Yoga erfreut sich großer Beliebtheit als eine Möglichkeit, Körper und Geist in Einklang zu bringen. Doch was viele nicht wissen: Yoga kann auch Risiken bergen und in manchen Fällen sogar Nervenschmerzen im Bein verursachen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Nervenschmerzen im Bein nach Yoga, die potenziellen Risiken verschiedener Yoga-Praktiken und gibt einen Überblick über mögliche Behandlungsansätze.
Einführung in Nervenschmerzen und Yoga
Nervenschmerzen, auch neuropathische Schmerzen genannt, sind sehr starke Schmerzen, die von neurologischen Ausfällen begleitet sein können. Betroffene leiden unter Gefühlsstörungen wie Missempfindungen (z.B. Kribbeln) oder Taubheit. Auch Fehlfunktionen der von den Nerven versorgten Muskeln sind mögliche Auswirkungen mit Schwäche bis hin zu Lähmungen.
Yoga, ursprünglich eine spirituelle Praxis, hat sich in der westlichen Welt zu einer beliebten Form der körperlichen Betätigung entwickelt. Viele Menschen praktizieren Yoga, um Stress abzubauen, ihre Flexibilität zu verbessern und ihr allgemeines Wohlbefinden zu steigern. Obwohl Yoga viele positive Effekte haben kann, ist es wichtig, sich der potenziellen Risiken bewusst zu sein, insbesondere im Hinblick auf Nervenschmerzen.
Ursachen von Nervenschmerzen im Bein nach Yoga
Nervenschmerzen im Bein nach Yoga können verschiedene Ursachen haben. Es ist wichtig zu unterscheiden, ob die Schmerzen Folge einer Erkrankung des Bewegungsapparats oder eine eigenständige Erkrankung sind.
Mechanische Ursachen
- Einklemmung oder Reizung von Nerven: Innerhalb der Wirbelsäule verläuft der Rückenmarkskanal mit einer Vielzahl von Nervensträngen, die Signale an das Gehirn senden bzw. von diesem empfangen. Weiterhin stellen Nervenstränge, die zwischen den Wirbelkörpern austreten, eine Verbindung zwischen dem Rückenmark und den verschiedenen Körperregionen her. Nervenschmerzen können im Bereich dieser Ein- und Austrittsstellen der Nervenstränge auftreten und in das von ihnen versorgte Körperareal ausstrahlen. Werden Nerven nur vorübergehend eingeklemmt oder gereizt, tritt der Schmerz blitzartig auf und hält nur wenige Sekunden an. Man spricht in diesen Fällen von einer Neuralgie. Ursache kann eine Fehlstellung der Wirbelkörper sein. Ferner können die Bandscheiben auf die Nervenstränge drücken. Aber auch Verspannungen oder altersbedingte Abnutzungen können für Nervenschmerzen verantwortlich sein.
- "Lotus-Neuropathie": Zu einem feststehenden Ausdruck ist unter Ärzten die "Lotus-Neuropathie" geworden. In Fachblättern berichten sie von Yogis, bei denen die berühmte Sitzposition mit gekreuzten Beinen den Ischias gereizt oder zu anderen Nervenschäden im Bein geführt hat.
- Überdehnung von Bändern, Sehnen und Gelenken: "Häufig werden beim Yoga Bänder, Sehnen und Gelenke überdehnt", sagt Ingo Froböse, der an der Sporthochschule Köln das Institut für Bewegungstherapie leitet. Im Extremfall leiern die Bänder regelrecht aus und können den Gelenken dann keinen Halt mehr bieten. Statt dass Yoga den Körper kräftigt, können die Übungen ihm auch seine Stabilität nehmen.
Neuropathische Ursachen
Bei neuropathischen Schmerzen sind die Nerven selbst oder die sie versorgenden Blutgefäße erkrankt. Häufige Ursachen sind:
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- Autoimmunerkrankungen: Multiple Sklerose
- Diabetes mellitus: Die diabetische Polyneuropathie ist die Durchblutung kleiner Blutgefäße durch Ablagerungen beeinträchtigt. Diese führt zu Nervenschädigungen insbesondere im Bereich der Füße, Unterschenkel und Hände. Neben Missempfindungen und Gefühlsstörungen sowie Zuckungen und Muskelschwund leiden die Betroffenen unter brennenden, stechenden, schneidenden oder einschießenden Schmerzen.
