Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems (ZNS), die sowohl das Gehirn als auch das Rückenmark betrifft. Junge Frauen sind überwiegend von dieser demyelinisierenden Erkrankung betroffen. Die Erkrankung ist durch eine Schädigung der Myelinscheiden gekennzeichnet, die die Nervenfasern umhüllen und für eine reibungslose Signalübertragung verantwortlich sind. Die genaue Ätiologie der MS ist unbekannt. Es wird jedoch angenommen, dass sowohl genetische als auch Umweltfaktoren eine Rolle spielen.
Die Symptome der MS sind vielfältig und können je nach Lokalisation der Läsionen variieren. Typischerweise umfassen sie jedoch neurologische Symptome, die das Sehvermögen, die motorischen Funktionen, die Sensibilität und die autonome Funktion beeinträchtigen. Die MS-Diagnose ist eine Ausschlussdiagnose.
Das Nervensystem im Fokus: Histologie und Demyelinisierung
Die Histologie des ZNS spielt eine entscheidende Rolle bei der Entstehung der MS. Eine Entzündungsreaktion führt zur Schädigung und zum Absterben der Oligodendrozyten, den Zellen, die für die Myelinbildung verantwortlich sind. Dies resultiert in einer Demyelinisierung, also dem Verlust der schützenden Myelinscheide, im ZNS, was die Signalübertragung beeinträchtigt.
Genetische und Umweltfaktoren
Die genaue Ätiologie der MS ist unbekannt. Das Vorhandensein des HLA-A*02-Allels scheint das Risiko zu verringern und eine protektive Wirkung zu verleihen.
Verlaufsformen der Multiplen Sklerose
Die MS manifestiert sich in verschiedenen Verlaufsformen, wobei die schubförmig-remittierende MS die häufigste ist. Akute Schübe sind durch Symptome gekennzeichnet, die mindestens 24 Stunden bestehen und > 30 Tage seit dem letzten Rückfall auftreten. Am wenigsten verbreitete Form (ca.
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Symptome der Multiplen Sklerose
Die Symptome der MS sind vielfältig und können das Sehvermögen, die motorischen Funktionen und die Sensibilität beeinträchtigen. Häufige Symptome sind:
- Sensibilitätsstörungen: Dysästhesie (verändertes, unangenehmes und/oder schmerzhaftes Berührungsgefühl), Hypästhesie (vollständiger oder teilweiser Gefühlsverlust, inkl.
- Ein geschwächter M.
Schmerzen bei Multipler Sklerose
Die Multiple Sklerose ist keine schmerzfreie Erkrankung, wie lange Zeit behauptet wurde. Etwa 50 % der MS-Betroffenen berichten über sehr unterschiedliche Schmerzerfahrungen, welche die Lebensqualität zum Teil massiv beeinträchtigen. Es gibt Schmerzen, die eine direkte Folge der Multiplen Sklerose sind. Dazu gehören einerseits akute Schmerzsyndrome, wie die Trigeminusneuralgie, die tonischen Halbseitenkrämpfe und das Lhermitte-Phänomen (elektrisierendes Gefühl beim Nackenbeugen). Viel häufiger sind jedoch chronische Schmerzen wie Muskelspasmen oder Missempfindungen. Sie machen etwa 50-80 % aller Schmerzsyndrome bei MS aus. Daneben gibt es auch eine Reihe von Schmerzen, die nicht direkt durch die MS ausgelöst werden, sondern deren indirekte Folge sind. Beispiele dafür sind die schmerzhafte Blasenentzündung, Rückenschmerzen durch schlecht angepasste Rollstühle oder Schmerzen durch Wundliegen.
Akute Schmerzen
Das häufigste Schmerzsyndrom bei der MS ist die Trigeminusneuralgie. Das sind äußerst heftige, Sekunden dauernde Schmerzattacken in der oberen Gesichtshälfte. "Wie ein Messerstich ins Gesicht" beschreiben sie Betroffene. Manchmal reicht eine leichte Berührung im Gesicht, Kauen oder Sprechen, um die Schmerzen auszulösen. Zwischen den Anfällen sind die Betroffenen meist beschwerdefrei. In seltenen Fällen kommt es zu länger andauernden Gesichtsschmerzen. Akute Schmerzsyndrome sind durch das anfallartige Auftreten charakterisiert. Die Ursache ist eine außergewöhnliche elektrische Erregbarkeit der demyelinisierten Nerven. Spontan oder durch bestimmte Bewegungen entstehen an einzelnen Stellen, an denen das Myelin beschädigt ist, fehlerhafte elektrische Entladungen. Diese greifen dann auf ein ganzes Nervenbündel über. Für die Behandlung der Trigeminusneuralgie werden Medikamente wie Carbamazepin, Phenytoin oder Clonazepam eingesetzt, welche die elektrische Übererregbarkeit der Nerven herabsetzt.
