Nerv Eingeklemmt Magenschmerzen Ursachen: Ein umfassender Überblick

Magenschmerzen sind ein weit verbreitetes Leiden, das viele Ursachen haben kann. Diese reichen von harmlosen Auslösern wie einer üppigen Mahlzeit bis hin zu ernsthaften Erkrankungen. Auch ein eingeklemmter Nerv kann Magenschmerzen verursachen. In diesem Artikel werden die verschiedenen Ursachen von Magenschmerzen beleuchtet, wobei ein besonderer Fokus auf dem Zusammenhang zwischen eingeklemmten Nerven und Magenschmerzen liegt.

Ursachen von Magenschmerzen

Magenschmerzen können vielfältige Ursachen haben. Zu den häufigsten gehören:

  • Ungesunde Ernährung: Eine zu reichhaltige, fettige oder scharfe Ernährung, der Konsum von Alkohol, Nikotin, Kaffee, Cola, Zwiebeln und Zitrusfrüchten sowie kohlensäurehaltige Getränke können die Magenschleimhaut reizen und Magenschmerzen verursachen. Auch üppige Mahlzeiten direkt vor dem Schlafen oder hastiges Essen können Beschwerden auslösen.
  • Psychische Faktoren: Stress, Hektik, Überforderung, Kummer, Sorgen, Ängste oder Trauer können sich schmerzhaft "auf den Magen schlagen". Chronischer Stress kann sogar organische Erkrankungen wie Magengeschwüre hervorrufen.
  • Erkrankungen: Verschiedene Erkrankungen können Magenschmerzen verursachen. Dazu gehören Magenschleimhautentzündung (Gastritis), Magengeschwür (Ulcus ventriculi), Magen-Darm-Infektionen, Lebensmittelvergiftung, Reizmagen, Refluxkrankheit (Refluxösophagitis) und Magenkrebs. Auch Erkrankungen der Gallenblase, Bauchspeicheldrüse, des Darms und des Herzens können Schmerzen im Oberbauch verursachen, die fälschlicherweise als Magenschmerzen interpretiert werden.
  • Medikamente: Einige Medikamente, insbesondere nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen und Diclofenac, können Magenschmerzen auslösen.

Der Zusammenhang zwischen eingeklemmten Nerven und Magenschmerzen

Ein eingeklemmter Nerv im Bereich der Brustwirbelsäule (BWS) kann Schmerzen verursachen, die in den Bauchraum ausstrahlen und als Magenschmerzen wahrgenommen werden. Dies liegt daran, dass die Nerven, die die Organe im Bauchraum versorgen, aus der Brustwirbelsäule austreten. Werden diese Nerven durch eine Blockade oder Verspannung der Wirbelsäule eingeklemmt, kann dies zu Schmerzen, Krämpfen und anderen Magen-Darm-Beschwerden führen.

Das BWS-Syndrom

Das BWS-Syndrom ist ein häufiges Krankheitsbild, das durch Schmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule gekennzeichnet ist. Die Schmerzen können dumpf, drückend oder stechend sein und sich beim Einatmen oder bei Bewegung verstärken. In einigen Fällen können die Schmerzen auch in den Bauchraum ausstrahlen und als Magenschmerzen wahrgenommen werden.

Ursachen für ein BWS-Syndrom

Ein BWS-Syndrom kann verschiedene Ursachen haben, wie z.B.:

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  • Muskelverspannungen: Muskelverspannungen im Bereich der Brustwirbelsäule sind eine häufige Ursache für ein BWS-Syndrom. Diese Verspannungen können durch eine schlechte Körperhaltung, mangelnde Bewegung, Stress oder Überlastung entstehen.
  • Blockaden der Brustwirbelsäule: Blockaden der Brustwirbelsäule können die Beweglichkeit der Wirbelsäule einschränken und zu Schmerzen führen. Diese Blockaden können durch Verletzungen, Fehlbelastungen oder Verschleißerscheinungen entstehen.
  • Bandscheibenvorfälle: Bandscheibenvorfälle im Bereich der Brustwirbelsäule sind selten, können aber ebenfalls zu einem BWS-Syndrom führen.
  • Arthrose der Wirbelgelenke: Arthrose der Wirbelgelenke kann zu Knochenanbauten an der Brustwirbelsäule führen, die Schmerzen verursachen.
  • Skoliose: Eine Skoliose ist eine seitliche Verbiegung der Wirbelsäule, die ebenfalls zu Schmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule führen kann.

Symptome eines BWS-Syndroms

Die Symptome eines BWS-Syndroms können vielfältig sein. Zu den häufigsten gehören:

  • Schmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule
  • Ausstrahlung der Schmerzen in den Bauchraum
  • Einschränkung der Beweglichkeit der Wirbelsäule
  • Atembeschwerden
  • Übelkeit

Diagnose eines BWS-Syndroms

Die Diagnose eines BWS-Syndroms wird in der Regel anhand der Anamnese und einer körperlichen Untersuchung gestellt. In einigen Fällen können auch bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt werden, um die Ursache der Beschwerden zu ermitteln.

