Migräne Tabletten im Vergleich zu normalen Kopfschmerztabletten

Kopfschmerzen sind ein weit verbreitetes Leiden, von dem etwa 70 % der Bevölkerung mindestens einmal jährlich betroffen sind. Dabei sind Frauen häufiger betroffen als Männer. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen primären Kopfschmerzerkrankungen wie Migräne und Spannungskopfschmerz und sekundären Kopfschmerzen, die als Symptom einer anderen Erkrankung auftreten. Die Mehrheit der Kopfschmerzerkrankungen (ca. 95 %) zählt zu den primären Kopfschmerzarten. Die richtige Diagnose ist entscheidend für eine effektive Behandlung.

Kopfschmerzarten und ihre Charakteristika

Die beiden häufigsten Kopfschmerzformen sind Spannungskopfschmerz und Migräne.

  • Spannungskopfschmerz: Dieser zeichnet sich durch einen beidseitigen, dumpfen oder drückenden Schmerz aus, der als leicht bis mittelstark empfunden wird und sich nicht durch körperliche Aktivität verstärkt. Die Angaben zur Häufigkeit variieren weltweit, liegen aber bei Frauen bei etwa 30,8 % und bei Männern bei 21,4 %. Viele Patienten beschreiben die Kopfschmerzen wie "einen Schraubstock" oder "ein Band um den Kopf, das zu eng ist", zum Teil wird auch von einem Benommenheitsgefühl gesprochen. Spannungskopfschmerzen nehmen bei körperlicher Aktivität typischerweise nicht zu. Sie bessern sich häufig an der frischen Luft.

  • Migräne: Migräne manifestiert sich typischerweise durch einen einseitigen, pulsierenden oder pochenden Schmerz, der als mittel bis schwer empfunden wird und sich häufig durch körperliche Aktivität verstärkt. Begleitsymptome können Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit sein. Die weltweite Prävalenz wird mit 18,9 % bei Frauen und 9,8 % bei Männern angegeben. Die Migräne kann schon in der Kindheit auftreten. Die Attacken sind im Kindesalter oft etwas weniger charakteristisch und kürzer als im Erwachsenenalter. Hier können Bauchschmerzen und Übelkeit, aber auch Schwindel in den Vordergrund treten. Vor der Pubertät sind Buben und Mädchen etwa gleich häufig betroffen. Nach der Pubertät sind Frauen bis zu dreimal häufiger betroffen. Am häufigsten manifestiert sich die Migräne zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr. Bei vielen Betroffen zeigt die Migräne im Laufe des Lebens deutliche Schwankungen mit besseren und schlechteren Zeiten. Am deut­lichsten sind die Beschwerden meist zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr ausgeprägt. Im höheren Alter wird die Migräne oft leichter und tritt auch seltener auf. Bei manchen Patienten bleibt die Migräne sogar ganz aus.

Diagnose und Behandlung von Kopfschmerzen

Um die richtige Diagnose stellen zu können, ist der Arzt auf die Schilderung der Beschwerden wesentlich angewiesen. Er wird nach der Lokalisation der Schmerzen, deren Intensität, dem Schmerzcharakter und den Begleitsymptomen fragen. Wichtig ist auch die Dauer der Attacken, potentielle Auslöser, die Häufigkeit der Attacken, der bisherige Krankheitsverlauf und die bislang praktizierte Therapie. Bei manchen Patienten treten auch nebeneinander verschiedene Kopfschmerzarten auf. Es kann bei chronischen Beschwerden im Vorfeld eines Arztbesuchs sinnvoll sein, für einige Wochen, einen Kopfschmerzkalender zu führen.

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Die körperliche Untersuchung ist der zweite entscheidende Baustein für die Diagnose. Bei den primären Kopfschmerzen ist der Untersuchungs­befund stets normal oder er erklärt die Kopfschmerzen nicht. Ist die Schilderung der Kopfschmerzen für eine Diagnose, z.B. die Migräne typisch und der Befund normal, sind keine weiteren Untersuchungen (EEG, CT, MRT) nötig. Nur bei Verdacht auf eine symptomatische Kopfschmerzerkrankung sind apparative Zusatzuntersuchungen notwendig.

