Myasthenia Gravis: Innovative Therapieansätze und Eigenbluttherapie im Fokus

Myasthenia gravis ist eine seltene Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Kommunikation zwischen Nerven und Muskeln stört. Dies führt zu Muskelschwäche, die sich bei Belastung verstärkt und in Ruhe bessert. Eine neue Therapieoption, die CAR-T-Zell-Therapie, hat vielversprechende Ergebnisse gezeigt. Ergänzend dazu werden auch naturheilkundliche Verfahren wie die Eigenbluttherapie zur Stimulation des Immunsystems eingesetzt. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Therapieansätze und gibt einen umfassenden Überblick über Myasthenia gravis.

Einführung in Myasthenia Gravis

Die Myasthenia gravis ist eine Autoimmunerkrankung, bei der Autoantikörper die Impulsübertragung an der Schnittstelle zwischen Nerv und Muskel stören. Typische Symptome sind Muskelschwäche, die sich bei körperlicher Belastung verstärkt und in Ruhe wieder bessert. Gelähmte Augenlider, Doppelbilder, Muskelschwäche in Armen und Beinen bis hin zu Schluck- und Atembeschwerden können auftreten.

CAR-T-Zell-Therapie: Ein Hoffnungsschimmer

An der Universitätsmedizin Magdeburg wurde eine schwer an Myasthenia gravis erkrankte 34-jährige Patientin weltweit erstmals mit der neuartigen CAR-T-Zell-Therapie im Rahmen eines individuellen Heilversuchs erfolgreich behandelt. Das Ärzteteam unter der Leitung von Prof. Dr. med. Dimitrios Mougiakakos, Direktor der Universitätsklinik für Hämatologie und Onkologie Magdeburg, und Prof. Dr. med. Aiden Haghikia,Direktor der Universitätsklinik für Neurologie Magdeburg, hat den Fall vorgestellt. Die CAR-T-Zell-Therapie wird bisher vor allem bei der Behandlung von Blut- und Lymphdrüsenkrebs eingesetzt. Die aktuellen Ergebnisse der Magdeburger Gruppe wurden in dem renommierten Fachjournal „The Lancet Neurology“ veröffentlicht.

Prof. Haghikia, Experte im Bereich der Neuroimmunologie, erklärt: „Mehrmals im Jahr musste unsere Patientin aufgrund von schweren Krankheitsschüben intensivmedizinisch im Krankenhaus behandelt werden und eine künstliche Beatmung war wiederholt notwendig." Die Patientin berichtete, dass es ihr seit Beginn der CAR-T-Zell-Therapie im Mai 2023 Woche für Woche besser gehe. Sie benötigt keine Gehhilfe mehr und kann alles alleine erledigen.

Das Prinzip der CAR-T-Zell-Therapie

Prof. Mougiakakos erklärt das Prinzip der CAR-T-Zell-Therapie: „Der Patientin wurden zunächst ihre eigenen T-Zellen - eine Schlüsselkomponente des Immunsystems - entnommen und genetisch zu sogenannten chimären Antigenrezeptor-(CAR-)T-Zellen reprogrammiert. Diese erkennen ein bestimmtes Eiweiß auf der Oberfläche von B-Zellen und zerstören sie dann. Anschließend haben wir dieses ‚lebende Medikament’ der Patientin als Infusion verabreicht. Nach kurzer Zeit waren alle B-Zellen, auch die schädlichen, eliminiert und die Therapie wurde sehr gut vertragen“.

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Prof. Haghikia betont: „Nach der stationären Überwachungsphase konnten wir die Patientin zügig entlassen. Prof. Mougiakakos spricht von einem möglichen immunologischen „Neustart“, der durch die CAR-T-Zelltherapie ausgelöst wird, da die B-Zellen mittlerweile zurückgekehrt sind, diese jedoch keine Autoantikörper zu produzieren scheinen und die Patientin damit krankheitsfrei verbleibt. Die Autoren erklären in der gemeinsamen Schlussfolgerung, dass dieser Ansatz einzigartig sei, weil er als einmalige Intervention konzipiert ist, um eine lang anhaltende medikamentenfreie vielleicht dauerhaftes Nachlassen bzw. Verschwinden von Krankheitssymptomen zu erreichen. Dieser ehrgeizige Ansatz könnte eine neue Ära der Behandlung von neurologischen Autoimmunkrankheiten einläuten.

