Nerv des Jahres in Deutschland: Eine Analyse aktueller Diskurse und wissenschaftlicher Fortschritte

Einleitung

Der Begriff "Nerv" hat in Deutschland eine lange Tradition, insbesondere in Bezug auf gesellschaftliche und politische Stimmungen. Dieser Artikel beleuchtet aktuelle Diskurse, wissenschaftliche Erkenntnisse und gesellschaftliche Entwicklungen, die im weitesten Sinne mit dem Thema "Nerv" in Verbindung stehen. Dabei werden sowohl medizinische Aspekte als auch gesellschaftspolitische Debatten betrachtet, um ein umfassendes Bild zu zeichnen.

Medizinische Fortschritte in der Neurobiologie: Regeneration von Nervenzellen

Ein zentraler Aspekt des Themas "Nerv" betrifft die medizinische Forschung, insbesondere im Bereich der Neurobiologie. Jedes Jahr erleiden in Deutschland etwa tausend Menschen Rückenmarkschädigungen durch Unfälle oder Tumore. Da sich Nervenzellen im zentralen Nervensystem nach der Embryonalentwicklung nicht regenerieren, führen solche Verletzungen oft zu lebenslangen Querschnittslähmungen.

Die Forschung von Dr. Ana Martin-Villalba

Die Neurowissenschaftlerin Privatdozentin Dr. Ana Martin-Villalba forscht an den Gründen, warum die anfängliche Regeneration der Nervenzellen nach einer Verletzung zum Erliegen kommt. Ihr Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Nervenzellen benötigen bestimmte Proteine für Wachstum und Regeneration, und die Baupläne dafür, die sogenannten mRNA-Moleküle, werden auf Vorrat hergestellt. Martin-Villalba und ihr Team haben jedoch Hinweise darauf gefunden, dass viele dieser vorgefertigten RNA-Moleküle von der Zelle blockiert werden, wodurch die notwendigen Proteine nicht gebildet werden können.

Ziel der Forschung

Das Ziel der Forschung ist es, herauszufinden, welche mRNA-Moleküle blockiert werden und welche Faktoren diese Deaktivierung aufheben können. Vielversprechende Kandidaten sollen dann an Mäusen auf ihre Wirksamkeit getestet werden. Letztendlich soll erreicht werden, dass Nervenzellen die zur Regeneration erforderlichen Proteine wieder herstellen können, um das Nervenwachstum anzuregen und die Verletzung zu überbrücken.

Förderung von Nachwuchsforscherinnen

Das Förderprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zielt darauf ab, herausragenden Nachwuchsforscherinnen im Bereich der Neurowissenschaften eine wissenschaftliche Karriere zu ermöglichen und zu verhindern, dass hochqualifizierte Frauen aus der Forschung aussteigen. Mit den Fördermitteln will Ana Martin-Villalba ihre Arbeitsgruppe weiter ausbauen, um das Forschungsvorhaben rasch in Angriff zu nehmen.

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"Wort des Jahres": Spiegelbild gesellschaftlicher Stimmungen

Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) wählt jährlich das "Wort des Jahres", um Begriffe in den Fokus zu rücken, die öffentliche Debatten besonders geprägt haben. Dabei ist nicht die Häufigkeit eines Wortes entscheidend, sondern seine Signifikanz und Popularität.

"KI-Ära" als "Wort des Jahres" 2025

Im Jahr 2025 wurde "KI-Ära" zum "Wort des Jahres" gewählt. Die Jury begründete ihre Wahl mit dem wachsenden Einfluss von Künstlicher Intelligenz (KI), der einen "epochalen Wandel" darstellt, vergleichbar mit der Industriellen Revolution. "Der Begriff KI-Ära ist kurz, verständlich und emotional aufgeladen", sagte Andrea Ewels, GfdS-Geschäftsführerin. Das Wort sei ein starkes Symbol für die Chancen und Risiken, die mit dieser Technologie verbunden seien, und damit ideal geeignet, um die Stimmung und Themen des Jahres 2025 zu repräsentieren.

Weitere "Wörter des Jahres"

Auf den weiteren Plätzen folgten unter anderem "Deal", "Land gegen Frieden" sowie "Sondervermögen" und "Wehrdienst-Lotto". Diese Wörter spiegelten wider, was die Gesellschaft beschäftigt habe - ob zustimmend, kritisch oder ablehnend verwendet. "Die Liste stellt auf ihre Weise einen Beitrag zur Zeitgeschichte dar", heißt es zur Begründung.

