Muskelkrämpfe durch Kaugummi: Ursachen und Lösungen

Muskelkrämpfe sind ein weit verbreitetes Phänomen, das viele Menschen betrifft. Wadenkrämpfe sind beispielsweise ein häufiges Problem. Auch Speiseröhrenkrämpfe, die sich durch ein Gefühl des Zusammenziehens im Brustraum oder des Steckenbleibens von Essen im Hals äußern, sind bekannt. Doch können auch andere Muskeln im Körper betroffen sein, beispielsweise durch exzessives Kaugummikauen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Muskelkrämpfen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Kauen, und gibt Ratschläge zur Vorbeugung und Behandlung.

Speiseröhrenkrämpfe: Einleitung

Speiseröhrenkrämpfe beginnen oft schleichend, mit anfänglich seltenen Episoden, die im Laufe der Zeit häufiger und schmerzhafter werden. Betroffene beschreiben ein Gefühl, als würde sich der Brustraum verkrampfen oder als bliebe einem das Essen im Halse stecken. Das Schlucken kann erschwert sein.

Ursachen und Diagnose von Speiseröhrenkrämpfen

Die genauen Ursachen von Speiseröhrenkrämpfen sind noch nicht vollständig geklärt. Fachleute vermuten eine gewisse Veranlagung. Die Diagnose gestaltet sich oft schwierig, da die Symptome denen anderer Erkrankungen ähneln. Betroffene landen häufig zunächst beim Kardiologen, um Herzprobleme auszuschließen, oder es wird ein Problem mit aufsteigender Magensäure vermutet.

Eine Magenspiegelung ist im ersten Schritt sinnvoll, um andere Ursachen wie Tumore auszuschließen. Eine Säuremessung kann Aufschluss darüber geben, ob Magensäure in die Speiseröhre hochschießt und die Beschwerden verursacht.

Therapieansätze bei Speiseröhrenkrämpfen

Die Therapien zielen darauf ab, die Symptome zu lindern, da eine Heilung der Krankheit bisher nicht möglich ist. Zu den gängigen Therapieansätzen gehören:

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  • Pfefferminzöl: Wirkt krampflösend und kann als erster Therapieversuch eingesetzt werden.
  • Botulinumtoxin (Botox): Hemmt die krampfende Speiseröhrenmuskulatur.
  • Ballondilatation: Weitet die Speiseröhre.
  • POEM (peroral endoskopische Myotomie): Ein neueres Verfahren, bei dem die Speiseröhrenmuskulatur aufgeschlitzt wird.

Der Einfluss des Kiefers auf den Körper

Der Kiefer spielt eine zentrale Rolle bei der Nahrungszerkleinerung. Dieser komplexe Vorgang basiert auf dem Zusammenspiel verschiedener Körperstrukturen wie Lippen, Mundboden, Gaumen, Zunge, Wangen, Ober- und Unterkiefer, Kiefergelenke und Kaumuskulatur. Bereits minimale Veränderungen, wie ein Essensrest zwischen den Zähnen, können diesen Mechanismus empfindlich stören.

Das Kiefergelenk befindet sich am Schädel und steht über Muskeln und Nerven mit anderen Körperregionen in Verbindung, darunter Ohren, Augen, vorderer Hals, Schultern und Halswirbelsäule. Verspannungen oder Schmerzen im Kiefer können sich daher auch in anderen Körperregionen bemerkbar machen.

Symptome im Zusammenhang mit dem Kiefergelenk

Das Kiefergelenk kann an einer Vielzahl von Symptomen beteiligt sein, darunter:

  • Kieferschmerzen
  • Kauschmerzen
  • Zahnschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Taubheitsgefühl und Kribbeln im Gesicht
  • Sehstörungen
  • Ohrgeräusche (Tinnitus)
  • Schluckbeschwerden
  • Nackenverspannungen
  • Schulterschmerzen

Ursachen von Schmerzen im Ohr und Kiefer

Verspannungen im Kiefer oder Schmerzen im Unterkiefer können verschiedene Ursachen haben. Exzessives Kaugummikauen oder langes Öffnen des Mundes in der Zahnarztpraxis können die Kiefergelenke stark beanspruchen. Auch zu festes Zubeißen beim Essen oder zu schnelle und großräumige Bewegungen des Unterkiefers, beispielsweise beim Gähnen, können zu einer Überbeanspruchung führen.

