Migräne, Triptane und Fahrtauglichkeit: Was Patienten und Ärzte wissen müssen

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, von der in Deutschland etwa 18 Millionen Menschen betroffen sind. Migräneattacken und die Einnahme von Medikamenten zur Vorbeugung und Behandlung einer Migräne können die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen. Dieser Artikel beleuchtet die Zusammenhänge zwischen Migräne, der Einnahme von Triptanen und der Fahrtauglichkeit und gibt Empfehlungen für Patienten und Ärzte.

Migräne und ihre Auswirkungen auf die Fahrtauglichkeit

Außerhalb von Migräneattacken können Betroffene in der Regel sicher ein Kraftfahrzeug führen. Bei einer Migräneattacke ist das aber meist nicht mehr möglich und dann auch nicht erlaubt. Migräneattacken werden dabei grundsätzlich genauso behandelt wie z.B. grippale Infekte oder eine Magen-Darm-Grippe. Sie gelten als akut, vorübergehend und kurzzeitig anhaltend. Bei Migräne, die mit Schwindelanfällen einhergeht, darf oft nur nach längerer Anfallsfreiheit wieder Auto gefahren werden. Wer dennoch fährt, kann sich strafbar machen. Grundsätzlich gilt: Bei akuten, vorübergehenden, sehr selten vorkommenden oder nur kurzzeitig anhaltenden Erkrankungen müssen Betroffene kritisch prüfen, ob sie noch fahren können oder nicht. Im Zweifel müssen sie zur Sicherheit das Fahrzeug stehen lassen oder anhalten oder ärztlichen Rat einholen, bevor sie losfahren.

Migräne kann sich durch Autofahren verschlimmern, da zahlreiche Reize sowie die aufgebrachte Konzentrationsleistung das Gehirn zusätzlich belasten.

Phasen einer Migräneattacke und ihre Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit

Ein Migräneanfall besteht in der Regel aus mehreren Phasen und kann wenige Stunden bis hin zu mehreren Tagen dauern.

  • Frühphase (Vorboten): Es gibt diverse Vorboten, die eine Migräne ankündigen. Typische Kennzeichen der Frühphase - einzeln oder in Kombination - sind unter anderem:

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    • Aura: Sehstörungen, Sprachstörungen wie Wortfindungsschwierigkeiten, Hörstörungen (z.B. Tinnitus), Taubheitsgefühl, Kribbeln (z.B. im Gesicht, an Händen oder Armen)
    • Müdigkeit, vermehrtes Gähnen
    • Heißhunger auf Zucker und andere Kohlenhydrate (da das Gehirn einen stark erhöhten Energiebedarf hat)
    • Muskelverspannungen (z.B. starke Nackenschmerzen)
    • Gereiztheit
    • Konzentrationsprobleme
    • Schlafstörungen
    • Verdauungsprobleme
    • Schwindel

    Treten diese Frühsymptome auf, sollten Sie Autofahren vermeiden, sich möglichst ausruhen und eventuell Akutmedikamente oder Schmerzmittel einnehmen. Wer nicht mehr richtig sieht, Taubheitsgefühle, Schwindel oder starke Müdigkeit empfindet, kann nicht mehr sicher am Straßenverkehr teilnehmen.

  • Kopfschmerzphase: Zu den möglichen Merkmalen der Kopfschmerzphase eines Anfalls zählen:

    • Teils halbseitiger, pochender, intensiver Kopfschmerz, der sich bei Anstrengung (körperlich oder geistig) verschlimmert
    • Übelkeit und/oder Erbrechen
    • Licht-, Geräusch- und Geruchsempfindlichkeit
    • Starke Konzentrationsschwäche
    • Erschöpfung

    Die individuelle Ausprägung der Symptome ist sehr unterschiedlich, nicht alle genannten Merkmale müssen auftreten. Spätestens in dieser Phase ist eine Fokussierung auf komplexe Tätigkeiten wie das Autofahren nicht mehr uneingeschränkt möglich. Es ist deshalb dringend ratsam, das Fahrzeug stehen zu lassen.

