Nerv eingeklemmt, Fibromyalgie und myofasziales Schmerzsyndrom: Ein Überblick über Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Muskelschmerzen und Nervenbeschwerden können vielfältige Ursachen haben. Oftmals werden Begriffe wie "eingeklemmter Nerv", Fibromyalgie und myofasziales Schmerzsyndrom synonym verwendet, obwohl es sich um unterschiedliche Krankheitsbilder handelt. Dieser Artikel beleuchtet die Unterschiede und Gemeinsamkeiten dieser Beschwerden, um eine klare Abgrenzung und ein besseres Verständnis zu ermöglichen.

Einführung

Schmerzen im Bewegungsapparat sind ein weit verbreitetes Problem. Sie können durch Muskelverspannungen, Gelenkprobleme oder Nervenreizungen verursacht werden. Die genaue Diagnose ist entscheidend für eine effektive Behandlung. Im Folgenden werden die spezifischen Merkmale von eingeklemmten Nerven, Fibromyalgie und dem myofaszialen Schmerzsyndrom erläutert.

Was ist ein eingeklemmter Nerv?

Ein "eingeklemmter Nerv" ist ein umgangssprachlicher Ausdruck für eine Nervenkompression. Dabei üben umliegende Strukturen wie Muskeln, Sehnen oder Gewebe Druck auf einen Nerv aus. Dieser Druck stört die Signalübertragung und führt zu Symptomen wie Schmerzen, Kribbeln oder Taubheit. Es fühlt sich oft so an, als wäre der Nerv buchstäblich eingeklemmt.

Ursachen eines eingeklemmten Nervs

Häufige Ursachen sind Verspannungen durch Fehlhaltungen, degenerative Erkrankungen wie Bandscheibenvorfälle oder Arthrose sowie Verletzungen durch Stürze oder Überlastung. Auch systemische Erkrankungen wie Diabetes oder Engpasssyndrome wie das Karpaltunnelsyndrom können Nervenkompressionen auslösen.

Symptome eines eingeklemmten Nervs

Typische Symptome sind stechende oder brennende Schmerzen, Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Lähmungserscheinungen. Je nach betroffener Stelle können auch Bewegungseinschränkungen oder eine verminderte Berührungsempfindlichkeit auftreten. Die Beschwerden reichen von leicht störend bis stark einschränkend. Sind besonders empfindliche Nerven - beispielsweise im Bereich der Halswirbelsäule - eingeklemmt, können durch die gestörte Signalübertragung zum Gehirn zusätzliche Symptome wie Schwindel oder Erbrechen auftreten.

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Diagnose eines eingeklemmten Nervs

Provokationstests wie das Hoffmann-Tinel-Zeichen oder der Phalen-Test helfen dabei, einen eingeklemmten Nerv zu diagnostizieren. Durch gezielte Bewegungen oder leichten Druck auf den betroffenen Bereich können typische Symptome wie Schmerzen, Kribbeln oder Taubheitsgefühle ausgelöst oder verstärkt werden.

Behandlung eines eingeklemmten Nervs

Wärmeanwendungen, sanfte Dehnübungen und gezielte Bewegungen lockern verspannte Muskeln und entlasten den Nerv. Physiotherapie oder Massagen können den Heilungsprozess unterstützen. Wenn die Beschwerden länger anhalten, können entzündungshemmende Medikamente helfen. Bei starken Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden. Bei einem Bandscheibenvorfall kann beispielsweise ein minimalinvasiver Eingriff durchgeführt werden, um den Druck auf den betroffenen Nerv zu verringern und die Nervenwurzeln zu entlasten.

Vorbeugung eines eingeklemmten Nervs

Eine ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes hilft, eingeklemmten Nerven vorzubeugen. Bei sitzenden Tätigkeiten im Büro sind eine aufrechte Haltung, passende Stühle und Tische sowie Hilfsmittel wie Handauflagen sinnvoll. Wer überwiegend steht, profitiert von gut gedämpften Schuhen und regelmäßigen Pausen zur Entlastung der Gelenke. Beim Heben schwerer Lasten sollte die Kraft aus den Beinen kommen, um den Rücken zu schonen. Regelmäßige Bewegung, Stressmanagement und die Reduktion von Übergewicht sind ebenfalls wichtige Faktoren.

