Viele Menschen leiden täglich unter Kopfschmerzen und Migräne, was ihren Tagesablauf erheblich beeinträchtigt. Konzentration und die Erledigung einfacher Aufgaben scheinen während dieser Zeit fast unmöglich. Es gibt verschiedene Arten von Kopfschmerzen, die unterschiedliche Ursachen haben können. Um den Ursprung der Kopfschmerzen zu finden, ist es oft notwendig, verschiedene Arztpraxen unterschiedlicher Fachrichtungen aufzusuchen. Eine Möglichkeit ist der Besuch einer auf Kieferorthopädie spezialisierten Zahnarztpraxis. Dieser Artikel erläutert, wie Kopfschmerzen bzw. Migräne mit der Zahn- und Kieferstellung zusammenhängen und welche Behandlungsschritte möglich sind.
Das Wichtigste in Kürze
- Es gibt viele Ursachen für Kopfschmerzen und Migräne.
- Kieferorthopäden prüfen, ob die Stellung von Kiefer und Zähnen korrekt und harmonisch ist.
- Die Kiefergelenke sind eng mit den Funktionen des Schädels verbunden und beeinflussen sich gegenseitig.
- Eine Zahn- und Kieferfehlstellung kann Druck und Spannungen erzeugen, die Kopfschmerzen oder Migräne auslösen können.
- Aufbissschienen können helfen, Kieferfehlstellungen unkompliziert zu korrigieren, obwohl es einige Zeit dauern kann, bis die Symptome nachlassen.
Zusammenspiel von Zahn- und Kieferstellung mit Kopfschmerzen
Chronische Kopfschmerzen oder Migräne können viele Ursachen haben. Eine davon ist die Zahn- und Kieferstellung. Die Kiefergelenke sind eng mit den Strukturen des Schädels verbunden und stehen in einer wechselseitigen Beziehung zueinander. Wenn Zähne, Kiefergelenk und Kaumuskulatur aufgrund einer Fehlstellung nicht harmonisch zusammenarbeiten und im Ungleichgewicht sind, versucht die Muskulatur, durch eigene Spannung entgegenzuwirken. Dies führt zu Muskelverspannungen, die wiederum Kopfschmerzen verursachen können. Diese Verspannungen können sich auch auf die Hals- und Nackenmuskulatur sowie den Rücken auswirken und dort Schmerzen verursachen.
Ein weiterer Faktor bei einer Fehlstellung des Kiefergelenks ist das Zähneknirschen. Dabei werden die Zähne, vor allem nachts, zusammengepresst und aneinander gerieben, was zu erheblichen Verspannungen und Kopfschmerzen führen kann.
Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)
In schweren Fällen spricht man von einer Craniomandibulären Dysfunktion (CMD). Dabei kann die Lage der Zähne gestört sein (Okklusopathie), die Kaumuskulatur (Mylopathie) oder das Gelenk selbst die Ursache sein (Arthropathie). Zur Diagnostik gehören die Kontrolle der Zähne, der Kiefergelenke und der Muskulatur durch den Zahnarzt.
Die Therapie der Craniomandibulären Dysfunktion basiert auf verschiedenen Ansätzen. Ein wichtiger Schritt ist, die Zähne von Fehlkontakten zu befreien und in die richtige Stellung zu bringen. Des Weiteren sollte für Entspannung der Muskulatur gesorgt werden. Dies kann durch Wärme oder Massage geschehen. In schweren Fällen kann es sogar nötig sein, ein muskelerschlaffendes Mittel (Botox) in die Muskeln zu injizieren. Zusätzlich ist die Anfertigung einer Knirscherschiene angeraten. Sie schützt nicht nur die Zähne, sondern sorgt für eine Entspannung der Kaumuskulatur. Auch wenn der Patient/ die Patientin nicht knirscht, können die Zähne eine Ursache für Kopfschmerz darstellen.