  • Erholungsphase: Nach der Kopfschmerzphase setzt die Erholungsphase ein. Sie bringt häufig ein intensives Erschöpfungsgefühl mit sich, kann aber auch als positiv empfunden werden, da die Schmerzen nachlassen. Es kann bis zu 48 Stunden dauern, bis man sich von einer Migräneattacke erholt hat.

Sonderformen der Migräne und ihre Auswirkungen auf die Fahrtauglichkeit

Neben der Migräne mit klassischen Aura-Symptomen unterscheiden Fachleute weitere Kopfschmerzformen, die das Sehen beeinträchtigen und somit das Autofahren behindern.

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  • Augenmigräne (ophthalmologische Migräne): Hier stehen Beschwerden wie ein Gesichtsfeldausfall (z. B. dunkle Flecken oder Farbveränderungen) flimmernde Lichtblitze und sogar der Sehverlust auf einem Auge im Vordergrund. Kopfschmerzen treten in dieser Phase in der Regel noch nicht auf. Nach 10 bis 30 Minuten verschwinden die Seheinschränkungen meist wieder.
  • Vestibuläre Migräne: Sie äußert sich durch plötzlich auftretenden Drehschwindel, der entweder in der Frühphase, während oder nach der Attacke auftritt. Das starke Drehgefühl macht es unmöglich, sich auf das Autofahren zu konzentrieren. Es hält meist mehrere Stunden an, manchmal sogar mehrere Tage, manchmal lediglich Minuten. Während einer Schwindelattacke ist die Fahreignung nicht gegeben. Allerdings treten auch bei dieser Form der Migräne in der Regel Vorboten auf, sodass Betroffene nicht vollkommen von dem Drehschwindel überrascht werden und Vorsichtsmaßnahmen treffen können.
  • Familiäre hemiplegische Migräne (FHM): Bei FHM kommen zu Seh-, Empfindungs-, oder Sprachstörungen motorische Beeinträchtigungen wie halbseitige Lähmungserscheinungen hinzu. Die neurologischen Symptome können tagelang anhalten und lassen während der akuten Attacke kein Autofahren zu.

Triptane und ihre Auswirkungen auf die Fahrtauglichkeit

Die Behandlung mit Triptanen kann z.B. Schläfrigkeit verursachen und die Fähigkeit zur Bewältigung komplexer Aufgaben einschränken. Hinweise dazu sind in der Packungsbeilage des jeweiligen Medikaments enthalten. Dort steht allerdings auch, dass die Fahrtauglichkeit eingeschränkt sein kann, wenn das nur selten vorkommt. Es sollte möglichst mit dem Arzt und/oder Apotheker abgesprochen werden, ob Betroffene bei Einnahme eines bestimmten Medikaments ein Kraftfahrzeug führen können oder nicht.

Einige Triptane (Sumatriptan, Rizatriptan und Zolmitriptan) werden, wie Serotonin auch, durch Monoaminoxidase A (MAO-A) abgebaut. Die gleichzeitige Gabe von MAO-Hemmern (z. B.

Naratriptan: Ein Beispiel für ein Triptan

Naratriptan ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Triptane, der als 5HT(1B/1D)-Rezeptor-Agonist zur Behandlung von Migräne mit oder ohne Aura angewendet wird. Naratriptan ist wie andere Triptane ein Serotonin (5-Hydroxytryptamin; 5-HT)-Rezeptoragonist mit erhöhter Spezifität für die 5-HT1B- und 5-HT1D-Rezeptorsubtypen. Die Aktivierung von 5-HT1B-Rezeptoren durch ein Triptan veranlasst eine Verengung der erweiterten Blutgefäße in der Hirnhaut. Naratriptan wird nach oraler Einnahme gut resorbiert (74% orale Bioverfügbarkeit). Die Resorption erfolgt schnell mit maximalen Plasmakonzentrationen nach 2 bis 5 Stunden. Während einer Migräneattacke ist die Absorptionsrate langsamer. Das Verteilungsvolumen von Naratriptan beträgt 170 L und die Proteinbindung 28% bis 31% (im Konzentrationsbereich von 50 bis 1000 ng/ml). Die Metabolisierung von Naratriptan erfolgt primär hepatisch. In vitro wird Naratriptan durch eine Vielzahl von Cytochrom-P450-Isoenzymen zu einer Reihe inaktiver Metaboliten metabolisiert.