Behandlung eines BWS-Syndroms

Die Behandlung eines BWS-Syndroms richtet sich nach der Ursache der Beschwerden. In den meisten Fällen können die Schmerzen durch konservative Maßnahmen wie Schmerzmittel, entzündungshemmende Medikamente, Physiotherapie, Massagen und Wärme behandelt werden. In einigen Fällen kann auch eine minimalinvasive Intervention wie die Wirbelsäulenkathetertechnik nach Dr. Schneiderhan erforderlich sein.

Viszerale Schmerzen und das funktionelle Magen-Darm-Syndrom

Beschwerden im Magen- und Darmbereich werden oft als viszerale Schmerzen bezeichnet. Diese können durch verschiedene Erkrankungen verursacht werden. Wenn die Schmerzen nicht auf eine dieser Erkrankungen zurückgeführt werden können, spricht man von einem funktionellen Magen-Darm-Syndrom.

Chronisch-funktionelle Darmerkrankungen

Chronisch-funktionelle Darmerkrankungen können Schmerzen im Bereich des Magens sowie im unteren Bauch verursachen. Zusätzlich können spezifische Symptome auftreten:

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  • Nichtkardialer Thoraxschmerz: Schmerzen in der Brustgegend, die nicht vom Herzen verursacht werden.
  • Funktionelle Dyspepsie (Reizmagen): Symptome wie Sodbrennen und Übelkeit, erhöhte Gasbildung im Darm, die zu Diarrhö oder Obstipation führen kann.
  • Reizdarmsyndrom: Die häufigste chronisch-funktionelle Darmerkrankung, die mit Schmerzen einhergeht, oft in Kombination mit funktioneller Dyspepsie.

Ursachen für viszerale Schmerzen

Die genauen Ursachen für Magen-Darm-Beschwerden sind oft unklar. Es wird angenommen, dass körperliche und psychologische Faktoren eine Rolle spielen. Bei Reizdarmpatienten kann eine Magen-Darm-Infektion zu einer Beeinträchtigung des Nerven- und Immunsystems in der Darmwand führen. Dies kann zu Schmerzen bei Kontraktionen oder anderen Eigenbewegungen des Darms führen. Oftmals besteht eine Hypersensibilität im Magen-Darm-Bereich, wodurch die Schmerzempfindlichkeit verstärkt ist. Stress und emotionale Belastungen können ebenfalls Auslöser sein oder die Symptomatik verstärken.

Behandlungsoptionen

Da ein konkreter Auslöser oft nicht identifiziert werden kann, erfolgt eine individuelle Therapie. Die Schmerzen können medikamentös gelindert werden. Zusätzlich ist eine Therapie der psychologischen Symptome wichtig, um Stress und Belastungen zu verringern. Betroffene sollten lernen, mit der Erkrankung im Alltag umzugehen und durch Selbstbeobachtung herausfinden, welche Nahrungsmittel Beschwerden begünstigen oder lindern.

Die Rolle der Magennerven

Die Magennerven steuern die Bewegungen des Magens und die Ausschüttung des Magensafts. Störungen des Magen-Nervensystems können sich in Verdauungsbeschwerden äußern.

Die Aufgabe der Magennerven

Die Magennerven durchziehen den gesamten Magen und halten die Abläufe im Gleichgewicht. Sie sind Teil des enterischen Nervensystems, das alle Vorgänge im Magen-Darm-Trakt kontrolliert. Das enterische Nervensystem wird auch als "Bauchhirn" bezeichnet und ist über den Nervus vagus mit dem Gehirn verbunden.

Gereizte Magennerven: Symptome und Auslöser

Geraten die Magennerven aus dem Gleichgewicht, können unangenehme Symptome auftreten:

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  • Völlegefühl und/oder Magendruck
  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Magenschmerzen
  • Blähungen
  • Sodbrennen

Diese Beschwerden entstehen durch eine Reizung der Magennerven oder eine Störung der Reizweiterleitung. Mögliche Auslöser sind:

  • Ernährungsweise
  • Stress
  • Psychische Belastungen

Beruhigung der Magennerven

Um Verdauungsbeschwerden zu lindern, gilt es, die Magennerven schonend zu beruhigen. Pflanzliche Arzneimittel wie Iberogast® ADVANCE können dabei unterstützen. Es vereint die Wirkung von 6 verschiedenen Heilpflanzen und kann so dazu beitragen, die sensiblen Nerven eines Magens zu beruhigen. Iberogast® ADVANCE beruhigt den gereizten Magen und unterstützt die Magen- und Darmfunktion. Daneben können Entspannungsübungen wie Yoga oder Qi Gong helfen, Stress zu reduzieren. Bei Verdacht auf eine Erkrankung sollte ein Arzt / eine Ärztin aufgesucht werden.

