MSM: Wirkung auf Nerven, Muskeln und mehr

Schwefel ist ein oft unterschätzter Mineralstoff, obwohl er eine entscheidende Rolle in unserem Körper spielt. MSM (Methylsulfonylmethan) ist eine organische Schwefelverbindung, die in den letzten Jahren immer mehr Aufmerksamkeit gewonnen hat. Dieser Artikel beleuchtet die vielfältigen Wirkungen von MSM auf Nerven, Muskeln, Gelenke, das Immunsystem und weitere Bereiche der Gesundheit.

Was ist MSM?

MSM steht für Methylsulfonylmethan und ist eine natürliche Schwefelverbindung, die in allen Lebewesen vorkommt. Es handelt sich dabei nicht um den gelben, beißend riechenden Schwefel, den man aus dem Chemieunterricht kennt. MSM ist ein geruchloses, weißes, wasserlösliches Kristall, das vom Körper gut aufgenommen wird. Es wird zusätzlich durch die Nahrung aufgenommen und gelangt vom Darm in den Blutkreislauf.

Warum ist Schwefel wichtig?

Schwefel ist ein essentieller Mineralstoff, der vom Körper nicht selbst hergestellt werden kann. Er ist Bestandteil von Aminosäuren, Enzymen und Hormonen wie Insulin. Schwefel ist wichtig für:

  • Stütz- und Bindegewebe (z. B. Knorpel)
  • Aufbau von Haaren, Nägeln und Bindegewebe
  • Energiestoffwechsel
  • Entgiftung des Körpers
  • Immunsystem
  • Blutgerinnung (Teil von Heparin)

Ein Schwefelmangel kann sich durch Müdigkeit, Ängste, Niedergeschlagenheit, fahle Haut, Gelenkbeschwerden, brüchige Haut und Nägel sowie schlaffes Bindegewebe äußern.

MSM und seine vielfältigen Wirkungen

MSM wird vor allem aufgrund seiner entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften geschätzt. Es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass MSM bei verschiedenen Gesundheitsproblemen unterstützend wirken kann.

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Antioxidative Wirkung und Zellschutz

Unser Körper verfügt über eigene Schutzmechanismen, um freie Radikale im Gleichgewicht zu halten. Diese entstehen zum Beispiel durch Stress, Krankheiten, eine unausgewogene Ernährung oder intensive sportliche Belastung. MSM trägt dazu bei, das Gleichgewicht zwischen freien Radikalen und den körpereigenen Abwehrstoffen aufrechtzuerhalten. Indem MSM dazu beiträgt, oxidativen Stress zu reduzieren, wirkt es nicht nur als Zellschutz, sondern spielt auch im Immunsystem eine Rolle.

Die Wirkung von MSM scheint dabei gleich in mehrfacher Hinsicht einen positiven Effekt auf Glutathion zu haben, einem der wichtigsten körpereigenen Antioxidantien. MSM regt die Bildung der Aminosäure Cystein an, die zusammen mit Glutaminsäure und Glycin die Synthese von Glutathion bewirkt.

Gelenkgesundheit und Arthrose

Gelenkbeschwerden sind weit verbreitet. MSM kann eine bedeutende Rolle spielen, nicht nur bei schwerwiegenden Gelenkerkrankungen, sondern auch bei leichten Beschwerden. MSM reduziert Knorpelabbau, unterstützt die Regeneration von Knorpel, fördert das Knochenwachstum, fördert die Durchblutung und stärkt die Sehnen. Diese Effekte macht man sich auch in der Behandlung von Arthrose zunutze. MSM kann arthrotische Symptome reduzieren, also Schmerzen, Schwellungen und Entzündungen mindern und die eigene Mobilität erhalten. Bewährt hat sich die Kombination mit Chondroitin und Glucosamin.

Muskelregeneration und Sport

Intensives Training stellt eine hohe Belastung für den Körper dar. Beim Sport entstehen in der Muskulatur kleine Risse, sogenannte Mikroschäden. Gleichzeitig werden entzündungsfördernde Prozesse aktiviert, die unter anderem Muskelkater verursachen. Auch hier könnte MSM möglicherweise unterstützen. MSM kann die Ausschüttung entzündungsfördernder Stoffe nach dem Training lindern. In einer weiteren Studie zeigte sich, dass MSM bei längeren Laufeinheiten bestimmte Blutwerte wie Kreatinkinase, Bilirubin und die antioxidative Gesamtkapazität positiv beeinflussen kann. MSM fördert die Heilung mikroskopisch kleiner Verletzungen der Muskelzellen und fördert die Ausscheidung von Milchsäure. Dadurch sind Sie als Sportler schneller wieder in der Lage, sich aktiv an Wettkämpfen zu beteiligen. Nicht nur für die Regeneration nach sportlicher Betätigung ist MSM gut geeignet. Es kann auch die Heilung nach Sportverletzungen positiv beeinflussen, z. B. bei Prellungen, Verstauchungen, Bänderrissen und Zerrungen.