Das myofasziale Schmerzsyndrom

Das myofasziale Schmerzsyndrom ist eine ziemlich häufige Ursache für Muskelverspannungen und Schmerzen im Bewegungsapparat. „Myo“ steht für Muskel und „Faszial“ für die Faszien, also das Bindegewebe, welches unsere Muskeln umhüllt.

Ursachen des myofaszialen Schmerzsyndroms

Die Schmerzen eines Muskels können auch in andere Körperteile ausstrahlen. Bestimmte Bewegungen fallen schwer, weil sich der Muskel steif oder verspannt anfühlt. Bei Berührung bestimmter Punkte im Muskel wird der Schmerz schlimmer. Diese Symptome sind Ausdruck verschiedener Muster der Schmerzübertragung und deren Relevanz in Bezug auf myofasziale Triggerpunkte. Psychische Anspannung führt oft auch zu körperlicher Verspannung. Auch zu wenig Bewegung kann das Gewebe verhärten lassen und zu einer Muskelschwäche führen.

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Symptome des myofaszialen Schmerzsyndroms

Die Symptome des Schmerzsyndroms können vielfältig sein und oft fühlen sie sich wie normale Verspannungen an. Ausstrahlende Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und Druckempfindlichkeit sind typisch. Triggerpunkte sind die kleinen Übeltäter, wenn es um das myofasziale Schmerzen geht. Aber was genau sind diese kleinen Knötchen in den Muskeln? Vereinfacht gesagt: Triggerpunkte sind verhärtete Stellen im Muskelgewebe, die schmerzhaft und druckempfindlich sind. Interessant ist, dass Triggerpunkte nicht nur an der Stelle wehtun, an der sich ein Triggerpunkt befindet. Oft strahlen Muskel-Triggerpunkte den Schmerz in andere Regionen des Körpers aus, z. B. kann ein Triggerpunkt im Nacken Kopfschmerzen verursachen.

Diagnose des myofaszialen Schmerzsyndroms

Bei der Behandlung wird gezielt auf die Triggerpunkte Druck ausgeübt, um die verhärteten Muskeln und Faszien zu lösen. Mit speziellen Griffen und Techniken wird der Schmerz nach und nach gelöst.

Behandlung des myofaszialen Schmerzsyndroms

Eine manuelle Therapie durch einen erfahrenen Therapeuten kann Wunder wirken. Ein guter Physiotherapeut kann dir nicht nur durch manuelle Behandlung helfen, sondern dir auch gezielte Übungen zeigen, die deine Muskeln stärken und Faszien flexibler machen. Funktionstraining hilft dir, die Muskeln wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Ziel ist es, durch kontrollierte Bewegungen und Übungen deine Körperhaltung zu verbessern und Fehlbelastungen zu vermeiden. Psychologische Unterstützung kann bei der Behandlung von myofaszialen Schmerzen eine wichtige Rolle spielen. Viele Patienten erleben neben den körperlichen Schmerzen auch psychische Symptome wie Angst, Depression oder Schlafstörungen. Ein Psychologe kann den Patienten helfen, diese psychischen Symptome zu bewältigen und Strategien zu entwickeln, um mit den Schmerzen umzugehen. Dazu gehören Techniken zur Stressbewältigung, Entspannungsübungen und kognitive Verhaltenstherapie. In manchen Fällen können Schmerzmittel oder entzündungshemmende Medikamente notwendig sein, um akute Beschwerden zu lindern. Du solltest allerdings Medikamente im Rahmen der Schmerztherapie nur in Absprache mit einem Arzt einnehmen, da sie langfristig keine Lösung darstellen. Es gibt auch die Möglichkeit, deine Triggerpunkte selbst bequem von zu Hause aus zu behandeln.

