Nahrungsergänzungsmittel zur Unterstützung bei eingeklemmten Nerven

Das Nervensystem ist ein komplexes Netzwerk, das alle Nervenzellen des menschlichen Körpers umfasst. Es besteht aus dem zentralen Nervensystem (ZNS), das Gehirn und Rückenmark beinhaltet, und dem peripheren Nervensystem (PNS), das die Nervenstrukturen außerhalb des ZNS umfasst. Die Nervenbahnen im Körper erstrecken sich über eine beeindruckende Länge von etwa 5,8 Millionen Kilometern.

Die Bedeutung gesunder Nerven

Hundert Milliarden hoch spezialisierter Zellen leiten Informationen von den Sinnesorganen zum Gehirn und von dort zu Organen und Gliedmaßen. Besonders im Rücken und in den Gliedmaßen ist der Platz für Nervenbahnen begrenzt, da sie netzartig und dicht an Knochen, Muskeln, Bändern, Sehnen und Bindegewebe verlaufen. Kleinere Fehlstellungen, Fehlhaltungen, Bandscheibenvorfälle, Verletzungen oder Entzündungen können Nerven quetschen oder beschädigen. Dies führt zu einer unzureichenden Versorgung der Nervenzellen und einer Schädigung der schützenden Außenwand, der sogenannten "Isolierschicht".

Ursachen und Auswirkungen eingeklemmter Nerven

Schädigungen des peripheren Nervensystems können sich vielfältig äußern. Abhängig von den betroffenen Nervenfasern können starke Schmerzen, sensorische, motorische, vegetative und trophische Störungen auftreten, die den Alltag der Betroffenen einschränken und ihre Lebensqualität mindern.

Häufige Ursachen sind Rückenschmerzen wie Lumboischialgien und Zervikobrachialgien, die durch Nervenaffektionen infolge von Bandscheibenvorfällen ausgelöst werden können. Auch Engpass-Syndrome wie das Karpaltunnelsyndrom sowie Polyneuropathien sind verbreitet. Bei Polyneuropathien können verschiedene Funktionsausfälle auftreten, da mehrere periphere Nerven geschädigt sind.

Die Ursachen peripherer Nervenschädigungen reichen von mechanisch-traumatischen und immunologischen bis hin zu medikamentösen, toxischen, hereditären und endokrinen Faktoren. Diabetes mellitus ist die häufigste Ursache für Polyneuropathien, gefolgt von übermäßigem Alkoholkonsum. Ein Vitaminmangel sollte ebenfalls berücksichtigt werden, insbesondere bei veganer Ernährung und daraus resultierendem Vitamin B12-Mangel, der eine Mangelneuropathie auslösen kann.

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Multimodale Behandlung: Ursachen bekämpfen und Nervenregeneration fördern

Eine umfassende, multimodale Patientenversorgung umfasst eine sorgfältige Differenzialdiagnose, Symptombekämpfung mit Membranstabilisatoren, Analgetika und/oder Antidepressiva sowie gezieltes Bewegungstraining und entlastende orthopädische Hilfsmittel. Es ist wichtig, gleichzeitig kausal vorzugehen und die Regeneration der peripheren Nerven zu unterstützen.

"Damit sich die Nerven erfolgreich regenerieren können, müssen zunächst die auslösenden Ursachen, die zu ihrer Zerstörung geführt haben, behandelt werden", erklärte Dr. med. Martin Wimmer, Neurologe aus München. "Zusätzlich kann eine Supplementation neurotroper Substanzen die Regeneration peripherer Nerven fördern."

Die Rolle von Nahrungsergänzungsmitteln

Chemische Schmerzmittel wie Ibuprofen und Diclofenac können zwar die Schmerzen lindern und Bewegungen ermöglichen, beheben aber nicht die Ursache der Schädigung der Nervenzellen und ihrer Schutzhülle. Für eine schnelle und gründliche Reparatur benötigt der Körper spezifische Bausteine, die über die Nahrung aufgenommen werden können.

Uridinmonophosphat (UMP)

Bei einer peripheren Nervenschädigung sind oft die Myelin produzierenden Schwann-Zellen der peripheren Nerven betroffen. Daher ist die Regeneration und der Schutz der Myelinscheide ein wesentlicher Aspekt der Behandlung. In klinischen Modellen zu Myelinscheiden-Schädigungen hat sich die Gabe von Nukleotiden wie Uridinmonophosphat (UMP) als sinnvoller Ansatz erwiesen.

UMP besteht aus Uracil, einer Ribose und Phosphat. Dieses Pyrimidinnukleotid ist ein natürlicher Bestandteil der Ribonukleinsäure (RNA) in allen Zellen. UMP kann mit weiteren Phosphaten energiereiche Verbindungen eingehen und als Bestandteil gruppenübertragender Coenzyme mit der abgegebenen Energie zahlreiche Stoffwechselreaktionen aktivieren. Dadurch wird die Synthese von Phospho- und Glykolipiden sowie Glykoproteinen angeregt und der Wiederaufbau der Myelinschicht unterstützt. Zusätzlich fördert UMP als RNA-Baustein die Biosynthese von Strukturproteinen und Enzymen. Insgesamt trägt die gezielte Stimulation des Nervenstoffwechsels zur Unterstützung der physiologischen Reparaturmechanismen nach Nervenläsionen bei.

