Muskel- und Nervenschmerzen in den Beinen nach Anstrengung: Ursachen, Behandlung und Prävention

Muskelschmerzen in den Beinen sind ein weit verbreitetes Problem, das viele Menschen betrifft. Sie können von harmlosen Ursachen wie Muskelkater herrühren, aber auch ein Warnsignal für ernstzunehmende Erkrankungen sein. Es ist wichtig, die verschiedenen Ursachen von Muskel- und Nervenschmerzen in den Beinen nach Anstrengung zu kennen, um die richtige Behandlung zu finden und Komplikationen vorzubeugen.

Ursachen von Schmerzen in den Beinen

Schmerzen in den Beinen können vielfältige Ursachen haben, die von harmlosen Muskelverspannungen bis hin zu schwerwiegenden Erkrankungen reichen.

Verletzungen

Verletzungen verschiedener Art, wie Knochenbrüche, Muskelfaserrisse oder Bänderdehnungen, können Schmerzen in den Beinen verursachen. Fußgelenke, Knie und Hüften sind von Muskeln, Sehnen, Bändern, Blutgefäßen und Nerven umgeben, die durch eine Fehlbelastung schnell schmerzen können.

Muskelkater

Muskelkater nach dem Sport oder durch körperliche Anstrengung kann ebenfalls schmerzhaft sein. Dabei entstehen kleine Faserrisse in der Muskulatur, die einen kurzfristigen Entzündungsprozess mit Spannungsschmerz auslösen. Wärme, beispielsweise bei einem heißen Bad oder einem Besuch in der Sauna, lockert das Gewebe. Der Wechsel zwischen warm und kalt fördert außerdem die Durchblutung.

Muskelkrämpfe

Wer schon einmal einen Wadenkrampf hatte, kennt die plötzlichen, starken Schmerzen. Hin und wieder ein Wadenkrampf ist noch kein Grund zur Sorge. Treten jedoch regelmäßig nächtliche Wadenkrämpfe auf, sollten Sie die Ursachen abklären lassen. Muskelkrämpfe treten meist plötzlich unter Belastung oder in Ruhephasen auf.

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Fehlstellungen

Eine Fehlstellung der Füße oder Beine kann sich ebenfalls durch Schmerzen äußern.

Venenschwäche

Staut sich das Blut im Unterschenkel, ist meist eine deutliche Schwellung am Bein sichtbar. Ursache kann eine Venenschwäche sein, die dazu führt, dass die Venen ausleiern und durch die Muskelpumpe nicht mehr ausreichend Blut nach oben Richtung Herz pressen können. Auch eine Funktionsstörung der Venenklappen ist dafür verantwortlich, dass das nach oben gepumpte Blut wieder zurück nach unten in die Beine sackt. Häufig bilden sich dann Krampfadern, die sichtbar unter der Hautoberfläche hervortreten. Breitet sich in der Wade immer wieder ein Spannungsgefühl aus, steckt dahinter meist eine Venenschwäche. Da sich das Blut im Bein staut, schwillt das Bein im Knöchelbereich immer mehr an. Zusätzlich können auch Wassereinlagerungen, sogenannte Ödeme, Probleme bereiten und das Spannungsgefühl verstärken. Schlaffe Venenwände oder nicht ausreichend schließende Venenklappen sind die Ursachen, deren schmerzhafte Folgen vor allem nach langem Stehen oder Sitzen auftreten. Für eine bessere Durchblutung der Beine ist das Tragen von Kompressionsstrümpfen sinnvoll, da sie die Venenfunktion durch den Druck von außen unterstützen.

Arterienerkrankung

Hinter einem Blutstau in den Beinen kann auch eine Arteriosklerose stecken, bei der die Arterien allmählich verkalken und das Blut nicht mehr ausreichend transportieren. Möglich ist auch eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK), bei der die Arterien sich verengen.

Herz-Kreislauf-Erkrankung

Verschiedene Herz-Kreislauf-Erkrankungen können ebenfalls hinter Schmerzen in den Beinen stecken, wenn beispielsweise der Herzmuskel nicht mehr kräftig genug pumpt, um die Durchblutung im ganzen Körper zu gewährleisten. Beinschmerzen aufgrund von Durchblutungsstörungen in den Arterien können auch auf eine Herzerkrankung und ein erhöhtes Infarktrisiko hindeuten.