- Alkoholmissbrauch
- Infektionen: Beispiel für eine Nervenschädigung in Folge einer Infektion ist die Gürtelrose, eine Spätfolge der Windpocken. Die auslösenden Viren (Varizella-zoster-Viren) verbleiben nach dem Abklingen der Windpocken in den Nerven und werden zu einem späteren Zeitpunkt reaktiviert. Dadurch entzündet sich der betroffene Nerv, was mit Schmerzen und Missempfindungen einhergeht. Schließlich rötet sich die Haut in dem versorgten Körperareal und es bilden sich Bläschen.
- Verletzungen: Sind neuropathische Schmerzen Folge einer Verletzung kann der Nerv aufgrund einer Fehlschaltung empfänglich für die Botenstoffe des sympathischen Nervensystems sein. Diese Botenstoffe werden bei Stress aufgeschüttet. Die Schmerzen treten dann immer in Stresssituationen auf.
- Toxine: Auch Toxine wie Alkohol und Medikamente können eine Polyneuropathie auslösen - also Taubheit und Kribbeln in Händen und Füßen. Vor allem solche Arzneimittel, die nach Krebserkrankungen in der Chemotherapie eingesetzt werden. Denn Medikamente gegen Krebs wie etwa Platin-Verbindungen, Taxane oder Vinca-Alkaloide können auch Nerven schädigen.
- Vitaminmangel: Ein Mangel an Vitamin B, insbesondere B1 (Thiamin), B6 (Pyridoxin) und B12 (Cobalamin), kann periphere Neuropathie verursachen, die Nervenschäden und Schmerzen in den Beinen auslöst.
Risikofaktoren und gefährdete Körperregionen beim Yoga
Bestimmte Faktoren können das Risiko für Nervenschmerzen im Bein nach Yoga erhöhen:
- Überforderung: Viele Menschen starten von null auf 100, wenn sie sich erst einmal entschieden haben, aktiv zu sein", sagt Froböse. "Dabei ist ein Training viel effizienter, solange man sich leicht unterfordert fühlt." Vor allem sehr sportliche Menschen sowie Anfänger neigen dazu, sich zu überfordern", sagt Beßler. Ähnlich empfindet es Physiotherapeutin Pohl: "Viele Yoga-Schüler sind zu ehrgeizig und haben ein geringes Körperbewusstsein." Wo ihre Leistungsgrenze liegt, können sie oft nicht beurteilen.
- Schlechte Ausbildung der Yogalehrer: Schlecht ausgebildete Yogalehrer können auch deshalb viel Schaden anrichten, weil ihre Schüler sich oft selbst überschätzen. Menschen, die jahrelang auf Bürostühlen und in Autositzen kauerten, müssen erst einmal die richtige Atemtechnik lernen, ehe sie sich an komplizierte Verrenkungen wagen.
- Neuerfindung des Yoga: Oder wenn das steigende Interesse an Yoga zu immer neuen Varianten führt, die nur noch wenig mit spiritueller Ertüchtigung und viel mit körperlichem Auspowern zu tun haben. "Manche dieser Entwicklungen sehe ich mit Argwohn", sagt der Kölner Sportwissenschaftler Froböse. "Es gibt keine wissenschaftlichen Belege, dass sie mehr Nutzen bringen." Dafür aber vielleicht mehr Schaden, wenn sich die Yogis zum Beispiel in einem bis zu 40 Grad heißen Raum abmühen wie beim derzeit angesagten Bikram- oder "Hot Yoga".
- Individuelle Voraussetzungen: Wer schon Beschwerden hat, sollte seinen Arzt fragen", rät Beßler. "Ein gut ausgebildeter Lehrer kann die Übungen anpassen."
- Fehlhaltungen: Knieschmerzen, Rückenschmerzen, überdehnte Muskeln und Bänder - kaum ein Yogi, der sie noch nicht erlebt hat. Dabei hören wir beim Yoga doch sehr genau in unseren Körper hinein. Meist liegt die Ursache in eingeübten Fehlhaltungen - aber auch der Ehrgeiz ist nicht unschuldig. Er flüstert uns leise ins Ohr „der Muskel/das Gelenk muss sich nur dran gewöhnen“, wenn wir leichte Schmerzen beim Üben spüren.