Lesen Sie auch: Vergleichende Analyse: Migräne vs. Epilepsie
Behandlungsmöglichkeiten
Wenn Sie feststellen, dass Ihr Kiefer ständig verspannt ist und Sie unter Kopfschmerzen leiden, sollten Sie unbedingt eine Zahnarztpraxis mit dem Schwerpunkt Kieferorthopädie aufsuchen. Eine mögliche Methode zur Behandlung einer Kieferfehlstellung ist eine Aufbissschiene aus Kunststoff. Diese bringt den Kiefer in die richtige Position und wirkt so der Muskelverspannung entgegen. In den meisten Fällen wird die Schiene nachts getragen, in schwerwiegenden Fällen kann sie jedoch auch tagsüber getragen werden. Die Schmerzen verschwinden nicht sofort, aber die problematische Fehlstellung passt sich langsam an, wodurch die Muskulatur weniger angespannt ist.
Oft ist eine physiotherapeutische Behandlung als Ergänzung zur kieferorthopädischen Maßnahme sinnvoll, um die Verspannungen durch gezielte Bewegungen weiter zu lockern und zu lösen.
Die Rolle der Zähne und des Kausystems
Zähne haben die höchste Tastempfindlichkeit des gesamten Körpers und können Strukturen von nur 12 Tausendstel Millimetern ertasten. Über die Tastempfindlichkeit der Zähne wird die gesamte Kaumuskulatur gesteuert, einschließlich der Gesichts-, Kopf-, Hals- und Nackenmuskulatur. Es besteht eine enge anatomische Verbindung zur Wirbelsäulenmuskulatur, bis hinunter zum Becken. Zähne, Muskulatur und Kiefergelenke bilden ein äußerst komplexes System. Fehlfunktionen einer dieser Strukturen wirken sich auf die anderen aus.
Ein Beispiel: Eine zu hohe Füllung verleitet dazu, darauf herumzukauen und die Zähne anders zusammenzubeißen als normal. Dadurch wird die Muskulatur anders belastet, einzelne Muskeln werden überlastet und auch das Kiefergelenk wird in unnatürlicher Weise beansprucht. Die Muskelverspannung und/oder Kiefergelenküberlastung können sich in Form von Krämpfen, Kopf-, Gesichts-, Gelenk- und Nackenschmerzen äußern. Die Zähne können durch Knirschen übermäßig abgenutzt werden, wodurch Schliffflächen entstehen. Wenn die Überlastung über Jahre andauert, wird auch der Zahnhalteapparat geschädigt, das Zahnfleisch geht zurück und die Zähne lockern sich.
Zu hohe Füllungen, gekippte Zähne und andere Faktoren können zu einer gestörten Unterkieferbewegung führen. Mögliche Folgen können sein:
Lesen Sie auch: Neurologische Expertise bei Migräne
- Abrasion der Zahnhartsubstanz
- Zahnlockerung
- Knirschen und Pressen mit den Zähnen, was wiederum zu einer Verspannung der Gesichtsmuskulatur und zu Kopf-/Nackenschmerzen führen kann.
- Zahnfleischrückgang (Rezession)
- Empfindliche Zahnhälse
- Kiefergelenksschmerzen
Wer denkt beispielsweise daran, dass chronische Verspannungen der Halswirbelsäule oder häufige Kopfschmerzen von einem einzigen Zahn (Zahnersatz) herrühren könnten? Das Kiefergelenk hat einige Besonderheiten: Es kann sich drehen (Rotation) und gleiten (Translation). Da es sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu wichtigen Blutgefäßen und Nerven befindet, können Störungen im Bewegungsablauf sehr schmerzhaft sein.
Die Funktionsanalyse
Um die Ursache der Beschwerden zu erkennen, ist eine Funktionsanalyse erforderlich. Dabei werden nach Präzisionsabdrücken der Zähne Modelle angefertigt und in ein künstliches Kiefergelenk (Artikulator) eingebaut. Mit Hilfe dieser Modelle und des Artikulators, der die Kau- und Beißbewegungen nachahmen kann, können eventuelle Fehlpassungen im Biss erkannt werden.