Chronische Schmerzen
Die häufigsten chronischen Schmerzen, die durch die MS ausgelöst werden, sind neurogene Schmerzen. Sie werden auch Dyästhesien oder Missempfindungen genannt. Häufig hat dieser Schmerz einen brennenden, stechenden oder beklemmenden Charakter. Neuogene Schmerzen entstehen wahrscheinlich, wenn die Filterfunktion bestimmter Nervenbahnen im Rückenmark durch die Demyelinisierung wegfällt und andere Nervenfasern das Hirn hemmungslos mit unangenehmen, schmerzhaften Informationen "bombadieren". Schmerzen dieser Art sind leider medikamentös sehr schwer behandelbar, die "normalen" Schmerzmittel helfen nicht. Häufig werden Antidepressiva oder Antikonvulsiva eingesetzt. Manchmal werden neurochirurgische Eingriffe empfohlen, bei denen gewisse zentrale Schmerzbahnen durchtrennt werden. Sie führen allerdings nicht immer zum gewünschten Erfolg.
Schmerzen als indirekte Folge der MS
Viele MS-Betroffene klagen über ständige Rückenschmerzen. Diese können eine ganz "einfache" Ursache haben: der schlecht angepasste Rollstuhl! Oft wird nicht genügend Zeit aufgewendet, um den Rollstuhl sorgfältig anzupassen. Manchmal hängen nach längerem Gebrauch die Rückenlehne und die Sitzfläche durch. Dadurch und auch weil die Rückenmuskulatur durch die Erkrankung geschwächt ist, beugt sich der Oberkörper nach vorne. Als Ausgleichsversuch werden Hals und Nacken gestreckt, was zu einer ungünstigen Belastung der Wirbelsäule und damit zu vorzeitigen Abnutzungserscheinungen der Wirbelgelenke führt. Die nicht immer behindertengerecht gestaltete Umwelt fördert zusätzlich diese schmerzerzeugende Haltung. Deshalb ist es besonders wichtig, dafür zu sorgen, dass Hilfsmittel regelmäßig von Fachleuten kontrolliert und immer wieder neu angepasst werden. Ganz wichtig ist zudem die gezielte sportliche Betätigung und Physiotherapie. Beides hilft, möglichen Schädigungen der Wirbelsäule durch Fehlhaltungen oder Bewegungsmangel vorzubeugen.
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Die Schmerzbehandlung
Die neuesten Ergebnisse der Schmerzforschung machen deutlich, dass chronische Schmerzen schnell, intensiv und umfassend behandelt werden müssen. Sind wir dauernd Schmerzreizen ausgesetzt, baut sich ein so genanntes "Schmerzgedächtnis" auf. Diese Hirnregionen melden dann noch Schmerzen, wenn die Impulse längst unterbunden sind. Dauernde Schmerzreize führen zudem im Rückenmark zu einer Vermehrung der Schmerzrezeptoren. Das Schmerzempfinden wird dadurch massiv verstärkt. Eine umfassende Schmerzbehandlung möchte Gewebeschädigungen, die Schmerzen auslösen oder Folge des Schmerzes sind, soweit dies möglich ist, behandeln, mit Medikamenten und Lokalanästhetika den Schmerz lindern und erträglicher machen, bzw. für schmerzfreie Zeiten sorgen, durch Bewegungstherapie und physiotherapeutische Behandlung Folgen und Ursachen der Schmerzen günstig beeinflussen, psychologische Möglichkeiten zur Beeinflussung der Schmerzen mit Hilfe bestimmter Techniken verändern, über die Zusammenhänge zwischen chronischen Schmerzen und psychosozialen Faktoren aufklären, Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität ermöglichen.
Multiple Sklerose und die Wirbelsäule
Multiple Sklerose (MS) ist eine der häufigsten Erkrankungen des Zentralnervensystems (Gehirn und Wirbelsäule). Bei MS beeinträchtigt der Verlust von Myelin die Übermittlung von Botschaften zwischen Gehirn und anderen Körperteilen. Die Bereiche, in denen Myelin verloren gegangen ist (Plaques oder Läsionen), erscheinen als verhärtete Bereiche oder Narben. Bei MS treten diese Narben zu verschiedenen Zeiten in verschiedenen Bereichen des Gehirns und des Rückenmarks auf.