Ausblick

Prof. Mougiakakos und Prof. Haghikia betonen: „Jetzt sind größere kontrollierte Studien wichtig, um diesen Behandlungserfolg zu validieren und damit diese Form der Therapie möglichst vielen Patientinnen und Patienten in der nahen Zukunft zugänglich zu machen.

Eigenbluttherapie: Stimulation des Immunsystems

Die Eigenbluttherapie ist ein naturheilkundliches Verfahren, bei dem das eigene, aufbereitete Blut des Patienten injiziert wird, um das Immunsystem zu stimulieren.

Anwendung und Wirkung

Bei der Eigenbluttherapie wird dem Patienten Blut entnommen, aufbereitet und anschließend wieder in den Körper injiziert. Durch die Injektion des eigenen Blutes soll das Immunsystem angeregt werden, was zur Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte beitragen kann. Die Eigenbluttherapie wird oft in Kombination mit anderen naturheilkundlichen Behandlungen eingesetzt.

Naturheilkundliche Spezialisierung

Als Fachärztin für Allgemeinmedizin habe ich mich umfassend in den Bereichen Naturheilverfahren, Physikalische Medizin, Phytotherapie, Akupunktur, Stressmedizin und Psychosomatische Medizin fortgebildet und spezialisiert. Durch meine langjährige Tätigkeit als Hausärztin sowie als Fachärztin in der Klinik für Naturheilkunde verfüge ich über umfangreiche Erfahrungen mit verschiedensten Krankheitsbildern. Mein besonderes Interesse gilt der Behandlung von chronischer Erschöpfung, Schlafstörungen und stressbedingten Erkrankungen. Hier habe ich mich mehrere Jahre fortgebildet und fundierte Erkenntnisse im Rahmen der stationären Patientenbetreuung gewonnen, die ich nun in meiner Praxis für Naturheilkunde einsetze. Besonders wichtig ist mir die umfangreiche Anamnese und körperliche Untersuchung, die oft viele Zusammenhänge aufdecken kann.

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Weitere Therapieansätze und Behandlungen

Neben der CAR-T-Zell-Therapie und der Eigenbluttherapie gibt es weitere Therapieansätze, die bei der Behandlung von Myasthenia gravis und ähnlichen Erkrankungen eingesetzt werden können.

Apherese (Blutwäsche)

Mit einer Blutwäsche, auch Apherese genannt, lässt sich das Blut von vielen krankmachenden Substanzen reinigen. Bei vielen Arten von Haarausfall spielen Entzündungen eine Rolle, als direkter oder indirekter Schädigungsfaktor. Bei Autoimmunerkrankungen bildet das Abwehrsystem Antikörper gegen körpereigene Bestandteile. In Einzelfällen kann eine Apherese die Symptome einer Long-Covid- oder Post-Covid-Erkrankung mindern.

Ablauf der Apherese

Das Blut des Patienten wird aus der Vene über eine Kanüle und ein Schlauchsystem in die Apherese-Maschine geleitet. Die Maschinen sind sehr komplex aufgebaut und bestehen aus mehreren Membranen, Filtern und Zentrifugen. Durch Zentrifugieren kann das Blut in seine einzelnen Bestandteile aufgetrennt werden, da diese unterschiedlich schwer sind. Eine weitere Separation lässt sich durch verschiedene Filter erreichen. Die Apherese dauert in der Regel etwa zwei bis vier Stunden, je nach Aufwand. In dieser Zeit wird das Blut mehrfach durch das Filtersystem geleitet.

Indikationen für eine Apherese

Körpereigene Gifte, Umweltgifte, Entzündungsmediatoren oder Autoantikörper können durch Laboruntersuchungen im Blut nachgewiesen werden. Wenn aufgrund typischer Symptomatik der Verdacht auf eine bestimmte Erkrankung besteht, kann ein Bluttest Gewissheit geben. Erhöhte Werte, die die Symptomatik erklären und nicht auf anderem Wege behoben werden können, können die Indikation für eine Apherese darstellen.