Die Therapie
In einfachen Fällen hilft das selektive Einschleifen der Zähne. Dies ist jedoch nicht so einfach, wie es sich anhört. Wenn ein Zahnarzt direkt im Mund an den Zähnen schleift, kann er unter Umständen einen großen, nicht wieder gutzumachenden Fehler begehen, da er nicht weiß, zu welchem Ergebnis er kommen wird/kann. Die Zähne könnten kaputtgeschliffen werden. Daher werden zuerst die Gipszähne an den Modellen im Praxislabor eingeschliffen und eine Schleifliste erstellt. So kann das mögliche Ergebnis der Einschleiftherapie eingeschätzt werden. Wenn das Ergebnis der Einschleiftherapie an den Modellen gut ist, wird dieses anhand der Schleifliste gezielt auf die Zähne übertragen.
Wenn die Einschleiftherapie nicht möglich ist oder akute Beschwerden bestehen, wird eine Aufbissschiene angefertigt, die die Zähne, die Muskulatur und die Gelenke entlastet. Diese Behandlung ist absolut schmerzfrei. In der Regel lindern sich die Beschwerden nach kurzer Tragezeit, falls die Zähne/Zahnstellung die Ursache dafür sind.
Sollte die Schienentherapie den Beweis erbringen, dass tatsächlich die Zähne/Zahnstellung die Ursache für die Beschwerden tragen und eine Korrektur durch Einschleifen nicht möglich ist, bieten sich je nach Alter und individuellen Gegebenheiten mehrere Therapiemöglichkeiten an:
Lesen Sie auch: Migräne als Risikofaktor für Demenz?
- Kieferorthopädische Korrektur
- Austausch/Remodellation der bestehenden, nicht korrekten Füllungen
- Wiederaufbau von abgenutzten Zähnen durch Veneers/Teilkronen/Kronen
- Austausch von nicht korrekten Zahnersatzteilen
Viele Funktionsstörungen werden von unsachgemäßen kieferorthopädischen Zahnregulierungen, falsch modellierten Füllungen oder fehlerhaftem Zahnersatz verursacht.
Alternative Heilmethoden und ganzheitliche Ansätze
Alternative Heilmethoden haben schon immer den Zusammenhang von Zähnen und Allgemeingesundheit betont. Kopfschmerzen können stechend, pochend, ein- oder beidseitig sein. Bei sehr starken Kopfschmerzen (Migräne) kann es zu Erbrechen, Lichtempfindlichkeit und Schwindel kommen. Tatsächlich ist nicht die Hirnsubstanz selbst schmerzempfindlich, sondern die Hirnhäute, -nerven und -blutgefäße. Die häufigsten Arten von Kopfschmerz sind Spannungs- und Clusterkopfschmerz und die Migräne. Gerade bei chronischen Kopfschmerzen oder solchen, die immer wiederkehren, sollten die Zähne als Ursache ausgeschlossen werden.
Als ganzheitlicher Zahnarzt betrachte ich den menschlichen Körper nicht als eine Ansammlung isolierter Teile, sondern als ein eng miteinander verbundenes System, in dem Störungen in einem Bereich Auswirkungen auf andere haben können. Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die sich durch starke, oft einseitige Kopfschmerzen auszeichnet und mit Symptomen wie Übelkeit, Lichtempfindlichkeit und Sehstörungen einhergehen kann. Obwohl die genauen Ursachen der Migräne nicht vollständig verstanden sind, zeigen viele Patienten, dass zahnmedizinische Probleme oder Fehlfunktionen im Kieferbereich häufig eine Rolle spielen können.
CMD und ihre Auswirkungen auf den Kopf
Die Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) beschreibt eine Funktionsstörung im Kausystem, also im Bereich des Kiefergelenks und der umgebenden Muskulatur. Wenn das Kiefergelenk nicht richtig funktioniert, kann dies weitreichende Auswirkungen haben. CMD kann Schmerzen im Kiefer verursachen, aber auch Probleme, die weit über den Mundbereich hinausgehen und den gesamten Kopf betreffen.
