Multiple Sklerose, Erbrechen und Bewusstseinsstörungen: Ursachen und Zusammenhänge

Die Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung, die neben der Epilepsie die häufigste neurologische Erkrankung bei jungen Erwachsenen darstellt. Die genauen Ursachen sind bisher nicht geklärt, aber es entstehen Entzündungsherde in der weißen Substanz von Gehirn und Rückenmark, in denen das körpereigene Immunsystem die Myelinschicht attackiert. Diese Myelinschicht ist die isolierende Schicht um die Axone der Nervenzellen und wird im zentralen Nervensystem (ZNS) von den Oligodendrozyten gebildet. Die Zerstörung der Myelinschicht führt zu einer fehlerhaften Signalweiterleitung entlang der Axone, was letztendlich die Symptome der MS verursacht.

Symptome der Multiplen Sklerose

Die Symptome der MS sind vielfältig, da die entzündlichen Läsionen prinzipiell in jedem Bereich des Gehirns auftreten können. Häufige Symptome sind:

  • Sehstörungen, die eine schubweise Verschlechterung des Sehens bedingen
  • Taubheit
  • Konzentrationsstörungen
  • Müdigkeit
  • Sprechstörungen
  • Koordinationsschwierigkeiten
  • Spastik
  • Blasenstörung
  • Sexualfunktionsstörung
  • Sprachstörungen
  • Schluckstörungen
  • Doppelbilder

Darüber hinaus können auch Übelkeit und Erbrechen sowie Bewusstseinsstörungen auftreten, insbesondere im Rahmen eines akuten Schubs.

Ursachen von Übelkeit und Erbrechen bei MS

Übelkeit und Erbrechen können bei MS verschiedene Ursachen haben:

  1. Entzündungsherde im Gehirn: Entzündungsherde in bestimmten Hirnregionen, wie dem Hirnstamm oder dem Kleinhirn, können direkt Übelkeit und Erbrechen auslösen.
  2. Medikamente: Einige Medikamente, die zur Behandlung der MS eingesetzt werden, können als Nebenwirkung Übelkeit und Erbrechen verursachen.
  3. Begleiterkrankungen: MS-Patienten können auch an anderen Erkrankungen leiden, die Übelkeit und Erbrechen verursachen, wie z.B. Migräne oder Magen-Darm-Erkrankungen.

Bewusstseinsstörungen bei MS

Bewusstseinsstörungen sind bei MS seltener als andere Symptome, können aber dennoch auftreten. Sie können verschiedene Ursachen haben:

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  1. Entzündungsherde im Gehirn: Entzündungsherde in Hirnregionen, die für die Steuerung des Bewusstseins zuständig sind, können zu Bewusstseinsstörungen führen.
  2. Schweregrad der Erkrankung: Bei einem schweren MS-Schub kann es zu einer allgemeinen Beeinträchtigung der Hirnfunktion kommen, die sich auch in Bewusstseinsstörungen äußern kann.
  3. Medikamente: Einige Medikamente, die zur Behandlung der MS eingesetzt werden, können als Nebenwirkung Bewusstseinsstörungen verursachen.
  4. Begleiterkrankungen: Auch hier können andere Erkrankungen, wie z.B. ein Schlaganfall oder eine Hirnhautentzündung, die Ursache für Bewusstseinsstörungen sein.

Hirnhautentzündung (Meningitis) als Ursache von Erbrechen und Bewusstseinsstörungen

Eine wichtige Differentialdiagnose bei Erbrechen und Bewusstseinsstörungen ist die Hirnhautentzündung (Meningitis). Die Hirnhäute (Meningen) sind bindegewebige Hüllen, die Gehirn und Rückenmark umschließen. Die Entzündung dieser Strukturen durch Erreger unterschiedlicher Gruppen (Viren, Bakterien, Pilze, Parasiten) wird als Hirnhautentzündung (Meningitis) bezeichnet.

Ursachen und Übertragung

  • Bakterien: Bakterielle Meningitiden werden oft durch Tröpfcheninfektion übertragen und können einen schweren Verlauf haben.
  • Viren: Virale Meningitiden verursachen in der Regel weniger bedrohliche Beschwerden.
  • Pilze: Pilzinfektionen können bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem zu einer Hirnhautentzündung führen.

