Multiple Sklerose und neurologische Versorgung in Cottbus: Ein umfassender Überblick

Die neurologische Versorgung ist ein wichtiger Aspekt der Gesundheitsversorgung, insbesondere für Menschen mit komplexen Erkrankungen wie Multipler Sklerose (MS). In Cottbus und Umgebung gibt es eine Vielzahl von Fachleuten und Einrichtungen, die sich auf die Diagnose, Behandlung und Betreuung von Patienten mit neurologischen Erkrankungen spezialisiert haben. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die neurologische Versorgung in Cottbus, mit besonderem Fokus auf Multiple Sklerose.

Neurologische Kompetenz in Cottbus

Cottbus verfügt über eine gut ausgebaute neurologische Versorgung, die sowohl ambulante als auch stationäre Leistungen umfasst. Mehrere erfahrene Neurologen und Kliniken bieten ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Verfahren an, um Patienten mit neurologischen Erkrankungen optimal zu versorgen.

Prof. Dr. med. Andreas Linsa

Prof. Dr. med. Andreas Linsa ist ein anerkannter Facharzt für Neurologie mit einer Praxis in Cottbus. Er bietet eine umfassende Diagnostik und Therapie für verschiedene neurologische Erkrankungen an, darunter Bewegungsstörungen wie Parkinson, Epilepsien, Hirnleistungsstörungen, Multiple Sklerose und Kopfschmerzerkrankungen wie Cluster-Kopfschmerz. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der interdisziplinären Zusammenarbeit mit Spezialisten aus verschiedenen Fachbereichen wie Neurologie, Neurochirurgie, Radiologie, Neuroradiologie und Neuropsychologie, um eine ganzheitliche und fachübergreifende Versorgung der Patienten zu gewährleisten. Zu den diagnostischen Verfahren gehören neurologischer Ultraschall, EEG und Lumbalpunktion.

Klinik für Neurologie am Carl-Thiem-Klinikum Cottbus (CTK)

Die Klinik für Neurologie am CTK unter der Leitung von Prof. Dr. Alexander Dressel bietet ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Leistungen fürPatienten mit Erkrankungen des Nervensystems. Die Klinik verfügt über eine überregionale Stroke Unit, die auf die Behandlung von akuten Schlaganfällen spezialisiert ist. Darüber hinaus werden Patientinnen und Patienten mit entzündlichen Erkrankungen des Nervensystems (Meningitis, Enzephalitis), Multipler Sklerose, Anfallsleiden (Epilepsie) und Bewegungsstörungen (z. B. Parkinson) behandelt. Die Klinik nimmt jährlich über 2.000 stationäre Patientinnen und Patienten auf und behandelt rund 1.000 Schlaganfälle pro Jahr.

Prof. Dr. Alexander Dressel wurde im Rahmen einer feierlichen Zeremonie an der Medizinischen Universität Lausitz - Carl Thiem (MUL - CT) auf eine W3-Professur für Neurologie berufen. Er ist seit 2016 Chefarzt der Klinik für Neurologie am Cottbuser Klinikum. Seine fachliche Expertise liegt unter anderem in der Schlaganfallforschung und der Immunpathogenese der Multiplen Sklerose.

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Die Klinik für Neurologie wird von Neuropsychologen unterstützt, die in der Differenzialdiagnostik von Demenzen und in der Rehabilitation zur Diagnosestellung und Behandlung der Patientinnen und Patienten beitragen. Das Team wird durch 13 Assistenzärztinnen und -ärzte verstärkt.

Die Oberärztinnen und Oberärzte haben sich spezialisiert, um die Fortschritte in Diagnostik und Therapie zum Wohle der Patientinnen und Patienten umsetzen zu können.

Medizinische Universität Lausitz - Carl Thiem (MUL - CT)

Die Medizinische Universität Lausitz - Carl Thiem (MUL - CT) spielt eine zentrale Rolle in der neurologischen Versorgung der Region. Durch die Berufung von Professoren wie Prof. Dr. Alexander Dressel und die Etablierung universitärer Strukturen wird die Forschung und Lehre im Bereich der Neurologie gestärkt. Die MUL - CT setzt den eingeschlagenen Kurs des rasanten Aufbaus universitärer Strukturen fort und fördert den Brückenschlag zwischen medizinischer Versorgung, Wissenschaft und akademischer Lehre.