Viele Kopfschmerzen sind harmlos und können bei gelegentlichem Auftreten gut mit frei verkäuflichen Schmerzmitteln behandelt werden. Wenn Kopfschmerzen jedoch regel­mäßig auftreten, nicht gut auf Schmerz­mittel ansprechen oder im Verlauf eine ansteigende Attackenfrequenz aufweisen, sollte man einen Arzt konsultieren. Wer (zunehmend) häufig Schmerzmittel (mehr als 8-10x im Monat) wegen der Kopfschmerzen einnimmt, tut ebenfalls gut daran einen Arzt aufzusuchen.

Hinweise auf einen symptomatischen Kopfschmerz sind neue von Beginn an prak­tisch täglich auftretenden Kopfschmerzen, eine Änderung vorbestehender Kopf­schmerzen, Fieber, oder begleitende neurologische Ausfallsymptome (z.B. Lähmungserschein­ungen, Gefühlsstörungen, Wesensänderung).

Akute Kopfschmerzen in der Selbstmedikation

Fast alle Menschen sind im Laufe ihres Lebens von Kopfschmerzen betroffen. Die lebenslange Prävalenz von Kopfschmerzen liegt weltweit bei 96%, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Über die Hälfte der Betroffenen Migräne-Patienten stimmt die Behandlung nicht mit einem Arzt ab, bei Spannungskopfschmerzen ist die Zahl noch deutlich höher. Daraus ergibt sich die hohe Bedeutung der Beratung in der Selbstmedikation zu Verträglichkeit und Wirksamkeit der Akutmedikation.

Medikamentöse Behandlung von Kopfschmerzen

Schmerzmittel (Analgetika)

In der Fachsprache heißen alle Medikamente, die eine schmerzstillende oder -lindernde Wirkung haben, Analgetika.

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  • Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR): NSAR wie Acetylsalicylsäure (ASS) oder Ibuprofen greifen in die Schmerzweiterleitung des Körpers ein. Sie hemmen die Herstellung der Prostaglandine, indem sie ein Enzym, die Cyclooxygenase-2 (COX-2), blockieren. Die Schmerzweiterleitung wird unterbrochen und das Schmerzempfinden lässt nach. Die Schmerzmittel beseitigen also nicht die Ursache des Schmerzes, aber sie helfen, ihn weniger stark oder gar nicht mehr zu fühlen. NSAR wirken gegen Schmerzen, Entzündungen und Fieber.

  • Paracetamol: Paracetamol wirkt gut gegen Fieber, wohingegen die Schmerzlinderung geringer ist als bei Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure. Wie genau die Wirkweise von Paracetamol ist, haben Experten noch nicht herausgefunden. Sie vermuten, dass Paracetamol die COX-Enzyme nur wenig hemmt. Schmerzen lindert Paracetamol möglicherweise, indem es ins Gehirn gelangt und dort Botenstoffe blockiert.

  • Kombinationspräparate: Einige Schmerzmittelpräparate bestehen aus einer Kombination verschiedener Wirkstoffe. Gängig sind die Kombinationen von Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Koffein oder Ibuprofen plus Koffein. Einigen Schmerzpatienten helfen solche Kombinationspräparate besonders gut, beispielsweise gegen Kopfschmerzen und Migräne. Schmerzmittel mit Koffein sind laut Studien zwar etwas wirksamer als Monopräparate, erhöhen möglicherweise aber auch das Risiko für einen medikamenteninduzierten Kopfschmerz. Weiterhin können bei einem Medikament mit zwei oder drei Kombinationspartnern Nebenwirkungen aller verwendeten Wirkstoffe auftreten. Außerdem sind die Anteile der schmerzlindernden Wirkstoffe in Kombinationspräparaten häufig zu gering, um bei Migräne ausreichend zu wirken. Das wiederum verleitet dazu, mehr Tabletten einzunehmen und somit ungewollt auch die Dosis von Begleitstoffen wie Koffein zu steigern.

