Nelken gegen Trigeminusneuralgie: Ursachen, Behandlung und Hausmittel bei Zahnschmerzen

Zahnschmerzen können plötzlich auftreten und sehr unangenehm sein. Oftmals kommen sie zu den ungünstigsten Zeitpunkten, wie abends, am Wochenende oder im Urlaub, wenn der gewohnte Zahnarzt nicht erreichbar ist. Es ist wichtig, die Ursache von Zahnschmerzen abzuklären, da sie vielfältige Gründe haben können. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Ursachen von Zahnschmerzen, die Möglichkeiten der Behandlung und wie Nelken bei Trigeminusneuralgie helfen können.

Vielfältige Ursachen von Zahnschmerzen

Zahnschmerzen können sich auf unterschiedliche Weise äußern: langsam steigernd oder plötzlich und stark. Die Art des Schmerzes kann dabei variieren: pulsierend, ziehend, stechend, dumpf, drückend oder brennend. Einige Menschen leiden auch unter immer wiederkehrenden schmerzenden und empfindlichen Zähnen.

Karies (Zahnfäule)

Karies ist eine häufige Ursache für Zahnschmerzen. Sie entsteht durch Bakterien, die den Zahnschmelz zerstören. Unbehandelt schreitet die Schädigung fort und führt je nach Stadium zu Schmerzen beim Verzehr von Kaltem, Heißem oder Süßem. Wenn die Bakterien den Zahnnerv erreichen, entsteht oft ein drückender, pochender Schmerz.

Zahnwurzelentzündung (Pulpitis)

Eine Entzündung des Zahnmarks (Pulpitis) entsteht, wenn Bakterien, z.B. durch unbehandelte Karies, ins Zahninnere eindringen. Auch mechanische, chemische oder thermische Reize können eine Pulpitis auslösen. Typische Symptome sind klopfend-pulsierende Zahnschmerzen, die durch Überdruck im Zahn entstehen. Eine unbehandelte Pulpitis kann zu einem Abszess führen, der starke, pulsierende und ausstrahlende Zahnschmerzen verursacht.

Freiliegende Zahnhälse

Freiliegende Zahnhälse können durch Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) entstehen. Das Zahnfleisch zieht sich zurück, wodurch die empfindlichen Zahnhälse freiliegen. Reize wie Hitze, Kälte oder Süßes können dann ungehindert den Zahnnerv erreichen und ziehende, stechende oder pochende Zahnschmerzen verursachen.

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Zahnfleischentzündung (Gingivitis) und Parodontitis

Eine Zahnfleischentzündung kann lange unbemerkt bleiben, aber auch freiliegende Zahnhälse können sofort Beschwerden verursachen. Eine Parodontitis (Entzündung des Zahnbetts) kann ebenfalls lange unbemerkt bleiben.

Defekte Füllungen und Zahnersatz

Eine defekte oder undichte Füllung kann Probleme verursachen, insbesondere bei heißem oder kaltem Essen. Es kann ein ziehender Schmerz entstehen. Dasselbe gilt, wenn eine Krone oder ein Inlay nicht richtig passt oder sich gelockert hat. Bakterien können dann ins Zahninnere gelangen und die Zahnnerven reizen.

Weitere Ursachen

Weitere mögliche Ursachen für Zahnschmerzen sind:

  • Zahnfehlstellungen
  • Frakturen der Zähne (z.B. durch Unfälle)
  • Durchbrechende Weisheitszähne
  • Zähneknirschen (Bruxismus)
  • Verspannungen in der Kiefermuskulatur (craniomandibuläre Dysfunktion, CMD)
  • Erkältung oder Grippe (Schmerzen oft an den Oberkieferzähnen)

Non-odontogene Zahnschmerzen

Die Ursachen für Zahnschmerzen liegen nicht immer direkt in der Mundhöhle oder im Rachenraum. Sie können auch durch Allgemeinerkrankungen verursacht werden:

  • Trigeminusneuralgie: Entzündung des Gesichtsnervs Trigeminus, der auch die Zähne versorgt.
  • Herzerkrankungen: Sogenannte kardiogene Zahnschmerzen.

