Natron bei Epilepsie und anderen Erkrankungen: Ein umfassender Überblick

Natron, auch bekannt als Natriumbicarbonat, ist ein vielseitiges Hausmittel mit einer langen Geschichte. Schon im antiken Rom wurde es als Heilmittel bei Sodbrennen eingesetzt. Obwohl es mit der Verbreitung pharmazeutischer Produkte in Vergessenheit geraten ist, erlebt Natron heute eine Renaissance und wird für seine vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten geschätzt. Dieser Artikel beleuchtet die Anwendung von Natron bei verschiedenen Gesundheitsproblemen, einschließlich Epilepsie, und gibt Einblicke in seine Wirkungsweise und Anwendung.

Was ist Natron?

Natron (Natriumhydrogencarbonat) ist ein Natriumsalz der Kohlensäure. Es ist ein weißes, kristallines Pulver, das sich in Wasser löst. Im Haushalt findet es Verwendung als Backtriebmittel, Reinigungsmittel und zur Neutralisierung von Gerüchen. Natürliche Natronvorkommen gibt es auch, und es ist in vielen Mineralwässern und Heilquellen enthalten.

Andere Bezeichnungen für Natron sind: Natriumbicarbonat, Backnatron, Speise Natron, Speisesoda, Backsoda. Es ist wichtig, Natron nicht mit Soda zu verwechseln. Soda ist stark basisch und eignet sich gut zum Putzen, ist aber aggressiver als Natron und nicht zur Einnahme geeignet.

Die chemische Wirkung von Natron

Wenn Natron mit Wasser in Verbindung kommt, spaltet es sich in Natrium und Hydrogencarbonat auf. Hydrogencarbonat ist eine Base, die Säuren neutralisieren kann. Diese Eigenschaft macht Natron zu einem wertvollen Mittel bei verschiedenen Beschwerden, die mit einem Ungleichgewicht des Säure-Basen-Haushalts zusammenhängen.

Anwendungsmöglichkeiten von Natron

Natron kann innerlich und äußerlich angewendet werden. Für die Einnahme sollte nur reines und hochwertiges Natron ohne Zusätze verwendet werden.

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Innerliche Anwendung

  • Sodbrennen: Natron neutralisiert überschüssige Magensäure und lindert so Sodbrennen. Allerdings sollte man vorsichtig sein, wenn der Magen zu wenig Magensäure produziert, da Natron die Situation verschlimmern könnte.
  • Nierenerkrankungen: Studien deuten darauf hin, dass Natron die Nierenfunktion bei Nierenerkrankungen unterstützen kann.
  • Chronische Entzündungen: Natron kann bei chronischen Entzündungen wie Arthrose helfen.
  • Muskelkater: Natronwasser kann vor und nach intensiver Belastung getrunken werden, um die übersäuerte Muskulatur zu neutralisieren.
  • Hals- und Rachenerkrankungen: Gurgeln mit Natronwasser wirkt entzündungshemmend und lindernd bei Hals- und Rachenerkrankungen.
  • Zahnschmerzen, Zahnfleischentzündungen, Mundgeruch und Aphten: Eine Mundspülung mit Natronwasser kann Entzündungen reduzieren und säureliebende Bakterien bekämpfen.
  • Unterstützung bei Übersäuerung: Natron kann helfen, überschüssige Säuren im Körper zu neutralisieren und den pH-Wert im Körpergewebe zu erhöhen.

Dosierung:

Erwachsenen wird empfohlen, 1 bis 3 Mal täglich etwa 20 Minuten vor einer Mahlzeit einen halben Teelöffel Natron in 250 ml Wasser gelöst zu trinken. Ein Spritzer Zitronensaft kann den Geschmack verbessern.

Äußerliche Anwendung

  • Entschlackung und Hautverjüngung: Ein Vollbad mit Natron kann entschlackend wirken, die Haut verjüngen und Juckreiz lindern.
  • Fußbad: Natron im Fußbad neutralisiert Gerüche bei Schweißfüßen und macht die Haut weich. Es kann auch bei schmerzenden und müden Füßen helfen.
  • Hautentzündungen: Ein halbes Glas warmes Wasser mit einer Messerspitze Natron kann zur vorsichtigen Reinigung von Hautentzündungen verwendet werden.