Symptome

Zu Beginn der Erkrankung können grippeähnliche Beschwerden wie Schwächegefühl und Fieber auftreten. Kurz darauf kommen hohes Fieber und starke Kopfschmerzen hinzu. Im fortgeschrittenen Stadium entwickelt sich eine ausgeprägte Nackensteifigkeit. Weitere Symptome können sein:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Bewusstseinsstörungen
  • Lichtempfindlichkeit
  • Krampfanfälle

Risikogruppen

Menschen mit einem schwachen Immunsystem sind am häufigsten betroffen, z.B. Babys, Kleinkinder sowie ältere und kranke Menschen. Die meisten bakteriellen Meningitiden betreffen Kinder und Jugendliche bis zum 15. Lebensjahr; innerhalb der ersten drei Lebensjahre ist das Risiko besonders hoch.

Diagnose und Behandlung

Bei Verdacht auf eine Hirnhautentzündung ist eine sofortige medizinische Behandlung erforderlich. Die Diagnose wird in der Regel durch eine Lumbalpunktion gestellt, bei der Hirnwasser entnommen und untersucht wird. Die Behandlung erfolgt je nach Erreger mit Antibiotika, Virostatika oder Antimykotika.

Schädel-Hirn-Trauma (SHT) als Ursache von Erbrechen und Bewusstseinsstörungen

Eine weitere mögliche Ursache für Erbrechen und Bewusstseinsstörungen ist ein Schädel-Hirn-Trauma (SHT). Eine Verletzung des Gehirns durch traumatische Krafteinwirkung wird Schädel-Hirn Trauma (SHT) genannt. Bei der leichtesten Form des SHT spricht man von einer Gehirnerschütterung, die meist harmlos verläuft. Hirnblutungen und andere Komplikationen können ein SHT lebensbedrohlich werden lassen. Ursache für eine traumatische Verletzung des Gehirns sind meist Unfälle, aber auch bestimmte Kontaktsportarten, wie Eishockey oder American Football, können ein SHT bedingen.

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Symptome

Die Symptome, die ein SHT hervorruft, sind abhängig von der Schwere der Verletzung, und umfassen bei einer leichten Verletzung (Gehirnerschütterung):

  • Bewusstseinsstörungen
  • Retrograde Amnesie
  • Übelkeit/Erbrechen
  • Selten anterograde Amnesie
  • Apathie
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel

Bei schwereren Verletzungen kommt es zur Bewusstlosigkeit (bei über 60 min handelt es sich um ein schweres SHT), verursacht durch Einklemmung des Gehirns, durch Ödeme oder Hirnblutungen.

Behandlung

Die Behandlung des SHT ist abhängig vom Schweregrad der Verletzung. Primäres Ziel ist es die Blut- und Sauerstoffversorgung des Gehirns aufrechtzuerhalten, um möglichst viele Neurone vor sekundären Schäden zu retten. Der Behandlung von Hirnüberdruck (z.B.

Schlaganfall als Ursache von Erbrechen und Bewusstseinsstörungen

Beim Schlaganfall kommt es zu einer plötzlich auftretenden Störung des Blutflusses im Gehirn und dadurch zur Unterversorgung des Gewebes mit Sauerstoff und Nährstoffen. Das Gehirn wird lokal geschädigt und es kommt zu einem Verlust von Neuronen. Die Ursache des Schlaganfalls kann ischämisch sein, also hervorgerufen durch die Verstopfung eines Blutgefäßes z.B. durch einen Thrombus, oder eine Gefäßverengung. Des Weiteren kann auch eine Hirnblutung dafür verantwortlich sein, dass Teile des Gehirns unterversorgt werden.

Symptome

Typische Symptome sind:

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  • Bewusstseinsstörungen
  • Taubheitsgefühle
  • Lähmungen
  • Schwäche
  • Sprachstörungen
  • Schwindel
  • Gangstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen

Häufig treten bestimmte Symptome nur einseitig auf, da nur eine Hemisphäre des Gehirns bzw. Areale einer Hemisphäre unterversorgt sind.

Behandlung

Die Therapie hat das Ziel, die korrekte Durchblutung möglichst schnell wiederherzustellen, um eine weitere Schädigung von Neuronen zu verhindern. Dies geschieht zum Beispiel durch eine sogenannte Lyse-Therapie, bei der der gefäßverschließende Thrombus medikamentös aufgelöst wird. Handelt es sich um einen durch eine Hirnblutung verursachten Schlaganfall, erfolgt in der Regel ein operativer Eingriff am Gehirn.