Allergien

Es finden sich immer mehr Hinweise darauf, dass MSM den Verlauf von Allergien günstig beeinflussen kann. Am besten untersucht ist dieser Effekt bei der Pollenallergie (allergische Rhinitis). Die Beschwerden können deutlich gelindert werden, sofern das MSM lange genug verwendet wird. Offenbar ist MSM in der Lage, das Immunsystem dahingehend zu beeinflussen, dass eine überschießende Reaktion milder ausfällt bzw. im Idealfall völlig ausbleibt. Wissenschaftler gehen davon aus, dass dieser Effekt bei einer ganzen Reihe von Allergien greifen könnte.

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Haut, Haare und Nägel

Das äußere Erscheinungsbild der Haut ist vielen Menschen besonders wichtig. Studien haben gezeigt, dass MSM das Hautbild bei verschiedenen Hautproblemen nachhaltig verbessern kann. Auch auf Haare und Nägel kann MSM einen günstigen Einfluss nehmen. MSM trägt dazu bei, dass auf die Haut aufgetragene Wirkstoffe schneller eindringen. MSM kann bei dermatologischen Störungen wie trockener, schuppiger und juckender Haut wirksam sein, sowohl bei oraler Verabreichung als auch bei Behandlungen mit entsprechenden Cremes. Als Anwendungsgebiete empfehlen sich insbesondere Akne und Rosacea.

Schwefel dient der Haut, den Haaren und Nägeln als Baustein. Zudem ist Schwefel für die Produktion von Kollagen notwendig. Das Strukturprotein fungiert für das Bindegewebe als Gerüst und hält es straff und elastisch. Kollagen ist darüber hinaus ein wichtiger Bestandteil von Haaren und Nägeln. Das Protein schenkt ihnen Glanz und Festigkeit. Das macht Schwefel zum „Schönheitsmineral“: Es fördert eine jugendliche Haut, glänzende Haare und starke Nägel.

Magen-Darm-Gesundheit

MSM kann helfen, manche Magen- und Darmprobleme zu lindern. So hat es die Eigenschaft, bei der Wiederherstellung geschädigter Schleimhäute zu helfen, wie sie z. B. beim Leaky Gut Syndrom vorkommen. Hier vermag MSM die Beschwerden von Betroffenen zu lindern. Aktuell wird außerdem erforscht, inwiefern die antientzündlichen und antioxidativen Eigenschaften von MSM dazu beitragen kann, einer Schädigung des Darms vorzubeugen und Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen zu helfen. Vor allem gegen Sodbrennen und Blähungen ist der Effekt von MSM aber bereits gut untersucht.

Blutzuckerspiegel und Diabetes

Insulin ist das Hormon, das nach einer Mahlzeit für eine Absenkung des Blutzuckers verantwortlich ist. Es enthält wie viele weitere Hormone Schwefel. Das bedeutet, dass ein Schwefelmangel die Insulinproduktion beeinträchtigen kann. Eine weitere Theorie besagt, dass zu wenig Schwefel die Aufnahme von Blutzucker in die Zellen beeinträchtigt, indem die Zellmembranen undurchlässiger werden. Somit soll auch mehr Zucker im Blutkreislauf verbleiben können. In mehrere Studien wurde belegt, dass sich MSM günstig auf den Blutzuckerspiegel auswirkt und durchaus zur unterstützenden Behandlung eines Diabetes geeignet ist.

Krebs

Belastbare Ergebnisse liegen zwar noch nicht vor, doch erste Studien liefern Hinweise darauf, dass MSM bei bestimmten Krebserkrankungen einen gewissen schützenden Effekt aufweist. Vorsichtig optimistisch sind Forscher in Zusammenhang mit der Entstehung von Brustkrebs, Darmkrebs und Hautkrebs (Melanome). Tierstudien liefern ermutigende Hinweise darauf, dass MSM die Entstehungszeit vor allem bei Brust-, aber auch Darmkrebs signifikant verlängern kann.

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Nerven und Schmerzen

MSM wird vor allem aufgrund seiner entzündungshemmenden, aber auch antioxidativen Eigenschaften geschätzt, die Sie sich auf vielerlei Hinsicht zunutze machen können. Auf diese Weise können Sie Ihr Wohlbefinden verbessern und etwas Gutes für Ihre Gesundheit tun - und das im gesamten Körper. Denn MSM verbessert den Effekt schmerzhemmender Hormone (z. B. Cortison), indem es ihnen das Eindringen in die Zelle erleichtert (dank erhöhter Durchlässigkeit der Membranen), soll einen abschwellenden Effekt besitzen sowie die Durchblutung und Nährstoffversorgung des Gewebes fördern. Einige Schmerzpatienten konnten mit MSM in Absprache mit ihrem behandelnden Arzt ihre Schmerzmedikation reduzieren.