Natron in der Veterinärmedizin

Auch in der Veterinärmedizin findet Natron Anwendung. Tierarzt Dirk Schrader empfiehlt Kaisernatron für Hunde und Katzen unter anderem bei:

  • Durchfall: Natron kann helfen, eine gesunde Darmflora wiederherzustellen.
  • Gelenkentzündungen: Natron kann saure Entzündungskaskaden behindern und die Wirkung von Arthrosemitteln verbessern.
  • Hautentzündungen: Natron kann zur Reinigung und Desinfektion von Hautentzündungen verwendet werden.
  • Mundhöhlenprobleme: Natron kann bei Stomatitis, Zahnfachinfektionen und Zahnsteinbildung helfen.
  • Haut- und Fellgeruch: Ein Bad mit Natronlösung kann helfen, unangenehme Gerüche zu beseitigen.
  • Diabetes mellitus: Natron kann die Wirkung von Insulin verbessern.
  • Pankreatitis: Natron kann jede Form der Therapie bei Pankreatitis unterstützen.
  • Wachstumsstörungen: Natron kann helfen, Wachstumsstörungen durch eine Überversorgung mit Fleisch zu minimieren.
  • Psychosomatische Störungen: Natron kann hysterische Reaktionen bei Hunden und Katzen vermindern.

Natron bei Epilepsie

Interessanterweise wird auch die Anwendung von Natron bei Epilepsie erwähnt. Laut Tierarzt Dirk Schrader kann die Zahl der Krampfanfälle, sowohl Petit Mal als auch Grand Mal, durch die Gabe von Natron reduziert werden. Eine wissenschaftliche Erklärung für diesen Effekt gibt es derzeit jedoch nicht.

Natron in der Krebstherapie

Einige alternative Therapeuten sehen in Natron eine Möglichkeit zur Unterstützung der Krebstherapie. Die Theorie basiert darauf, dass Krebszellen in einem sauren Milieu besser gedeihen. Natron soll den pH-Wert im Körper erhöhen und die Zellen mit Sauerstoff versorgen, wodurch das Wachstum der Krebszellen gehemmt wird. Es gibt auch Hinweise darauf, dass Natron in Kombination mit einer Chemotherapie eine positive Wirkung zeigen kann.

Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass die Krebstherapie mit Natron wissenschaftlich umstritten ist und nicht als alleinige Behandlungsmethode angesehen werden sollte. Eine konventionelle medizinische Behandlung ist unerlässlich.

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Übersäuerung und die Rolle von Natron

Viele alternative Gesundheitsansätze betonen die Bedeutung eines ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalts für die Gesundheit. Eine Übersäuerung des Körpers soll die Entstehung verschiedener Krankheiten begünstigen. Natron kann helfen, überschüssige Säuren zu neutralisieren und den pH-Wert im Körpergewebe zu erhöhen.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass der Begriff "Übersäuerung" in der Schulmedizin oft kritisch gesehen wird, da der pH-Wert des Blutes in der Regel sehr stabil gehalten wird. Eine latente Azidose, bei der die Pufferkapazitäten des Körpers erschöpft sind, kann jedoch tatsächlich vorliegen und zu verschiedenen gesundheitlichen Problemen beitragen.

Mögliche Nebenwirkungen und Kontraindikationen

Bei übermäßiger und langfristiger Einnahme von Natron können Nebenwirkungen wie Blähungen, Bauchschmerzen, Blasen- oder Nierensteine und Muskelkrämpfe auftreten. Eine zu hohe Dosierung kann zu einer Alkalose führen, einem Zustand, bei dem das Blut zu basisch wird.

Vegetarier und Veganer haben aufgrund ihrer Ernährung oft einen basischen Stoffwechsel und sollten daher vorsichtig mit höheren Dosierungen von Natron sein.

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