"Ampel-Aus" im Jahr 2024

Im Jahr 2024 hatte die GfdS den Ausdruck "Ampel-Aus" zum "Wort des Jahres" gekürt. Der Begriff stand für das Ende der Koalition von SPD, Grünen und FDP im Bund und galt als sprachliches Etikett für einen politischen Paukenschlag. Auf den Plätzen zwei und drei landeten 2024 "Klimaschönfärberei" und "kriegstüchtig".

"Jamaika-Aus" im Jahr 2017

Im Jahr 2017 wurde "Jamaika-Aus" zum "Wort des Jahres" gewählt, um das Scheitern der Koalitionsbildung im Bund zu beschreiben. Der Vorsitzende der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS), Peter Schlobinski, erläuterte, dass sich noch mehr darum ranke, es sei die Rede von Staatskrise gewesen. Der ähnliche Begriff "Jamaika-Koalition" hatte es bereits 2005 in die Liste der "Wörter des Jahres" geschafft, allerdings nur auf Platz 6.

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Kriterien für die Auswahl

Die GfdS wählt Wörter aus, die "den sprachlichen Nerv des Jahres treffen und einen Beitrag zur Zeitgeschichte leisten". Dazu sichtet sie zahlreiche Einsendungen und wertet Medien aus. Das "Wort des Jahres" wurde erstmals 1971 und seit 1977 regelmäßig gekürt.

Der Vagusnerv: Eine Datenautobahn im Körper

Ein weiterer medizinischer Aspekt, der im Zusammenhang mit dem Thema "Nerv" von Bedeutung ist, betrifft den Vagusnerv. Dieser Nerv wird oft als "Datenautobahn im Körper" bezeichnet, da er wichtige Informationen von Organen und Systemen an das Gehirn und den Hirnstamm weiterleitet.

Funktion des Vagusnervs

Der Vagusnerv ist einer von zwölf Hirnnerven und verbindet unter anderem den Verdauungstrakt, die Lunge und das Herz mit dem Gehirn. Über den Vagusnerv erhält das Gehirn Informationen über den Zustand der Organe. Er hilft uns, schnell das passende Verhalten auszuwählen, zum Beispiel zu essen, wenn wir Hunger haben, oder das Immunsystem hochzufahren bei bestimmten Krankheiten.

Stimulation des Vagusnervs

Die Stimulation des Vagusnervs soll entspannend wirken und Stress lindern, da sie den Parasympathikus aktiviert. Dieser ist Teil des vegetativen Nervensystems und steuert unbewusste Körperfunktionen, die für Erholung und Regeneration wichtig sind. Wie die Vagusnervstimulation wirkt, hängt allerdings vom gesundheitlichen Zustand und der Situation ab.

Forschung am Uniklinikum Tübingen

Am Uniklinikum Tübingen wird die Vagusnervstimulation in Studien erforscht. Dabei wird eine elektronische Stimulation über das Ohr eingesetzt, bei der ein spezielles Programm mit einer bestimmten Abfolge an Impulsen abläuft. In einigen Studien wird die Stimulation auch mit einem funktionellen MRT kombiniert, um die Aktivität des Gehirns in Echtzeit sichtbar zu machen.

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Mögliche Anwendungsbereiche

Die professionelle Vagusnervstimulation könnte Personen helfen, die unter Antriebslosigkeit, Depressionen, Epilepsie oder auch Störungen im Stoffwechsel oder der Verdauung leiden. Zudem könnte die Stimulation bei Trägheit oder Fatigue helfen.

Übungen zur Stimulation

Nachweislich entspannend wirken zum Beispiel kontrollierte Atemübungen wie tiefes Atmen oder progressive Muskelentspannung. Wenn die Übungen zusätzlich mit einer Vagusnervstimulation gekoppelt werden, ist die Wirkung besonders gut, dazu gibt es erste Hinweise.

Freiverkäufliche Systeme

Im Internet werden freiverkäufliche Systeme zur Stimulation angeboten, allerdings gibt es keine nennenswerten Studien zur Wirksamkeit vieler Geräte. Viele Geräte sind nicht gefährlich, aber auch nicht als Medizinprodukte zur wirksamen Behandlung zertifiziert. Eine Garantie, dass sie den Vagusnerv tatsächlich stimulieren und eine therapeutische Wirkung haben, gibt es somit nicht.