Besonders gefährdet sind folgende Körperregionen:
- Wirbelsäule: Übungen, bei denen man sich stark zurückbeugt wie bei der Kobra und dem Aufschauenden Hund, belasten den unteren Rücken.
- Schulter-, Knie- und Hüftgelenke: Wer Schulterstand probt, ohne die Schultern etwas erhöht auf einem Podest abzulegen, riskiert Nackenschmerzen. Und der typische Lotussitz mit gekreuzten Beinen kann zur Qual für die Knie werden, wenn man sie mit großer Anstrengung Richtung Boden drückt.
Typische Yoga-Fehler, die zu Nervenschmerzen führen können
Es gibt eine Reihe von typischen Fehlern, die Yogis häufig machen und die zu Verletzungen und Nervenschmerzen führen können:
- Knie-Schmerzen im Lotus aushalten: Bestimmt kennt jeder Yogi dieses Ziehen im Knie, wenn er den Lotus-Sitz übt. Oder auch in Tryanga-Haltungen (das Gegenteil vom Lotus, wenn der Unterschenkel nach außen geht). Oft sagen wir uns, das Knie muss sich nur daran gewöhnen. Ich muss die Pose nur oft genug üben, dann verschwindet es von allein. Die Rotation des Beins kommt aus der Hüfte, nicht aus dem Knie. Das Knie hat nichts, woran es sich gewöhnen kann. Durch Dehnung wird es nicht flexibler für die Außenrotation (Lotus) oder Innenrotation (Tryanga) der Beine. So entsteht der bekannte Schmerz im Knie, der sogar chronisch werden kann, wenn er zu lang ignoriert wird. Statt das Knie zu überfordern, lege den Fokus auf die Hüfte. Arbeite an der Hüftöffnung und verbessere hier die Innen- und Außen-Rotation. Das ist übrigens eine Daumenregel für alle Posen: Wenn das Knie schmerzt, liegt es in oft an muskulären Dysbalancen.
- Die Knie durchdrücken: Viele überdehnen ihre Knie sehr in Vorbeugen. Die Beine beschreiben dann fast einen Halbmond, wobei die Knie nach hinten durchgedrückt werden. Das ist ganz fies fürs Gelenk, denn: Wenn hinten überdehnt wird, wird vorne zusammengedrückt. Früher oder später führt dies zu Schmerzen im Knie. Sind die Knie-Gelenke einmal so stark überdehnt, gehen sie in der Regel nicht wieder in die stabile Struktur zurück. Falls du zu überdehnten Knien neigst, achte in allen Asanas mit geraden Beinen darauf, deine Knie leicht anzuwinkeln. Bestimmt hast du schon vom berühmten „Micro-Bend“ oder der „Mikro-Beugung“ gehört. In stehenden Positionen wie Vorbeugen oder Balance-Haltungen bedeutet das: Beuge dein Knie ein klitze-kleines bisschen. Für dich fühlt es sich vielleicht an, als ob du das Knie deutlich beugst. Aber von außen sieht das Bein gerade aus. In sitzenden Vorbeugen empfehle ich dir, ein kleines Polster unter dein Knie zu legen. So wird dein Knie nicht auf die Matte durchgedrückt. Das Polster kann ein eingerollter oder umgeschlagener Yoga-Gurt sein, ein Augenkissen, ein Schal oder einfach ein T-Shirt. Was auch immer du da hast.
- Zu viel dehnen, zu wenig Kraft aufbauen: Gerade im Ashtanga verbringt man sehr viel Zeit mit Vorbeugen. Die Hamstrings werden gedehnt wie verrückt. So tritt ein Problem auf, das viele Yogis kennen: Schmerzen in den Beinrückseiten. Woran liegt das? Durch die regelmäßige Praxis und das viele Dehnen haben die Muskeln gelernt, loszulassen. Die Dehnung findet dann nicht mehr im Muskel statt, sondern verlagert sich auf die Bänder und Faszien. Dadurch werden sie überlastet und entzünden sich. Deshalb treten die Schmerzen an den Sitzhöckern und oberhalb der Knie-Rückseiten auf. Mehr dehnen hilft hier nicht, sondern verschlimmert die Situation nur noch. Tatsächlich hilft nur: eine Pause. Statt Dehnung brauchen die Muskeln mehr Kraft, um ihre Spannung zurückzuerhalten. Nutze die Pause also, um deine Beinrückseiten zu trainieren. Zur Vorbeugung empfehle ich dir auch, regelmäße Kräftigungs-Übungen in deine Praxis oder Workouts zu integrieren. So schaffst du eine wunderbare Balance aus Kraft und Flexibilität.