Die empfohlene Dosis von Naratriptan beträgt 2,5 mg. Falls die Migräneschmerzen nach anfänglicher Besserung erneut auftreten, kann eine weitere Filmtablette eingenommen werden, vorausgesetzt, es sind mindestens 4 Stunden nach Einnahme der ersten Filmtablette vergangen. Die Gesamtdosis sollte 2 Filmtabletten zu 2,5 mg innerhalb von 24 Stunden nicht überschreiten. Spricht ein Patient auf die ersten Dosis Naratriptan bei Migräne nicht an, sollte für denselben Anfall keine weitere Dosis eingenommen werden, da davon kein Nutzen zu erwarten ist.

Hinweise an den Patienten: Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgeführt. Bei Patienten, die Tätigkeiten durchführen, die eine erhöhte Aufmerksamkeit erfordern (wie Autofahren oder das Bedienen von Maschinen) ist jedoch Vorsicht geboten, da während eines Migräneanfalls oder durch dessen Behandlung mit Naratriptan Benommenheit und andere Symptome auftreten können.

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Rechtliche Aspekte und Strafen

Wer ein Kraftfahrzeug wegen einer Migräneattacke oder der Einnahme von Medikamenten zur Vorbeugung oder Behandlung von Migräneattacken nicht sicher führen kann und trotzdem damit am Straßenverkehr teilnimmt, muss mit einer Strafe wegen Gefährdung des Straßenverkehrs gemäß § 315c Abs. 1 Nr. 1 StGB rechnen. Mit bestimmten Medikamenten im Blut ist es grundsätzlich auch dann nicht erlaubt zu fahren, wenn die Fahrtauglichkeit nicht eingeschränkt ist. Das geht dann nur, wenn sie ärztlich verordnet wurden und auch nur bei bestimmungsgemäßem Gebrauch für die Behandlung einer Krankheit. Solche Medikamente werden aber nicht zur Behandlung von Migräne empfohlen (z.B.

Bis zu fünf Jahre Gefängnis oder eine Geldstrafe drohen dem, der nach dem Genuss alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel oder durch geistige oder körperliche Mängel sein Fahrzeug nicht sicher führen kann und dadurch Leib und Leben anderer Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet. So steht es im Paragrafen 315c der Straßenverkehrsordnung.

Wer trotz körperlicher oder geistiger Einschränkungen Auto fährt, gefährdet unter Umständen das Leben oder die Gesundheit anderer Menschen."Ärztliches Fahrverbot" ist bindendAttestiert die Ärztin oder der Arzt eine Fahruntauglichkeit - wenn auch nur zeitweise - aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen, müssen Verkehrsteilnehmende dem nachkommen. Wer jedoch gegen das ärztliche Fahrverbot verstößt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, wenn er trotz fehlender Fahrtauglichkeit fährt und macht sich (z.B. bei einem Unfall) strafbar, wenn er andere Personen gefährdet. Bei einem Unfall drohen Geld- und sogar Freiheitsstrafen, wenn jemand verletzt oder im schlimmsten Fall getötet wird. Zudem kann die Kfz-Haftpflichtversicherung bereits an die Unfallgeschädigten ausgezahltes Geld zurückfordern; die Kaskoversicherungen können Leistungen kürzen oder verweigern.

Wenn Ihnen eine Straftat oder Ordnungswidrigkeit vorgeworfen wird, weil Sie trotz Migräne Auto gefahren sind, können Sie sich auf Ihr Schweigerecht berufen, die Aussage verweigern und sich dann um Strafverteidigung durch eine Anwaltskanzlei kümmern. Die Verteidigung müssen Sie grundsätzlich selbst bezahlen, bekommen das Geld aber bei einem Freispruch zurück.