Venenthrombose

Treten die Schmerzen im Bein plötzlich auf, schwillt das Bein an und fühlt sich warm an, kann es sich um eine Venenthrombose handeln. Rufen Sie dann unverzüglich den Notarzt oder suchen Sie einen Arzt auf, denn eine tiefe Venenthrombose kann zu einer lebensbedrohlichen Lungenembolie führen. Im schlimmsten Fall ist ein Spannungsgefühl in der Wade ein Alarmzeichen für eine Venenthrombose. Die Schmerzen treten in der Regel plötzlich und nur an einem Bein auf.

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Lipödem

Bei krankhaften Fetteinlagerungen im Gewebe kommt es oft zu schweren, geschwollenen und schmerzenden Beinen.

Rückenschmerzen

Verspannungen im Rücken oder Probleme mit der Bandscheibe können bis in die Beine ausstrahlen. Auch ein geklemmter Nerv verursacht manchmal Schmerzen in den Beinen. Häufiger Verursacher ist hier der Ischiasnerv, der entlang des Gesäßes an der Rückseite der Oberschenkel heftige Nervenschmerzen auslösen kann. Wird ein Nerv oder eine Nervenwurzel z. B. durch einen Bandscheibenvorfall eingeklemmt, setzt sich der Schmerz bis in die Versorgungsgebiete des betroffenen Nervs fort. Das sind häufig Gesäß, Oberschenkel und Beine. In vielen Fällen von Beinschmerz ist der Ischiasnerv oder seine Nervenwurzeln in der Wirbelsäule betroffen. Auch Schmerzen im Iliosakralgelenk, also dem Gelenk, das die Wirbelsäule mit dem Becken verbindet, ziehen häufig in die Beine. Je nach Ausprägung und Art der Wirbelsäulenproblematik können beide Beine oder nur ein Bein betroffen sein, es kann sich bei den Beschwerden lediglich um ein Kribbeln aber auch um starke Schmerzen, Gefühlsstörungen und Lähmungserscheinungen handeln. Nach dem Verlassen des Wirbelkanals zieht der Ischiasnerv über das Gesäß bis in die Beine. Reizungen des Nervs sind also häufig Auslöser für Schmerzen in den Beinen.

Entzündungen

In den Gelenken oder im Gewebe können verschiedene Entzündungen Beschwerden verursachen.

Bewegungsmangel und Übergewicht

Nicht zuletzt können Bewegungsmangel und Übergewicht zu einer Überlastung der Beine führen und sich durch Schmerzen äußern.

Restless-Legs-Syndrom (RLS)

Das Restless-Legs-Syndrom (RLS) kann zu Missempfindungen und Bewegungsdrang in den Beinen in Ruhe führen.

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Post-COVID-19-Syndrom

Auch eine durchgemachte Erkrankung mit Covid-19 kann noch Monate nach der Infektion mit Muskelschmerzen in den Beinen assoziiert sein.

Weitere Ursachen

Weitere Ursachen von Schmerzen in den Beinen gehen auf den Knochen zurück. Viele ältere Menschen leiden unter Osteoporose, die im fortgeschrittenen Stadium Knochenschmerzen verursachen kann. Aber auch Knochenbrüche (Frakturen) haben Schmerzen in den Beinen zur Folge. Neben traumatisch bedingten Frakturen gibt es sogenannte Ermüdungsbrüche, die häufig Schienbein (Tibia) oder Wadenbein (Fibula) betreffen. Aber auch Nervenerkrankungen (Polyneuropathien z. B. Diabetes) können Beinschmerzen verursachen. Die unterschiedlichsten Ursachen können Schmerzen in den Beinen zur Folge haben.

Können Schmerzen im Bein gefährlich sein?