Professionelle Vagusnervstimulation

Die professionelle Vagusnervstimulation gilt bisher als experimentelles Verfahren und wird deshalb am Uniklinikum Tübingen nur in Studien angeboten. Wenn von Ärztinnen und Ärzten dargelegt werden kann, dass die Stimulation bei einem Patienten oder bei einer Patientin sinnvoll ist, kann man das Gerät, das am Uniklinikum verwendet wird, auch kaufen und einen Zuschuss über die Kranken- oder Rentenversicherung beantragen.

"Dein Jahr für Deutschland": Ein Nerv der Zeit

Das Pilotprojekt "Dein Jahr für Deutschland", auch bekannt als Freiwilliger Wehrdienst Heimatschutz (FWDFreiwilliger Wehrdienst Heimatschutz), hat im April 2021 erfolgreich begonnen. Es zeigt, dass das Angebot vor allem bei jungen Frauen und Männern einen Nerv trifft, die sich in Krisen- und Katastrophenfällen im Sinne des Heimatschutzes engagieren möchten und sich dafür in der Verbindung von freiwilligem Wehrdienst und Reservistendienst professionell ausbilden und vorbereiten lassen.

Besonderheiten des FWDFreiwilliger Wehrdienst Heimatschutz

Nach der siebenmonatigen Grund- und Fachausbildung werden die Soldatinnen und Soldaten heimatnah in RSU-Kompanien (Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskompanien) eingesetzt. Dort übernehmen sie im Schwerpunkt Wach- und Sicherungsaufgaben sowie Aufgaben in der ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehr und im Feldjägerdienst. Auslandeinsätze sind für die „Heimatschützer“ nicht vorgesehen.

Hohe Nachfrage

Für den ersten Durchgang sollten 250 Soldatinnen und Soldaten eingestellt werden. Doch jetzt beginnen 326 zukünftige Heimatschützerinnen und Heimatschützer zum 1. April 2021 ihren Dienst - trotz erschwerter Bewerbungsverfahren unter Pandemie-Bedingungen.

Frauenanteil

Der Frauenanteil liegt bei 16,6 Prozent und belegt damit das steigende Interesse weiblicher Bewerber an einem Dienst in den Streitkräften.

Nerven und Krieg: Historische Perspektiven

Das Thema Nerven hatte in den deutschen Kriegsdebatten seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts einen zentralen Stellenwert. In Politik, Öffentlichkeit, Militär oder Wissenschaft wurde die Frage diskutiert, welche Belastungen ein zukünftiger Krieg den Nerven der deutschen Bevölkerung abverlangen würde. Im Ersten Weltkrieg wurden Nervenstärke und Nervenschwäche schließlich zu häufig benutzten Kampfbegriffen.

Psychische Mobilisierung und Leidenserfahrungen

Die Tagung "Nerven und Krieg. Psychische Mobilisierungs- und Leidenserfahrungen in Deutschland 1900-1933" thematisierte die zeitgenössischen Nervendiskurse in Wissenschaft, Militär, Politik und Öffentlichkeit sowie individuelle und kollektive psychische Mobilisierungs- und Leidenserfahrungen.

Nerven als Chiffre

Die Tagung ging davon aus, dass Nerven als Chiffre und Konstrukt zu verstehen sind, mit denen Identitäten verhandelt wurden.

Geschichtspolitische Debatten: Ein "Nerv" der deutschen Identität

In den 1990er Jahren gab es eine Reihe von gesellschaftlichen Debatten um ‚Vergangenheitsbewältigung‘ bzw. um den Umgang mit der deutschen NS-Vergangenheit. Diese Debatten, wie die Goldhagen-Debatte, die Debatte um die ‚Wehrmachtsausstellung‘ und die Walser-Bubis-Debatte, sind beispielhaft für den aktuellen Umgang mit NS-Vergangenheit in Deutschland.

Zunehmende Bestrebungen

Durch einen Vergleich der Goldhagen- und der Walser-Bubis-Debatte lässt sich exemplarisch untersuchen, inwiefern Entwicklungen stattfanden, im Zusammenhang mit zunehmend erfolgreicheren Bestrebungen, die als Last empfundene Gegenwärtigkeit der NS-Vergangenheit zugunsten einer neuen deutschen Normalität zurückzudrängen, welche verstärkt einen unbefangeneren Bezug auf nationale Identität ermöglichen soll.