Migräne-spezifische Medikamente

  • Triptane: Triptane sind besondere Schmerzmittel zur Behandlung der Migräne. Sie sind gut wirksam bei Migräne, lindern aber nicht „normale“ Kopfschmerzen, wie beispielsweise Spannungskopfschmerzen. Triptane binden an bestimmte Rezeptoren (Serotoninrezeptoren) und führen dadurch zu einer Gefäßverengung im Gehirn- Zudem reduzieren sie Entzündungen rund um die dortigen Gefäße. Ein Vorteil dieser Medikamente ist, dass diese in unterschiedlichsten Formen angewendet werden können. Bei Patient:innen, die unter Erbrechen während der Migräneattacke leiden, eignet sich die Verabreichung als Nasenspray. Triptane stehen auch als Tabletten und zur Injektion zur Verfügung. Die meisten Triptane sind verschreibungspflichtig, d.h. sie können nur nach ärztlicher Verordnung eingenommen werden. Alle Medikamente wirken am besten, wenn sie frühzeitig d.h. zu Beginn der Migräne Attacke eingenommen werden. In der Auraphase helfen die Medi­kamente oft nicht. Triptane sollten in der Auraphase grundsätzlich nicht eingenommen werden. Damit die Medi­kamente ihre optimale Wirkung entfalten können, sollten sich die Patienten zurückziehen und hinlegen. Nachteil aller Schmerzmittel ist, dass sie immer dann, wenn sie über längere Zeit zu häufig eingenommen werden, zu einer Verschlechterung und Chronifizierung der Migräne führen können. Deswegen dürfen normale Schmerzmittel nicht häufiger als an 10-15 Tagen im Monat genommen werden. Migräne spezifische Medikamente sollten höchstens an 8 bis maximal 10 Tagen im Monat genommen werden.

  • Ditane: Eine noch sehr neue Wirkstoffklasse sind die Ditane.

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Weitere Medikamente

  • Antiemetika: Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen können Begleitsymptome von Migräneattacken sein. Zusätzlich ist oft die Muskulatur des Magens in ihrer Beweglichkeit gestört und damit die Fortbewegung des Speisebreis. Sogenannte Antiemetika (Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen) sollen diese Funktionsstörungen bei Migräne beheben. Die eingeschränkte Magenaktivität während der Migräneattacke führt dazu, dass die Schmerzmittel kaum in den Darm weitertransportiert werden. Folge: Die gewünschte Wirkung bleibt aus. Aus diesem Grunde sollten Sie 15 Minuten vor der Einnahme des Migränemittels ein Antiemetikum (Metoclopramid oder Domperidon) einnehmen.

Leitlinien und Empfehlungen

Nationale wie internationale Leitlinien empfehlen Acetylsalicylsäure (ASS) als Mittel der ersten Wahl und bewerten die wissenschaftliche Evidenz der Wirksamkeit von ASS mit der höchsten Stufe. Eine aktuell publizierte Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) in Zusammenarbeit mit sechs weiteren Fachgesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz konzentriert sich auf die Behandlung von Kopfschmerzen vom Spannungstyp. In der Akuttherapie sehen die Autoren die Monotherapie mit ASS (500-1000 mg) sowie Paracetamol und Ibuprofen am besten belegt. Wegen der Gefahr der Entstehung eines medikamenteninduzierten Kopfschmerzes sollten diese Analgetika an maximal 15 Tagen im Monat verwendet werden.

Auch bei der Behandlung der akuten Migräneattacke bestätigt eine Leitlinie der DGN in Zusammenarbeit mit Fachgesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die Wirksamkeit von ASS (900-1000 mg) und nichtsteroidalen Antiphlogistika (NSAID) sowie deren Kombination mit Coffein. Bei leichteren und mittelstarken Migräneattacken sollte zunächst mit diesen Präparaten behandelt werden.

Die European Federation of Neurological Societies (EFNS) kommt in ihren Leitlinien zu vergleichbaren Empfehlungen. In Bezug auf Spannungskopfschmerz sind ebenfalls OTC-Analgetika wie ASS (500-1000 mg) und weitere NSAID Mittel der ersten Wahl - noch vor Kombinationen mit Coffein. Und ganz analog zur deutschen Leitlinie empfiehlt die EFNS zur Behandlung des akuten Migräneanfalls ASS (1000 mg) sowie Ibuprofen, Naproxen, Diclofenac, Paracetamol sowie die Kombinationen mit Coffein.

