Muttermalentfernung und Epilepsie: Ein möglicher Zusammenhang

Die Entfernung von Muttermalen ist ein gängiger dermatologischer Eingriff. Viele Menschen lassen Muttermale aus ästhetischen Gründen oder aufgrund von gesundheitlichen Bedenken entfernen. In seltenen Fällen kann es jedoch zu Komplikationen kommen. Ein möglicher, wenn auch sehr seltener Zusammenhang, der in der medizinischen Forschung diskutiert wird, ist das Auftreten von Epilepsie nach einer Muttermalentfernung.

Was sind Muttermale?

Muttermale, auch als Nävi bekannt, sind Ansammlungen von pigmentbildenden Zellen (Melanozyten) in der Haut. Sie können in verschiedenen Formen, Größen und Farben auftreten. Die meisten Muttermale sind harmlos, aber einige können sich zu Hautkrebs entwickeln. Aus diesem Grund ist es wichtig, Muttermale regelmäßig von einem Arzt untersuchen zu lassen.

Genetische Mosaike

Alle Nävi können als genetische Mosaike definiert werden. Ein Mosaik im biologischen Sinne bezeichnet einen Organismus, der aus genetisch verschiedenen Zellen besteht, die aus einer homogenen Zygote hervorgegangen sind. Ein genetisches Mosaik kann alle Organe betreffen, ist aber an der Haut besonders leicht zu erkennen.

Es lassen sich epigenetische und genomische Mosaike unterscheiden. Mit Abstand am häufigsten ist das punktuelle Mosaik, wie es in solitären Neoplasien wie Trichoepitheliom, Syringom oder erworbenem melanozytärem Nävus zutage tritt, aber auch im Basalzellkarzinom, Stachelzellkarzinom und Melanom.

Wann sollte ein Muttermal entfernt werden?

Ein Muttermal sollte entfernt werden, wenn es verdächtig aussieht oder sich verändert. Anzeichen für ein verdächtiges Muttermal sind:

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  • Asymmetrie
  • Unregelmäßige Ränder
  • Uneinheitliche Farbe
  • Großer Durchmesser (über 6 mm)
  • Veränderung in Größe, Form oder Farbe
  • Juckreiz oder Blutung

Bei Hautkrebs-verdächtigen Auffälligkeiten muss das Muttermal entfernt und unter dem Mikroskop untersucht werden. Das gilt insbesondere dann, wenn zusätzliche Risiken bestehen. Das weitere Vorgehen richtet sich nach dem Ergebnis der mikroskopischen Untersuchungen. Alle anderen, harmlosen Hautveränderungen sind in der Regel nicht behandlungsbedürftig.

Nach Abschluss der Krebstherapie sollte die Haut etwa einmal im Monat vom Betroffenen selbst und mindestens einmal im Jahr vom nachsorgenden Arzt untersucht werden.

Wie wird ein Muttermal entfernt?

Es gibt verschiedene Methoden, um ein Muttermal zu entfernen. Die gängigsten Methoden sind:

  • Exzision: Das Muttermal wird mit einem Skalpell ausgeschnitten.
  • Laserentfernung: Das Muttermal wird mit einem Laser entfernt.
  • Vereisung (Kryotherapie): Das Muttermal wird mit flüssigem Stickstoff vereist.
  • Ausschabung (Kürettage): Das Muttermal wird mit einem scharfen Instrument ausgeschabt.

Die Wahl der Methode hängt von der Größe, Form und Lage des Muttermals ab.

Epilepsie: Eine neurologische Erkrankung

Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederholte Krampfanfälle gekennzeichnet ist. Krampfanfälle werden durch plötzliche, unkontrollierte elektrische Entladungen im Gehirn verursacht. Es gibt viele verschiedene Ursachen für Epilepsie, darunter genetische Faktoren, Hirnverletzungen und Infektionen.