Direkte Verletzungen, wie Unterkieferbrüche durch einen Sturz oder Sportunfall, sowie Muskel- oder Nervenverletzungen können das Kiefergelenk langfristiger stören.

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Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)

Eine krankhafte Störung des Kausystems wird als Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) oder Myoarthropathie des Kausystems bezeichnet. Dabei kommt es zu Funktionsstörungen, die Kiefer, Kaumuskulatur und Nerven betreffen. Schätzungsweise 20 Prozent der Bevölkerung haben behandlungsbedürftige Beschwerden im Rahmen einer CMD.

Ursachen für CMD können unter anderem Fehlstellungen von Ober- und Unterkiefer, unpassender Zahnersatz oder eine falsche Körperhaltung sein. Auch stundenlanges Kaugummikauen und Gähnen bei weit geöffnetem Mund können CMD begünstigen.

Maßnahmen zur Entspannung der Kiefermuskulatur

  • Entspannungsübungen: Regelmäßige Entspannungsübungen können helfen, eine verspannte Kaumuskulatur zu lockern. Eine einfache Übung ist der "Zungenwaschlappen", bei dem die Zunge entspannt aus dem Mund gestreckt und leicht mit den Zähnen fixiert wird.
  • Kirschkernlutschen: Alle zwei Stunden für fünf Minuten auf einem Kirschkern lutschen kann die Kaumuskulatur lockern.
  • Regelmäßige Auszeiten: Gönnen Sie sich regelmäßige Auszeiten, um die Psyche zu entlasten.
  • Praxistermin vereinbaren: Bei länger anhaltenden oder sehr ausgeprägten Beschwerden sollte ein Zahnarzt oder eine Zahnärztin aufgesucht werden.

Muskelverspannung im Kiefer: Ursachen und Symptome

Der Kauapparat besteht aus Ober- und Unterkiefer, Kaumuskulatur und Kiefergelenken. Eine Funktionsstörung dieses komplexen Systems kann sich auf den gesamten Körper auswirken und als Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) bezeichnet werden. Ursache ist immer eine Verspannung der Kau- bzw. Kiefermuskeln, die eine Reihe von gesundheitlichen Problemen nach sich ziehen kann.

Mögliche Begleiterscheinungen einer CMD sind Kieferschmerzen, Kopfschmerzen, Nacken- und Rückenschmerzen, Schwindelattacken sowie Tinnitus und sogar Knieschmerzen.

Risikofaktoren für Kieferverspannungen

  • Zähneknirschen: Das unbewusste Aufeinanderpressen der Zähne ist ein großer Risikofaktor für eine CMD. Psychologen vermuten, dass wir durch diese körperliche Reaktion versuchen, emotionale Belastungen zu verarbeiten.
  • Stress: Menschen, die immer 100 % geben und jederzeit perfekt performen wollen, sind oft Meister im Zähne zusammenbeißen.
  • Depressionen und Angststörungen: Menschen mit Depressionen oder Angststörungen, aber auch notorische Perfektionisten, haben ein erhöhtes Risiko für Kieferverspannungen durch Zähneknirschen und damit für eine CMD.

Behandlungsmöglichkeiten einer CMD

Aufgrund der vielfältigen Probleme, die eine CMD verursacht, sollte die Therapie stets ganzheitlich erfolgen. Mögliche Behandler sind Zahnärzte, Kieferorthopäden, Physiotherapeuten, Osteopathen und Psychotherapeuten.

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  • Aufbissschiene: Kann das Zähneknirschen verhindern und den Kiefer entspannen.
  • Schmerzmittel, Entzündungshemmer und Muskelrelaxantien: Können zur Linderung der Beschwerden eingesetzt werden.
  • Physiotherapie: Hilft dabei, die verspannte Muskulatur zu lockern.
  • Psychotherapie: Kann neue Wege aufzeigen, um in Zukunft besser mit Stress umzugehen.
  • Osteopathie: Kann Blockaden im Körper lösen, um das Gleichgewicht wieder herzustellen und die Kieferfehlbelastung positiv zu beeinflussen.

