Kokainkonsum: Ursachen für Taubheitsgefühl und schwerwiegende Folgen

Kokain, eine stark stimulierende Droge, die aus der südamerikanischen Kokapflanze gewonnen wird, erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Viele Konsumenten schätzen die aufputschende Wirkung, die zu gesteigertem Selbstbewusstsein und erhöhter Leistungsfähigkeit führt. Doch hinter dem anfänglichen Rausch verbergen sich gravierende gesundheitliche Risiken, die von Herz-Kreislauf-Problemen bis hin zu neurologischen Schäden reichen. Ein häufiges Begleitsymptom des Kokainkonsums ist ein Taubheitsgefühl, insbesondere im Bereich der Nase und des Rachens. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen für dieses Taubheitsgefühl, die Mechanismen, die zu den verheerenden Auswirkungen von Kokain auf den Körper führen, und die langfristigen Konsequenzen des Konsums.

Ursachen für das Taubheitsgefühl

Das Taubheitsgefühl, das viele Kokainkonsumenten verspüren, ist auf die lokal betäubende Wirkung der Droge zurückzuführen. Kokain wirkt, indem es die Natriumkanäle in den Nervenzellen blockiert, was die Weiterleitung von Nervenimpulsen verhindert. Dies führt zu einem Verlust der Sensibilität in den betroffenen Bereichen, typischerweise der Nase und des Rachens, da das Pulver direkt mit den Schleimhäuten in Kontakt kommt.

Oftmals wird Kokain auch mit anderen Substanzen gestreckt, um die Gewinnspanne zu erhöhen. Häufige Streckmittel sind Lokalanästhetika wie Lidocain, die das Taubheitsgefühl verstärken können. Wenn das Kokain gestreckt wurde, kann sich das Taubheitsgefühl auf das gesamte Gesicht ausbreiten.

Die Mechanismen der Kokainwirkung im Gehirn

Kokain wirkt auf das zentrale Nervensystem, indem es die Wirkung von Neurotransmittern wie Dopamin, Noradrenalin und Serotonin beeinflusst. Diese Neurotransmitter spielen eine entscheidende Rolle bei der Regulierung von Stimmung, Motivation und Aufmerksamkeit. Kokain verhindert die Wiederaufnahme dieser Neurotransmitter in die präsynaptischen Zellen, was zu einer erhöhten Konzentration im synaptischen Spalt führt. Dies führt zu einer Überstimulation der postsynaptischen Rezeptoren und den charakteristischen euphorischen und anregenden Effekten von Kokain.

  • Dopamin: Kokain erhöht die Dopamin-Konzentration im Gehirn, was zu einem Gefühl von Euphorie, gesteigertem Selbstwertgefühl und Belohnung führt. Dieser Effekt ist stark suchtfördernd, da er das Belohnungssystem im Gehirn aktiviert.
  • Noradrenalin: Kokain erhöht die Noradrenalin-Konzentration, was zu einer Steigerung der Herzfrequenz, des Blutdrucks und der Aufmerksamkeit führt. Der Körper wird in einen Zustand erhöhter Bereitschaft versetzt, ähnlich dem "Kampf- oder Flucht"-Modus.
  • Serotonin: Kokain beeinflusst auch den Serotonin-Stoffwechsel, was zu Stimmungsveränderungen und möglicherweise zu Angstzuständen und Depressionen führen kann.

Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System

Die Auswirkungen von Kokain auf das Herz-Kreislauf-System sind vielfältig und potenziell lebensbedrohlich.

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  • Erhöhter Blutdruck und Herzfrequenz: Kokain führt zu einem Anstieg von Blutdruck und Herzfrequenz, was das Herz stark belastet. Dies kann zu Herzrhythmusstörungen, Angina pectoris und sogar zum plötzlichen Herztod führen.
  • Gefäßverengung: Kokain wirkt gefäßverengend, was die Durchblutung des Herzens und anderer Organe beeinträchtigt. Dies kann zu einem Sauerstoffmangel im Herzen (Myokardischämie) und zu einem erhöhten Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle führen.
  • Schädigung der Blutgefäße: Langfristiger Kokainkonsum kann die Blutgefäße schädigen und zu Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) führen. Dies erhöht das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Kardiomyopathie: Chronischer Kokainkonsum kann zu einer Kardiomyopathie führen, einer Erkrankung des Herzmuskels, die die Fähigkeit des Herzens, Blut zu pumpen, beeinträchtigt. Dies kann zu Herzinsuffizienz und anderen schweren Komplikationen führen.
  • Endokarditis: Bei Konsumenten, die Kokain spritzen, besteht ein erhöhtes Risiko für eine Endokarditis, eine Entzündung der Herzinnenhaut. Diese Infektion kann lebensbedrohlich sein und erfordert eine sofortige Behandlung mit Antibiotika.
  • Aortendissektion: Studien haben gezeigt, dass Kokainkonsum ein Risikofaktor für die Aortendissektion ist, eine Aufspaltung der Wandschichten der Aorta, der Hauptschlagader des Körpers. Eine Aortendissektion ist ein lebensbedrohlicher Zustand, der sofortige medizinische Hilfe erfordert.