Faktoren der Gegenwärtigkeit

Die Besonderheit der NS-Vergangenheit war vor der Vereinigung beider deutscher Staaten durch unterschiedliche Faktoren im öffentlichen Bewusstsein gegenwärtig. Zu diesen Faktoren gehören u.a. auch die teilsouveräne Staatlichkeit, die Eingebundenheit in die gegenüberstehenden Machtblöcke des kalten Krieges und die Systemkonfrontation.

Forderungen nach politischer Konsequenz

Nach der völkerrechtlichen Wiederherstellung Deutschlands 1990 wurden in der vergrößerten Bundesrepublik sogleich Forderungen nach politischen Konsequenzen aus der neuen Souveränität und einer so verstandenen ‚neuen Stärke‘ erhoben. In dieser veränderten Lage wurden Stimmen lauter, vergangenheitspolitischen Ballast abzuwerfen, um handlungsfähiger zu werden.

Hirntumoren: Eine medizinische Herausforderung

ZNS-Tumoren können in jedem Lebens­alter auftreten. Histologisch finden sich bei Erwachsenen über­wiegend vom Stütz­gewebe der Nerven­zellen ausgehende Gliome, davon sind fast drei Viertel Glio­blastome (Astro­zytom Grad IV) mit ungünstiger Prognose.

Erkrankungszahlen und Überlebensraten

Im Jahr 2022 erkrankten in Deutschland etwa 3.128 Frauen und 4.176 Männer an bösartigen Tumoren des ZNS. Die relativen 5-Jahres-Überlebens­raten für bösartige ZNS-Tumoren liegen für Männer bei 21 Prozent und für Frauen bei 23 Prozent.

Ursachen

Die Auslöser der verschie­denen Hirn­tumoren sind bisher weit­gehend unklar. Patien­tinnen und Patienten mit sehr seltenen erblichen Tumor­syndromen haben ein deutlich erhöhtes Risiko, an einem Hirn­tumor zu erkranken.

Risikofaktoren

Nach einer thera­peu­tischen Kopf­be­strahlung ist das Risiko leicht erhöht, nach einer langen Latenz­zeit an einem Hirn­tumor zu erkranken. Ein eindeu­tiger Zusammen­hang zwischen Mobil­telefon­nutzung und Hirn­tumoren ist bislang nicht belegt. Verwandte ersten Grades von Patien­tinnen und Patienten mit Hirn­tumoren haben ein leicht erhöhtes Risiko, selbst an einem Hirn­tumor zu erkranken.

Politische "Nerven": Die Eurokrise und Merkels Politik

Die Eurokrise und die Politik der Bundeskanzlerin Angela Merkel haben in den letzten Jahren immer wieder die "Nerven" der deutschen Politik und Gesellschaft strapaziert.

Merkels Europapolitik

Merkel begann mit der verhagelten Halbzeitbilanz ihrer schwarz-gelben Koalition.„Christlich-Liberale haben in zwei Jahren ein Arbeitsprogramm absolviert, das bei anderen für eine ganze Legislatur gereicht hätte“, schickt sie - fast ein wenig entschuldigend - voran. Aber: „Wir haben unser zentrales Wahlversprechen gehalten. Deutschland ist stärker aus der Krise herausgekommen als es herein gegangen ist.“

Strukturreformen

Verkürzt läuft ihre Argumentation darauf hinaus: Zahlen müssen wir leider sowieso, aber wir wollen mit unserem Geld wenigstens Strukturreformen erzwingen, die den Kontinent wettbewerbsfähig machen. „Wir brauchen mehr Europa, aber wir müssen es vernünftig machen“, sagt Merkel und erklärt, „Vertragsänderungen“ dürften „kein Tabu“ sein.

Abgrenzung von der Opposition

Von der Opposition grenzt sich Merkel vor allem ab, indem sie eine gemeinsame Anleihe aller Euroländer deutlich verwirft: „Eurobonds sind der Weg in die Schuldenunion, wir arbeiten aber an einer Stabilitätsunion“.

Appell an die Zweifler

Der letzte Appell ihrer Rede richtet sich aber wieder ganz eindeutig allein an die Zweifler in den eigenen Reihen: „Die Weltwirtschaft ist wie ein fein gesponnenes Netz, wer einen Faden kappt, riskiert alles.“

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