Neurodegenerative Erkrankungen als Ursache von Erbrechen und Bewusstseinsstörungen

Bei den neurodegenerativen Erkrankungen handelt es sich um eine Vielzahl von Krankheiten, bei denen nach und nach Neurone des ZNS absterben. Die häufigsten Erkrankungen sind Alzheimer, Parkinson und Chorea Huntington. Die Ursachen für die Erkrankungen können sowohl genetisch als auch sporadisch sein und sind nicht immer bekannt. Die Symptome können abhängig von der Erkrankung und der betroffenen Hirnregion sehr vielfältig sein und umfassen Gedächtnisstörungen, motorische Störungen, Orientierungsprobleme, Persönlichkeitsveränderungen und Änderungen im Verhalten. In fortgeschrittenen Stadien können auch Bewusstseinsstörungen und Erbrechen auftreten.

Anfälle und ihre Differenzialdiagnose

Anfallartige Ereignisse bei Patienten gehören zu den häufigsten Gründen für die Konsultation von Notärzten oder die Vorstellung in Kliniknotaufnahmen oder sonstigen Notfallambulanzen. Bei vielen Attackenformen ermöglichen die anamnestischen Angaben dem Notarzt bereits eine Verdachtsdiagnose oder zumindest eine Zuordnung zu einer bestimmten klinischen Disziplin. Vor allem solche Anfallssymptome, die sich als Veränderungen neurologischer oder psychischer Funktionen manifestieren, können oft vom Notarzt nicht adäquat eingeschätzt werden oder führen zu einer der beiden großen „Schubladen“ von Verdachtsdiagnosen „TIA“ (transitorisch ischämische Attacke) oder „Krampfanfall“. Nicht jeder Anfall mit neurologischer Symptomatik hat auch neurologische Ursachen.

Differenzierung von Anfällen

Aus neurologischer Sicht macht es zunächst Sinn, zwischen epileptischen und nichtepileptischen Anfällen zu differenzieren. Viele Anfallsformen können jedoch mehrere oder wechselnde Leitsymptome aufweisen. Bei der Abklärung von Anfällen hat sich darüber hinaus ein hypothesenprüfendes Vorgehen bewährt: danach ist es zumeist möglich, aus den vorliegenden anamnestischen und klinischen Informationen eine Verdachtsdiagnose zu stellen, von der ausgehend dann sowohl weitere stützende Diagnostik als auch solche zum Ausschluss von Differenzialdiagnosen hergeleitet werden kann.

Anamnese

Die Anamnese zielt zunächst einmal darauf ab, eine möglichst genaue Beschreibung des aktuellen Anfalls und ggf. auch früher stattgehabter Anfälle entsprechend der oben aufgeführten Dimensionen zu bekommen. Der Patient und mögliche Anfallszeugen sollten dafür nacheinander interviewt werden. Dabei sollte der Patient (oder der Zeuge) erst einmal ausreichend Gelegenheit bekommen, seine Erinnerungen an das Anfallsgeschehen mit seinen eigenen Worten zu schildern, ohne dass der Untersucher schon gezielt nach bestimmten Kontextmerkmalen oder Symptomen fragt.

Basisdiagnostik

Zur obligatorischen Basisdiagnostik von Anfällen gehören neben der Anamnese die körperliche und die zumindest orientierende neurologische Untersuchung sowie ein 12-Kanal-EKG.

Synkopen

Bei Synkopen handelt es sich um kurzzeitige Ohnmachten (Sekunden bis wenige Minuten), die durch eine globale Drosselung der Hirndurchblutung verursacht werden. Synkopen sind ein häufiges Phänomen; ca. ein Drittel aller Menschen erleidet mindestens eine Synkope während seines Lebens. In der Regel liegen Synkopen ausgeprägte systemische Blutdruckabfälle zugrunde.

Kardiale Synkopenursachen

Die Herzrhythmusstörungen und strukturellen Herzerkrankungen als kardiale Synkopenursachen.

Neurogene Synkopen

Bei den neurogenen Synkopen gilt es zwei grundlegend verschiedene Mechanismen zu differenzieren. Bei den relativ häufigen vasovagalen Synkopen wird von speziellen medullären Zentren aktiv eine Vagusaktivierung und eine Sympathikushemmung ausgelöst mit der Folge einer Bradykardie oder Asystolie sowie einer peripheren Vasodilatation mit konsekutivem Blutdruckabfall. Bei der selteneren neurogenen orthostatischen Hypotension besteht dagegen eine Insuffizienz des Gefäßsympathikus.