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UMP ist sowohl in tierischen als auch in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten. Um jedoch die benötigte Menge zu sich zu nehmen, können Nahrungsergänzungsmittel mit entsprechend hoher UMP-Konzentration in die Therapie zur Unterstützung der Nervenregeneration einbezogen werden. Diese sollten regelmäßig und über einen längeren Zeitraum von mindestens 60 Tagen eingenommen werden, da die Regeneration zerstörter Nervenfasern Zeit benötigt.

B-Vitamine

Nervenschädigungen können auch als Vitaminmangelerscheinungen auftreten. Vor allem Vitamin B12 und Folsäure (Vitamin B9) haben wichtige Funktionen im Nervensystem. Vitamin B12 ist essenziell für den Schutz und die Regeneration der Nervenzellen und am Aufbau der Myelinscheide beteiligt. Ein Mangel kann die Reizweiterleitung beeinträchtigen. Folsäure spielt eine essenzielle Rolle bei der Entwicklung des embryonalen Nervensystems. Weitere wichtige B-Vitamine sind Vitamin B1 und Vitamin B6.

Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung kann eine ausreichende Versorgung mit B-Vitaminen gewährleisten. Bei bestimmten Risikogruppen oder nachgewiesenen Mängeln kann jedoch eine Supplementierung sinnvoll sein.

Weitere wichtige Nährstoffe

Neben UMP und B-Vitaminen spielen auch andere Nährstoffe eine wichtige Rolle für die Nervengesundheit:

  • Magnesium: Unabdingbar für eine gesunde Muskel- und Nervenfunktion, wirkt Müdigkeit entgegen.
  • Kalzium: Beteiligt am Energiestoffwechsel.
  • Kalium: Reguliert den Blutdruck und ist an der Weiterleitung von Muskel- und Nervenreizen beteiligt.
  • Zink und Kupfer: Schützen die Nervenzellen vor oxidativem Stress.

Nahrungsergänzungsmittel mit UMP, Vitamin B12 und Folsäure

Eine gezielte Zufuhr der bewährten Grundbausteine Uridinmonophosphat (UMP), Cytidinmonophosphat (CMP) und des Nerven-Reparaturstoffs Citicolin kann die körpereigenen Reparatur-Prozesse unterstützen.

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Die Kombination von Uridinmonophosphat (UMP), Vitamin B12 und Folsäure ist eine geeignete unterstützende Behandlungsoption zur Regeneration der Nerven.

Studienlage zu UMP und B-Vitaminen

Nukleotide wie UMP werden bereits seit rund vier Jahrzehnten erfolgreich eingesetzt. Eine Beobachtungsstudie aus dem Jahr 2009 mit 123 Patienten zeigte, dass die Kombination von Uridinmonophosphat, Vitamin B12 und Folsäure positive Ergebnisse erzielt. Die Studienteilnehmer hatten sich einer Bandscheibenoperation unterzogen und litten unter schmerzhaften Bewegungs- und Funktionseinschränkungen. Etwa 90% der Patienten berichteten unter Supplementation von einer signifikanten Verbesserung ihres Zustands. Bereits nach drei Wochen zeigte sich eine erhebliche Schmerzreduktion, eine gesteigerte Lebensqualität und ein verbesserter klinischer Gesamteindruck.

Auch bei Patienten mit schmerzhaften Erkrankungen des peripheren Nervensystems führte eine Nährstoffkombination aus Uridinmonophosphat, Vitamin B12 und Folsäure zu einem signifikanten Symptomrückgang. Die Nährstoffe wurden 60 Tage lang zusätzlich zur bestehenden Medikation gegeben und führten zu einer deutlichen Reduktion in der Häufigkeit von Schmerzen und sensorischen Symptomen. Bei über 75% der Patienten konnte die Begleitmedikation reduziert oder vollständig abgesetzt werden.

Eine weitere Studie mit 212 Patientinnen und Patienten mit beeinträchtigten peripheren Nerven zeigte, dass die tägliche Einnahme einer Nährstoffkombination aus UMP, Vitamin B12 und Folsäure über 60 Tage zu einer deutlichen Reduktion der Schmerzen und neuropathischen Begleitsymptome führte. Etwa 75% der Patientinnen und Patienten konnten ihre Begleitmedikation reduzieren oder vollständig absetzen.

Weitere Maßnahmen zur Unterstützung der Nervengesundheit

Neben einer gezielten Nährstoffsupplementation gibt es weitere Maßnahmen, die zur Unterstützung der Nervengesundheit beitragen können:

  • Stressmanagement: Stress kann Nervenschädigungen verursachen. Entspannungstechniken, ausreichend Schlaf und regelmäßige Auszeiten können helfen, Stress abzubauen.
  • Bewegung: Sport und Bewegung können den Serotoninspiegel erhöhen und die Nervengesundheit fördern.
  • Vermeidung schädlicher Einflüsse: Einflüsse, die den Nerven schaden, wie z.B. übermäßiger Alkoholkonsum oder Rauchen, sollten vermieden werden.

Fazit

Eingeklemmte Nerven können erhebliche Beschwerden verursachen und die Lebensqualität beeinträchtigen. Eine multimodale Behandlung, die die Ursachen bekämpft und die Nervenregeneration fördert, ist entscheidend für eine langfristige Besserung. Neben einer ausgewogenen Ernährung und einem gesunden Lebensstil können spezifische Nahrungsergänzungsmittel, insbesondere solche mit Uridinmonophosphat (UMP), Vitamin B12 und Folsäure, eine wertvolle Unterstützung bei der Regeneration geschädigter Nerven darstellen. Es ist jedoch wichtig, vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln einen Arzt oder Apotheker zu konsultieren, um mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder Vorerkrankungen auszuschließen.

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