Kommen zu den Schmerzen im Bein noch weitere Symptome hinzu, sollten Sie hellhörig werden. Oft werden Beinschmerzen von weiteren Beschwerden begleitet:

  • geschwollene Beine
  • schwere Beine
  • juckende Beine
  • Kribbeln im Bein
  • Spannungsgefühl
  • Besenreiser
  • Krampfadern

Häufig ist die Ursache dann eine Durchblutungsstörung, Venenschwäche oder Herz-Kreislauf-Erkrankung. Wird eine solche Erkrankung nicht frühzeitig behandelt, droht eine Thrombose oder ein Herzinfarkt.

Diagnose von Beinschmerzen

Bei Schmerzen in den Beinen ist fast immer ein Arztbesuch notwendig, sofern es sich nicht um einen harmlosen Muskelkater handelt. Eine ausführliche Diagnostik bei Schmerzen in den Beinen umfasst immer Anamnese und körperliche Untersuchung. Anschließend kann noch eine Röntgenaufnahme oder ein MRT zur weiteren Abklärung angewandt werden.

Die äußere Inspektion des Beines leitet die Untersuchung ein. Nach einer ausführlichen Anamnese und körperlichen Untersuchung des Patienten hat der Arzt häufig schon einen Verdacht, welche Ursache den Schmerzen in den Beinen zugrunde liegen könnte. Gezielte Fragen z. B. nach der Art des Schmerzes, dem Zeitpunkt des Auftretens und eventuellen Begleitsymptomen helfen bei der Diagnose.

Um die Diagnose abzusichern, wird zunächst ein Röntgenbild angefertigt. Anhand dieses Röntgenbildes erkennt der Arzt Abnutzungserscheinungen, Fehlstellungen, Entzündungen oder Tumoren bzw. kann diese ausschließen. Um Knorpel- oder Bandschäden erkennen zu können, ist möglicherweise ein MRT erforderlich.

Was hilft gegen Schmerzen in den Beinen?

Sofern die Schmerzen in den Beinen nicht von einem Muskelkater stammen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um den Grund abzuklären. Verletzungen bedürfen natürlich einer anderen Behandlung als eine Durchblutungsstörung. Folgende Therapiemöglichkeiten können die akuten Schmerzen lindern:

  • Kühlen: Nach einer unguten Bewegung oder Verletzung hilft meist das Kühlen der betroffenen Stelle, vor allem wenn Knie oder Knöchel anschwellen. Auch wenn die Schmerzen in den Beinen durch eine mangelhafte Durchblutung entstehen, etwa nach einem langen Tag auf den Beinen, können kühlende Umschläge, Fußbäder oder Gels die Schmerzen lindern. Kälteanwendungen, wie z. B. Kühlpacks oder kühlende Schmerzgele, vermindern die Durchblutung und reduzieren Schwellungen und Entzündungsreaktionen. Sie eignen sich deshalb für die Behandlung von Verletzungen und Muskelentzündungen.
  • Wärme: Bei Verspannungen in den Beinen und am Rücken lockert Wärme, beispielsweise bei einem heißen Bad oder einem Besuch in der Sauna, das Gewebe. Der Wechsel zwischen warm und kalt fördert außerdem die Durchblutung. Wärmetherapie kurbelt die Durchblutung in der Muskulatur an und unterstützt die Regeneration des verspannten Gewebes bei Verspannungen, Muskelkater und Muskelkrämpfen aufgrund eines erhöhten Muskeltonus. Wärmepflaster, z. B. ThermaCare bei Rückenschmerzen, Infrarotlicht oder ein Gang in die Sauna nach dem Training können die Intensität des Muskelkaters vermindern.
  • Trinken: Dickes Blut fließt langsamer durch Adern und Venen als flüssiges. Vergessen Sie deshalb nicht, jeden Tag mindestens 2 Liter Wasser oder Tee zu trinken.
  • Ernährung: Eine ausgewogene, vitalstoffreiche Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse, Fisch, gesunden Fetten und Vollkornprodukten wirkt sich ebenfalls positiv auf die Gesundheit der Venen aus.
  • Bewegung: Sofern die Schmerzen nicht von einer Verletzung kommen, ist Bewegung ein Teil der Therapie. Denn moderater Sport, Spazierengehen und Fußgymnastik kurbeln die Durchblutung der Beine an. Von der Wirbelsäule ausgehende Schmerzen im Bein werden zunächst mit konservativen Therapiemethoden behandelt. Hierzu gehören Chirotherapie, Physiotherapie, physikalische Therapie mit Wärmetherapie, Kältebehandlungen und Stromtherapie, Entspannungstherapie und Massagen. Zusätzlich lindern entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente die Beschwerden.
  • Kompressionstherapie: Für eine bessere Durchblutung der Beine ist das Tragen von Kompressionsstrümpfen sinnvoll, da sie die Venenfunktion durch den Druck von außen unterstützen.
  • Medikamente: Rezeptfreie Schmerzmittel wie nichtsteroidale Antirheumatika (z. B. Ibuprofen oder Diclofenac), nicht-opioide Analgetika (z. B Paracetamol) und andere Medikamente gegen Muskelschmerzen (z. B. Muskelrelaxanzien zur Muskelentspannung, vornehmlich verschreibungspflichtig) sorgen bei starken, akuten Muskelschmerzen für kurzfristige Linderung. Sie sollten aufgrund von möglichen Nebenwirkungen nur kurzzeitig eingesetzt werden. Sind die chronischen Muskelschmerzen eine Nebenwirkung eingenommener Medikamente, sollte in ärztlicher Absprache falls möglich eine Medikamentenumstellung erfolgen. Bei starken, wiederkehrenden Muskelkrämpfen können Epilepsie- und Schmerzmittel zum Einsatz kommen. Bei heftigen anhaltenden Muskelschmerzen verschreiben Schmerztherapeut:innen unter Umständen stärkere Schmerzmittel (z. B. das Opioid Tramadol), Muskelrelaxanzien und Antidepressiva, die krampflösend wirken bzw.
  • Weitere Therapieansätze: Expert:innen der Physiotherapie, Ergotherapie und manuellen Therapie können bei schmerzhaften Muskelerkrankungen Verspannungen lösen, die Muskulatur beweglicher machen und den Betroffenen helfen, den Alltag besser zu bewältigen. Auch durch regelmäßige Bewegung, Krankengymnastik und spezielle Übungen kann die chronisch schmerzende Muskulatur gedehnt, mobilisiert und gestärkt werden. So kann schonendes Ausdauertraining, z. B. Chronische Muskelschmerzen belasten die Psyche, was sich wiederum negativ auf die Schmerzwahrnehmung niederschlägt. Deshalb werden heutzutage immer öfter psychotherapeutische und entspannungsfördernde Verfahren therapiebegleitend eingesetzt. In manchen Fällen kommen auch alternative Heilverfahren wie die Reizstromtherapie (z. B.

Prävention von Schmerzen in den Beinen

Um Schmerzen in den Beinen vorzubeugen, können Sie die Fließfähigkeit des Blutes verbessern. Zur Prävention von Schmerzen in den Beinen sind zum einen regelmäßiges Gehen sowie Kälteanwendungen empfehlenswert, da beides die Durchblutung in den Beinen fördert. Zum anderen sollte man langes Sitzen vermeiden. Ist dies nicht möglich, beispielsweise bei einem langen Flug, sollte man auf Kompressionsstrümpfe zurückgreifen. Mit einem gesunden Lebensstil können Sie aktiv etwas dafür tun, dass Muskelschmerzen gar nicht erst entstehen. Wichtige Tipps zur Vorbeugung sind:

  • Bewegung
  • Regelmäßige Entspannung
  • Magnesium: Das Spurenelement beugt Muskelkrämpfen vor. Gute Magnesiumlieferanten sind Vollkornprodukte, Sojabohnen, Kartoffeln, Beerenobst, Orangen, Bananen, Geflügel und Fisch.
  • Aufwärmen und Dehnen vor dem Sport
  • Muskulatur nicht überfordern und sie langsam an neue Belastungen gewöhnen
  • Ergonomische Gestaltung des alltäglichen Umfelds, z. B.
  • Regelmäßige Bewegung, z.B.
  • Rauchen vermeiden, da es zu den größten Risikofaktoren zählt.
  • Ein zu hohes Körpergewicht vermeiden und mit richtiger Ernährung und einem Trainingsplan gegensteuern.
  • Erhöhte Blutdruckwerte können die Blutgefäße der Beine massiv beschädigen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über die Behandlung. Nehmen Sie Medikamente nach Vorschrift ein, damit diese nicht an Wirkung verlieren. Dies gilt auch für Medikamente, die das LDL-Cholesterin senken. Bevor Sie sich entscheiden, verschriebene Medikamente nicht mehr einzunehmen, sollten Sie unbedingt mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sprechen.