Alternative Empfehlungen und Therapieansätze

Akuttherapie

Ziel der Akuttherapie ist es, die Migräneattacke möglichst schnell und vollständig zu beenden.

  • Schmerzmittel: Nichtopioidanalgetika und nichtsteroidale Antiphlogistika (Aspirin, Paracetamol, Ibuprofen, Naproxen, Metamizol), die häufig eine Linderung erbringen, aber nicht immer wirksam sind.
  • Triptane: Diese wirken spezifischer und damit etwas besser als die o.g. anderen Schmerzmittel, und zwar u.a. durch eine Verengung der Blutgefäße im und am Kopf. Neben vielen oralen Triptanen, die sich in ihrer Wirkschnelligkeit und Wirkdauer unterscheiden, gibt es auch als Nasenspray oder als Spritzen anzuwendende Triptane.
  • Gegen begleitende Übelkeit können Substanzen wie Metoclopramid oder Domperidon eingesetzt werden.
  • Lasmiditan („Rayvow“): Es kann bei Kontraindikationen gegen Triptane eingesetzt werden, da es keinen gefäßeinengenden Effekt (Vasokonstriktion) verursacht. Allerdings ist es weniger effektiv als Triptane. Außerdem führt es u.a.
  • Rimegepant: Dies ist ein neu entwickelter CGRP-Rezeptor-Antagonist, der in Deutschland zwar schon zugelassen, jedoch noch nicht verfügbar ist und theoretisch zur Anwendung kommt, wenn Analgetika oder Triptane nicht eingesetzt werden können oder nicht vertragen werden. Auch hier kommt es nicht zu einer Vasokonstriktion.
  • Externe Stimulation des 5.
  • nicht-pharmakologische Maßnahmen wie Minzöl, Entspannung, Biofeedback etc. Deren Wirksamkeit in der Akuttherapie ist bisher wissenschaftlich nur wenig untersucht worden. Auch Akupunktur ist als nichtmedikamentöses Verfahren wirksam in der Behandlung einer akuten Migräne.

Prophylaktische Therapie

Bei einer hohen Anzahl von Migräneattacken pro Monat kommt weiterhin die prophylaktische Therapie zum Einsatz. Diese soll langfristig die Häufigkeit und Intensität von Migräneanfällen reduzieren.

Ziel der Migräneprophylaxe ist eine Reduktion von Häufigkeit, Dauer und Intensität der Migränekopfschmerzen sowie die Vermeidung von Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch. Verschiedene Medikamente, die ursprünglich gegen andere Erkrankungen eingesetzt werden, haben sich in der prophylaktischen Therapie der Migräne als wirksam erwiesen.

  • CGRP-Antagonisten: Wenn alle vier oben genannten Substanzen erfolglos probiert wurden oder Kontraindikationen gegen eine Therapie bestehen, können Antikörper gegen das Molekül CGRP (Calcitonin gene related peptide) oder seinen Rezeptor eingesetzt werden. Im Einzelnen sind dies Fremanezumab („Ajovy“), Galcanezumab („Emgality“) oder Erenumab (CGRP-Rezeptor-Antikörper; „Aimovig“). Diese Substanzen werden alle 4 Wochen vom Patienten selbst unter die Haut (subkutan) gespritzt.
  • Bei sehr häufigen Migräneattacken, also bei chronischer Migräne, kann das Nervengift Botulinumtoxin A an mehrere spezifische Stellen unter die Kopfhaut gespritzt wirken.
  • Nicht-pharmakologische Verfahren sind Ausdauersport, aber auch andere Sportarten, Yoga, Entspannungstechniken, Biofeedback, Akupunktur, Änderung des Lifestyles und der Ernährung etc. Bezüglich der Ernährung soll eine zuckerarme, fettarme oder ketogene Diät in manchen Fällen effektiv sein.
  • Die Dauer der medikamentösen Migräneprophylaxe soll 6 Monate (bei Flunarizin) bzw. 9-12 und maximal 24 Monate betragen, danach soll ein Absetzversuch unternommen werden. Laut nationalen Leitlinien soll die medikamentöse Therapie durch nichtmedikamentöse Verfahren ergänzt und im Verlauf, wenn möglich, ersetzt werden. Regelmäßiger Ausdauersport wird empfohlen.
  • Nach sorgfältiger Abwägung kann in einigen Fällen einer chronischen Migräne eine chronische Stimulation des N. occipitalis major (ONS) eingesetzt werden. Seit 2011 ist hierfür ein Neurostimulator zugelassen. Die Durchführung ist zur Zeit jedoch nur im Rahmen von Studien zu empfehlen. Auch nichtinvasiv kann eine Neurostimulation erfolgen, die dann an Ausläufern des N. vagus (z.B. über eine Ohrelektrode) oder des N. trigeminus erfolgt. Es gibt Verfahren mit repetitiver transkranieller Stimulation (rTMS) oder Stimulation über die Haut mittels TENS. Hierbei soll die kortikale Erregbarkeit und damit der Kopfschmerz v.a. bei Migräne mit Aura reduziert werden.