Wann zum Zahnarzt?

Bei starken und anhaltenden Schmerzen an einem Zahn oder im Kieferbereich sollte man sofort zum Zahnarzt gehen. Dies gilt besonders, wenn die Schmerzen von Schwellungen, Fieber, schlechtem Geschmack im Mund oder Schluckbeschwerden begleitet werden, da dies auf eine Infektion hindeuten kann.

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Hausmittel zur Linderung von Zahnschmerzen

Wenn Zahnschmerzen abends, am Wochenende oder im Urlaub auftreten, können folgende Hausmittel helfen, die Zeit bis zum Zahnarzttermin zu überbrücken:

Kühlung

Da Zahnschmerzen oft entzündungsbedingt sind, kann Kühlung die betroffene Stelle lindern. Kälte reduziert den Blutfluss, wirkt betäubend und verringert Schwellungen. Eisbeutel, Kühl-Pads oder Eiswürfel in ein Tuch wickeln und auf die Wange legen oder vorsichtig Eisstückchen lutschen.

Mundspülungen

Mundspülungen mit entzündungs- und bakterienhemmenden Teesorten können helfen. Geeignete Tees sind grüner oder schwarzer Tee, Pfefferminztee, Kamillentee, Salbeitee, Johanniskraut, Baldrian und Melisse. Den Tee aufkochen, abkühlen lassen und den Mund damit ausspülen. Alternativ kann man den Teebeutel direkt auf die betroffene Stelle legen.

Salzlösung

Eine Salzlösung wirkt antibakteriell und entzündungshemmend. Einen Teelöffel Kochsalz in ein Glas warmes Wasser geben, umrühren und damit ca. 2 Minuten die Mundhöhle spülen. Die Lösung nicht schlucken und nicht bei Kindern anwenden!

Alkohol

Hochprozentiger Alkohol (z.B. Cognac) kann gegen Bakterien und Entzündungen wirken. Zum Mundspülen verwenden, nicht trinken.

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Teebaumöl

Teebaumöl wirkt desinfizierend und antiseptisch und kann bakterielle Entzündungen im Mundraum eindämmen. Einige Tropfen Öl auf den schmerzenden Zahn tupfen oder mit verdünntem Teebaumöl gurgeln (4-5 Tropfen auf 250 ml Wasser). Nur hochwertiges Bio-Teebaumöl verwenden und nicht verschlucken.

Olivenöl

Ölziehen mit Olivenöl kann gegen Entzündungen im Mund- und Rachenraum helfen. Einen Löffel Olivenöl in den Mund nehmen und darin „ziehen“. Nach ein paar Minuten ausspucken und die Anwendung wiederholen.

Gewürznelken

Gewürznelken sind ein bekanntes Hausmittel gegen Zahnschmerzen. Eine getrocknete Nelke so nah wie möglich an der betroffenen Stelle zerkauen. Der Inhaltsstoff Eugenol wirkt entzündungshemmend, schmerzlindernd und leicht betäubend. Alternativ kann Nelkenöl aus der Apotheke verwendet werden.

Wacholderbeeren

Vergleichbar mit Nelken wirken Wacholderbeeren schmerzstillend und entzündungshemmend.

Zwiebeln und Knoblauch

Zwiebeln und Knoblauch wirken antibakteriell. Eine Zehe Knoblauch oder ein kleines Stück Zwiebel kauen oder eine Scheibe Zwiebel zwischen Zahn und Zahnfleisch legen. Alternativ ein Säckchen mit geschnittener Zwiebel oder Knoblauch von außen an die betroffene Stelle legen.

Propolis

Propolis ist ein Naturprodukt der Bienen und wirkt entzündungshemmend, antimikrobiell und wundheilungsfördernd. Es ist als Tinktur erhältlich.

Globuli

Je nach Art der Schmerzen können Globuli eine schmerzlindernde Wirkung haben. Bei pulsierendem Zahnschmerz während einer Erkältung hilft z.B. Aconitum, bei ziehenden Schmerzen Hypericum.