Multiple Sklerose: Ein Schwerpunkt der neurologischen Versorgung in Cottbus

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die das Gehirn und das Rückenmark betrifft. Die Erkrankung kann zu vielfältigen Symptomen führen, darunter Müdigkeit,Sensibilitätsstörungen, Muskelschwäche, Koordinationsprobleme und Sehstörungen. Die neurologische Versorgung von MS-Patienten umfasst die Diagnose, die medikamentöse Therapie, die symptomatische Behandlung und die Rehabilitation.

Diagnostik von MS

Die Diagnose von MS basiert auf einer Kombination aus klinischer Untersuchung, neurologischer Bildgebung (Magnetresonanztomographie, MRT) undLiquoruntersuchung (Lumbalpunktion). Die MRT-Aufnahmen des Gehirns und des Rückenmarks können Entzündungsherde (Läsionen) sichtbar machen, die typisch für MS sind. Die Liquoruntersuchung kannEntzündungsmarker und oligoklonale Banden nachweisen, die ebenfalls auf MS hindeuten können.

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Therapie von MS

Die Therapie von MS zielt darauf ab, die Entzündung im Nervensystem zu reduzieren, die Schubfrequenz zu verringern und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Es gibt verschiedene Medikamente, die zur Behandlung von MS eingesetzt werden können, darunter Interferone, Glatirameracetat, Natalizumab, Fingolimod, Dimethylfumarat und Ocrelizumab. Die Wahl des Medikaments hängt von der Art der MS, dem Schweregrad der Erkrankung und den individuellen Bedürfnissen des Patienten ab.

Neben der medikamentösen Therapie spielen auch die symptomatische Behandlung und die Rehabilitation eine wichtige Rolle bei der Versorgung von MS-Patienten. Die symptomatische Behandlung zielt darauf ab, die Beschwerden der Patienten zu lindern, wie z. B. Schmerzen, Spastik, Müdigkeit undBlasenfunktionsstörungen. Die Rehabilitation umfasst physiotherapeutische, ergotherapeutische undlogopädische Maßnahmen, die den Patienten helfen, ihreFunktionsfähigkeit und Lebensqualität zu erhalten oder zu verbessern.

Spezialisierte MS-Zentren und -Sprechstunden in Cottbus

In Cottbus gibt es spezialisierte MS-Zentren und -Sprechstunden, die eine umfassende und interdisziplinäre Betreuung von MS-Patienten anbieten. Diese Zentren verfügen über erfahrene Neurologen, MS-Schwestern, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden undPsychologen, die eng zusammenarbeiten, um die individuellen Bedürfnisse der Patienten zu erfüllen.

Bedeutung der Neuropsychologie bei MS

Neuropsychologen spielen eine wichtige Rolle bei der Diagnostik und Behandlung von MS-Patienten. Sie führen neuropsychologische Tests durch, um kognitive Beeinträchtigungen festzustellen, wie z. B. Gedächtnisprobleme, Aufmerksamkeitsstörungen undVerlangsamung der Informationsverarbeitung. Auf der Grundlage der Testergebnisse können Neuropsychologen individuelle Therapiepläne entwickeln, um die kognitiven Fähigkeiten der Patienten zu verbessern. Darüber hinaus bieten Neuropsychologen psychologische Unterstützung und Beratung für MS-Patienten und ihre Angehörigen an, um ihnen bei der Bewältigung der Erkrankung zu helfen.