- Die Schultern hochziehen: Denn das führt zu fiesen Nackenverspannungen. Wer das nicht als Verletzung sieht, hatte wohl noch keine starken Verspannungen - zum Glück. Bei Arm-über-Kopf-Asanas und Vorbeugen neigen wir dazu, die Schultern nach oben zu den Ohren zu ziehen. Denn das täuscht uns vor, tiefer in die Pose zu gehen. Die Schultern sollten aber gar nicht mitarbeiten, sondern entspannt nach unten sinken. Sage dir in diesen Posen immer wieder vor: Schultern runter und weg von den Ohren.
- Mit Muskelkraft in Asanas hineinziehen oder -drücken: Nämlich immer dann, wenn man sich in eine Asana hineinzieht oder -drückt. Besonders häufig passiert es in Vorbeugen, wenn man sich so wunderbar an den Beinen oder Füßen heranziehen kann. Das Problem: Die Muskeln, Bänder und Gelenke waren noch gar nicht so weit. Sonst wären sie ja von allein dort hingegangen. Dass Muskeln und Bänder überdehnen und Gelenke in ungesunde Positionen kommen können, wissen wir eigentlich alle. Aber es passiert schneller, als man denkt. Nutze deinen Atem und gehe mit jeder Ausatmung etwas tiefer. Das bringt dich sicher und nachhaltig auch tiefer in die Pose hinein. Denn die Ironie an der Sache ist: Vom Überdehnen kann die Flexibilität langfristig sogar geringer werden. Durch die Überlastung entstehen kleine Risse im Gewebe, die vernarben und das Gewebe so weniger geschmeidig machen.
- Zu viel Druck im Schulterstand auf den C7-Halswirbel geben: Dieser eine Wirbel, der am untersten Punkt deiner Halswirbelsäule leicht heraussteht, das ist der C7. Falls du schon einmal aus der Finishing Sequence herausgekommen bist und leichte Nackenschmerzen hattest, dann war es wohl der C7. Um das zu verhindern, brauchst du nur ein kleines Detail ändern: Schiebe im Schulterstand das Kinn leicht von der Brust weg. So verlagerst du weniger Druck auf den C7. So simpel und so gut.
- Im Chaturanga in die Schultern kollabieren: Im Vinyasa Yoga übst du jeden Tag unzählige Chaturanga Dandasanas (Yogi Push-up oder Stockhaltung). Nach einiger Zeit führt eine solche Fehlhaltung zur Überlastung der Muskeln und Gelenke. Wenn die Kraft noch nicht ausreicht für ein 1-a-Chaturanga, dann arbeiten wir zuerst am Kraftaufbau. Dazu kannst du statt Chaturanga Knie-Brust-Kinn (Ashtanga Namaskara) üben oder einfach im Chaturanga die Knie ablegen. So kräftigst du deine Arme, Schultern und den gesamten Oberkörper und übst die gesunde Körperhaltung ein. Und vergiss nicht: Eine Pose sicher, korrekt und mit ganzer Awareness auszuführen, ist unendlich viel besser, als eine fortgeschrittenere zu erzwingen.
- Den Rücken runden: Den Rücken gerade halten und Länge hinein bringen, das ist das Ziel von 99 % aller Yoga-Posen. In Vorbeugen und Drehungen neigen wir jedoch dazu, den Rücken zu runden. Diese Rundung komprimiert dabei die Wirbelsäule. Die Räume zwischen den Wirbeln werden zusammengedrückt, statt ausgedehnt. Achte besonders in den Vorbeugen darauf, den Rücken gerade zu halten und in die Länge zu ziehen. Gehe mit geradem Rücken in den Forward-Fold. Mit jeder Einatmung ziehst du deinen Rücken wieder lang und öffnest deinen Brustraum. Mit jeder Ausatmung gehst du ein kleines bisschen tiefer in die Dehnung. Die Devise ist hier: Gerader Rücken > tiefe Dehnung.