Symptome einer Synkope

Erstes Symptom in der präsynkopalen Phase ist oft ein Erleben, das als Unwohlsein, Benommenheit, „ein flaues Gefühl im Kopf“ oder als ungerichteter Schwindel beschrieben wird. Es entwickelt sich dann eine zunehmende körperliche Schwäche und ein Verlust des Realitätsempfindens. Kurz vor der Ohnmacht finden sich häufig auditive Symptome wie Ohrensausen oder Entfernthören oder visuelle Symptome wie Verschwommensehen oder Schwarzwerden vor den Augen.

Diagnose einer Synkope

Um bereits aus der Anamnese eine zuverlässige Verdachtsdiagnose stellen zu können, ist der Einsatz des Sheldon-Scores I hilfreich. Eine OH als Synkopenursache kann oft schon durch die Basisdiagnostik identifiziert werden.

Multiple Sklerose im Kindes- und Jugendalter

Normalerweise tritt die Multiple Sklerose (MS) bei Erwachsenen zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr erstmals auf. Nur bei fünf Prozent der Betroffenen zeigen sich die ersten Krankheitszeichen schon im Kindes- oder Jugendalter. Bei der MS wird die Myelinschicht, eine Schutzschicht der Nervenfasern, zunehmend zerstört und durch Plaques (erhabene Flecken) ersetzt. Bei Kindern kann dabei auch die Nervenfaser selbst beschädigt werden. Ursache ist vermutlich eine genetische Veranlagung. Wie bei Erwachsenen gibt es Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen dem Krankheitsausbruch und einer Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV), einem Vitamin-D-Mangel, Übergewicht und Tabakkonsum bzw. Passivrauchen.

Symptome bei Kindern und Jugendlichen

Bei Kindern und Jugendlichen werden die gleichen Krankheitszeichen beobachtet wie bei Erwachsenen. Hierzu gehören Gefühls-, Seh- oder Gleichgewichtsstörungen sowie motorische Beeinträchtigungen, wobei üblicherweise beim ersten Schub nur ein Symptom auftritt. Die Beschwerden können von Müdigkeit, Minderung der Konzentrationsfähigkeit und Kopfschmerzen begleitet werden. Im Unterschied zur MS bei Erwachsenen äußert sich die Erkrankung bei Kindern und Jugendlichen fast immer in Schüben. Zwischen diesen Schüben bilden sich die Symptome zurück - teilweise sogar vollständig. Allerdings treten diese Schübe häufiger auf als bei Erwachsenen, sie folgen dichter aufeinander.

Diagnose und Behandlung bei Kindern und Jugendlichen

Nach einer ausführlichen Befragung durch den Kinder- und Jugendarzt dient eine Blutuntersuchung unter anderem dazu, andere Krankheitsursachen auszuschließen. Für den Nachweis der MS sind eine MRT und möglicherweise auch eine Untersuchung des Liquors notwendig.

Die Behandlung des akuten MS-Schubs bei Kindern ist nicht identisch mit der Dauertherapie im symptomfreien Zeitraum. Im akuten Schub erhalten die Kinder meist auch ein Glukokortikoid, um den Entzündungsprozess im Bereich der Myelinschicht so schnell wie möglich einzudämmen. Für eine Dauertherapie ist Kortison jedoch ungeeignet. Je nachdem, ob die Erkrankung mild bis moderat oder schwer verläuft, stehen für die Behandlung während der symptomfreien Intervalle unterschiedliche Arzneistoffe zur Verfügung. Diese regulieren das Immunsystem. Ziel ist es, bleibende Schäden so lange wie möglich hinauszuzögern.

Unterstützung für Kinder und Jugendliche mit MS

Unterstützend erhalten die betroffenen Kinder und Jugendlichen insbesondere im Anschluss an einen Krankheitsschub je nach Bedarf Physiotherapie, Logopädie oder Ergotherapie. Oftmals wird den Betroffenen und ihren Eltern auch eine psychotherapeutische Unterstützung angeboten, damit sie neben den körperlichen auch die seelischen Belastungen, die mit der Erkrankung einhergehen, verarbeiten können.

Entzündliche Erkrankungen des zentralen Nervensystems (ZNS)

Entzündliche Erkrankungen des zentralen Nervensystems (ZNS) spielen eine zunehmende Rolle in der Neurologie. Entzündliche Erkrankungen können erregerbedingt durch Bakterien, Pilze, Protozoen und Viren sowie nicht erregerbedingt/autoimmun (wie Multiple Sklerose, Vaskulitis) auftreten. Autoimmunologische Prozesse, wenn der Organismus also nicht in der Lage ist, bestimmte Strukturen als körpereigene zu erkennen, können am Nervensystem Entzündungen hervorrufen.