Spastik und Muskelstarre
Die Muskeln unseres Körpers halten den so genannten normalen Muskeltonus aufrecht - ein Niveau an Muskelspannung, das uns aufrecht hält. Wenn die Spannung in diesen Muskeln zunimmt, werden sie steif und man spricht von Spastik bzw. Muskelstarre. Muskelstarre ist eines der häufigsten Symptome von MS und einer der Hauptgründe für Behinderungen bei MS. Spasmen sind unwillkürliche Muskelbewegungen in den Gliedmaßen und im Rumpf. Diese Symptome der Spastizität können zu funktionellen Behinderungen führen, einschließlich Haltungsänderungen, die durch einen erhöhten Muskeltonus (Muskelspannung oder Aktivitätszustand) verursacht werden. Spastizität ist das Ergebnis eines erhöhten Muskeltonus, der zu einem Verlust der Muskelreaktion führt.
Rückenschmerzen bei MS
Rückenschmerzen sind bei Menschen mit MS das am häufigsten auftretende Schmerzsymptom. Die Ursachen dafür sind mannigfaltig. Die Wirbelsäule ist die zentrale Stütze des Körpers. Die Wirbelsäule besteht aus 24 beweglichen Wirbeln. Geschützt im Wirbelkanal verläuft das Rückenmark, allerdings nur bis zum 2. Lendenwirbel. Durch Öffnungen in den Wirbelbögen treten die Nerven des Rückenmarks, die sogenannten Spinalnerven, aus der Wirbelsäule aus. Um Stösse und Erschütterungen, aber auch den Druck beim Nach-vorne-Beugen abzufedern und somit eine verschleissarme Beweglichkeit der Wirbelsäule zu ermöglichen, liegen zwischen den Wirbeln die aus Knorpel bestehenden Bandscheiben. Werden die Bandscheiben geschädigt, können Teile davon in den Spinalnerven- oder Rückenmarkskanal eintreten - es kommt zu einem sogenannten Bandscheibenvorfall. Die Rückenschmerzen entstehen dadurch, dass diese dann auf das umliegende Nervengewebe drücken.
Heute weiss man, dass etwa 50 Prozent der MS-Betroffenen Schmerzen aufgrund der Multiplen Sklerose haben. Meist liegt die Ursache von Rückenschmerzen bei MS an falschen Haltungs- und Bewegungsmustern. Betroffene versuchen beispielsweise eine Schwäche in einem Bein oder Gleichgewichtsstörungen zu kompensieren. So wird eine Seite mehr belastet als die andere oder der Gang wird unnatürlich. Auch der inkorrekte Einsatz von Hilfsmitteln wie Rollstuhl oder Gehhilfe kann die Gelenke falsch belasten. Muskelverspannungen, Muskelschmerzen, Fehl- und Überbelastungen der Wirbelsäule sind häufig die Folge - nicht selten entwickelt sich ein Teufelskreis: Nicht die Ursache wird bekämpft, sondern neue Ausweichstrategien entwickelt, um den Rückenschmerzen entgegenzuwirken. Dabei sind Sport, Physiotherapie und der richtige Umgang mit Hilfsmitteln die wichtigsten Massnahmen, um diesem Symptom Abhilfe zu schaffen. Zu den chronischen Schmerzen bei Multipler Sklerose werden Muskelkrämpfe aufgrund einer Spastik und auch die bei Menschen mit MS oft typischen Missempfindungen, die neurogenen Schmerzen, gezählt.
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Ursächlich für neurogene Schmerzen sind wahrscheinlich die demyelinisierten Nervenbahnen im Rückenmark, die besonders leicht elektrisch erregbar sind. Plötzlich und scheinbar grundlos oder durch bestimmte Bewegungen ausgelöst, entstehen so - anders als beim Gesunden - elektrische Reize. Diese können mitunter auf ein ganzes Nervenbündel übergreifen und im Gehirn die eigentliche Schmerzempfindung bewirken. Multiple Sklerose-Betroffene fühlen sich dabei wie in einem Panzer gefangen. Die Berührung von Kleidung, Bettdecke oder der Matratze können schnell zur Qual werden. Ein anderer typischer Schmerzauslöser ist eine Spastik im Rücken, die schmerzhafte Muskelverspannungen verursachen kann. Auslöser ist eine durch die Multiple Sklerose verursachte, fehlerhafte Regulation von Nerven. Medikamentös ist eine Spastik recht gut zu behandeln, sprechen Sie Ihren Neurologen darauf an.