Muskelschmerzen (Myalgie)

Muskelschmerzen (Myalgie) sind Schmerzen, die lokal in einzelnen Muskeln bzw. Muskelgruppen oder diffus in der Muskulatur des ganzen Körpers wahrgenommen werden. Häufig können diese Schmerzen auch Muskelschwäche und muskulär bedingte Bewegungseinschränkungen auslösen. Myalgie kann akut (nach Belastungen, Verletzungen oder bei viralen Infekten) oder chronisch (aufgrund von anhaltenden Fehlhaltungen/-belastungen oder Nährstoffmangel) auftreten. In manchen Fällen können Muskelschmerzen auch Begleitsymptom bestimmter Erkrankungen oder muskulärer Funktionsstörungen sein. Akute Muskelschmerzen lassen in der Regel nach wenigen Tagen nach. Myalgie äußert sich in der Regel durch Schmerzen, die sich dumpf, ziehend, stechend, brennend und/oder krampfartig anfühlen. Muskelschmerzen können auf Druck, in Ruhe oder bei Belastung entstehen. Am häufigsten werden sie in den Beinen und Armen sowie als Rückenschmerzen, Nackenschmerzen oder Schulterschmerzen wahrgenommen. In den meisten Fällen werden Muskelschmerzen durch Muskelverspannungen ausgelöst.

Ursachen von Muskelschmerzen

  • Anhaltende Fehlhaltungen und -belastungen bzw. Überlastungen
  • Psychische Faktoren wie Zeitdruck, Angst, Depression und/oder Erschöpfung (z.B. wegen Schlafmangel) können die Schmerzwahrnehmung verstärken. Daraus können sich Muskelschmerzen durch Stress, z. B.
  • Muskelschmerzen nach dem Sport (z. B. bei verspannungsbedingten Rückenschmerzen nach dem Joggen) oder intensiver körperlicher Arbeit
  • Nährstoff-/Elektrolytmangel (z. B.
  • Muskelzerrungen, -prellungen und Muskel(faser-)risse
  • Bestimmte Substanzen können Myalgie auslösen. Muskelschmerzen durch Medikamente (in Form von Neben-/Wechselwirkungen, z. B. Muskelschmerzen durch Alkohol (geschätzte 40 bis 60 % aller alkoholkranken Menschen1 leiden an chronischen Muskelerkrankungen inkl. Muskelschmerzen durch Impfungen (lokal an der Einstichstelle oder in anderen Muskelregionen aufgrund einer Nebenwirkung, z. B.
  • Eine Reihe von Erregern können kurzfristig oder chronisch Muskel- und Gelenkschmerzen verursachen, als Begleitsymptome einer Entzündung oder von Fieber. Viren (z. B. Bakterien (z. B. Parasiten (z. B.
  • Myalgie kann ein Symptom verschiedener Erkrankungen und Störungen des Organismus sein. Diese können sowohl nur die Muskulatur betreffen als auch im Rahmen einer autoimmunbedingten oder neurologischen Erkrankung mit weiteren Begleiterscheinungen auftreten. muskuläre Funktionsstörungen, z. B. Stoffwechselerkrankungen, z. B. Erkrankungen des Nervensystems, z. B.