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Der mögliche Zusammenhang zwischen Muttermalentfernung und Epilepsie

Einige Fallberichte und Studien haben einen möglichen Zusammenhang zwischen Muttermalentfernung und dem Auftreten von Epilepsie nahegelegt. Es gibt verschiedene Theorien, die diesen Zusammenhang erklären könnten:

  1. Nervenreizung: Die Entfernung eines Muttermals kann zu einer Reizung oder Schädigung von Nerven in der Haut führen. Diese Nervenreizung könnte in seltenen Fällen zu einer Übererregbarkeit im Gehirn führen und einen Krampfanfall auslösen. Neurofibromatose ist eine Erkrankung, die eng mit den Nerven im Körper zusammenhängt. Unsere Nerven leiten elektrische Impulse wie ein Stromkabel. Die Isolierung der Leitungsbahn bilden spezialisierte Zellen, sogenannte Schwann-Zellen. Bei der Neurofibromatose entstehen aus diesen Zellen Gewebeknoten an den Nervenenden unter der Haut oder es kommt zu gutartigen Gewebsneubildungen an Nerven.
  2. Entzündungsreaktion: Die Entfernung eines Muttermals kann eine Entzündungsreaktion im Körper auslösen. Diese Entzündung könnte in seltenen Fällen das Gehirn beeinflussen und die Krampfschwelle senken.
  3. Genetische Veranlagung: Es ist möglich, dass Menschen, die nach einer Muttermalentfernung Epilepsie entwickeln, eine genetische Veranlagung für Epilepsie haben. Die Muttermalentfernung könnte dann als Auslöser für eine bereits bestehende, aber bisher nicht aktivierte Neigung wirken.

Hirnmetastasen und ihre Symptome

Es ist wichtig zu beachten, dass Krampfanfälle auch ein Symptom von Hirnmetastasen sein können. Hirnmetastasen entstehen nicht aus Gewebe im Gehirn, sondern stammen von einem Tumor außerhalb des Gehirns, zum Beispiel in der Lunge oder Brust. Wer an Krebs erkrankt ist und ungewöhnliche Beschwerden hat, sollte dies mit den behandelnden Ärzten besprechen.

Mögliche Symptome von Hirnmetastasen sind:

  • Anhaltende Kopfschmerzen
  • Lähmungen
  • Sprachstörungen
  • Persönlichkeitsveränderungen
  • Veränderungen beim Sehen, Riechen, Hören oder beim Tasten
  • Krampfanfälle ähnlich wie bei einer Epilepsie
  • Müdigkeit bis hin zu Bewusstseinsstörungen
  • Übelkeit, Erbrechen

Wichtige Hinweise

Es ist wichtig zu betonen, dass der Zusammenhang zwischen Muttermalentfernung und Epilepsie sehr selten ist. Die meisten Menschen, die sich ein Muttermal entfernen lassen, entwickeln keine Epilepsie. Wenn jedoch nach einer Muttermalentfernung Krampfanfälle auftreten, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursache abzuklären und eine geeignete Behandlung einzuleiten.

Diagnose und Behandlung von Epilepsie

Die Diagnose von Epilepsie basiert in der Regel auf einer Anamnese, einer neurologischen Untersuchung und einem Elektroenzephalogramm (EEG). Das EEG misst die elektrische Aktivität im Gehirn und kann abnormale Entladungen aufzeigen, die auf Epilepsie hindeuten.

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Die Behandlung von Epilepsie umfasst in der Regel die Einnahme von Antiepileptika. Diese Medikamente helfen, die Krampfanfälle zu kontrollieren. In einigen Fällen kann auch eine Operation oder eine andereForm der Therapie erforderlich sein.

Leben mit Epilepsie

Epilepsie kann eine belastende Erkrankung sein, aber mit der richtigen Behandlung und Unterstützung können die meisten Menschen mit Epilepsie ein normales und erfülltes Leben führen. Es gibt viele Selbsthilfegruppen und Organisationen, die Menschen mit Epilepsie und ihren Familien Unterstützung bieten.

Hautkrebsvorsorge

Die UV-Strahlung der Sonne wird immer gefährlicher. Die Zahl der Patient*innen mit malignem Melanom hat sich seit den 70-er Jahren mehr als verfünffacht. Grund ist das Schönheitsideal gebräunter Haut. Auch künstliche Sonne ist schädlich: Der regelmäßige Besuch von Sonnenstudios (einmal im Monat über ein Jahr) erhöht das Risiko für Hautkrebs um min. 75%. Hautkrebsvorsorge ist ein MUSS.