MRT-Untersuchungen bei MS
Ärzte überwachen den Verlauf der multiplen Sklerose in der Regel mit MRT-Bildern des Gehirns. Manchmal finden sich die Entzündungsherde jedoch ausschließlich im Rückenmark, wie eine aktuelle Studie zeigt. In der Diagnostik der multiplen Sklerose (MS) ist die Magnetresonanztomografie (MRT) schon lange fester Bestandteil. Bilder sowohl aus dem Gehirn als auch vom Rückenmark zeigen anfangs, wie es um die Entzündungsaktivität, um das Ausmaß der Schäden an den Nervenzellen und das Gehirnvolumen bestellt ist.
Die Magnetresonanztomographie erlaubt aber auch eine frühere Diagnose von MS selbst. MRT ermöglicht es, sowohl die räumliche als auch die zeitliche Dissemination der Entzündungsherde in Gehirn und Rückenmark nachzuweisen.
MRT des Rückenmarks
Forscher der Universität La Sapienza in Rom (Italien) fordern nun, bei der Verlaufskontrolle der Autoimmunkrankheit zusätzlich Kernspin-Aufnahmen des Rückenmarks miteinzubeziehen. In ihrer Studie untersuchten die Forscher speziell die Entzündungsaktivität im Rückenmark. Sie wollten herausfinden, ob diese auch unabhängig vom Gehirn auftreten kann. Eine Entzündungsaktivität definierten sie so: Entweder im Gehirn, dem Rückenmark oder in beiden Strukturen des zentralen Nervensystems musste mindestens eine Läsion, also ein Nervenschaden, vorliegen, in der sich das Kontrastmittel Gadolinium (Gd) anreichert. Insgesamt analysierten die Forscher 5.717 Bilder. Davon zeigten 79 Prozent keinerlei verstärkte Anreicherung von Gadolinium. Die Schlussfolgerung der Forscher lautet deshalb: Die Nervenschäden im Rückenmark können unabhängig von den zerstörerischen Prozessen im Gehirn bei einer multiplen Sklerose auftreten.
Diagnose und Therapie
Die MS-Diagnose ist eine Ausschlussdiagnose, d.h. neurologische Symptome, die durch eine andere Erkrankung als MS nicht besser erklärt werden können, werden ausgeschlossen. Evtl. Evtl. Bild: „Double inversion recovery (DIR)“ von Alice Favaretto, Davide Poggiali, Andrea Lazzarotto, Giuseppe Rolma, Francesco Causin, Paolo Gallo. Derzeit gibt es keine kausale Therapie für MS. Erstlinientherapie: Glucocorticoid-Hochdosistherapie (z.B. Spasmolytika (2. Systemischer Lupus erythematodes (SLE): eine Autoimmunerkrankung, die praktisch jedes Organsystem betreffen kann. Die Betroffenen leiden typischerweise an Nierenerkrankungen und Photosensitivität und können sich auch mit neurologischen Symptomen wie Hypästhesien, Parästhesien, Kopfschmerzen und Verwirrtheit präsentieren. Betroffene mit SLE werden häufig positiv auf antinukleäre Antikörper (ANA) getestet. Immunsuppressiva. Treponemen pallidum verursacht wird. Betroffene mit Neurosyphilis können sich mit Kopfschmerzen, Stimmungsstörungen und Gedächtnisstörungen präsentieren. Ataxie-Teleangiektasien (als Tabes dorsalis bezeichnet) führt. Neurosarkoidose: eine Erkrankung, bei der nicht-verkäsende Granulome im ZNS abgelagert werden. Neurosarkoidose zeigt sich am häufigsten mit Hirnnervendefekten oder Sehstörungen in Form einer granulomatösen Meningoenzephalitis. Vitamin B12 (Cobalamin)-Mangel: eine Erkrankung mit leichten neurologischen Symptomen wie Hyp- und Parästhesien in den Extremitäten. Ataxie-Teleangiektasien entwickeln.
Therapieoptionen
Mit der Behandlung sollte früh begonnen werden, da durch Entzündungsherde Gehirnzellen verloren gehen und man somit ja nicht auf den nächsten Schub warten will. Selbst wenn am Anfang Reparaturmechanismen mithelfen, ist das immer ein Kampf zwischen Zellen, die entzündlich sind und Zellen, die antientzündlich sind. Das ist sehr individuell und gerade, wenn man die Diagnose neu bekommen hat, neigt man gerne dazu, sich mit anderen PatientInnen zu vergleichen oder sich umzuhören; das ist bitte nicht einfach umzusetzen. Auch das sind ganz individuelle Krankheitsbilder; Sie haben vielleicht nur wenige Herde oder nur ganz milde Symptome gehabt, die sich sehr gut auf Kortison gebessert haben. So brauchen Sie nicht so eine starke Therapie wie jemand, der schwere, behindernde Herde hatte, Einschränkungen hatte und viele Entzündungszellen im Gehirn hat, sodass potentere Therapien gewählt werden müssen. Dabei wird auch beachtet, dass die gewählte Therapie gut in Ihren Alltag passt und Sie diese auch gut vertragen.
