Pflanzliche Mittel gegen Übelkeit bei Migräne

Pochende Kopfschmerzen, Sehstörungen und Übelkeit sind typische Beschwerden, unter denen Migränepatienten leiden. Viele Betroffene suchen nach Möglichkeiten, die Schmerzen ohne Medikamente zu lindern, insbesondere während der Schwangerschaft, wenn Vorsicht geboten ist. Pflanzliche Mittel können hier eine wertvolle Unterstützung bieten, um die Symptome auf natürliche Weise zu lindern.

Erste Schritte bei einem Migräneanfall

Wenn sich ein Migräneanfall ankündigt, ist es ratsam, sich in einen dunklen und ruhigen Raum zurückzuziehen. Dies hilft, die sensorische Überlastung zu reduzieren, die Migräneattacken oft begleitet. Ein mit kaltem Wasser getränkter Waschlappen auf der Stirn kann zusätzlich Linderung verschaffen. Es ist auch wichtig, auf einen geregelten Tagesablauf mit festen Zeiten für Mahlzeiten und Bettruhe zu achten.

Pflanzliche Helfer gegen Migräne

Es gibt eine Reihe von pflanzlichen Mitteln, die bei Migräne und insbesondere bei der damit verbundenen Übelkeit Linderung verschaffen können.

Ingwer

Die scharfe Knolle ist ein bekanntes Mittel gegen Übelkeit und kann auch Migräneschmerzen lindern oder sogar beseitigen. Ingwer regt den Magensaft-Fluss und die Darmbewegungen an, was besonders bei Migräne-bedingter Übelkeit hilfreich ist. Ingwertee, zubereitet aus einem Teelöffel grob gepulverter Ingwerwurzel und einer Tasse heißem Wasser, kann vor den Mahlzeiten getrunken werden, um die Übelkeit zu reduzieren.

Wichtig: Ingwer sollte nicht zusammen mit Blutverdünnern eingenommen werden.

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Pfefferminzöl

Pfefferminzöl ist ein weiteres bekanntes Hausmittel bei Migräne. Das enthaltene Menthol kann Migräneattacken verhindern. Das Öl kühlt, fördert die Durchblutung und wirkt entkrampfend. Es blockiert zudem die Weiterleitung von Schmerzimpulsen. Einige Tropfen Pfefferminzöl können auf Stirn, Schläfen und Nacken aufgetragen und sanft einmassiert werden. Pfefferminze kann auch als Tee hilfreich sein, da die ätherischen Öle den Magen beruhigen.

Lavendel

Lavendel ist seit langem als Haushaltsmittel mit Heilkräften beliebt. Das ätherische Öl kann Migräneschmerzen verringern und trägt zum allgemeinen Wohlbefinden bei, indem es Körper und Geist entspannt.

Mutterkraut

Mutterkraut sieht der Kamille ähnlich und ist seit Urzeiten als Mittel gegen Kopfschmerzen und Fieber bekannt. Studien haben gezeigt, dass CO2-Extrakt aus Mutterkraut die Anzahl der Migräneanfälle reduzieren kann. Dr. Böhm® Mutterkraut Apomedica 200 mg Filmtabletten sind ein pflanzliches Arzneimittel zur Prophylaxe von Migränekopfschmerzen, das sich durch gute Verträglichkeit und einfache Anwendung auszeichnet. Mutterkraut beeinflusst die Aktivierung des trigeminalen Nervensystems, moduliert TRPA1-Ionenkanäle und reduziert dadurch die CGRP-Ausschüttung, was die Häufigkeit und Intensität von Migräneanfällen signifikant verringert.

Weidenrinde

Seit der Antike wird Weidenrinde als Mittel gegen Schmerzen genutzt. Das liegt vor allem an der Salicylsäure, die daraus gebildet wird. Ein Kräutertee aus Weidenrinde kann Migräne zumindest lindern. Zur Zubereitung wird ein Teelöffel klein geschnittene Weidenrinde mit 150 Milliliter kochendem Wasser überbrüht und 20 Minuten ziehen gelassen.

Tees gegen Migräne

Verschiedene Teesorten können bei Migräne helfen, indem sie beruhigend wirken, die Durchblutung fördern oder Übelkeit lindern.