Fibromyalgie: Das Faser-Muskel-Schmerz-Syndrom

Der im deutschsprachigen Raum häufig als Synonym für Fibromyalgie verwendete Begriff „Weichteilrheumatismus“ ist falsch. Mit Rheuma hat Fibromyalgie wenig oder nichts zu tun. Seit 1990 ist das Krankheitsbild der Fibromyalgie vom American College of Rheumatology (ACR) offiziell definiert. Bei Fibromyalgie spielen extreme, unerklärliche Schmerzen die Hauptrolle, aber andere Symptome kommen dazu. Diese sind Bauchschmerzen, Sodbrennen, Druckgefühl, Verdauungsprobleme, Reizmagen- oder Reizdarmsyndrom, Übelkeit und vieles mehr.

Ursachen von Fibromyalgie

Es gibt regelrechte Glaubenskriege über Ursachen und Therapieformen zu einzelnen Erkrankungen, so auch bei Fibromyalgie.

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Eine Theorie ist die von Dr. R. Paul. St. Amand. Dieser Mediziner aus den USA, hat eine Theorie entwickelt, nach der es sich bei Fibromyalgie um eine “Energiemangelerkrankung” zu handeln scheint, bei der der Körper überschüssige Phosphate nicht ausscheiden kann, sondern stattdessen im Gewebe und der Muskulatur einlagert. Die Ursache für das Fibromyalgie-Syndrom sei ein Gendefekt im Phosphatstoffwechsel. Dieser Defekt führt dazu, dass Betroffene Phosphat nicht korrekt ausscheiden können. Phosphat ist das negativ geladene Ion des Salzes der Phosphorsäure. Zusammen mit Calcium spielt es eine wichtige Rolle im Knochenstoffwechsel und für die Festigkeit der Knochen. Zusätzlich übernimmt es eine Schlüsselrolle im Energiestoffwechsel. Auch in unserem Erbgut ist Phosphat ein wichtiger Baustein. Überschüssiges Phosphat wird über die Nieren ausgeschieden. Dieser Defekt im Phosphatstoffwechsel führt zu Veränderungen und Anlagerungen im Gewebe. Die Ansammlung von Phosphat im Körper blockiert die Energieproduktion auf Zellebene (ATP). Der Körper schützt die lebenswichtigen Organe, indem er das Phosphat in weniger problematische Bereiche des Körpers einlagert. Zuerst in den Knochen, dann in den Muskeln, Sehnen und Bändern. Schmerzhaft wird es besonders, wenn sich diese Phosphatkristalle in den Gelenken verbreiten. Es entstehen Entzündungsprozesse und damit verbunden oft auch Wasseransammlungen. Wenn schädigende Stoffe im Körper für Probleme sorgen, wird Flüssigkeit in der betreffenden Region gebildet, um die störende Substanz zu verdünnen und auf angrenzendes Gewebe zu verteilen. Eine Schwellung erzeugt Druckschmerz - genauso wie die spürbaren Verhärtungen und Verklumpungen im Gewebe von Fibromyalgie-Patienten.

Symptome von Fibromyalgie

Chronische Schmerzen in mehreren Körperregionen, oft Rücken, Armen und Beinen, sind häufig. Die Diagnose „Fibromyalgie-Syndrom“ (FMS) wird aber erst gestellt, wenn neben den ausgedehnten Schmerzen der rechten und linken Körperseite sowie des Ober- und Unterkörpers weitere Symptome hinzukommen. Dies sind ein Steifigkeits- oder Schwellungsgefühl der Hände oder der Füße, Müdigkeit, Erschöpfung, Konzentrations- und Schlafstörungen. Alle Symptome müssen über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten vorliegen. Häufig besteht zusätzlich eine Überempfindlichkeit für Schmerzreize, manchmal auch für Geräusche, Gerüche oder Medikamente. Früher wurde die erhöhte Schmerzempfindlichkeit über Druckpunkte, so genannte Tender Points, überprüft. Heute ist das Erfassen dieser Schmerzpunkte für die Diagnosestellung nicht mehr zwingend erforderlich.