Alternative Heilmethoden
Mir als behandelnde Ärztin ist es wichtig, dass mir der Patient sagt, was er macht. Es gibt hier auch ein wenig obskure alternative Schemata, die oft auch Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit dem schulmedizinischen Medikament haben können. Wenn ich über die alternative Heilmethode Bescheid weiß und wir das besprechen können, können Sie diese natürlich dazu machen; man möchte ja selbst auch gerne etwas tun. Bitte sprechen Sie das einfach an; so können wir abklären, ob das mit Ihrer Therapie gut zusammenpasst. Das ist nur wichtig, damit es hier nicht zu Wechselwirkungen oder Einschränkungen kommt. Hin und wieder muss man auch aufpassen, dass einem nicht das Geld aus der Tasche gezogen wird; auch damit haben meistens Spezialisten schon Erfahrung. Sprechen Sie das also bitte einfach an, wenn Sie sich unsicher sind. Zusätzlich möchte ich Sie aber auch davor warnen, sich nur darauf zu verlassen. Leider hat mich der klinische Alltag gelehrt, dass sehr viele Therapiejahre verloren gehen, in denen sich der Patient zu lange nur auf alternative Heilmethoden konzentriert hat und es dann oft zu spät ist.
Leben mit Multipler Sklerose
Es ist sehr wichtig, dass Sie, wenn Sie Symptome haben, nicht den Kopf in den Sand stecken und die Symptome verneinen. Manche Symptome gehen, auch wenn man sie nicht behandelt, nach einigen Wochen von selbst wieder weg - gerade dann denkt man sich, dass alles wieder in Ordnung sei. Es ist jedoch für uns Behandelnde und auch für den Patienten selbst wichtig, diese auftretenden Symptome früh abzuklären. So kann es früh zu einer Therapie kommen; man will ja zukünftige Entzündungsherde verhindern oder auch Behinderungseinschränkungen bzw.
Wichtig ist, dass Sie normal weiterleben; Sie werden sehen, dass das mit der Zeit auch wieder ganz gut funktioniert. Zu Beginn befindet man sich oft in einer turbulenten Phase und es tauchen sehr viele Fragezeichen auf; niemand will eine chronische Erkrankung haben und man hat doch Sorge, einen Schub zu bekommen. Hier ist es einfach wichtig, sich nicht nur darauf zu konzentrieren, ob etwas sein könnte, sondern wirklich versuchen, den Alltag wieder normal weiterzuleben und mit der passenden Therapie dazu funktioniert das dann auch sehr gut. Dieses alte Bild, das wir noch von früher kennen, bei dem Patienten mittleren Alters im Rollstuhl sitzen sieht man heute immer weniger bis gar nicht mehr, da es mittlerweile sehr viele Therapieoptionen gibt. Bitte bewegen Sie sich von diesen Vorurteilen weg und vergleichen Sie sich nicht mit anderen Patienten; es ist bei jedem sehr individuell.
Empfehlungen für einen gesunden Lebensstil
Das Wichtigste ist, nicht zu rauchen. Rauchen ist bei MS ein Brandbeschleuniger; stellen Sie das somit ein. Gesunde Ernährung spielt auch eine große Rolle, wobei es nicht die eine MS-Diät gibt; hier gibt es oft sehr viele propagierte Ernährungsweisen, allerdings ist das meist gar nicht notwendig. Man sollte darauf achten, gesunde Öle bzw. möglichst ungesättigte Fettsäuren statt tierischen Fetten zu sich zu nehmen; diese gängige Mittelmeerkost mit viel Obst, Gemüse und auch Fisch wirkt sich positiv aus. Zudem ist ausreichend körperliche Bewegung von Vorteil; Übergewicht und Bewegungsmangel wirken sich negativ auf den Krankheitsverlauf aus, deshalb sollte Bewegung immer wieder eingeplant werden, sodass man mobil bleibt. Weiters bin ich sicher, dass eine positive Lebenseinstellung immer gut ist, weil ständiger Stress Cortisol bzw. Stresshormone verursacht, welche für das Nervensystem auch nicht gut sind.
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