Innovative Galenik für schnellere Wirkung

Durch eine schnelle und effektive Schmerzlinderung sinkt der Bedarf von Patienten, zusätzliche Medikamente zur Verbesserung der Wirkung einzusetzen, die zu unerwünschten Wirkungen führen könnten. Eine aktuelle gepoolte, retrospektive Analyse von drei Studien beziffert die Zeit bis zur ersten Schmerzreduktion auf 20 Minuten bei ASS und 18,6 Minuten bei Paracetamol. Sowohl in Bezug auf die erste Schmerzreduktion als auch in Bezug auf die effektive Schmerzreduktion sind beide Wirkstoffe vergleichbar und signifikant besser als Placebo.

Es hat sich gezeigt, dass eine neue Formulierung für Tabletten zum Einnehmen in vivo die Auflösungszeit und die Zeit bis zur maximalen Plasmakonzentration erheblich verringert. Die kleine Partikelgröße des Wirkstoffs bietet eine größere Oberfläche als die normale ASS-Tablette, was zu einer schnelleren Auflösung und folglich zu einer schnelleren Absorption führt.

Verträglichkeit von ASS

Eine aktuelle gepoolte, retrospektive Analyse bestätigte die gute Verträglichkeit von ASS 1000 mg als einmalige Gabe. In den ausgewerteten Studien zeigten sich bei 94,7% der Teilnehmer keine gastrointestinalen Nebenwirkungen, im Placebo-Arm blieben 91,4% der Teilnehmer ohne gastrointestinale Nebenwirkungen. In Bezug auf Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen liegen ASS und PCM auf Placebo-Niveau.

Wann nehme ich Schmerzmittel bei Migräne ein?

Eine leichte bis mittelschwere Migräne-Attacke kann mit freiverkäuflichen Schmerzmitteln behandelt werden. Doch wie lässt sich eine leichte Migräne von einer schweren abgrenzen?

Diese Anhaltspunkte sprechen für die leichte Form:

  • Die Kopfschmerzintensität steigert sich langsam.
  • Aura-Symptome wie Flimmern oder Lichtblitze im Blickfeld sind nur gering ausgeprägt oder fehlen gänzlich.
  • Die Übelkeit hält sich in Grenzen, Erbrechen bleibt aus.
  • Die Stärke der Schmerzen wird insgesamt als leicht bis mittelgradig eingestuft.

Mit medikamentösen Maßnahmen kann unter Umständen auch bereits dann begonnen werden, wenn vor der Haupt-Kopfschmerzphase Ankündigungssymptome auftreten. Das können sein:

  • Stimmungsschwankungen
  • Hyperaktivität
  • erhöhter Appetit
  • ausgeprägtes Gähnen

Die Medikamente vor der Schmerzphase einzunehmen, empfehlen Ärzte aber nur den Patienten, die ihren Körper gut kennen, die über eine gute Medikamentenverträglichkeit berichten und bei denen nicht die Gefahr eines Schmerzmittelübergebrauchs besteht.

Ansonsten solltest du Schmerzmittel so früh wie möglich einnehmen, also zu Beginn der Kopfschmerzphase. Während einer Migräne-Attacke kann es zu Aufnahmestörungen in Magen und Darm kommen, sodass die Medikamente oftmals ihre volle Wirkung nicht entfalten. Zudem ist es wichtig, eine ausreichende Menge der Substanz zu verwenden.

Lies vor der Einnahme immer die Packungsbeilage der Schmerzmittel und überschreite niemals die angegebene tägliche Höchstdosierung. Kündigt sich eine schwere Migräne an, eignen sich Triptane.

Was tun, wenn Schmerzmittel nicht wirken?

Es gibt unterschiedliche Ursachen, warum Schmerzmittel manchmal bei Kopfschmerzen nicht wirken. Achte auf die folgenden Dinge, damit die Wirkstoffe ihren vollen Effekt entfalten können:

  • Nimm das Schmerzmittel möglichst frühzeitig und in ausreichender Dosierung ein.
  • Trink viel.
  • Anschließend ruhe dich aus, am besten in einem ruhigen und abgedunkelten Zimmer. Das unterstützt die Wirkung, da der Körper sich entspannen kann.
  • Zudem kannst du die Möglichkeiten einer nicht-medikamentösen Behandlung der Migräne nutzen. Dazu gehört unter anderem die Anwendung eines Entspannungsverfahrens wie der progressiven Muskelentspannung.
  • Scheue dich nicht davor, einen Arzt aufzusuchen.