Erregerbedingte Infektionen

Häufige Krankheitsbilder durch erregerbedingte Infektionen des Gehirns sind die Neuborreliose und die Gürtelrose. Die häufigsten Fälle einer ambulant erworbenen bakteriellen Meningitis sind Streptokokken (Streptococcus penumoniae), Listerien (Listeria monocytogenes) und Meningokokken (Neisseria meningitidis).

Autoimmunerkrankungen

Eine der bekanntesten Autoimmunerkrankungen ist die Multiple Sklerose (MS). Ein weiteres Beispiel einer entzündlichen ZNS-Erkrankung ist die Myelitis.

Guillian-Barré-Syndrom (GBS)

Das Guillian-Barré-Syndrom (GBS) gehört zu den eher seltenen ZNS-Erkrankungen. Es ist eine akut oder subakut verlaufende, häufig postinfektiös auftretende Polyradikuloneuritis, die innerhalb von Tagen bis Wochen das Erkrankungsmaximum erreicht.

Neurologische Erkrankungen und ihre Symptome

Erkrankungen des Nervensystems werden auch als neurologische Erkrankungen, im späteren Verlauf auch als sichtbare Neuropathologien bezeichnet. Diese Erkrankungen können alle Bestandteile des Nervengewebes betreffen, vom Rückenmark, über das Gehirn bis hin zu peripheren Nervenfasern.

Beispiele für neurologische Erkrankungen

  • Lähmungen: Bestimmte Muskelareale, Muskelkörper können nicht mehr oder nur noch teilweise bewegt werden.
  • Gehirnerschütterung: Durch einen Sturz oder die Konfrontation mit einem harten Gegenstand zeigen sich Symptome wie Schwindel, Erbrechen oder Bewusstlosigkeit.
  • Gehirnblutung: Durch die Ruptur eines Gefäßes im Gehirn kann es zum vermehrten Austritt von Blut und einer Erhöhung des Gehirndrucks kommen, dies führt oft zum Abbau von Gehirngewebe (Atrophie).
  • Schlaganfall: Kommt es durch ein wanderndes Blutgerinnsel (Thrombus) zum Verschluss kleinerer Gefäße im Gehirn, wird das betroffene Gehirnareal mit Sauerstoff unterversorgt.
  • Multiple Sklerose: Dies ist eine Autoimmunerkrankung, in der die zytotoxischen T-Zellen das eigene Myelin angreifen und so die Nervenzellen zerstören.
  • Morbus Parkinson: Dies ist eine neurodegenerative Erkrankung, die sich mit Zittern, Verlust der kontrollierten Bewegung und Haltungsinstabilität zeigt.
  • Morbus Alzheimer: Diese Erkrankung wird ebenfalls zu den neurodegenerativen Erkrankungen gezählt und tritt zumeist ab einem Alter von 60 Jahren auf.

Sensibilitätsstörungen

Was ist eine Sensibilitätsstörung? Welche Symptome treten auf? Ursachen von Sensibilitätsstörungen Sind Sensibilitätsstörungen gefährlich? Diagnose von Sensibilitätsstörungen Wann müssen Sie zum Arzt? Behandlung von Sensibilitätsstörungen

Regeneration von Nervenfasern im ZNS

Nach einer Verletzung können Neurone des ZNS geschädigte Nervenfasern, sogenannte Axone, nicht mehr regenerieren, sodass sie dauerhaft von ihren Zielgebieten abgeschnitten bleiben. Schädigungen von Nervenfasern im Gehirn oder Rückenmark führen daher in der Regel immer zu irreversiblen Funktionsverlusten und damit lebenslangen Behinderungen, wie beispielsweise Querschnittslähmungen nach Rückenmarksverletzungen oder Erblindungen nach Sehnervschädigungen.

Der Sehnerv

Der Sehnerv enthält die Nervenfasern der Ganglienzellen der Retina und leitet die Sehinformation aus dem Auge in das Gehirn weiter. Schädigungen des Sehnervs machen sich durch pathologische Gesichtsfeldausfälle bemerkbar. Da der Sehnerv zum zentralen Nervensystem gehört, ist eine Regeneration der Nervenfasern im Sehnerv nicht möglich. Zahlreiche Erkrankungen können eine Schädigung des Sehnervs zur Folge haben, z.B. der Grüne Star (Glaukom), die diabetische Retinopathie, Sehnerventzündungen, Tumore am Sehnerv, Unfälle oder ein Gefäßverschluss.