Die Muskulatur des Kiefers ist eng mit den Muskeln im Gesicht, Kopf und Nacken verbunden. Ist das Kiefergelenk durch Fehlfunktionen oder Fehlstellungen belastet, überträgt sich diese Spannung auf benachbarte Muskelgruppen. Dies kann zu Verspannungen im Kopfbereich führen und Kopfschmerzen oder Migräne auslösen.
CMD und Kopfschmerzen sind eng miteinander verknüpft, da der Kiefer durch verschiedene Mechanismen Einfluss auf den Kopfbereich nehmen kann:
- Muskelverspannungen durch Fehlfunktionen: CMD verursacht oft Muskelverspannungen im Kiefer- und Nackenbereich. Diese Verspannungen strahlen häufig in den Kopf aus und führen zu Kopfschmerzen. Besonders betroffen sind die Schläfenmuskeln, die bei Menschen mit CMD oft schmerzhaft verhärtet sind. Langfristige Verspannungen in diesen Muskeln können sogar Migräneanfälle auslösen.
- Nervenreizungen: Das Kiefergelenk liegt in der Nähe wichtiger Nerven, die für die Kopf- und Gesichtsmuskulatur zuständig sind. Wenn CMD zu einer Überbeanspruchung des Kiefergelenks führt, können diese Nerven gereizt werden und Kopfschmerzen verursachen, die als stechend oder drückend empfunden werden.
- Fehlstellungen im Kiefer: Zahnfehlstellungen oder ein asymmetrischer Biss können CMD begünstigen und das Gleichgewicht im Kausystem stören. Diese Dysbalance überträgt sich auf die gesamte Kopf- und Nackenregion, was zu einer Überbelastung der Muskulatur und Migräne führen kann.
Symptome von CMD und Kopfschmerzen
Kopfschmerzen, die durch CMD ausgelöst werden, zeigen sich oft in bestimmten Regionen und werden durch bestimmte Aktivitäten verstärkt. Hier sind typische Anzeichen, die auf CMD als Auslöser hindeuten können:
- Spannungskopfschmerzen: Diese Kopfschmerzen entstehen durch Verspannungen im Kiefer und Nacken und werden häufig als drückend oder ziehend beschrieben.
- Migräneanfälle: Migräne durch CMD ist oft durch einseitige, pulsierende Schmerzen und eine hohe Lichtempfindlichkeit gekennzeichnet.
- Kieferschmerzen und Knacken: Begleitend zu Kopfschmerzen können Schmerzen im Kiefer und ein Knacken oder Knirschen beim Öffnen und Schließen des Mundes auftreten.
- Nacken- und Schulterverspannungen: Viele Patienten mit CMD klagen über Verspannungen in Nacken und Schultern, die ebenfalls Kopfschmerzen verstärken können.
Behandlungsmöglichkeiten bei CMD-bedingten Kopfschmerzen
CMD und die damit verbundenen Kopfschmerzen sind behandelbar. Ein ganzheitlicher Ansatz, der auf die Ursachen abzielt, ist jedoch entscheidend. Hier sind die bewährtesten Therapieoptionen:
- Aufbissschienen zur Entlastung des Kiefergelenks: Eine individuell angepasste Aufbissschiene entlastet das Kiefergelenk und verhindert, dass die Zähne nachts aufeinandergepresst werden. Sie schützt die Zähne vor Abrieb und hilft, die Muskulatur zu entspannen, was Kopfschmerzen lindern kann.
- Physiotherapie und Entspannungsübungen: Physiotherapie ist besonders hilfreich, um die Muskulatur im Kiefer- und Nackenbereich zu lockern. Therapeuten können gezielte Übungen zeigen, die den Muskeltonus senken und Verspannungen lösen. Auch einfache Entspannungsübungen wie progressive Muskelentspannung oder Atemtechniken können den Stress reduzieren, der oft CMD-Symptome verstärkt.
- Kieferorthopädische Maßnahmen bei Fehlstellungen: Wenn eine Zahnfehlstellung die Ursache für CMD ist, kann eine kieferorthopädische Behandlung helfen, den Biss zu korrigieren und die Spannung im Kiefer zu reduzieren. Dadurch werden die Kiefergelenke entlastet und das Risiko für Kopfschmerzen sinkt.