Kombinationstherapien

Um die Wirkung einer Blutwäsche gegen Haarausfall zu verstärken, bietet sich die Kombination mit weiteren Therapien an:

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  • Low-Level-Laser-Therapie: Bei dieser Form der bioregenerativen Therapien wird die Kopfhaut mit einem medizinischen Laser behandelt. Das hat gleich mehrere Effekte: Die Durchblutung der Kopfhaut wird verbessert und dadurch die Zufuhr von Sauerstoff und Nährstoffen erhöht.
  • PRP-Therapie: Die PRP-Therapie (PRP= Platelet Rich Plasma oder plättchenreiches Plasma) ist eine Eigenbluttherapie. Dem Patienten wird Blut entnommen und speziell aufbereitet, sodass es anschließend in die Kopfhaut injiziert werden kann.
  • Meso-Therapie: Bei der Meso-Therapie handelt es sich um eine Behandlungsform aus der Alternativmedizin. Dabei können verschiedene Stoffe wie Medikamente, homöopathische Mittel, Hyaluronsäure, Vitamine oder Spurenelemente direkt in die Kopfhaut gespritzt werden.
  • Stammzellentherapie: Die Stammzellentherapie wird meistens zusammen mit anderen bioregenerativen Therapien eingesetzt. Aus dem Unterhautfettgewebe des Patienten werden Stammzellen gewonnen, die nach einer Aufbereitungsphase in die Kopfhaut gespritzt werden können. Stammzellen produzieren Wachstumsfaktoren, die Zellteilung und Reparaturvorgänge in der Zelle fördern. Auch die Neubildung von Gefäßen wird angeregt, wodurch die Durchblutung und folglich die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung verbessert werden.

Neuraltherapie

Neuraltherapie ist eine Regulationstherapie und ein bekanntes Naturheilverfahren und stellt ein Bindeglied zwischen Naturheilkunde und Schulmedizin dar. Die Segmenttherapie, die auch therapeutische Lokalanästhesie genannt wird, nutzt Lokalanästhetika die per Injektionen und Infiltrationen in krankhafte Körperteile/Körpersegment gespritzt werden, meist als Quaddel. Zur dieser Segmenttherapie gehören u.a. Injektionen bei Muskelverhärtungen/ Muskelverspannungen/ Myogelosen, Konchenhautveränderungen, Probleme der Gelenke, Sehne und Bänder sowie Muskelansätze. Durch Ausschaltung eines Störfeldes mittels Lokalanästhetika wird die schädigende Wirkung auf die Regulationsfähigkeit des Organismus unterbrochen und ermöglicht somit die Ausheilung der Erkrankung.

Ablauf einer Neuraltherapie

Die Neuraltherapie wird je nach durchgeführten Injektionen im Sitzen und/oder Liegen durchgeführt. Begonnen wird mit einer Segmenttherapie, wobei mit einer dünnen Nadel Hautquaddeln über zugeordneten Hautarealen, Injektionen in muskuläre Triggerpunkte, an Sehnenansätze oder Gelenke durchgeführt werden. Bei ausbleibendem Therapieerfolg, erfolgt die erweiterte Segmenttherapie: Hierbei werden Injektionen an Facettengelenke der Wirbelsäule oder an Ganglien durchgeführt. Außerdem kann eine kleine Menge Procain direkt intravenös verabreicht werden. Bleibt auch hiernach der Behandlungserfolg aus, so muss an ein mögliches Störfeld gedacht werden, welches die Beschwerden „aus der Ferne“ unterhält. Die häufigsten Störfelder sind aus neuraltherapeutischer Sicht die Mandeln (Tonsillen), Nebenhöhlen, der Nabel, Narben und beherdete Zähne.