Glaukom

Das Glaukom, umgangssprachlich auch Grüner Star genannt, umfasst eine Reihe von Augenerkrankungen, die zum Verlust von Nervenfasern führen. Es kommt bei betroffenen Patienten zu Gesichtsfeldausfällen, bis hin zu Erblindung. Ursächlich ist ein erhöhter Augeninnendruck, bzw. ein ungünstiges Verhältnis zwischen Augeninnendruck und Durchblutung des Sehnervs, der zur Schädigung der Nervenfasern führt.

Das Rückenmark

Das Rückenmark verläuft im Wirbelkanal und stellt die Verbindung zwischen Gehirn und Extremitäten her. Im ventralen Anteil des Rückenmarks liegen die unteren Motoneurone, welche die Skelettmuskulatur innervieren und für die Bewegungsausführung verantwortlich sind. Ihre Axone verlassen über den jeweiligen Spinalnerv den Wirbelkanal und ziehen zu ihren Zielmuskeln.

Ursachen von Entzündungen des Nervensystems bei Kindern

Ursachen von Entzündungen des Nervensystems können Viren, Bakterien oder Autoimmun-Erkrankungen wie Multiple Sklerose sein.

Epilepsie bei Kindern

Epilepsien sind bei 1% der Bevölkerung vorkommende Erkrankungen, bei denen es wiederholt zu epileptischen Anfällen kommt. Liegt eine Grunderkrankung des Gehirns vor, spricht man von einer symptomatischen Epilepsie. Oftmals fehlen jedoch auch nach gründlichen Untersuchungen Hinweise für eine Grunderkrankung.

Fieberkrämpfe bei Kindern

Fieberkrämpfe treten im Kleinkindalter als generalisierte Anfälle mit einer Beteiligung des gesamten Körpers und Bewusstlosigkeit bei fieberhaften Infektionen auf.

Ohnmacht bei Kindern

Wird ein Kind plötzlich ohnmächtig und kann nicht mehr auf Ansprache reagieren, ist es wichtig, die Ursache des Bewusstseinsverlustes zu klären: sowohl Probleme mit dem Kreislauf, Probleme mit dem Gehirn oder auch des Stoffwechsels müssen als Ursache ausgeschlossen werden.

Schlaganfall bei Kindern

Auch Kinder können schon früh in ihrem Leben, selbst schon im Mutterleib, Schlaganfälle erleiden. Die Blutversorgung einzelner Hirngebiete ist gestört, so dass es zur Minderversorgung dieser Gebiete mit Sauerstoff kommt.

Kopfschmerzen bei Kindern

Ca. 80% aller Kinder leiden gelegentlich oder dauerhaft an Kopfschmerzen. Der Leidensdruck der Kinder und der Familien ist hoch. Wichtig ist eine genaue Einordnung des Kopfschmerzes, um dann die richtige Therapie einleiten zu können: ein sogenannter Spannungskopfschmerz muss anders behandelt werden als eine Migräne.

Multiple Sklerose (MS)

Multiple Sklerose (MS) ist eine entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark). Die Symptome einer MS sind besonders im Anfangsstadium sehr vielgestaltig, sodass es oftmals schwierig ist, die Diagnose frühzeitig zu stellen.

Ursachen der MS

…ist noch nicht geklärt. Wahrscheinlich handelt es sich nicht um eine einzelne Ursache, sondern es müssen viele Ursachen zusammenkommen, damit eine MS ausbricht. Das körpereigene Abwehrsystem spielt hierbei eine entscheidende Rolle, da es sich bei der MS gegen den eigenen Körper richtet und Antikörper gegen die Myelinschicht der Nervenfasern produziert. Auch eine genetische Veranlagung (Vererbung) spielt eine bedeutende Rolle bei der Entstehung der Multiplen Sklerose. Außerdem scheinen Umweltfaktoren wie Rauchen, Vitamin-D-Mangel oder best.

Verlauf der MS

…ist von Patient zu Patient sehr verschieden. Bei einer Vielzahl von Patienten verläuft sie gutartig. Entscheidend für den Verlauf ist die Therapie. Auch diese ist individuell sehr verschieden. Von großer Bedeutung für den Krankheitsverlauf ist die Mitarbeit des Patienten.

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