Weitere neurologische Erkrankungen und Behandlungsangebote in Cottbus

Neben Multipler Sklerose werden in den neurologischen Einrichtungen in Cottbus auch andere neurologische Erkrankungen behandelt, darunter:

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  • Schlaganfall: Die Stroke Unit am CTK ist auf die Akutversorgung von Schlaganfallpatienten spezialisiert.
  • Epilepsie: Die Klinik für Neurologie bietet eine umfassende Diagnostik und Therapie von Epilepsie an.
  • Parkinson: Spezialisierte Ärzte und Therapeuten kümmern sich um Patienten mit Parkinson-Syndromen und anderen Bewegungsstörungen.
  • Demenzen: Neuropsychologen unterstützen bei der Differenzialdiagnostik von Demenzen.
  • Kopfschmerzen: Prof. Dr. Linsa bietet eine spezialisierte Behandlung von Kopfschmerzerkrankungen, einschließlich Cluster-Kopfschmerz, an.
  • Neuromuskuläre Erkrankungen: Hierzu gehören Polyneuropathien, CIDP, Nervenengpasssyndrome, ALS, Myasthenie und Myopathien.
  • Neuroimmunologische Erkrankungen: Hierzu gehören Multiple Sklerose, Neuromyelitis optica, autoimmune Enzephalitiden und Neurosarkoidose.

Rehabilitation und Ergotherapie in Cottbus

Die Rehabilitation spielt eine wichtige Rolle bei der Behandlung von neurologischen Erkrankungen. In Cottbus gibt es verschiedene Einrichtungen, die neurologische Rehabilitation anbieten, darunter die Neurologische Frührehabilitation am CTK. Die Rehabilitation umfasst physiotherapeutische, ergotherapeutische und logopädische Maßnahmen, die den Patienten helfen, ihreFunktionsfähigkeit und Lebensqualität zu erhalten oder zu verbessern.

Ergotherapie

Ergotherapie ist eine wichtige Therapieform für Menschen mit neurologischen Erkrankungen. Ergotherapeuten unterstützen Patienten dabei, ihre Handlungsfähigkeit im Alltag zu verbessern und ihre Selbstständigkeit zu fördern. Die Ergotherapie umfasst ein breites Spektrum an Behandlungen, die auf die individuellen Bedürfnisse der Patienten abgestimmt sind.

Ergotherapeuten in Cottbus arbeiten mit Kindern, Erwachsenen und Senioren, um individuelle Therapieziele zu erreichen. Zu den häufigen Anwendungsgebieten der Ergotherapie gehören:

  • Neurologische Erkrankungen: Schlaganfall, Multiple Sklerose, Parkinson
  • Orthopädische und rheumatologische Erkrankungen: Arthrose, Rheuma, Frakturen
  • Psychiatrische Erkrankungen: Depressionen, Angststörungen, Psychosen
  • Entwicklungsstörungen bei Kindern: ADHS, Autismus, Lernstörungen
  • Altersbedingte Einschränkungen: Geriatrie, Demenz

Die Ergotherapie umfasst verschiedene Behandlungsansätze, darunter:

  • Alltagsaktivitäten: Training von Alltagshandlungen wie Anziehen, Essen, Körperpflege.
  • Sensomotorisches Training: Förderung der Wahrnehmung und Verarbeitung von Sinnesreizen.
  • Kognitives Training: Verbesserung von Konzentration, Gedächtnis, Aufmerksamkeit.
  • Funktionelles Training: Steigerung von Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit.

Innovationen und Forschung in der neurologischen Versorgung

Die neurologische Versorgung in Cottbus profitiert von Innovationen und Forschung. Die MUL - CT fördert die Forschung im Bereich der Neurologie und trägt dazu bei, neue diagnostische und therapeutische Ansätze zu entwickeln. Prof. Dr. Alexander Dressel engagiert sich in der Schlaganfallforschung und der Immunpathogenese der Multiplen Sklerose.

Telemedizinische Versorgung

Im Rahmen des Innovationsprojekts TENEAM werden telemedizinische Lösungen entwickelt, um die neurologische Versorgung in der Lausitz zu verbessern. Ziel ist es, eine zeitnahe und wohnortnahe Behandlung von Patienten mit neurologischen Erkrankungen zu ermöglichen, insbesondere in ländlichen Regionen.

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