Migräne: Welche Wickel und Hausmittel wirklich helfen

Kopfschmerzen und Migräne können quälend sein. Viele Betroffene greifen schnell zu Schmerztabletten. Es gibt aber auch natürliche Hausmittel, die Linderung verschaffen können. Dieser Artikel gibt einen Überblick über wirksame Wickel und andere Hausmittel gegen Migräne.

Einführung

Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten gesundheitlichen Problemen. Neben Rückenleiden sind sie in Deutschland weit verbreitet. Hohe Temperaturen, trockene Luft und grelles Sonnenlicht können Kopfschmerzen verstärken, insbesondere bei Migränepatienten. Viele Betroffene suchen nach natürlichen Alternativen zu Schmerzmitteln, um Nebenwirkungen zu vermeiden.

Ursachen und Auslöser von Kopfschmerzen

Kopfschmerzen können vielfältige Ursachen haben, wie z.B. zu viel Alkohol, Erkältung oder Stress. Sie können aber auch chronisch und wiederkehrend sein. Migräne ist eine spezielle Form von Kopfschmerz, die oft von zusätzlichen Symptomen wie Übelkeit, Lichtempfindlichkeit und visuellen Störungen begleitet wird. Wissenschaftler vermuten, dass entzündliche Veränderungen der Blutgefäße im Gehirn und ein gestörter Gehirnstoffwechsel eine Rolle spielen. Auch erbliche Faktoren können eine Rolle spielen.

Bestimmte Trigger können Migräneattacken auslösen, insbesondere bei Menschen mit entsprechender Veranlagung. Zu diesen Triggern zählen Stress, hormonelle Schwankungen, Blutzuckerabfall, Schlafmangel und schlechte Körperhaltung. Auch Nahrungs- und Genussmittel können als Trigger fungieren.

Allgemeine Maßnahmen bei Kopfschmerzen und Migräne

  • Ruhe und Schonung: Ein abgedunkelter Raum und Ruhe sind oft die wirksamsten Sofortmaßnahmen bei Kopfschmerzen.
  • Ausreichend trinken: Viele Kopfschmerzpatienten trinken zu wenig. Der Körper benötigt ausreichend Flüssigkeit, idealerweise ca. 2 Liter pro Tag zusätzlich zu Kaffee oder Tee. Flüssigkeitsmangel kann zu einer schlechteren Sauerstoffversorgung des Gehirns führen.
  • Regelmäßige Bewegung: Ausdauersport und Alltagsbewegung können Spannungskopfschmerzen lindern und Migräneattacken vorbeugen. Wichtig ist jedoch, es nicht zu übertreiben, da exzessive Sporteinheiten auch Migräne auslösen können.
  • Stressabbau: Stress ist ein häufiger Auslöser von Kopfschmerzen und Migräne. Entspannungstechniken wie Yoga, Autogenes Training oder Meditation können helfen, Stress abzubauen.
  • Regelmäßiger Schlaf: Schlafmangel und Rhythmusänderungen beim Schlaf können Kopfschmerzen begünstigen. Ein regelmäßiger Schlafrhythmus ist wichtig.
  • Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig. Bestimmte Lebensmittel können jedoch Kopfschmerzen auslösen. Es ist wichtig, individuelle Trigger zu identifizieren und zu vermeiden.

Wickel als Hausmittel gegen Kopfschmerzen

Wickel gehören zu den ältesten und effektivsten Hausmitteln gegen Kopfschmerzen. Sie können sowohl kühlend als auch wärmend wirken, je nach Art der Kopfschmerzen und den individuellen Vorlieben.

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Kühlende Wickel

Kälte kann bei vielen Kopfschmerzarten, insbesondere bei Migräne, lindernd wirken. Kühlende Wickel beruhigen das überreizte Gehirn und können Schmerzen betäuben.

  • Kühle Stirnkompresse: Ein Tuch oder Waschlappen in kaltes Wasser legen, auswringen und auf die Stirn legen. Mit einem zweiten Tuch abdecken und so lange wirken lassen, wie es angenehm ist. Bei Bedarf wiederholen. Eine kühle Kompresse mit Pfefferminze kann ebenfalls wohltuend sein. Dazu einen Esslöffel Pfefferminzwasser auf einen Liter kaltes Wasser geben, ein Baumwolltuch damit tränken und auf Stirn und/oder Nacken legen.
  • Wadenwickel: Zwei Baumwolltücher in kühles (nicht eiskaltes!) Wasser tauchen, auswringen und um die Waden legen. Mit einem trockenen Tuch abdecken und etwa zehn Minuten wirken lassen.
  • Pulswickel: Vier dünne Streifen eines Baumwolltuchs in lauwarmes Wasser legen. Die Wassertemperatur sollte bei Säuglingen maximal fünf Grad Celsius unter der gemessenen Körpertemperatur liegen, bei älteren Kindern darf es etwas kühler sein. Die vollgesogenen Streifen auswringen, um die Pulsstellen an Hand- und Fußgelenken wickeln und jeweils mit einem trockenen Handtuch abdecken. Zehn Minuten wirken lassen, dann zweimal erneuern (insgesamt die Pulswickel also dreimal anlegen).
  • Kaltes Körnerkissen: Ein kaltes Körnerkissen (z.B. Kirschkernkissen) auf Stirn und Nacken ist bei Kopfschmerzen ebenfalls geeignet. Es kühlt lange und kontinuierlich. Das Kissen in eine Plastiktüte stecken und eine Stunde lang ins Gefrierfach legen. Anschließend auf die Stirn legen und wirken lassen, solange die Kälte angenehm ist.
  • Salz-Eis-Packungen: Bei einer akuten Migräneattacke einen Stoffbeutel mit einem Teil Salz und vier Teilen Eiswürfeln füllen. Auf die pochenden, schmerzenden Schläfen drücken oder auf die Stirn legen. Das Salz stabilisiert das Eis und die Kälte betäubt den Schmerz.
  • RETTERSPITZ Kopfhaube: Ein medizinisches Hilfsmittel, das zur äußerlichen Anwendung bei Kopfschmerzen, Migräne oder anderen Kopfbeschwerden eingesetzt wird. Sie kann durch Kühlung und Druckminderung helfen, die Beschwerden zu lindern.

