Migräne und Schmerztherapie in Koblenz: Ein umfassender Überblick

Chronische Schmerzen, insbesondere Migräne, stellen für Betroffene eine erhebliche Belastung dar. In Koblenz und Umgebung gibt es verschiedene Therapieansätze, die darauf abzielen, den Schmerz zu lindern und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Migräne, chronische Schmerzen und die verschiedenen Therapieoptionen, die in Koblenz und Umgebung zur Verfügung stehen.

Chronische Schmerzen: Ein vielschichtiges Problem

Chronische Schmerzen sind mehr als nur ein Symptom; sie sind eine eigenständige Erkrankung, die oft mit anderen gesundheitlichen Problemen einhergeht. Sie können sich zu einem Teufelskreis entwickeln, in dem Schmerz und Muskelverspannung sich gegenseitig verstärken. Die Konsequenzen chronischer Schmerzen sind vielfältig und können zu erheblichem Leidensdruck führen. Eine umfassende Therapie ist daher unerlässlich.

Das Behandlungskonzept richtet sich an chronisch Schmerzkranke, beispielsweise mit Fibromyalgiesyndrom. Bausteine der tagesstationären Angebote sind:

  • Regelmäßige Gespräche mit dem behandelnden Arzt über die aktuelle gesundheitliche Situation und die Schmerzproblematik.
  • Psychologische Behandlung in Gruppenarbeit, in der die aktuelle Lebenssituation aufgezeigt wird.
  • Bewegungstraining.
  • Sozialpädagogische Beratung zu Fragen der sozialen Sicherung und beruflichen Rehabilitation.

Multidisziplinäre Schmerztherapie: Ein abgestuftes Programm

Die enge Verzahnung unterschiedlicher Disziplinen ermöglicht es, Patienten ein abgestuftes, multidisziplinäres diagnostisches und therapeutisches Programm anzubieten. In interdisziplinären Schmerzkonferenzen werden regelmäßig besondere Krankheitsprobleme diskutiert.

Therapieverfahren im Überblick

Im Folgenden werden verschiedene Therapieverfahren vorgestellt, die in der Schmerztherapie in Koblenz und Umgebung Anwendung finden.

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Akupunktur

Die Akupunktur ist eine nebenwirkungsarme Behandlungsmethode, die vielen Patienten spürbar und anhaltend helfen kann, vorausgesetzt die Indikationsstellung und Anwendung sind korrekt. Es gilt der Grundsatz: "Akupunktur heilt, was gestört ist. Akupunktur heilt nicht, was zerstört ist." Es werden verschiedene Akupunkturverfahren angewendet, die z. T. auch miteinander kombiniert werden: Körperakupunktur, Ohrakupunktur und die sog. Neue Schädelakupunktur nach Yamamoto (YNSA). Für jeden Patienten wird dabei ein auf die jeweiligen Beschwerden abgestimmtes individuelles Behandlungskonzept erstellt. Diese Leistungen werden in Kooperation mit weiteren Kollegen erbracht.

Infusionstherapie

Über eine kontinuierliche Infusion ("Tropf") können verschiedene Medikamente (Schmerzmittel, entspannende Substanzen, Vitaminpräparate) verabreicht werden, die akute oder chronische Schmerzen lindern. Die Infusionstherapie wird begleitend bei vielen Schmerzsyndromen eingesetzt. Das jeweilige Infusionsprogramm wird dabei individuell für jeden einzelnen Patienten zusammengestellt.

Medikamentöse Schmerztherapie

Dank intensiver Forschung existiert heutzutage eine große Menge verschiedenster Schmerzmittel, zu verabreichen in Form von Tabletten, Tropfen, Injektionen, Suppositorien, Salben, Pflaster etc. Eine solche Auswahl ist einerseits vorteilhaft, weil so für jeden Patienten ein individuelles Therapiekonzept aufgestellt werden kann. Andererseits ist gerade das Erstellen eines solchen Konzeptes nicht immer einfach und erfordert umfassende Kenntnisse und Erfahrung auf dem Gebiet der Schmerztherapie.

Nervenblockaden und Sympathikusblockaden

Mit Hilfe einer Nervenblockade lassen sich Schmerzen im Versorgungsgebiet des jeweiligen Nerven oder Nervengeflechtes zumindest für einen begrenzten Zeitraum reduzieren oder gar komplett beseitigen. Das geschieht durch einmalige oder wiederholte Injektion eines lokalen Betäubungsmittels oder Schmerzmittels. Bei bestimmten Schmerzsyndromen ist auch eine Blockade im Bereich des vegetativen Nervensystems (Sympathikusblockade) indiziert, um krankhafte Störungen des Vegetativums zu beeinflussen und damit den Schmerz zu lindern.