Kontraindikationen für eine Neuraltherapie

  • Hämophilie (genetisch bedingte starke Blutungsneigung)
  • Einnahme von Gerinnungshemmern (z.B. Marcumar)
  • Einnahme von Cholinesterasehemmern (z.B. Donepezil, Galantamin, Neostigmin)
  • Einnahme von Tamsulosin
  • Kombination mit Sulfonamiden (z.B. Antibiotikum Cotrimoxazol)
  • Myasthenia gravis
  • Mangel an Pseudocholinesterase

Dermalfiller Therapie

Substanzen, die man in die Haut injizieren kann, um z. B. altersbedingte Falten zu glätten oder auch Gewebedefekte, Lippen und Wangen aufzufüllen. Der ideale Dermafiller ist dabei nicht infektiös, nicht entzündungsfördernd, gut verträglich, schmerzarm, leicht injizierbar, verbleibt am Injektionsort und führt zu einem möglichst natürlichen, langanhaltenden Ergebnis. Alle Eigenschaften lassen sich bisher leider nicht in einem Präparat vereinen, Vor- und Nachteile müssen daher individuell gegeneinander abgewogen werden.

Hyaluronsäure-Filler (HA-Filler)

Hyaluronsäure ist ein natürlicher Gewebebestandteil des menschlichen Körpers, der als langkettiges Polysaccharid (Vielfachzucker) unterschiedliche Funktionen innerhalb der Zellen erfüllt. In der ästhetischen Medizin wird Hyaluronsäure im Labor hergestellt. Die Produkteigenschaften werden durch die Konzentration und Partikelgröße der enthaltenen HA und der Menge und Art der Quervernetzung bestimmt. Diese Parameter beeinflussen maßgebend den Härtegrad, das Hebevermögen und die Haltbarkeit der verschiedenen Füllprodukte, sodass für jede Indikation der passende Filler hergestellt werden kann.

Profhilo STRUCTURA (Lipolifting)

Profhilo® Structura ist ein innovativer injizierbarer Filler, der speziell entwickelt wurde, um altersbedingte Veränderungen im Gesicht gezielt zu behandeln. Es ermöglicht die gezielte Regeneration des Fettgewebes, insbesondere im Bereich der seitlichen Wangen, und füllt Volumenverluste wieder auf.

Kollagen stimulierendes Injektionsmittel (PLLA)

Eine Injektion mit PLLA führt nicht zu einer sofortigen Volumengebung, sondern diese entsteht durch eine Stimulation körpereigener Fibroblasten, die Typ-I-Kollagen produzieren. Volumen über etwa 6 bis 12 Wochen nachhaltig aufgebaut werden. Die PLLA-Formel ist für Gesicht, Hände, Gesäß, Oberschenkel, Arme, Dekolleté und Hals gleichermaßen geeignet.

Calciumhydroxylapatit (CaHA-Filler)

Die Injektion mit CaHA führt zu einer sofortigen Volumengebung und zum Ausgleich von Gewebedefekten. Gleichzeitig sollen die enthaltenen Kalziumhydroxylapatit Mikrosphären die hauteigene Kollagenproduktion anregen und so eine natürliche Wiederherstellung des Gewebes unterstützen.

Exosomen

Exosomen sind körpereigene winzige, Membran umhüllte Vesikel, die von Zellen freigesetzt werden und eine Vielzahl von bioaktiven Molekülen enthalten, darunter Proteine, Lipide und Nukleinsäuren. Sie können die Zellerneuerung fördern, die Hautstruktur verbessern und sogar die Kollagensynthese anregen, was zu einem jugendlicheren Hautbild führt.

Polynukleotiden

Polynukleotiden sind Injektionsbehandlungen, die eine Hydratation der tieferen Hautschichten ermöglichen. Sie werden zur Verbesserung der Hautqualität eingesetzt, da sie für natürliches Strahlen der Haut sorgen. Durch die Verwendung von Polynukleotiden wird Wasser gebunden und somit die Hautfeuchtigkeit reguliert und gleichzeitig ein antioxidativer Effekt erzielt.

Botulinumtoxin (Botox)

Botulinumtoxin Typ A ist ein Protein, das aus dem Bakterium Clostridium botulinum gewonnen wird. Durch ständige Aktivität der mimischen Muskeln können sich im Laufe des Lebens in der darüber liegenden Haut Falten eingraben. Botulinuminjektionen in die betreffende Muskulatur führen zu einer dosisabhängigen Entspannung. Als Folge der Muskelentspannung glätten sich auch die Falten oder verschwinden vollständig.

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