Fluoridhaltige Zahnpasta

Bei empfindlichen Zahnhälsen kann fluoridhaltige Zahnpasta auf die entsprechenden Stellen aufgetragen werden, um die Zähne zu stärken und die Schmerzempfindlichkeit zu lindern.

Schmerzmittel

Viele Menschen greifen bei Zahnschmerzen zu Schmerztabletten. Es ist jedoch ratsam, zuerst Hausmittel auszuprobieren. Ibuprofen wirkt gut, kann aber Durchfall und Magenbeschwerden verursachen. Die Wirkung von Paracetamol bei Zahnschmerzen ist fraglich und belastet die Leber. Aspirin sollte wegen seiner blutverdünnenden Wirkung vermieden werden, insbesondere vor chirurgischen Eingriffen.

Nelken gegen Trigeminusneuralgie

Die Trigeminusneuralgie ist eine Erkrankung des Trigeminusnervs, der für die Sensibilität des Gesichts verantwortlich ist. Sie äußert sich durch heftige, blitzartige Schmerzen im Gesicht, die oft als Zahnschmerzen fehlinterpretiert werden.

Wie Nelken bei Trigeminusneuralgie helfen können

Nelken enthalten Eugenol, ein ätherisches Öl mit entzündungshemmenden, schmerzlindernden und leicht betäubenden Eigenschaften. Diese Eigenschaften können auch bei der Behandlung von Trigeminusneuralgie von Nutzen sein.

  • Schmerzlinderung: Das Eugenol in Nelken kann die Schmerzrezeptoren im Gesichtsbereich beeinflussen und so die Schmerzintensität reduzieren.
  • Entzündungshemmung: Die entzündungshemmenden Eigenschaften von Nelken können dazu beitragen, die Entzündung des Trigeminusnervs zu reduzieren.
  • Lokale Betäubung: Die leicht betäubende Wirkung von Nelken kann vorübergehend die Schmerzen lindern.

Anwendung von Nelken bei Trigeminusneuralgie

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Nelken bei Trigeminusneuralgie anzuwenden:

  • Nelkenöl: Ein paar Tropfen Nelkenöl auf ein Wattepad geben und auf die schmerzende Stelle im Gesicht auftragen.
  • Gewürznelken kauen: Eine Gewürznelke im Mund zerkauen, um das Eugenol freizusetzen.
  • Nelkentee: Einen Tee aus Nelken zubereiten und trinken oder als Mundspülung verwenden.

Wichtiger Hinweis

Nelken können zwar zur Linderung der Symptome der Trigeminusneuralgie beitragen, sie ersetzen jedoch keine ärztliche Behandlung. Bei Verdacht auf Trigeminusneuralgie sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, um die Diagnose zu bestätigen und eine geeignete Therapie einzuleiten.

Aphthen im Mund

Aphthen sind schmerzhafte orale Ulzerationen, die typischerweise in einem Zeitintervall von Wochen bis Monaten und Jahren rezidivieren. Sie beginnen meist im zweiten oder dritten Lebensjahrzehnt. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Ursachen

Die genauen Ursachen für die Aphthenbildung sind nicht bekannt. Vermutlich gibt es zahlreiche Ursachen, unter anderem eine genetisch bedingte Neigung. Viele Betroffene berichten, dass sie bei erhöhtem Stress und Schlafmangel anfälliger sind für Aphthen. Grobe Nahrungsmittel, zu heiße Getränke, zu harte Zahnbürsten oder falsche Putztechnik können die Mundschleimhaut verletzen und die Läsionen fördern. Aphthen können auch ein Zeichen von Systemerkrankungen oder Mangelzuständen sein.

Behandlung

Aphthen heilen spontan von selbst ab. Primäres Ziel der Therapie ist daher die Schmerzlinderung, in der Regel durch Topika. Viele Patienten verzichten von sich aus auf heiße, harte, salzige oder stark gewürzte Speisen und Getränke. Nach dem Essen sollten sie den Mund gut ausspülen. Mundspüllösungen wirken antiseptisch und schmerzlindernd und enthalten zum Beispiel Chlorhexidin, Benzydamin oder Pflanzenextrakte wie Myrrhe, Ratanhia, Salbei oder Nelken.

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