Neuraltherapie

Die Neuraltherapie - häufig auch als Therapeutische Lokalanästhesie (TLA) bezeichnet - ist eine Regulationstherapie, wie etwa die Akupunktur oder die Manuelle Medizin. Unter dem Oberbegriff Neuraltherapie werden verschiedene Techniken zusammengefasst, z. B. die Segmenttherapie oder auch die sog. Störfeldbehandlung. Allen Methoden gemeinsam ist die Applikation von lokalem Betäubungsmittel in schmerzhafte oder schmerzauslösende Körperregionen mittels Injektion.

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Physikalische Therapie

Es gibt eine Reihe von nicht-medikamentösen, physikalischen Verfahren, die zumindest als Begleitmaßnahme für eine effiziente Schmerztherapie von Bedeutung sind. Physikalische Verfahren dienen der Entspannung der Muskulatur und verbessern die Durchblutung. Damit kann der Teufelskreis aus Schmerz und Muskelverspannung, der bei vielen Schmerzsyndromen eine wesentliche Rolle spielt, durchbrochen werden.

Phytotherapie

Die Anwendung von Pflanzen oder Pflanzenteilen bei Schmerzen verschiedener Körperregionen hat eine lange Tradition. Pflanzliche Heilmittel können extern (Kräuterkissen, Phytobalneologie) oder intern (verschiedene pflanzliche Arzneimittel in Form von Tropfen, Tabletten oder auch Tee) appliziert werden. Ein großer Vorteil besteht in der insgesamt sehr guten Verträglichkeit. Schwerwiegende Nebenwirkungen treten nur höchst selten auf. Die Phytotherapie folgt in der Regel empirisch gewonnenen Erkenntnissen (Erfahrungsmedizin). Kontrollierte Studien fehlen häufig. An der grundsätzlichen Wirksamkeit pflanzlicher Medikamente besteht dennoch kein Zweifel. Diese Leistungen werden in Kooperation mit weiteren Kollegen erbracht.

Wirbelsäulennahe Blockaden

Die darunter zusammengefassten Techniken - Kaudal und Epiduralanästhesie (PDA), Periradikuläre Infiltrationen (PRT) und Facettenblockaden - gehören zu den invasiven schmerztherapeutischen Maßnahmen.

Biofeedback

Das Biofeedback-Verfahren gehört zu den alternativen Verfahren zur aktiven Stressbewältigung. Beim Biofeedback wird eine bewusste Kontrolle über konkrete physiologische Vorgänge wie Herzschlag, Atmung, Muskelspannung oder Durchblutung mit Hilfe medizintechnischer Geräte vorgenommen. Die Messgeräte helfen dabei, die auslösenden Vorgänge für Schmerzen und Stress im Körper zu erkennen, zu unterscheiden und durch gezielte Übungen zu beherrschen.

Symbioselenkung

Insbesondere chronische Schmerzsyndrome wie Migräne oder Spannungskopfschmerz, aber auch Hauterkrankungen oder Allergien gehen häufig mit einer Störung der natürlichen Bakterienflora des Darmes einher (sog. Darmdysbiose). In solchen Fällen stellt eine Symbioselenkung (auch als Darmsanierung bezeichnet), also die Wiederherstellung der physiologischen Flora, die Basis aller therapeutischen Bemühungen dar.

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TENS (Transkutane Elektrische Nervenstimulation)

TENS bedeutet "Transkutane Elektrische Nervenstimulation". Mit einem handlichen, tragbaren Gerät werden gezielt bestimmte Areale am Körper elektrisch gereizt. Dadurch lassen sich körpereigene, schmerzunterdrückende Abläufe im Zentralnervensystem aktivieren. U. a. werden dabei vom Körper selbst produzierte schmerzhemmende Substanzen (sog. Endorphine) verstärkt ausgeschüttet. Prinzipiell kann bei den meisten Schmerzsyndromen ein Versuch mit TENS unternommen werden. Lediglich bei Patienten mit Herzschrittmacher sollte man auf TENS verzichten.

Kinderkopfschmerzen: Ein besonderes Anliegen

Auch Kinder und Jugendliche leiden unter Kopfschmerzen. Das Katholische Klinikum Koblenz · Montabaur bietet in seiner Schmerztagesklinik ein spezielles Trainingsprogramm für Kinder und Jugendliche mit chronischen Kopfschmerzen an. Unter dem Titel "Stopp den Kopfschmerz" verbirgt sich ein Training, das mit Hilfe psychologischer Verfahren versucht, bei Kindern und Jugendlichen zwischen 8 und 14 Jahren beginnende chronische Spannungskopfschmerzen oder Migräne zu mindern oder zu beseitigen.

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