An einer Fibromyalgie erkrankte Patienten klagen in der Regel über chronische Schmerzen im ganzen Körper, begleitet von Müdigkeit, Schlafstörungen und oft auch psychischen Problemen. Die Patienten leiden unter einer erhöhten Wahrnehmung der Schmerzen, deren Attacken bzw. Schübe oft mehrere Tage anhalten.„Mir tut alles weh“ ist eine der typischen Aussagen von Fibromyalgie geplagten Patienten. Dazu kommen Begleitsymptome wie:Erschöpfung, Müdigkeit, AntrieslosigkeitSchlafstörungen, unerholsamer SchlafStörungen der kognitiven Fähigkeiten (Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Benommenheit…)häufige KopfschmerzenSchmerzen in Muskeln und GelenkenNeigung zu Depressionen und NervositätHörstörungen, TinnitusAnfallsweiser SchwindelKrämpfe in verschiedenen KörperregionenBeschwerden des Magen-Darm-Trakts (Sodbrennen, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Reizdarm, Verstopfung, Durchfälle, Oberbauchschmerzen, oder andere Probleme mit der Verdauung)Hautausschläge, Juckreiz oder SonnenempfindlichkeitNeigung dazu, schnell blaue Flecke zu bekommen (Hämatome)GeschmacksstörungenRaynaud SyndromReizblase, Blasenkrämpfe…

Diagnose von Fibromyalgie

Zur Diagnose einer Fibromyalgie wurde vom American College of Rheumatology (ACR) bereits 1990 ein Schema entwickelt. In wie vielen der folgenden Areale hatte Sie in der letzten Woche Schmerzen? Symptom Severity Scale Score Für die 3 SymptomeMüdigkeitUnerholsamer SchlafKognitive Symptome muss der Schweregrad der Symptomatik über die letzten 7 Tage gemäss folgender Skalierung erfasst werden: 0 = keine Probleme1 = leichte oder milde Probleme; meistens mild oder intermittierend2 = mässige Probleme; häufig vorhanden und/oder auf einem mässigen Level 3 = schwere Probleme; konstant vorhanden und invalidisierend Im Weiteren werden weitere somatische und funktionelle Symptome gemäss nachfolgender Skalierung festgehalten: 0 = keine Symptome1 = wenige Symptome2 = mässig vorhandene Symptome 3 = häufig vorhandene Symptome Der Symptom Severity Scale Score wird nun aus der Summe der 3 Symptome Müdigkeit, unerholsamer Schlaf und kognitive Symptome plus des Schweregrads der somatischen Symptome gebildet. Nicht erholsamer Schlaf , Müdigkeit (erhöhte Ermüdbarkeit) sind neben Konzentrations, Merkfähigkeitss- uns Gedächtnisstörungen besonders hochgradige zu wertende Begleitsymptome.Sind alle drei der genannten Symptome besonders stark ausgeprägt, sind die geforderten 5 Punkte des Schweregradindexes bereits erfüllt.Eine grosse Zahl von weiteren Begleitsymptomen wird mit drei weiteren Punkten gewertet. Unter diesen ist die Reizdarmsymptomatik besonders häu g (ca.

