 % der deutschen Bevölkerung sind betroffen. Migräneanfälle können von einer Vielzahl von Symptomen begleitet sein, darunter Übelkeit, Erbrechen und Müdigkeit. Bei manchen Menschen treten auch Armbeschwerden auf. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte von Migräne, insbesondere im Zusammenhang mit Armbeschwerden wie Taubheit, Schwäche oder Schmerzen.

Was ist Migräne?

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende, meist einseitige Kopfschmerzen gekennzeichnet ist. Die Schmerzen sind oft pulsierend oder pochend und können von Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit begleitet sein. Es gibt zwei Hauptformen der Migräne: Migräne mit Aura und Migräne ohne Aura.

Migräne mit Aura: Wahrnehmungsstörungen als Vorbote

Etwa 15 bis 25 Prozent der Migränepatienten erleben eine Aura. Eine Aura ist eine anfallsartige neurologische Störung, die sich vor allem in Sehbeschwerden äußert und normalerweise zwischen 5 und 60 Minuten andauert.

Symptome der Migräne mit Aura

  • Sehstörungen: Skotom (Sehkraft lässt innerhalb eines Gesichtsfeldes nach oder fällt komplett aus), blendende Kreise oder Vierecke, Zickzacklinien, Blitzlichter, Sternschnuppen.
  • Gefühlsstörungen: Kribbel- oder Taubheitsgefühl in Händen, Armen oder Wangen.
  • Sprachstörungen: Beeinträchtigung der Aussprache und/oder der richtigen Verwendung von Worten.

Atypische Migräne-Aura

  • Migräne mit Hirnstammaura: Drehschwindel, Tinnitus, Doppelbilder oder Bewusstseinsstörungen.
  • Hemiplegische Migräne: Aura mit motorischen Störungen wie einer halbseitigen Lähmung.
  • Retinale Migräne: Vorübergehende, visuelle Phänomene wie plötzliches Flimmern vor dem Auge, Gesichtsfeldausfälle (Skotome) oder eine Erblindung.

Migräne ohne Aura

Migräne ohne Aura beginnt häufig langsamer als die Migräne mit Aura, dauert länger an und beeinträchtigt die Patienten oft stärker.

Symptome der Migräne ohne Aura

  • Pochende, stechende oder pulsierende Kopfschmerzen, meist einseitig.
  • Appetitlosigkeit.
  • Übelkeit (80%).
  • Erbrechen (40 bis 50%).
  • Lichtempfindlichkeit (60%).
  • Lärmempfindlichkeit (50%).
  • Empfindlichkeiten gegen Gerüche (10%).

Migräne Symptome im linken Arm

Obwohl Kopfschmerzen das Hauptsymptom der Migräne sind, können bei manchen Menschen auch Symptome im linken Arm auftreten. Diese Symptome können vielfältig sein und von Taubheitsgefühl über Schwäche bis hin zu Schmerzen reichen.

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Arm Taubheit bei Migräne

Persönliche Erfahrungen mit Migräne und Arm Taubheit können für Betroffene eine Herausforderung sein. Für einige Migränepatienten kann Taubheit im Arm ein begleitendes oder eigenständiges Symptom sein. Die Ursache der Arm Taubheit während einer Migräneattacke liegt in der vorübergehenden Beeinträchtigung der Durchblutung oder der Nervenfunktion im betroffenen Bereich.

Muskelschwäche im Arm

Manche Menschen verspüren vor einem Migräneanfall Muskelschwäche auf einer Körperseite. Wenn ein Arm schlaff wird, kann das ein Anzeichen für eine Migräne sein.

Schmerzen im Arm

Diffuse Schmerzen in Schulter oder Arm können ebenfalls im Zusammenhang mit Migräne auftreten.

Ursachen von Migräne und Armbeschwerden

Die genauen Ursachen von Migräne sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass eine Kombination aus genetischer Veranlagung und Umweltfaktoren eine Rolle spielt.

Mögliche Ursachen:

  • Genetische Faktoren: Migräne scheint genetisch bedingt zu sein.
  • Überempfindlichkeit des Nervensystems: Migräne kommt bei Menschen vor, deren Nervensystem ungewöhnlich empfindlich auf bestimmte Reize reagiert.
  • Hormonelle Veränderungen: Östrogen, das wichtigste weibliche Hormon, kann offenbar Migräneanfälle auslösen.
  • Trigger: Bestimmte Faktoren können Migräneanfälle auslösen, wie z. B. Schlafmangel, Wetterveränderungen, bestimmte Lebensmittel, Hunger, übermäßige Sinnesreizung, Stress.

Diagnose von Migräne

Die Diagnose von Migräne stützt sich auf die typischen Symptome und eine neurologische Untersuchung. In manchen Fällen können bildgebende Verfahren wie eine Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt werden, um andere Ursachen für die Kopfschmerzen auszuschließen.

