Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die typischerweise junge Erwachsene im erwerbsfähigen Alter betrifft. Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) spielt eine wichtige Rolle bei der Unterstützung von Betroffenen und der Förderung der Forschung. Im Westerwald und Umgebung gibt es spezialisierte Fachzentren und Experten, die sich der Diagnose, Behandlung und Rehabilitation von MS-Patienten widmen. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über MS, die neurologische Expertise im Westerwald und die Bedeutung der Rehabilitation.
Was ist Multiple Sklerose?
Multiple Sklerose ist die häufigste entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Sie tritt in der Regel zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf und betrifft somit vor allem junge Menschen, die noch im Berufsleben stehen. Bei MS greift das Immunsystem die Myelinscheiden an, die die Nervenfasern im Gehirn und Rückenmark umhüllen. Diese Schädigung beeinträchtigt die Signalübertragung zwischen Gehirn und Körper, was zu einer Vielzahl von neurologischen Symptomen führen kann.
Symptome neurologischer Krankheiten
Neurologische Erkrankungen, einschließlich MS, können sich durch eine Vielzahl von Symptomen äußern. Zu den häufigsten gehören:
- Schwächegefühle und Lähmungen von Extremitäten und Gliedmaßen
- Taubheitsgefühle und Missempfindungen
- Koordinations- und Gleichgewichtsstörungen
- Gangstörungen
- Schwindel
- Sehstörungen, Störungen der Sehschärfe, Doppelbilder
- Bewusstlosigkeit oder Veränderungen des Bewusstseins
- Epileptische Anfälle
- Veränderungen des Muskeltonus mit Muskelschwäche oder Steifigkeit von Muskeln oder Muskelzucken
- Bewegungsstörungen mit Einschränkungen der Beweglichkeit oder Überbeweglichkeit
- Zittern einzelner Gliedmaßen, des ganzen Körpers oder des Kopfes
- Kopf- und Gesichtsschmerzen
- Schmerzen im Bereich einzelner Gliedmaßen oder des Rumpfes
- Konzentrations-, Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen
- Veränderungen der Sprache, des Sprechens, des Sprachverständnisses
- Veränderungen des Schluckaktes
- Bestimmte Formen von Blasenstörungen
Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle MS-Patienten die gleichen Symptome aufweisen und dass der Verlauf der Erkrankung sehr unterschiedlich sein kann.
Neurologische Versorgung im Westerwald
Im Westerwald und Umgebung gibt es eine Reihe von Neurologen und neurologischen Einrichtungen, die sich auf die Diagnose und Behandlung von MS spezialisiert haben. Diese Experten verfügen über das Wissen und die Erfahrung, um MS-Patienten eine umfassende und individuelle Betreuung zu bieten.
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Was macht ein Neurologe?
Ein Neurologe ist ein Facharzt, der sich auf die Erkennung und Behandlung von Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks und der peripheren Nerven spezialisiert hat. Zu den Aufgaben eines Neurologen gehören:
- Untersuchung: Der Neurologe führt eine gründliche neurologische Untersuchung durch, um die Symptome des Patienten zu beurteilen und mögliche Ursachen zu identifizieren. Dabei nutzt er verschiedene Instrumente und technische Geräte wie EEG (Elektroenzephalogramm), EMG (Elektromyographie), NLG (Elektroneurographie) und EP (Evozierte Potentiale).
- Diagnose: Anhand der Untersuchungsergebnisse und weiterer diagnostischer Verfahren stellt der Neurologe eine Diagnose.
- Behandlung: Der Neurologe entwickelt einen individuellen Behandlungsplan für den Patienten, der Medikamente, Physiotherapie, Ergotherapie und andere Therapien umfassen kann.
Neurologische Praxis im Westerwald: Ein Beispiel
Ein konkretes Beispiel für eine neurologische Praxis im Westerwald ist die Westerwaldklinik, die seit 2010 von der DMSG als MS-Fachzentrum anerkannt ist. Die Klinik bietet ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Leistungen für MS-Patienten, darunter:
- Neurologische Untersuchung und Beratung
- MRT-Diagnostik (Magnetresonanztomographie)
- Neurophysiologische Untersuchungen (EEG, EMG, NLG)
- Infusionstherapien mit Immunmodulatoren und Immunsuppressiva
- Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie
- Psychologische Betreuung
Die Bedeutung der Rehabilitation bei MS
Die Rehabilitation spielt eine entscheidende Rolle bei der Behandlung von MS. Ziel der Rehabilitation ist es, die körperlichen, kognitiven und emotionalen Funktionen des Patienten zu verbessern und ihm zu ermöglichen, ein möglichst selbstständiges und erfülltes Leben zu führen.
Physikalische und Rehabilitative Medizin (PRM)
Die Physikalische und Rehabilitative Medizin (PRM) ist ein medizinisches Fachgebiet, das sich mit der Rehabilitation von Menschen befasst, die durch Krankheit oder Unfall geschädigt und in ihren Aktivitäten eingeschränkt sind. Die therapeutische Kompetenz der PRM liegt in der konservativen (nicht-operativen) Behandlung der jeweiligen Krankheitsbilder.
Ziele der neurologischen Rehabilitation
Durch eine neurologische Rehabilitationsmaßnahme können der Krankheitsverlauf und das Ausmaß des neurologischen Defizits zwar nicht in ihrer Progression aufgehalten, nach dem derzeitigen Kenntnisstand jedoch eine den stationären Aufenthalt überdauernde Verbesserung von Aktivität und Teilhabe erreicht werden. Da dieser Effekt nicht dauerhaft anhält, werden wiederholte stationäre Intervallbehandlungen in kürzeren Abständen als in den üblicherweise geltenden 4-Jahresfristen empfohlen.
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Rehabilitation im Westerwald: Die Westerwaldklinik
Die Westerwaldklinik bietet ein umfassendes Rehabilitationsprogramm für MS-Patienten an. Das Programm umfasst:
- Physiotherapie: Verbesserung der Beweglichkeit, Kraft und Koordination
- Ergotherapie: Verbesserung der Alltagsfähigkeiten und der Handfunktion
- Logopädie: Behandlung von Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen
- Kognitives Training: Verbesserung der Gedächtnis-, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsleistungen
- Psychologische Betreuung: Unterstützung bei der Krankheitsbewältigung und der emotionalen Verarbeitung
- Sozialberatung: Beratung zu Fragen der beruflichen Wiedereingliederung und der sozialen Unterstützung
Die Rolle der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG)
Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) ist eine wichtige Anlaufstelle für MS-Patienten und ihre Angehörigen. Die DMSG bietet:
- Informationen und Beratung zu allen Fragen rund um MS
- Selbsthilfegruppen und Kontakt zu anderen Betroffenen
- Unterstützung bei der Bewältigung des Alltags
- Förderung der Forschung zur MS
Die DMSG, Landesverband Rheinland-Pfalz, wurde 1980 gegründet und trägt seitdem dazu bei, die Lebenssituation der ca. 6.000 MS-Erkrankten im Land zu verbessern.
Aufgaben und Verantwortlichkeiten der DMSG-Delegierten
Die DMSG ist demokratisch organisiert. Die Delegiertenversammlung tritt im Landesverband an die Stelle der Mitgliederversammlung. Damit entscheiden die Delegierten über die grundsätzliche Ausrichtung des Verbandes. Zu den Aufgaben eines Delegierten gehören:
- Teilnahme an den Versammlungen
- Lesen der entsprechenden Vorlagen
- Konstruktives Mitdenken
- Mitwirken bei der Meinungsbildung zu bestimmten Themen
- Wahl des Vorstandes
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