Behandlung von Fibromyalgie

In der Behandlung des Fibromyalgie-Syndroms haben sich vor allem ein individuell angepasstes Ausdauertraining und eine begleitende Psychotherapie als wirksam erwiesen. Medikamente werden nur unterstützend für eine begrenzte Zeit eingesetzt. So können beispielsweise bei einem Teil der Patienten bestimmte Antidepressiva dazu beitragen, eine gewisse innere Distanz gegenüber dem Schmerz zu entwickeln und dadurch den Schmerz nicht mehr so intensiv zu empfinden. In der Therapie geht es meist nicht um Schmerzfreiheit, sondern um den Abbau von Vermeidungsverhalten und den Aufbau körperlicher und sozialer Aktivität. Es hat sich gezeigt, dass die Festlegung von kleinen und realistischen Therapiezielen dazu beiträgt, die Hilflosigkeit, in der viele Betroffene gefangen sind, zu überwinden. Grundsätzliches Ziel ist es, je nach dem Möglichkeiten des Betroffenen, die Beschwerden zu lindern durch eigene Aktivitäten, den eigenen Fähigkeiten angepasstes Ausdauertraining, Krafttraining in Maßen, Funktionstraining, meditative Bewegungstherapie, Entspannungsverfahren, Stressreduktion oder Schmerzbewältigungstraining. Voraussetzung hierfür ist es zunächst, die eigenen Belastungsgrenzen zu erkennen und zu akzeptieren. Im nächsten Schritt geht es in der Psychotherapie darum, den bestehenden Spielraum zu nutzen und später schrittweise zu erweitern sowie die eigenen Stärken und Kraftquellen wiederzuentdecken.

Ernährung bei Fibromyalgie

Für Patienten mit einer Fibromyalgie spielt ebenso der Energiehaushalt eine wichtige Rolle. Aus den zugeführten Nährstoffen wird in den Mitochondrien Energie in Form von ATP hergestellt. In den Muskeln wird dann ATP in ADP und Phosphat zurück gewandelt. Beides ist für die Bewegung des Muskels unentbehrlich. Die Müdigkeit, die zu Schwäche, Antriebslosigkeit und Erschöpfung führt, die die meisten Patienten mit einer Fibromyalgie begleitet, ist die Folge davon, dass mehr ATP benötigt wird, als zur Verfügung steht. ATP wird nicht in ausreichender Menge produziert, weil entweder die Mitochondrien gestört sind, oder die Zelle nicht gut mit Nährstoffen versorgt wird. Wenn die Mitochondrien „schwächeln“, ist Schwäche die Folge und in der Schwäche lassen sich Muskeln nicht…

Weichteilrheuma: Ein übergreifender Begriff

Der Begriff Weichteilrheuma oder Weichteilrheumatismus umfasst meist verschiedene schmerzhafte Erkrankungen von "weichem" Gewebe des Bewegungsapparates wie Muskeln, Sehnen, Bändern und Bindegewebe. Manchmal treten die diffusen Schmerzen bei Weichteilrheuma am ganzen Körper auf. Das ist typischerweise bei der Fibromyalgie so. In anderen Fällen ist Weichteilrheuma auf einen umschriebenen Bereich begrenzt, etwa bei einer Schleimbeutelentzündung.

Was gehört zum Weichteilrheuma?

Zu diesen Weichteilen zählen vornehmlich:

  • Muskeln
  • Sehnen, Sehnenansätze, Sehnenscheiden
  • Bänder
  • Schleimbeutel
  • Faszien (Bindegewebe)
  • Fettgewebe

Nicht zum Weichteilrheuma gehören demnach Erkrankungen von Knochen, Gelenken und Gelenkknorpel - wie etwa die rheumatoide Arthritis. Diese weit verbreitete Gelenkerkrankung wird umgangssprachlich manchmal auch "echtes Rheuma" genannt. Sie unterscheidet sich - abgesehen von den betroffenen Gewebestrukturen - noch in einem weiteren Punkt vom Weichteilrheuma:Bei rheumatoider Arthritis wird ohne ausreichende Behandlung das betroffene Gewebe (Knochen, Knorpel) mit der Zeit zerstört. Bei Weichteilrheumatismus ist das in der Regel nicht der Fall: Das schmerzende Weichteilgewebe ist zwar in seiner Funktion beeinträchtigt, bleibt aber in seiner Struktur erhalten.