Telemedizinische Verfahren und Apps

Über spezielle Apps kann einerseits die Migränehäufigkeit und damit der Verlauf bzw. das Therapieansprechen zeitnah dokumentiert werden (z.B. über die „DMKG-App“, einem digitalen Kopfschmerzkalender). Außerdem kann so Wissen zur Erkrankung und über mögliche v.a. nichtmedikamentöse Therapieoptionen vermittelt werden, und Betroffene können sich sozial vernetzen. In Deutschland werden u.a. die „Migräne-App“ und „M-Sense“ genutzt. „M-Sense“ kann zu Lasten der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung verordnet werden und kombiniert ein interaktives Kopfschmerztagebuch mit nichtmedikamentösen Therapieoptionen (Entspannung, Ausdauersport, Patientenedukation, körperliche Übungen). Andere aktuell verfügbare Apps sind „Headache hurts“, „Migraine Buddy“, „N1-Kopfschmerz“, „Manage my Pain Pro“ und „Kopfschmerztagebuch“.

Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch

Dies beschreibt einen chronischen, d.h. mindesten 15 Tage pro Monat auftretenden Kopfschmerz bei Übergebrauch von Schmerz- oder Migränemitteln (an 10-15 Tagen pro Monat, seit mindestens 3 Monaten). Laut DGN kann der Übergebrauch jeglicher Kopfschmerzmittel (Analgetika, Ergotamin, Triptane, Benzodiazepine, Opioide, Barbiturate) zur Entwicklung eines Kopfschmerzes führen. Betroffene Patienten entwickeln meist einen diffusen holokraniellen, dumpf drückenden Kopfschmerz ohne vegetative Begleiterscheinungen. Migränepatienten mit Triptanübergebrauch entwickeln häufig zunächst eine Zunahme der Migränefrequenz und später einen pulsierenden klopfenden Kopfschmerz, teilweise in Verbindung mit Übelkeit. Die für die Entwicklung des Kopfschmerzes bei Medikamentenübergebrauch kritische Einnahmedauer und -frequenz sind am kürzesten und niedrigsten für Triptane und Mutterkornalkaloide und länger und höher für Analgetika (Evers et al. 1999, Limmroth et al. 2002, in DGN 2012). Therapeutisch muss ein Medikamentenentzug erfolgen. Überbrückend müssen meist andere Medikamente, teilweise auch Cortison, eingesetzt werden.

Was tun bei Migräne?

Stellen Sie bei sich kurz vor einer Autofahrt Symptome eines Migräneanfalls fest, versuchen Sie nach Möglichkeit auf öffentliche Verkehrsmittel auszuweichen. Eventuell fährt Sie eine befreundete Person nach Hause. Ist das nicht möglich, warten Sie ab, bis die Symptome nachgelassen haben und Sie wieder sicher fahren können. Außerdem ist es empfehlenswert, die Akutmedikamente immer bei sich zu tragen, um den Anfall möglichst früh zu stoppen.

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