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Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

  • Plötzliche, sehr starke Kopfschmerzen (Donnerschlagkopfschmerz).
  • Kopfschmerzen, die nach dem 50. Lebensjahr beginnen.
  • Kopfschmerzen, die sich über Wochen oder Monate verschlimmern.
  • Kopfschmerzen in Verbindung mit Fieber, Nackensteifigkeit, Verwirrtheit oder anderen neurologischen Symptomen.
  • Neu aufgetretene Aura-Symptome.

Behandlung von Migräne

Migräne ist nicht heilbar, aber es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, um die Häufigkeit und Intensität der Anfälle zu reduzieren und die Symptome zu lindern.

Akutbehandlung

  • Schmerzmittel: Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Paracetamol können bei leichten bis mäßigen Migräneanfällen helfen.
  • Triptane: Triptane sind spezielle Migränemittel, die die Blutgefäße im Gehirn verengen und die Freisetzung von Entzündungsstoffen hemmen. Sie sind am wirkungsvollsten, wenn sie sofort bei Einsatz der Migräne eingenommen werden.
  • Ditane: Ditane sind eine neue Klasse von Medikamenten, die Kopfschmerzen unterdrücken können. Sie wirken wie Triptane, haben aber möglicherweise weniger Nebenwirkungen, die das Herz betreffen.
  • Gepante (CGRP-Rezeptorantagonisten): Gepante blockieren ein Protein im Blut, das die Migräne auslöst.
  • Antiemetika: Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen können bei Migräneanfällen hilfreich sein.

Prophylaktische Behandlung

  • Betablocker: Betablocker können die Häufigkeit von Migräneanfällen reduzieren.
  • Antidepressiva: Bestimmte Antidepressiva können ebenfalls zur Migräneprophylaxe eingesetzt werden.
  • Antiepileptika: Einige Antiepileptika können die Erregbarkeit der Nervenzellen im Gehirn reduzieren und so Migräneanfällen vorbeugen.
  • CGRP-Antikörper: CGRP-Antikörper sind eine neue Klasse von Medikamenten, die das Protein CGRP blockieren, das eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Migräne spielt.
  • Alternative Therapien: Akupunktur, Akupressur, Massagetherapie und Entspannungstechniken können bei manchen Menschen die Häufigkeit und Intensität von Migräneanfällen reduzieren.

Weitere Maßnahmen

  • Führen eines Kopfschmerztagebuchs: Das Aufzeichnen von Migräneanfällen und Symptomen kann dabei helfen, Muster zu erkennen und potenzielle Trigger zu identifizieren.
  • Vermeiden von Triggern: Identifizieren und vermeiden Sie mögliche Auslöser für Migräneanfälle, wie z. B. bestimmte Lebensmittel, Stress oder Schlafmangel.
  • Regelmäßige körperliche Aktivität: Regelmäßige körperliche Aktivität kann helfen, Migräneanfälle zu reduzieren und die allgemeine Gesundheit zu verbessern.
  • Ausreichend Schlaf: Eine regelmäßige Schlafroutine und ausreichende Schlafdauer sind entscheidend für Migränepatienten.
  • Stressmanagement: Erlernen Sie Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung nach Jacobson oder autogenes Training, um Stress abzubauen.
  • Soziale Unterstützung: Migränepatienten können von einem starken sozialen Unterstützungssystem profitieren.

Zervikogener Kopfschmerz

Zervikogene Kopfschmerzen werden durch eine Störung im Bereich der oberen Halswirbelsäule hervorgerufen. Der Schmerz zieht vom Hinterkopf nach vorn.

Symptome

  • Der meist dumpf-ziehende Schmerz beginnt am Hinterkopf und zieht über den Kopf nach vorn.
  • Nackenschmerzen kommen häufig vor, aber nicht immer.
  • Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit, jedoch in geringerem Ausmaß als bei Migräne.
  • Diffuse Schmerzen in Schulter oder Arm.
  • Selten treten Schluckstörungen, Schwindel, Tränenfluss, eine laufende Nase oder eine Schwellung im Augenbereich auf.

Ursachen

Der Schmerz entsteht durch die Reizung einer sensiblen Nervenwurzel eines oberen Halswirbels, die den Hinterkopf und Nacken versorgt. Über Nervenverbindungen strahlt der Schmerz weiter nach vorn aus.

Behandlung

Für den zervikogenen Kopfschmerz selbst gibt es bislang keine wirksame Therapie - nach Möglichkeit wird die zugrunde liegende Ursache behandelt. Zur Schmerzlinderung können je nach Ursache Physiotherapie, manuelle Therapie, Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Bewegung und körperliche Aktivität eingesetzt werden.

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