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  • Schlüsselblumentee: In der Volksmedizin wird Schlüsselblumentee eine gute Wirkung bei Migräne zugesprochen.
  • Ingwertee: Lindert Übelkeit und Erbrechen, die oft mit Migräne einhergehen.
  • Weidenrindentee: Hilft bei Kopfschmerzen und Migräne aufgrund der enthaltenen Salicylate.
  • Kamillentee: Lindert Magenbeschwerden, die als Begleitsymptome auftreten können.
  • Waldmeistertee: Wirkt beruhigend und schmerzlindernd.
  • Mädesüßtee: Kann als Hausmittel gegen Migräne unterstützend wirken.
  • Ginkgo-Tee: Die Blätter des Ginkgo-Baums enthalten gefäßerweiternde und durchblutungsfördernde Inhaltsstoffe.

Weitere Hausmittel und Tipps

Neben den genannten pflanzlichen Mitteln gibt es weitere Hausmittel und Verhaltensweisen, die bei Migräne helfen können.

Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig, da eine gute Versorgung mit Nährstoffen sowohl der allgemeinen Gesundheit als auch der Migräne zuträglich ist. Es ist ratsam, Blutzuckerschwankungen zu minimieren, regelmäßige Tagesabläufe und Schlafzyklen einzuhalten und Suchtstoffe wie Koffein, Alkohol und Nikotin zu meiden. Einige Migräne-Leidende berichten von Verbesserungen durch den Verzicht auf Fertigprodukte, Gluten und tierische Lebensmittel.

Magnesium

Experten vermuten, dass Magnesium bei Migräne wirksam sein kann. Frauen sollten täglich 300 Milligramm, Männer 350 Milligramm Magnesium zuführen. Bei Schwangeren und Kindern werden Magnesiumsalze als Vorbeugung gegen Migräne empfohlen. Es gibt auch Hinweise darauf, dass Magnesium die menstruationsbedingte Migräne verhindern bzw. lindern kann.

Entspannungstechniken

Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung, Autogenes Training oder Meditation können helfen, Migräneattacken vorzubeugen. Sie reduzieren Stress und fördern die Entspannung, was sich positiv auf die Migräne auswirken kann.

Verhaltenstherapie

Eine kognitive Verhaltenstherapie kann helfen, zu hohe Ansprüche an sich selbst und ungünstige Erwartungen wie die Furcht vor dem nächsten Migräneanfall zu lindern.

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Regelmäßiger Tagesablauf

Ein geregelter Tagesablauf mit festen Zeiten für Mahlzeiten und Bettruhe kann ebenfalls hilfreich sein, um Migräneattacken vorzubeugen.

Wärme- und Kälteanwendungen

Je nach Vorliebe können Wärme- oder Kälteanwendungen die Beschwerden lindern. Ein ansteigendes Arm- oder Fußbad kann bei einem Wärmegefühl im Kopf und kalten Füßen helfen. Eine kühle Kompresse auf der Stirn oder im Nacken kann während eines akuten Anfalls angenehm sein.

Kaffee mit Zitrone

Koffein kann die erweiterten Blutgefäße im Gehirn wieder verengen. Viele Betroffene geben zusätzlich den Saft einer halben Zitrone in den Kaffee, um die Schmerzlinderung zu unterstützen.

Aromatherapie

Auch mit der Aromatherapie können gute Erfolge erzielt werden. Pfefferminzöl, Lavendel, Eukalyptus, Rosmarin, Kamille und Majoran können zur Entspannung und Schmerzlinderung beitragen.

Was Sie vor der Anwendung beachten sollten

Hausmittel gegen Migräne sollten nur unter Aufsicht eines Arztes eingenommen werden, da auch pflanzliche Mittel Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben können. Es ist wichtig, die individuellen Triggerfaktoren zu kennen und zu vermeiden. Ein Migräne-Tagebuch kann dabei helfen, diese zu identifizieren.

Medikamentöse Behandlung

Medikamente können Migräne nicht heilen, aber wesentlich dazu beitragen, dass die Anfälle seltener auftreten und weniger starke Beschwerden verursachen. Bei Übelkeit und Erbrechen können Antiemetika wie Metoclopramid oder Domperidon helfen. In manchen Fällen werden auch Mutterkornalkaloide oder Kortikosteroide eingesetzt.

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