Behandlung von Muskelschmerzen

  • Wärmetherapie kurbelt die Durchblutung in der Muskulatur an und unterstützt die Regeneration des verspannten Gewebes bei Verspannungen, Muskelkater und Muskelkrämpfen aufgrund eines erhöhten Muskeltonus. Wärmepflaster, z. B. ThermaCare bei Rückenschmerzen, Infrarotlicht oder ein Gang in die Sauna nach dem Training können die Intensität des Muskelkaters vermindern.
  • Kälteanwendungen, wie z. B. Kühlpacks oder kühlende Schmerzgele, vermindern die Durchblutung und reduzieren Schwellungen und Entzündungsreaktionen. Sie eignen sich deshalb für die Behandlung von Verletzungen und Muskelentzündungen.
  • Physiotherapie, manuelle Therapie und Rücken- und Nackenübungen aus der Krankengymnastik helfen bei Verspannungen aufgrund von Fehlhaltungen oder -belastungen. Bei Muskelkater sollte sich die Muskulatur erholen. Schonende Bewegung und Dehnübungen können die Regeneration unterstützen. Ist der Muskel verletzt, sollte er ruhiggestellt und nur nach ärztlicher oder physiotherapeutischer Anleitung bewegt werden.
  • Tritt ein Muskelkrampf während des Trainings auf, sollte die Muskulatur sofort entlastet werden.
  • Rezeptfreie Schmerzmittel wie nichtsteroidale Antirheumatika (z. B. Ibuprofen oder Diclofenac), nicht-opioide Analgetika (z. B Paracetamol) und andere Medikamente gegen Muskelschmerzen (z. B. Muskelrelaxanzien zur Muskelentspannung, vornehmlich verschreibungspflichtig) sorgen bei starken, akuten Muskelschmerzen für kurzfristige Linderung. Sie sollten aufgrund von möglichen Nebenwirkungen nur kurzzeitig eingesetzt werden. Sind die chronischen Muskelschmerzen eine Nebenwirkung eingenommener Medikamente, sollte in ärztlicher Absprache falls möglich eine Medikamentenumstellung erfolgen. Bei starken, wiederkehrenden Muskelkrämpfen können Epilepsie- und Schmerzmittel zum Einsatz kommen. Bei heftigen anhaltenden Muskelschmerzen verschreiben Schmerztherapeut:innen unter Umständen stärkere Schmerzmittel (z. B. das Opioid Tramadol), Muskelrelaxanzien und Antidepressiva, die krampflösend wirken bzw.
  • Expert:innen der Physiotherapie, Ergotherapie und manuellen Therapie können bei schmerzhaften Muskelerkrankungen Verspannungen lösen, die Muskulatur beweglicher machen und den Betroffenen helfen, den Alltag besser zu bewältigen. Auch durch regelmäßige Bewegung, Krankengymnastik und spezielle Übungen kann die chronisch schmerzende Muskulatur gedehnt, mobilisiert und gestärkt werden. So kann schonendes Ausdauertraining, z. B.
  • Chronische Muskelschmerzen belasten die Psyche, was sich wiederum negativ auf die Schmerzwahrnehmung niederschlägt. Deshalb werden heutzutage immer öfter psychotherapeutische und entspannungsfördernde Verfahren therapiebegleitend eingesetzt.
  • In manchen Fällen kommen auch alternative Heilverfahren wie die Reizstromtherapie (z. B.
  • Ergonomische Gestaltung des alltäglichen Umfelds, z. B.

