Nasensprays bei Migräne: Eine Übersicht

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende, starke Kopfschmerzen gekennzeichnet ist, oft begleitet von Übelkeit, Erbrechen sowie Licht- und Lärmempfindlichkeit. Die Behandlung von Migräne umfasst sowohl vorbeugende Maßnahmen als auch die Akutbehandlung von Anfällen. Nasensprays haben sich als eine effektive Option für die Akutbehandlung etabliert, da sie eine schnelle Wirkstoffaufnahme ermöglichen.

Die Rolle der Nase bei Migräne

Die Nase spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Migräne. Durch die Nasenschleimhaut verläuft der Hirnnerv Trigeminus, der für jeden Migräneanfall verantwortlich ist. Bei Migränepatienten ist dieser Nerv chronisch überreizt und überempfindlich, wodurch harmlose Reize wie Gerüche, Abgase oder Hormonschwankungen Anfälle auslösen können.

Wie Nasensprays bei Migräne wirken

Nasensprays gegen Migräne wirken auf unterschiedliche Weise:

  • Schutz der Nasenschleimhaut: Einige Nasensprays bilden eine Schutzschicht auf der Nasenschleimhaut, die die empfindlichen Nervenenden des Trigeminus vor Umwelteinflüssen wie Pollen, Schadstoffen und Wetterumschwüngen schützt.
  • Abschwellung der Nasenschleimhaut: Bestimmte Nasensprays entziehen der Nasenschleimhaut überschüssige Feuchtigkeit und lassen die Nebenhöhlen abschwellen, wodurch die Stimulation des Trigeminus verringert wird.
  • Bindung und Ausspülung von Entzündungsstoffen: Bei Migräne sammeln sich Entzündungs- und Schmerzbotenstoffe wie CGRP und IL-6 in der Nasenschleimhaut an und verstärken die Stimulation des Trigeminusnervs. Einige Nasensprays binden diese Stoffe und spülen sie aus.

AscoTop® Nasal: Ein Triptan-Nasenspray

AscoTop® Nasal ist ein verschreibungspflichtiges Nasenspray, das den Wirkstoff Zolmitriptan enthält. Es gehört zur Gruppe der Triptane, die spezifisch zur Behandlung von Migräne und Cluster-Kopfschmerzen entwickelt wurden. Der Hersteller AstraZeneca empfiehlt AscoTop® Nasal 5 mg zur Behandlung von mittelschweren bis schweren Migräneschüben sowie bei Cluster-Kopfschmerzen.

Wirkweise von AscoTop® Nasal

AscoTop® Nasal bekämpft typische Migränesymptome, indem es die geweiteten Blutgefäße im Kopf verengt. Im Zuge eines Migräneanfalls weiten sich die Blutgefäße im Kopf, und AscoTop® Nasal 5 mg sorgt für eine entsprechende Verengung. In einem Sprühstoß des Präparats sind 5 mg des Hauptwirkstoffs Zolmitriptan enthalten.

Lesen Sie auch: Vergleichende Analyse: Migräne vs. Epilepsie

Vorteile der Anwendung als Nasenspray

Der Vorteil bei der Anwendung eines Nasensprays liegt darin, dass der Wirkstoff nicht den Magen-Darm-Trakt durchlaufen muss, um in die Blutbahn zu gelangen. Dies ermöglicht eine schnellere Aufnahme und somit eine raschere Linderung der Symptome.

Anwendung von AscoTop® Nasal

Vor der Anwendung von AscoTop® Nasal sollte der Patient seine Nase gründlich putzen. Dann wird die Spitze des Sprays in das freie Nasenloch eingeführt, während das andere Nasenloch zugehalten wird. Der Kopf sollte leicht in den Nacken gelegt und der Mund geschlossen werden. Durch Druck auf den Stempel wird der Wirkstoff freigesetzt. Anschließend sollte der Patient den Kopf noch einen Moment nach hinten geneigt halten und die Nase hochziehen, bevor er zehn Sekunden lang gleichmäßig durch den Mund atmet.

Dosierung von AscoTop® Nasal

Die empfohlene Einzeldosis beträgt 5 mg pro Nasenloch. Wenn keine ausreichende Linderung der Migränesymptome eintritt, kann nach einem Zeitraum von zwei Stunden eine zweite Dosis verabreicht werden, vorausgesetzt, es wurden keine Nebenwirkungen beobachtet. Die maximale Tagesdosis von Zolmitriptan beträgt 10 mg, was zwei Sprühstößen innerhalb von 24 Stunden entspricht.

Wechselwirkungen und Gegenanzeigen

Wie bei den meisten Arzneimitteln kann es auch bei AscoTop® Nasal zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kommen. Besondere Vorsicht ist geboten bei der gleichzeitigen Einnahme von MAO-A- oder MAO-B-Hemmern, SSRIs, anderen Triptanen, Antidepressiva oder Medikamenten, die Ergotamin enthalten. Auch von einer gemeinsamen Einnahme von Cimetidin, Johanniskraut-Präparaten und Chinolonen-Antibiotika ist abzuraten.