Wärmende Wickel

Wärme kann bei Spannungskopfschmerzen und Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich wohltuend sein. Sie fördert die Durchblutung und löst Verspannungen.

  • Warmes Nackenkissen: Viele Migränepatienten empfinden ein warmes, mit Kräutern, Körnern oder Kernen gefülltes Kissen als sehr angenehm. Alternativ kann man auch eine warme Kompresse (Apotheke) einsetzen.
  • Ansteigender Nackenguss: Eine wahre Wohltat für verspannte und schmerzhafte Muskeln speziell im Rücken- und Nackenbereich und bei Spannungskopfschmerzen sind (temperatur-)ansteigende Güsse.
  • Warmes Fußbad: Bei Kopfschmerzen und Migräne sind vor allem warme Bäder angezeigt, die eine vagotonisierende Wirkung haben.

Wechselwarme Teilbäder

Die Patienten füllen zwei ausreichend große Gefäße mit Wasser - das eine mit 18 Grad kaltem, das andere mit 38 Grad warmem Wasser. Dann halten sie Arme oder Beide zuerst 3 bis 5 Minuten lang in das Gefäß mit der warmen Flüssigkeit und danach sofort für 5 bis 10 Sekunden in jenes mit der kalten. Diesen Vorgang wiederholen sie dreimal. Nach dieser Anwendung sollten sie sich aber nicht abtrocknen sondern das Wasser nur leicht abstreifen und sich warm eingepackt etwas in der Wohnung bewegen - das fördert die Durchblutung.

Weitere Hausmittel gegen Kopfschmerzen und Migräne

  • Kräutertees: Viele Kräutertees können Kopfschmerzen lindern oder vorbeugen. Geeignete Sorten sind Weidenrinde, Mädesüß, Wacholderblüten, Kamillenblüten, Ingwer, Waldmeister, Mutterkraut, Ginko und Gewürznelke.
  • Ätherische Öle: Ätherische Öle wie Pfefferminzöl, Lavendelöl, Rosmarinöl und Eukalyptusöl können bei Kopfschmerzen lindernd wirken. Sie können als Badezusatz verwendet, über einen Verdampfer inhaliert oder vorsichtig auf die Haut aufgetragen werden. Eine Stirn-Einreibung mit verdünntem Öl kann ebenfalls helfen.
  • Kaffee mit Zitrone: Ein Espresso oder eine Tasse starker Kaffee können die Folgen einer starken Migräne dämpfen, da das Koffein die erweiterten Gehirn-Blutgefäße wieder verengt. Viele Betroffene geben zusätzlich den Saft einer halben Zitrone in den Kaffee, um die Schmerzlinderung zu unterstützen.
  • Akupressur: Diese Druckmassage mithilfe der Fingerspitzen wird an bestimmten Stellen des Kopfes ausgeführt, wie z.B. Schläfen, Augenbrauen oder die Mitte des Nasenrückens. Die Betroffenen pressen oder reiben diese Druckpunkte mit regelmäßigen sanften Bewegungen.
  • Akupressurmatte: Durch das Liegen auf der Matte werden bestimmte Druckpunkte stimuliert, was die Durchblutung fördert und Muskelverspannungen lösen kann.
  • Magnesium: Ein Magnesiummangel kann Kopfschmerzen begünstigen.
  • Sex: Sexuelle Aktivität kann in manchen Fällen Kopfschmerzen lindern, insbesondere bei Migräne und Cluster-Kopfschmerzen.

Aromatherapie

Als Entspannungshelfer haben sich ätherische Öle wie Kamille römisch, Lavendel, aber auch Majoran bewährt. 3 Tropfen Lavendel fein, 1 Tropfen Kamille römisch auf 1 Esslöffel Sahne oder Meersalz und mit 1 Liter heißem, nicht mehr kochenden Wasser übergießen.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Hausmittel haben ihre Grenzen. Wenn die Symptome lange anhalten, nicht besser werden oder sich sogar verschlimmern, sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen. Auch bei plötzlichen, sehr starken Kopfschmerzen oder bei Begleitsymptomen wie neurologischen Ausfällen, Fieber oder Nackensteifigkeit ist ein Arztbesuch ratsam.

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