Die Krankenkassen zahlen ihren Versicherten ab 35 Jahren alle zwei Jahre ein Hautkrebs-Screening. Dieses Angebot anzunehmen, ist besonders wichtig! Wenn ein Muttermal wächst, ausfranst, blutet, häufig juckt, sich verkrustet oder die Farbe ändert, sind dies Warnsignale! Auch wenn ein Leberfleck plötzlich neu auftritt, ist ein Arztbesuch auch außerhalb der 2-Jahres-Rhythmus ratsam.

Weitere Hauterkrankungen und Mosaike

Es gibt auch andere Hauterkrankungen, die sich in Form von Mosaiken äußern können. Dazu gehören:

  • Incontinentia pigmenti: Eine X-chromosomal-dominante Erkrankung, die sich in streifenförmigen Bläschen, Hyperkeratosen, Hyperpigmentierungen und Hypopigmentierungen äußert.
  • Goltz-Syndrom: Eine X-chromosomal-dominante Erkrankung mit Letalwirkung für männliche Embryonen. Typisch sind fleck- und streifenförmige kutane Aplasien in systematisierter Verteilung.
  • MIDAS-Syndrom: Ein Akronym für Mikrophthalmie, dermale Aplasie und Sklerokornea. Häufig assoziierte Anomalien betreffen Augen, Hirn und Herz.
  • Hypomelanosis Ito: Bezieht sich auf ganz verschiedene neurokutane Phänotypen, denen eine systematisierte Hypopigmentierung im Verlauf der Blaschko-Linien gemeinsam ist.
  • McCune-Albright-Syndrom: Mutationen im GNAS1-Gen (20q13.2) manifestieren sich bei diesem Syndrom an Haut, Knochen und Endokrinium. Das Verteilungsmuster der segmentalen Hyperpigmentierungen entspricht dem Typ 1b.
  • Autosomal-dominante Hautkrankheiten: Können sich in einer Mosaikverteilung manifestieren, wobei heute zwei grundsätzlich verschiedene Kategorien unterschieden werden: segmentaler Typ-1-Befall und segmentaler Typ-2-Befall.

Paradoxerweise manifestieren sich verschiedene erworbene Dermatosen ausschließlich im Verlauf der Blaschko-Linien. Offenbar hat bei diesen Patienten von Geburt an ein zunächst unsichtbares Mosaik bestanden, wobei der mutierte Zellklon einen veränderten Antigenbesatz aufweist. Durch einen Umweltfaktor viraler oder anderer Natur tritt dieser aberrante Zellklon als eine streifenförmige erworbene Dermatose zutage.

Melasma: Eine Form der Hyperpigmentierung

Ein Melasma ist eine bei Frauen häufige Form der Hyperpigmentierung, die besonders in und nach der Schwangerschaft auftritt. Das Pigment Melanin bestimmt die Augen-, Haar- und Hautfarbe eines Menschen. Bestimmte innere und äußere Faktoren, zum Beispiel Sonneneinwirkung, Genetik, hormonelle Veränderungen, Entzündungen und das Alter können die Melaninproduktion beeinflussen. Eine übermäßige Bildung von Melanin verursacht eine Hyperpigmentierung, bei der dunkle Flecken und eine ungleichmäßige Tönung der Haut auftreten.

Es gibt verschiedene Formen von Melasma:

  • Epidermales Melasma: Betrifft die oberste Hautschicht, die Verfärbung ist braun und deutlich abgegrenzt.
  • Dermales Melasma: Betrifft tiefere Schichten in der Dermis, charakteristisch ist blaugraue Färbung.
  • Mischform: Eine Kombination aus epidermalem und dermalem Melasma mit braungrauer Färbung.

Die Behandlung von Melasma kann schwierig sein, da sich die Melaninpigmente beim dermalen Melasma und bei der Mischform in tieferen Hautschichten befinden.

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