Auswirkungen auf das Gehirn

Kokain hat auch erhebliche Auswirkungen auf das Gehirn, sowohl kurz- als auch langfristig.

  • Schlaganfall: Kokain erhöht das Risiko für Schlaganfälle, sowohl ischämische (durch Verstopfung eines Blutgefäßes) als auch hämorrhagische (durch Riss eines Blutgefäßes). Die gefäßverengende Wirkung von Kokain, die Schädigung der Blutgefäße und der erhöhte Blutdruck tragen alle zu diesem Risiko bei.
  • Hirnblutungen: Eine aktuelle Meta-Analyse hat gezeigt, dass Kokainkonsum das Risiko für Hirnblutungen um das Fünffache erhöht. Hirnblutungen können zu schweren neurologischen Schäden und sogar zum Tod führen.
  • Kognitive Beeinträchtigungen: Langfristiger Kokainkonsum kann zu kognitiven Beeinträchtigungen führen, einschließlich Gedächtnisproblemen, Aufmerksamkeitsdefiziten und Schwierigkeiten bei der Entscheidungsfindung. Studien haben gezeigt, dass Kokain den Alterungsprozess des Gehirns beschleunigen kann, indem es die Hirnstruktur verändert.
  • Psychische Störungen: Kokainkonsum kann zu einer Vielzahl von psychischen Störungen führen, darunter Angstzustände, Depressionen, Psychosen und paranoide Wahnvorstellungen.
  • Veränderungen der Hirnstruktur: Bildgebungsstudien haben gezeigt, dass langfristiger Kokainkonsum zu Veränderungen der Hirnstruktur führen kann, einschließlich einer Abnahme der grauen Substanz in bestimmten Bereichen des Gehirns.

Kokainabhängigkeit und Entzug

Kokain ist eine stark suchtfördernde Droge. Der Konsum von Kokain kann schnell zu einer psychischen Abhängigkeit führen, bei der der Konsument ein starkes Verlangen nach der Droge verspürt und Schwierigkeiten hat, den Konsum zu kontrollieren.

Die Entzugssymptome von Kokain können unangenehm sein und umfassen:

  • Depressionen
  • Angstzustände
  • Reizbarkeit
  • Müdigkeit
  • Schlafstörungen
  • Intensives Verlangen nach Kokain (Craving)

Der Entzug von Kokain kann in einer Suchtklinik unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Eine Entgiftung hilft, die körperlichen Entzugssymptome zu lindern. Eine Psychotherapie kann helfen, die psychischen Ursachen der Sucht zu bearbeiten und alternative Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Eine Rückfallprävention ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung, um den Patienten auf die Rückkehr in den Alltag vorzubereiten.

Der Kokainschock

Ein Kokainschock ist eine seltene, aber potenziell lebensbedrohliche Reaktion auf die Einnahme von Kokain. Er tritt auf, wenn der Körper paradoxerweise mit einer Erweiterung der Blutgefäße reagiert, was zu einem rapiden Blutdruckabfall führt. Dies kann zu einem Kreislaufzusammenbruch und zum Tod führen, wenn nicht sofort medizinische Hilfe geleistet wird.

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Mischkonsum und Streckmittel

Der Konsum von Kokain in Kombination mit anderen Drogen, insbesondere Alkohol, kann die Risiken erheblich erhöhen. Alkohol verstärkt die euphorisierende Wirkung von Kokain, erhöht aber auch das Risiko für Herzprobleme und Atemstillstand.

Kokain wird häufig mit anderen Substanzen gestreckt, um die Gewinnspanne zu erhöhen. Zu den häufigsten Streckmitteln gehören Lokalanästhetika wie Lidocain, Koffein und Zucker. Einige Streckmittel, wie z.B. Levamisol, ein Entwurmungsmittel für Tiere, können zusätzliche gesundheitliche Risiken bergen.

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