Nicht-medikamentöse Behandlung

Eine wichtige Rolle in der Beeinflussung der Migräneintensität und Häufigkeit spielen die nichtmedikamentösen Verfahren. Studien konnten eine positive Beeinflussung auf die Migräne durch z. B. regelmäßigen Ausdauersport und Muskelentspannungs­verfahren nachweisen, auch Biofeedback ist wirksam. Viele Patienten kennen bestimmte Auslösefaktoren für ihre Migräne Attacken wie zum Beispiel Schlafentzug, das Auslassen von Mahlzeiten, unzureichende Flüssigkeitszufuhr oder Stress. Wichtig ist zudem, den Lebensstil zu verändern und Migräne-Auslöser zu vermeiden. „Bei einem Patienten ist es grelles Licht, bei einer anderen Patientin Lärm. Auch Übermüdung und Stress spielt eine Rolle.

Im Vordergrund der vorbeugenden Behandlung von Spannungskopfschmerzen stehen neben Allgemeinmaßnahmen wie der Organisation eines regelmäßigen Tages­ablaufes mit Pausen und ausreichendem Schlaf, sowie der Reduktion von Stressfaktoren regelmäßiger, d.h. nach Möglichkeit dreimal die Woche über mindestens 30 min, Ausdauer­sport (z. B. Radfahren, Schwimmen, Joggen, Nordic Walking usw.) sowie die Durchführung von Entspannungsübungen, die ähnlich wie bei der Migräne gut wirksam sind. Es stehen verschiedene Entspannungsverfahren zur Verfügung, wobei sich die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson (PMR) als eines der wirksamsten und am einfachsten durchzufüh…

Medikamenteninduzierter Kopfschmerz

Ein großes Problem ist, dass die häufige Einnahme von Schmerzmitteln an mehr als 10 Tagen im Monat zu einer Zunahme der Kopfschmerzen führen kann, so dass bei einem chronischen Spannungskopfschmerz empfohlen wird, Schmerzmittel nur dann einzunehmen, wenn es sich gar nicht vermeiden lässt. Wichtig ist einen Überblick zu behalten, an wie viel Tagen pro Monat Schmerzmittel genommen wurden. „Hinzu kommt das Risiko eines Medikamenten-Übergebrauchskopfschmerzes. „Das Risiko besteht grundsätzlich auch bei Triptanen.

Risiken und Nebenwirkungen

Auch wenn im Beipackzettel eine lange Reihe von möglichen Nebenwirkungen aufgelistet wird - viele vertragen Schmerzmittel gut. Besonders dann, wenn diese streng nach Anweisung und nur für eine kurze Zeit eingenommen werden. Dennoch beklagen manche Patienten nach der Einnahme von Schmerzmitteln Magen-Darm-Beschwerden. Besondere Aufmerksamkeit ist bei Asthma oder Herzerkrankungen geboten. In solchen Fällen ist Paracetamol im Vergleich zu Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure die bessere Wahl. Ebenfalls nicht empfehlenswert ist die gleichzeitige Einnahme von mehreren NSAR, wie Ibuprofen, Naproxen, Diclofenac und Acetylsalicylsäure. Nicht ratsam ist es, Alkohol zu trinken, solange Schmerzmittel eingenommen werden. Dadurch können Sie Nebenwirkungen verstärken.

Schmerzmittel in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft ist der Wunsch groß, auf die Einnahme von Medikamenten zu verzichten. Ist der Leidensdruck durch Schmerzen jedoch immens, sind Analgetika manchmal nicht zu vermeiden. Nach den aktuellen Empfehlungen des BfArM sollten NSAR wie Ibuprofen in den ersten sechs Monaten der Schwangerschaft nur eingenommen werden, wenn es unbedingt notwendig ist und die Einnahme vom Arzt empfohlen wurde. Ab der 20. Schwangerschaftswoche besteht bei einer mehrtätigen Einnahme von NSAR die Gefahr, dass Nierenprobleme beim ungeborenen Kind entstehen. Diese wiederum können zu einer verringerten Fruchtwassermenge oder zur Verengung eines Blutgefäßes im Herzen führen. Acetylsalicylsäure ist in der Schwangerschaft nur in Ausnahmefällen geeignet. Eine Alternative zu NSAR wie Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen ist Paracetamol.

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