Fibromyalgie

Eine Fibromyalgie (FMS), auch Faser-Muskel-Schmerz genannt, verursacht Symptome wie chronische Muskelschmerzen und Erschöpfung - vor allem bei Frauen. Fibromyalgie oder das Fibromyalgiesyndrom (FMS) ist eine chronische Schmerzerkrankung, die nicht heilbar ist. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie leiden in Deutschland etwa 1,5 Million Erwachsene an Fibromyalgie. Frauen sind demnach bis zu achtmal häufiger betroffen als Männer. Fibromyalgie bedeutet übersetzt Faser-Muskel-Schmerz. Die Schmerzen treten hauptsächlich in Muskeln und in der Nähe von Gelenken auf. Sie können sich wie Muskelkater oder ein gezerrter Muskel anfühlen und treten dauerhaft oder in Schüben im ganzen Körper auf. Patienten leiden auch unter gestörtem Schlaf und totaler Erschöpfung. Sie reagieren empfindlich auf äußere Reize und klagen über Verdauungsprobleme. Mitunter wird Fibromyalgie auch als Weichteilrheuma bezeichnet. FMS ist jedoch keine entzündlich-rheumatische Erkrankung. Vielmehr besteht bei Betroffenen eine Störung der Schmerzwahrnehmung und -verarbeitung. Einige neuere Untersuchungen deuten darauf hin, dass eine chronische, niedriggradige Entzündung im Nervensystem zu der erhöhten Schmerzempfindung beitragen könnte. Die Symptome einer Fibromyalgie sind unspezifisch. Sie entwickeln sich meist über einen längeren Zeitraum. Die Diagnose ist komplex. Die Krankheit wird wegen der Vielzahl der Symptome und häufig unspezifischer Beschwerden oft sehr spät erkannt. Die Schmerzen können phasenweise und in unterschiedlicher Intensität auftreten. Sie variieren abhängig von Wetter, Tageszeit, Stress und gerade ausgeübter Tätigkeit. Bei der Bewertung helfen spezielle Fragebögen und Schmerzskalen. Eine Untersuchung von Schmerzdruckpunkten am Körper (Tender Points) gilt als veraltet, weil daraus keine zuverlässige Bewertung abgeleitet werden kann. Wer eine Fibromyalgie vermutet, kann einen der online verfügbaren Selbsttests machen. Dabei werden Fragen zu Schmerzregionen, Intensität der Beschwerden und weiteren Symptomen beantwortet, die die Wahrscheinlichkeit einer vorliegenden FMS bewerten sollen. Eine Fibromyalgie ist nicht heilbar. Jedoch berichten Über-60-Jährige mitunter über nachlassende Schmerzen. Die Behandlung ist auf die Linderung der Beschwerden ausgerichtet. Je früher die Therapie beginnt, desto besser sind die Erfolgsaussichten. Gezielte Bewegung ist ein wichtiger Baustein der Behandlung. Vor allem leichtes Ausdauertraining hat sich als effektiv erwiesen. Auch die Bewegungseinheiten können Schmerzen verursachen. Wenn Betroffene dies akzeptieren und innere Widerstände überwinden, geht es ihnen anschließend meist besser. Auswirkungen einer bestimmten Ernährungsform auf FMS-Beschwerden sind bislang nicht wissenschaftlich nachgewiesen. In Deutschland gibt es kein speziell für Fibromyalgie zugelassenes Medikament und auch keine medikamentöse Standardtherapie. Ärzte können niedrig dosierte Antidepressiva, zum Beispiel Amitriptylin, verschreiben, wenn eine Depression als Begleitsymptom vorliegt. Antidepressiva können für besseren Schlaf sorgen und Verspannungen lösen, mitunter lindern sie auch Schmerzen. Allerdings können Antidepressiva auch individuell ausgeprägte Nebenwirkungen haben. Nicht empfohlen werden reine Schlaf- und Beruhigungsmittel sowie Kortison-Präparate und Cannabinoide. Neben einer sanften Bewegungstherapie empfehlen Mediziner auch eine aktivierende Psychotherapie (kognitive Verhaltenstherapie), die die Schmerzwahrnehmung verändern soll. Unter Umständen kann eine mehrwöchige Therapie in einer psychosomatischen Klinik sinnvoll sein, die sich auf die Behandlung von Fibromyalgie spezialisiert hat. Auch teilstationäre Maßnahmen können helfen, wenn eine ambulante Therapie nicht ausreicht. Viele Patienten finden so wieder zurück in einen geregelten Alltag und können ihren Beruf weiter ausüben. Die Ursachen einer Fibromyalgie sind nicht komplett geklärt. Als mögliche Erklärung gilt eine herabgesetzte Schmerzschwelle bei Betroffenen, wodurch viel mehr Schmerzreize das Gehirn erreichen als bei gesunden Menschen. Untersuchungen haben gezeigt, dass viele Patienten veränderte Nervenfasern aufweisen. Dabei könnten genetische Veranlagungen eine Rolle spielen, denn es gibt Familien, in denen mehrere Fälle von Fibromyalgie bekannt sind. Fibromyalgie kann auch Folgeerkrankung einer Rheumatoiden Arthritis sein.

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