Seltene Ursachen für Bauchschmerzen

Bei rezidivierenden Bauchschmerzen, die auf keine Therapie ansprechen, sollten seltene Ursachen in Betracht gezogen werden:

  • Chronischer Bauchwandschmerz: Kompression von Bauchwandnerven, insbesondere bei Frauen mit Übergewicht.
  • Gefäßstörungen: MALS (median arcuate ligament syndrome), CMI (chronische mesenteriale Ischämie) und SMVT (subakute Mesenterialvenenthrombose).
  • Allergische Ursachen: IgE-vermittelte Immunantwort in der Darmschleimhaut, MCAS (mast cell activation syndrome) sowie Angioödem.
  • Akute hepatische Porphyrie (AHP): Vererbter genetischer Defekt, der zur Störung der Häm-Biosynthese führt.
  • Familiäres Mittelmeerfieber (FMF): Gendefekt, der zu Interleukin-vermittelten Entzündungsprozessen führt.

Was tun bei Bauchschmerzen?

Bei akuten oder häufig wiederkehrenden Bauchschmerzen ist eine effektive Therapie wichtig. Ergänzend zu pflanzlichen Arzneimitteln können Hausmittel wie warmer Tee aus Kräutern, Wärme und eine leichte Massage der Bauchregion helfen. Bei starken Bauchschmerzen, länger anhaltenden Beschwerden oder Symptomen wie Fieber oder Blut im Stuhl sollte ein Arzt / eine Ärztin aufgesucht werden. Eine Umstellung auf eine weniger belastende Ernährung sowie der Verzicht auf Alkohol und Nikotin kann ebenfalls sinnvoll sein.

Symptome bei Bauchschmerzen

Verursacht der Darm die Beschwerden, können Symptome wie Bauchschmerzen im Unterbauch oder im gesamten Bauchraum auftreten. Störungen im Verdauungstrakt können durch äußere Einflüsse wie Stress, hormonelle Veränderungen oder eine unausgewogene Ernährung verursacht werden.

Mögliche Diagnosen für Bauchschmerzen

Die Diagnose von Bauchschmerzen kann eine Herausforderung sein, da die Ursachen vielfältig sind. Veränderungen oder Störungen im Verdauungstrakt lassen sich von außen nur selten erkennen. Bei den Untersuchungen ist der Arzt / die Ärztin auf die Schilderungen der Patienten / Patientinnen und bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Röntgen, Magenspiegelung, Darmspiegelung, Kernspintomografie (MRT) und Computertomografie (CT) angewiesen.

Neurogastroenterologie: Die Verbindung von Neurologie und Gastroenterologie

Die Neurogastroenterologie ist ein medizinischer Fachbereich, der sich mit der Erforschung und Behandlung von Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt befasst, die durch Störungen des Nervensystems des Magen-Darm-Trakts verursacht werden.

Das enterische Nervensystem

Das enterische Nervensystem befindet sich in allen Abschnitten des Magen-Darm-Trakts und steuert den kompletten Funktionsablauf der Verdauung. Es wird auch als "Bauchgehirn" bezeichnet, da die Zahl der Nervenzellen und die Komplexität der Verknüpfungen untereinander vergleichbar zu unserem Gehirn sind.

Die Hirn-Bauch-Achse

Die Hirn-Bauch-Achse spielt eine Rolle bei Entscheidungen, die "aus dem Bauch heraus" getroffen werden. Stressfaktoren wirken auf das enterische Nervensystem ein und können zu Störungen im Magen-Darm-Trakt führen. Diese Störungen werden wiederum an das Gehirn zurückgemeldet.

Psychosomatische Erkrankungen

Die Hirn-Bauch-Achse wird durch Stress und insbesondere durch chronischen Stress beeinflusst. Das erklärt, warum bei neurogastroenterologischen Erkrankungen neben organischen immer auch psychosomatische Ursachen abgeklärt werden müssen.

Reizdarmsyndrom

Das Reizdarmsyndrom ist eine häufige neurogastroenterologische Erkrankung, die durch unkoordinierte Verdauung, Durchfall oder Verstopfung in Verbindung mit Schmerzen und Blähungen gekennzeichnet ist. Die neurogastroenterologische Forschung konnte nachweisen, dass beim Reizdarmsyndrom eine Mikroentzündung im Bereich des enterischen Nervensystems besteht.

Wann sollte ein auf Neurogastroenterologie spezialisierter Arzt hinzugezogen werden?

Eine neurogastroenterologische Abklärung empfiehlt sich immer dann, wenn der Hausarzt oder der niedergelassene Gastroenterologe die Beschwerden mit ihren diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten nicht ausreichend beseitigen können.

Was kann man selbst tun?

Das enterische Nervensystem kann zwar die Funktionen des Magen-Darm-Trakts unabhängig von unserem Gehirn steuern, aber unser Gehirn möchte immer über die Vorgänge im Magen-Darm-Trakt informiert sein. Entsprechend kann das Gehirn auch steuernd auf das enterische Nervensystem einwirken. Diese Hirn-Bauch-Achse ist jedoch anfällig für Störungen durch Stress, Ängste sowie Depressionsneigung. Es besteht aber auch die Möglichkeit, durch Entspannungs- und Atemübungen wie autogenes Training oder Yoga positiv auf Bauchbeschwerden einzuwirken.

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