- Stressmanagement und Psychotherapie: Stress ist ein häufiger Auslöser und Verstärker von CMD. Durch Techniken zur Stressbewältigung wie Yoga, Meditation oder Atemübungen lässt sich der Stresspegel senken und die Muskelspannung verringern.
Der ganzheitliche Ansatz
Können Ärzte wie etwa HNO-Ärzte, Neurologen, Augenärzte oder andere Fachärzte keine eindeutige Ursache für immer wiederkehrende Kopfschmerzen oder Migräne finden, sollte auch ein CMD-Zahnarzt zur Abklärung der Symptomatik hinzugezogen werden. Dies gilt im Besonderen, wenn der Kopfschmerz regelmäßig einseitig bzw. asymmetrisch auftritt, also immer nur auf einer Kopfseite; ebenso, wenn eine Migräne regelmäßig auf der gleichen Nacken- oder Kopfseite beginnt. Auch wenn sie dann die Seiten wechselt oder den gesamten Kopf erfasst.
Denn die Einseitigkeit der Schmerzen könnte einen Hinweis auf eine Parafunktion geben, eine funktionelle Störung der Zahnkontakte (Okklusion) im Zusammenspiel mit den Kiefergelenken und der Kaumuskulatur. Denn die physiologische Kaufunktion definiert sich als untrennbare, synchrone Verbindung von biomechanischen und neuromuskulären Wechselwirkungen. Das heißt: Wenn der Biss nicht stimmt, werden auch die neuromuskulären Abläufe gestört. Denn das Zentralnervensystem versucht die Störkontakte der Zähne über die Muskulatur auszugleichen, wobei die übersteigerte Muskelanspannung dann auch die Kiefergelenke massiv fehlbelastet.
Die auftretenden Kaufunktionsstörungen bezeichnet man als CMD, craniomandibuläre Dysfunktionen, die unterschiedlichen Folgebeschwerden, wie etwa Kopfschmerzen, Rückenschmerzen oder Tinnitus, als CMD-Symptome.
Weitere mögliche Zusammenhänge
- Möglicher Zusammenhang zwischen Migräne und Parodontitis: Studien weisen auf einen Zusammenhang zwischen Parodontitis und Migräne hin. Parodontitis ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates (Zahnfleisch und Kieferknochen), die infolge einer Ansammlung von Bakterien als Zahnbelag entsteht. Es wird vermutet, dass bestimmte Entzündungsmediatoren, bei Entzündungen auftretende Botenstoffe, an der Auslösung von Migräne-Anfällen beteiligt sind.
- Können schmerzende Weisheitszähne Migräne auslösen? Es gibt kaum wissenschaftliche Untersuchungen dazu, ob Kopfschmerz oder Migräne durch schmerzende Weisheitszähne auftreten kann. Da aber Zahnschmerzen und Kopfschmerzen vom selben Nerv, dem Trigeminusnerv, übertragen werden und schmerzhafte Beeinträchtigungen in diesem Bereich Kopfschmerzen bei Migräne-Patienten auslösen können, ist ein Zusammenhang möglich, wenn auch nicht nachgewiesen.
- Orofaziale Schmerzen: Der Oberbegriff orofaziale Schmerzen beschreibt alle Mund- und Gesichtsschmerzen. Betroffen sind vor allem Zähne, Kiefergelenke und Kaumuskeln, aber auch der Trigeminusnerv (bei einer Trigeminusneuralgie). Die Abgrenzung von Kopfschmerzen ist in der Wissenschaft allerdings ungenau, sodass auch Migräne-Symptome als orofaziale Schmerzen diagnostiziert werden können. Außerdem treten Kieferschmerzen und Migräne häufig gemeinsam auf. Ein Beispiel ist die temporomandibuläre Dysfunktion (TMD), eine Erkrankung des Kiefergelenks infolge von Zähneknirschen oder Zahnfehlstellungen.