Übungen und Tools zur Entspannung des Kiefers

  • Kiefer bewegen: Platzieren Sie Ihre Mittelfinger in den Kiefergelenks-Kuhlen und bewegen Sie Ihren Unterkiefer langsam und kontrolliert nach links und rechts.
  • Zähne abtasten: Fahren Sie mit Ihrer Zunge die obere Zahnreihe ab.
  • Mundraum massieren: Massieren Sie den Kaumuskel von außen und innen.
  • Schläfenmuskel massieren: Massieren Sie Ihren Schläfenmuskel.
  • Faszien-Roller: Verwenden Sie kleine Faszien-Roller für das Gesicht.
  • "Kieferfreund"-App: Bietet Videos und Schritt-für-Schritt-Anleitungen für Entspannungsübungen für Kiefer und Kaumuskulatur.

Wichtig: Kaugummikauen ist nicht dazu geeignet, Ihren Kiefer zu entspannen - im Gegenteil! Die Dauerbelastung durch das anhaltende Kauen sorgt eher dafür, dass sich Ihre Gesichtsmuskulatur weiter verkrampft.

Blepharospasmus: Unwillkürlicher Lidkrampf

Der Begriff Blepharospasmus bezeichnet die nicht beeinflussbare, kräftige Verkrampfung beider Augenlider. Ursache ist die unwillkürliche Anspannung eines bestimmten Augenmuskels. Blepharospasmus tritt vorwiegend bei Frauen im mittleren bis höheren Lebensalter auf.

Formen von Blepharospasmus

  • Klassischer Blepharospasmus: Wiederholt auftretender (klonischer) Lidkrampf.
  • Tonischer Blepharospasmus: Dauerkontraktion, die zu anhaltender Lidspaltverengung führt.
  • Lidöffnungsinhibitionstyp: Kein offensichtlicher Krampf des Augenringmuskels, aber eine Kontraktion des Stirnmuskels.

Ursachen von Blepharospasmus

Je nach Ursache unterscheidet man zwei Formen:

  • Primäre Form (essenzieller Blepharospasmus): Keine Ursache erkennbar.
  • Sekundäre Form (symptomatischer Blepharospasmus): Ursache ist eine Nerven- oder Augenerkrankung oder eine Schädigung des Zentralnervensystems.

Behandlung von Blepharospasmus

Beim symptomatischen Blepharospasmus wird nach Möglichkeit die Ursache behandelt. Beim essenziellen Blepharospasmus gelten lokale Injektionen mit Botulinumtoxin A als Methode der Wahl. In manchen Fällen kann ein operativer Eingriff erforderlich sein.

Kieferklemme und Kiefersperre

Eine Kieferklemme oder Kiefersperre ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom einer anderen zugrunde liegenden Krankheit. Muskeln und Faszien spielen oft eine wichtige Rolle.

Ursachen von Kieferklemme und Kiefersperre

  • Muskuläre und fasziale Überspannungen: Verkürzte Muskeln und Faszien können auf Dauer die Beweglichkeit des Unterkiefers beeinträchtigen.
  • Diskusverlagerung: Eine Verschiebung der Gelenkscheibe (Diskus) kann das Kiefergelenk blockieren.
  • Entzündungen: Entzündungen im Bereich der Zähne, des Zahnhalteapparats oder der Ohrspeicheldrüse können zu einer Kieferklemme führen.
  • Kieferluxation: Ein ausgerenktes Kiefergelenk ist eine häufige Ursache für eine Kiefersperre.
  • Trismus: Ein lang anhaltender Krampf der Kaumuskulatur kann zu einer Kieferklemme führen.
  • Zahnmedizinische Eingriffe: Lange Mundöffnung bei zahnmedizinischen Eingriffen kann die Kaumuskulatur beeinträchtigen.
  • Krebserkrankung: Eine Krebserkrankung im Kopf- und Halsbereich kann zu Krämpfen (Trismus) führen.
  • Zähneknirschen (Bruxismus): Die ständige Anspannung der Kiefermuskeln kann zu Kieferschmerzen und Kiefersperre führen.

Maßnahmen bei Kieferklemme und Kiefersperre

  • Dehnübungen: Gezieltes Dehnen der Muskeln und Faszien des Kiefers kann helfen, die Mundöffnung langsam wieder zu verbessern.
  • Kühlen: Bei einer Entzündung kann Kühlen der betroffenen Stelle helfen, die Schwellung zu reduzieren.
  • Wärme: Eine warme Kompresse kann helfen, die Durchblutung zu fördern und Schmerzen zu lindern.
  • Entspannungstechniken: Stressreduktion und Entspannungsübungen können helfen, unbewusste Kieferspannungen zu verringern.
  • Aufbissschiene: Eine speziell angefertigte Aufbissschiene kann helfen, die Kiefermuskulatur zu entspannen und das Kiefergelenk zu entlasten.
  • Ärztliche Behandlung: Bei anhaltenden oder starken Beschwerden sollte ein Arzt oder Zahnarzt aufgesucht werden.

Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD): Detaillierte Betrachtung

Die Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) bezeichnet Funktionsstörungen im Kiefersystem, die Kaumuskeln, Kiefergelenke oder den Kontakt zwischen den Zähnen des Ober- und Unterkiefers betreffen können.

Ursachen von CMD

Die Auslöser einer CMD sind vielfältig und oft nicht eindeutig auszumachen. Mögliche Ursachen sind:

  • Verletzungen der Bänder des Kiefergelenks
  • Muskuläre Probleme (häufigste Ursache)
  • Zähneknirschen oder zu festes Aufeinanderpressen der Zähne
  • Genetische Veranlagung
  • Chronischer Stress
  • Schlafstörungen

Therapie bei CMD

Die Behandlung einer CMD ist vielseitig und kann folgende Maßnahmen umfassen:

  • Aufbissschiene
  • Physiotherapie oder Logopädie
  • Lockerungsübungen und manuelle Techniken
  • Schulung der Koordination
  • Behandlung von Nackenproblemen
  • Übungen zur Stabilisation oder Entspannung des Kiefers

Tipps für einen entspannten Kiefer

  • Kiefermuskeln schonen: Übermäßiges Kaugummikauen vermeiden.
  • Massieren: Den großen Kaumuskel selbst ausstreichen.
  • Wärmen: Ein feuchtwarmes Handtuch um den Nacken wickeln.
  • Trainieren: Ausdauersport lockert die Muskulatur und verbessert die Haltung.
  • Gut schlafen: Eine erholsame Nachtruhe ist wichtig.

Kiefergelenkschmerzen: Ursachen, Symptome und Behandlung

Kiefergelenkschmerzen können einseitig oder beidseitig auftreten und auf eine Vielzahl von Ursachen zurückzuführen sein. Ein häufiger Auslöser ist die craniomandibuläre Dysfunktion (CMD).

Häufigste Ursachen für Kiefergelenkschmerzen

  • Stress und Zähneknirschen (Bruxismus)
  • Kiefer- und Zahnfehlstellungen
  • Verletzungen
  • Gelenkerkrankungen wie Arthritis
  • Fehlende oder abgenutzte Zähne
  • Längere Zahnarztbehandlungen

Arten und Symptome von Kiefergelenkschmerzen

  • Kieferschmerzen einseitig links oder rechts
  • Kieferschmerzen beim Kauen
  • Kieferschmerzen beim Gähnen
  • Kieferkrampf
  • Ausgerenkter Kiefer
  • Angespannter Kiefer
  • Kieferschmerzen während Erkältung

Folgen von Kiefergelenkschmerzen

Unbehandelte Kiefergelenkschmerzen können zu chronischen Beschwerden führen und sich negativ auf die Lebensqualität auswirken.

Was tun bei Kiefergelenkschmerzen?

  • Gönnen Sie Ihrem Kiefer Ruhe: Vermeiden Sie harte und zähe Lebensmittel.
  • Sanfte Dehnübungen: Führen Sie leichte Kieferdehnübungen durch.
  • Wärme anwenden: Legen Sie eine warme Kompresse auf die betroffene Stelle.
  • Entspannungstechniken ausprobieren: Reduzieren Sie Stress.
  • Aufbissschienen: Eine speziell angefertigte Aufbissschiene kann helfen.
  • Kiefer- bzw. Zahnfehlstellung behandeln: Lassen Sie Kiefer- und Zahnfehlstellungen korrigieren.

Triggerpunkte und Myogelosen im Kieferbereich

Myogelosen und Triggerpunkte sind kleinste Knötchen in der Muskulatur, die unter anderem zu Schmerzen führen können. Triggerpunkte im Temporalis (Schläfenmuskel) können nach hinten ausstrahlende Kopfschmerzen, Kieferschmerzen und Zahnschmerzen auslösen.

Selbstmassage des Temporalis

  • Bewege deinen Kiefer nun einige Male zur Seite.
  • Beim Temporalis handelt es sich um einen großen, flächigen Muskel.
  • Vor allem dann, wenn du eher ängstlich bist und den Temporalis nicht locker lassen kannst.
  • Ständiges Kaugummikauen kann den Temporalis überlasten und zu Triggerpunkten führen.

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