MSM entspannt verkrampfte und verhärtete Muskeln, welche oft Schmerzen verursachen (auch Spannungskopfschmerzen!). Die Schwefelverbindung fördert die Durchblutung und steigert dadurch die Nährstoffversorgung des geschädigten Gewebes, was sich förderlich auf die Regeneration auswirkt. Darüber hinaus erhöht MSM die Durchlässigkeit der Zellmembranen, sodass körpereigene schmerzhemmende Substanzen effektiver in das geschädigte Gewebe eindringen können. MSM hemmt die übermäßige Bildung von Fibroblasten (teilungsaktive Zellen des Bindegewebes), welche bei Entzündungen und Verletzungen zu einer starken Schwellung der betroffenen Körperregion führen. Die Unterbindung wirkt sich auch positiv auf die Narbenbildung aus, denn bei einer starken Stimulation der Fibroblasten würde es zu Narbenwucherungen kommen. Außerdem besitzt MSM die Fähigkeit, Gewebsflüssigkeit zu binden und abzutransportieren.

MSM als Nahrungsergänzung

Nicht immer gelingt es, den natürlichen Bedarf über die Ernährung zu decken. Unter bestimmten Bedingungen schafft man es nicht, den Schwefelbedarf über die Nahrung zu decken. Ursachen dafür können ein erhöhter Bedarf, eine verringerte Aufnahme oder beides in Kombination sein. Eine Nahrungsergänzung mit MSM ist vor allem in folgenden Fällen sinnvoll:

  • geringe MSM-Aufnahme, z. B. bei einer Lebensmittelallergie oder Diät
  • Immunschwäche
  • Veganismus
  • Darmerkrankungen
  • mit zunehmendem Alter

Die Einnahme von MSM in Pulver- oder Kapselform ist eine praktische und einfache Möglichkeit, deinen Schwefelbedarf gezielt zu unterstützen.

Worauf sollte man bei einem MSM-Produkt achten?

Achten Sie bei einem MSM-Produkt immer auf eine ausreichend hohe Dosierung und eine gute Qualität. Ein hochwertiges MSM-Präparat erkennen Sie z. B. an folgenden Eigenschaften:

  • hohe und absolut reine Qualität
  • einfach dosierbar
  • ausreichend hohe Dosierung
  • keine Zusatzstoffe wie Farb- oder Konservierungsstoffe
  • für Veganer geeignet, da nur Pflanzenöle verarbeitet werden
  • faires Preis-Leistungs-Verhältnis

Dosierung und Einnahme

MSM sollten Sie täglich einnehmen und mit einer Startdosis von 1.500 mg beginnen. Wenn Sie direkt zu Beginn zu hoch dosieren, entgiftet der Körper zu schnell. Sobald sich Ihr Körper nach einer Woche an MSM gewöhnt hat, können Sie die Menge behutsam steigern. Bis zu 10.000 mg pro Tag sollten in der Regel kein Problem sein. Eine zeitliche Begrenzung für die Einnahme gibt es nicht.

Nebenwirkungen

Nebenwirkungen brauchen Sie praktisch nicht zu fürchten, wenn Sie MSM als Nahrungsergänzungsmittel einsetzen möchten. Allenfalls Anzeichen einer Entgiftung können auftreten, wenn Sie mit einer zu hohen Anfangsdosierung beginnen. Schwefel fördert bekanntermaßen die Ausscheidung gespeicherter Toxine. Zu hoch dosiert, kann es in den ersten zehn Tagen zu Hautausschlägen, Durchfall, leichten Kopfschmerzen oder Müdigkeit kommen. In diesen Fällen kann es sinnvoll sein, dass Sie die Dosierung noch einmal etwas herunterfahren. Eine Überdosierung im eigentlichen Sinne ist nicht möglich, da die überschüssigen Mengen über den Stuhl und den Urin ausgeschieden werden.

MSM-reiche Ernährung

Ob über die Ernährung oder gezielte Ergänzung: Es gibt viele Möglichkeiten, deinem Körper mehr MSM zuzuführen - besonders dann, wenn dein Bedarf erhöht ist.

  • Schwefelhaltiges Gemüse: Brokkoli, Knoblauch, Zwiebeln und Kohl sind besonders reich an Schwefel.
  • Weitere MSM-reiche Lebensmittel sind Zwiebeln, Rohmilch, Sauerkraut, Tomatenmark, Tee, Fleisch und Fisch.

Achten Sie bitte darauf, dass Rohmilch keimbelastet sein kann und deswegen - wenn überhaupt - mit großer Vorsicht zu genießen ist. Die Zubereitung (z. B. Waschen und Kochen) verringert den MSM-Anteil in Lebensmitteln deutlich. Vor allem Hitze setzt der wertvollen Verbindung schwer zu. Den Bedarf mit pflanzlichen Lebensmittel zu decken, ist meist schwierig. Denn pflanzliche Zellen sind nicht gerade reich an Schwefel. Daher trifft ein Schwefelmangel vor allem Vegetarier und Veganer.

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