Symptome von Weichteilrheuma

Der Begriff Weichteilrheuma steht im Grunde für die Symptome der jeweiligen Krankheiten: chronische Weichteilschmerzen, die wiederholt oder anhaltend auftreten.Beim Fibromyalgie-Syndrom können die Schmerzen praktisch überall im Körper (in Weichteilen) spürbar sein, beim lokalisierten Weichteilrheuma sind sie auf einen umschriebenen Bereich begrenzt.Oftmals sind die betroffenen Strukturen auch in ihrer Funktion beeinträchtigt (v.a. Bewegungseinschränkung). Wer etwa unter knotenartigen Verhärtungen der Nackenmuskulatur leidet, kann den Kopf oft nur eingeschränkt bewegen. Menschen mit einem Tennisarm sind meist nicht in der Lage, das Ellenbogengelenk ganz durchzustrecken.Je nach Art von weichteilrheumatischer Erkrankung sind noch weitere Symptome möglich.

Ursachen und Risikofaktoren für Weichteilrheuma

So vielfältig die Weichteilrheuma-Krankheiten sind, so verschieden sind auch deren Ursachen. Manchmal gibt es zudem nicht einen Auslöser allein, sondern es sind mehrere Faktoren an der Entstehung der Schmerzen beteiligt. Hier einige Beispiele:

  • Fehlbelastungen und Überlastung
  • Verletzungen
  • Andere rheumatische Erkrankungen
  • Sonstige Erkrankungen
  • Anatomische Besonderheiten
  • Medikamente
  • Weitere Risikofaktoren von Weichteilrheuma

Diagnose von Weichteilrheuma

Es ist für Ärztinnen und Ärzte nicht immer leicht, die Erkrankung hinter Weichteilrheuma zu erkennen - die Beschwerden können sehr vielfältig sein.

Den Anfang der Diagnosefindung bildet ein ausführliches Gespräch zur Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese). Der Arzt oder die Ärztin lässt sich dabei vom Betroffenen alle auftretenden Beschwerden genau schildern und fragt zudem beispielsweise nach:eventuellen VerletzungenVor- und GrunderkrankungenEinnahme von MedikamentenBeruf, häufig ausgeübter Tätigkeitsportlichen AktivitätenKörperliche UntersuchungWeitere Informationen gewinnen Ärztinnen und Ärzte aus einer körperlichen Untersuchung. Beispielsweise lassen sich Myogelosen als knoten- oder wulstförmige, begrenzte Verhärtungen in der Muskulatur ertasten. Drückt man auf die Verhärtungen, kann das sehr schmerzhaft für die Betroffenen sein.Besonders wichtig sind das Abtasten und Drücken bei Verdacht auf Fibromyalgie. Bei dieser Erkrankung reagieren nämlich bestimmte Stellen am Körper sehr empfindlich auf Druck ("Tender Points" oder Schmerzpunkte).Im Rahmen der körperlichen Untersuchung kann der Arzt oder die Ärztin auch die Funktionsfähigkeit schmerzender Strukturen testen. Beispielsweise prüft er oder sie bei Schmerzen im Schulterbereich, wie es um die Beweglichkeit im Schultergelenk bestellt ist. Weitere UntersuchungenJe nach Art der Beschwerden und der vermuteten Ursache sind manchmal noch weitere Untersuchungen angezeigt - um die Verdachtsdiagnose zu bestätigen und andere mögliche Erkrankungen auszuschließen. Einige Beispiele:Bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Röntgen, Kernspintomografie (Magnetresonanztomografie, MRT) oder Computertomografie (CT) können unter anderem bei der Abklärung von Sehnenscheiden- oder Schleimbeutelentzündungen, Fersensporn, Achillodynie und "Frozen Shoulder" sinnvoll sein.Blutuntersuchungen sind zum Beispiel bei Verdacht auf Fibromyalgie (generalisiertes Weichteilrheuma) wichtig. Blutwerte wie Blutsenkung, C-reaktives Protein (CRP), Leukozyten, Kreatinkinase und Kalzium sind hier normal, aber dafür zum Teil auffällig bei anderen Erkrankungen mit ähnlichen weichteilrheumatischen Beschwerden (wie Polymyalgia rheumatica, rheumatoide Arthritis).Gewebeproben (Biopsien) können ebenfalls aufschlussreich sein. Beispielsweise kann man bei der Abklärung einer Entzündung des Unterhautfettgewebes (Pannikulitis) Gewebeproben der Haut entnehmen und genauer untersuchen.