AscoTop® Nasal darf nicht angewendet werden bei Allergie gegen Zolmitriptan, Herzproblemen, Durchblutungsstörungen, Schlaganfall, hohem Blutdruck, schwerer Lebererkrankung oder gleichzeitiger Einnahme bestimmter Migränemedikamente oder Antidepressiva.

Lesen Sie auch: Neurologische Expertise bei Migräne

Nebenwirkungen

Zu den Nebenwirkungen von Zolmitriptan können Nesselsucht mit Blasenbildung und Brustschmerzen gehören, die auf Herzinfarkt oder Verengung der Herzkranzgefäße hindeuten können. Bei Auftreten solcher Nebenwirkungen sollte sofort ein Arzt konsultiert werden.

Studienergebnisse

Studien haben gezeigt, dass die schmerzlindernde Wirkung von Zolmitriptan-Nasenspray innerhalb von 15 Minuten einsetzen kann. Durch die direkte Aufnahme des Wirkstoffs über die Nasenschleimhaut ist dieser schon nach zwei Minuten im Blut nachweisbar.

MIGSPRAY: Ein neuer Ansatz zur Migräneprävention

MIGSPRAY ist ein Nasenspray, das einen anderen Ansatz zur Migräneprävention verfolgt. Es zielt darauf ab, die Nasenschleimhaut zu schützen und die Stimulation des Trigeminusnervs zu reduzieren.

Wirkweise von MIGSPRAY

MIGSPRAY bildet eine Schutzschicht auf der Nasenschleimhaut und bewahrt die empfindlichen Nervenenden des Trigeminus vor Umwelteinflüssen. Es entzieht der Nasenschleimhaut überschüssige Feuchtigkeit, lässt die Nebenhöhlen abschwellen und verringert so die Stimulation des Trigeminus. Zudem bindet und spült es Entzündungs- und Schmerzbotenstoffe aus der Nasenschleimhaut.

Studienergebnisse zu MIGSPRAY

Mehrere Studien haben die Wirksamkeit von MIGSPRAY untersucht:

Lesen Sie auch: Migräne als Risikofaktor für Demenz?

  • Shrivastava et al. (2023) untersuchten die klinische Wirksamkeit von MIGSPRAY zur Migräneprävention durch Reduzierung von Verunreinigungen auf der Nasenoberfläche und Wiederherstellung der Integrität der Nasenschleimhaut.
  • Shrivastava & Dameron (2024) führten eine randomisierte Doppelblindstudie zur Wirksamkeit und Sicherheit von MIGSPRAY zur Migräneprävention bei Kindern und schwangeren Frauen durch.
  • Shrivastava et al. (2024) untersuchten die Real-World-Wirksamkeit von MIGSPRAY zur Migräneprävention durch mechanische Barriere und osmotische Sinusdekonestion.

Zavegepant: Ein weiterer neuer Wirkstoff als Nasenspray

Ein neuer Wirkstoff zur Akutbehandlung von Migräne mit oder ohne Aura ist Zavegepant, das ebenfalls als Nasenspray angewandt werden kann.

Studienergebnisse zu Zavegepant

Eine nachträgliche Analyse der Daten einer klinischen Studie der Phase 3 untersuchte die Wirksamkeit von Zavegepant anhand von Schmerzlinderung innerhalb von 48 Stunden sowie der Besserung funktioneller Beeinträchtigungen. Die Studie zeigte, dass bereits 15 Minuten nach der Behandlung mehr Patienten mit Zavegepant keine oder nur leichte Schmerzen im Vergleich zur Placebogruppe erreichten. Patienten der Zavegepant-Gruppe waren signifikant länger schmerzfrei und erreichten schneller normale Funktionalität.

Weitere Aspekte der Migränebehandlung

Neben der medikamentösen Behandlung mit Nasensprays gibt es weitere wichtige Aspekte bei der Behandlung von Migräne:

  • Identifizierung und Vermeidung von Triggern: Äußere Einflüsse, so genannte Triggerfaktoren, können zu einer Reizüberflutung führen und Migräne auslösen. Es ist wichtig, diese Trigger zu identifizieren und nach Möglichkeit zu vermeiden.
  • Regelmäßiger Lebensstil: Ein regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus, regelmäßige Mahlzeiten und ausreichend Bewegung können helfen, Migräne vorzubeugen.
  • Entspannungstechniken: Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung, autogenes Training oder Yoga können helfen, Stress abzubauen und Migräneanfälle zu reduzieren.
  • Verhaltensmedizinische Schmerztherapie: In speziellen Schmerzkliniken wird eine neurologisch-verhaltensmedizinische Schmerztherapie angeboten, die auf die individuellen Bedürfnisse der Patienten eingeht.

tags: #nasenol #aufenthalt #migrane