Therapie von Weichteilrheuma

Vor allem Art und Ausmaß der Weichteilrheuma-Symptome sowie ihre Ursache (soweit feststellbar) bestimmen die Behandlung bei Weichteilrheuma. Behandlung von GrunderkrankungenWann immer möglich, sollte bei weichteilrheumatischen Beschwerden die Ursache behandelt beziehungsweise beseitigt werden.Haben sich zum Beispiel schmerzhafte, umschriebene Muskelverhärtungen (Myogelosen) als Reaktion auf eine Gelenkerkrankung entwickelt, gilt es, diese zu behandeln.Weitere Therapie-Bausteine bei WeichteilrheumaEs gibt weitere Therapiemaßnahmen, die gegen Weichteilrheuma helfen können. Besonders wichtig sind diese, wenn sich die Ursache der Beschwerden nicht feststellen oder nicht behandeln lässt. Beispiele für mögliche weitere Behandlungsschritte bei Weichteilrheuma sind:Kälte- und WärmeanwendungenKühlen hilft zum Beispiel bei Weichteilrheumatismus aufgrund von Entzündungen von Sehnen, Sehnenscheiden, Sehnenansatzstellen und Schleimbeuteln. Wärme- oder Kälteanwendungen empfinden einige Betroffene auch bei Schultersteife, Fersensporn oder Weichteilrheuma in Gelenknähe (Periarthropathie) als wohltuend.Bei akuten Reizungen und Entzündungen verschafft eher Kühlen, ansonsten Wärme Linderung bei weichteilrheumatischen Beschwerden.MedikamenteSehr oft erhalten Menschen mit Weichteilrheuma schmerz- und entzündungshemmende Medikamente wie nicht-steroidale Antirheumatika, kurz NSAR (z.B. Diclofenac, Ibuprofen).In manchen Fällen von Weichteilrheuma verordnen Mediziner entzündungshemmendes „Kortison“ (Glukokortikosteroide), zum Beispiel als Salbe oder in Tablettenform. Auch Kortison-Spritzen (Injektionen) können hilfreich sein, zum Beispiel in die Sehnen beziehungsweise Gelenke bei Sehnenscheidenentzündungen oder Schultersteife. Physiotherapie, Ergotherapie, SportKrankengymnastik, Massagen, Dehnübungen, spezielles Gelenk- und Muskeltraining können sich positiv auf Weichteilrheuma auswirken, zum Beispiel bei schmerzhaften, knotigen Muskelverhärtungen (Myogelosen) und Schultersteife („Frozen Shoulder“).Solche Maßnahmen sowie regelmäßiger Sport (vor allem Ausdauertraining) sind auch ein wichtiger Bestandteil der Fibromyalgie-Therapie.Ruhigstellung und SchonungIn einigen Fällen von Weichteilrheuma ist es hingegen sinnvoller, die betroffene Körperregion ruhigzustellen und zu sc…

Unterschiede und Gemeinsamkeiten

  • Eingeklemmter Nerv: Lokalisierter Schmerz, Kribbeln, Taubheit aufgrund von Druck auf einen Nerv.
  • Myofasziales Schmerzsyndrom: Regionale Schmerzen, Triggerpunkte in Muskeln und Faszien, oft ausstrahlend.
  • Fibromyalgie: Chronische, generalisierte Schmerzen, Müdigkeit, Schlafstörungen, erhöhte Schmerzempfindlichkeit.
  • Weichteilrheuma: Sammelbegriff für Schmerzen in Muskeln, Sehnen, Bändern und Bindegewebe.

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