- Ins Hohlkreuz gehen: Auch im Hohlkreuz üben wir Druck auf die Wirbelsäule aus. Hier wird vor allem der Lendenwirbelbereich zusammengeschoben. Gleichzeitig verlieren die Bauchmuskulatur und der Beckenboden an Spannung, welche den Rücken eigentlich stützen sollen. Das Hohlkreuz passiert oft unbewusst im Yoga: besonders häufig im Warrior 1 und 2 oder in der Chair Pose. „Tuck your tailbone“ wurde mir schon mindestens 1.000 Mal von meinen Lehrern gesagt, bis ich mich selbst daran erinnert habe. Das heißt: Kippe dein Steißbein nach vorne. Dabei wandert der Po nach vorn, die Bauchmuskeln und der Beckenboden werden an-geswitcht. Ziehe gleichzeitig deine unteren Rippen ein, um zurück in die gerade Haltung zu kommen und die oberen Bauchmuskeln zu aktivieren. So verschwindet das Hohlkreuz automatisch.
- Aus Rückbeugen herauskommen, ohne die Wirbelsäule ausreichend zu schützen: Wenn du aus einer Rückbeuge herauskommst, sollte sich dein Rücken neutral anfühlen. Klar, du solltest keine Schmerzen haben. Genau dieses unbequeme Gefühl habe ich immer nach Rückbeugen empfunden. Es war kein Schmerz und es war immer da - also dachte ich, es sei völlig normal. Das Druckgefühl sagt dir, dass die Wirbelsäule sich nicht ausreichend in die Länge streckt und die stützende Muskulatur zu schwach ist. So werden die Fortsätze der Wirbelsäule (also die von außen spürbaren Höcker) in der Rückbeuge gegeneinandergedrückt. Wenn du ein unangenehmes Gefühl bei oder nach Rückbeugen empfindest, dann gehe nicht so tief in die Beuge hinein. Auch, wenn deine Flexibilität es zulässt. Um deine Wirbelsäule zu schützen, baue deine Rücken- und Bauchmuskulatur mehr auf. So entsteht mehr Länge im Rücken bzw.
Yin Yoga: Risiken und Chancen
Yin Yoga ist eine Yoga-Form, die sich durch lange gehaltene Dehnungen auszeichnet. Obwohl Yin Yoga viele Vorteile haben kann, birgt es auch Risiken, insbesondere im Hinblick auf Nervenschmerzen.
Vorteile von Yin Yoga
- Faszien-Gesundheit: Yin Yoga ist besonders gut für die Gewebs-Gesundheit und Beweglichkeit unserer Faszien. YY ist gut für Faszien.
Risiken von Yin Yoga
- Nervenreizung: Die gefährdetste Struktur hierbei sind die Nerven, denn Nerven lassen sich nicht dehnen und sind sehr empfindlich, so dass sie sogar beim Versuch der Dehnung beschädigt werden können. Wenn wir in einer Yin-Yoga-Dehnstellung sind und aber versehentlich einen Nerv (mit-) dehnen, kann dies nicht nur unangenehm sein, sondernden Nerven reizen und sogar verletzen.
- Überforderung des Nervensystems: Wenn wir im Yin Yoga schmerzhafte und stimulierende Positionen (besonders häufig z.B. Hüftöffner, M. Iliospoas Dehnungen) länger halten, kann dies schnell „triggernd“ für das Nervensystem sein.
Tipps für eine sichere Yin Yoga Praxis
- Achte auf deine Grenzen: Wo sind meine Grenzen heute? Wo wird etwas zu viel?
- Experimentiere: Ist es besser Deine Muskeln bewusst anzuspannen und Deine eigene Kraft zu spüren? Kannst Du Dich selbst dann wieder klarer mitbekommen? Kannst Du Dich danach mehr entspannen, oder nicht?
- Gestalte die Situation passend: Was kannst Du tun, um die Situation passend für Dich zu gestalten? Wie kannst Du die Position ändern, Dich vielleicht sogar bewusst dagegen anspannen? Oder ist es sogar gut, die Haltung zu beenden oder auszusetzen?
- Richte Deine Aufmerksamkeit: Wohin möchtest Du Deine Aufmerksamkeit richten? Nach innen oder außen?
Diagnose von Nervenschmerzen im Bein
Die Diagnose von Nervenschmerzen im Bein erfordert eine gründliche Anamnese und körperliche Untersuchung, um Symptome zu erfassen. Neurologische Tests wie Reflexprüfungen und Empfindungsprüfungen können helfen, den betroffenen Nerven zu lokalisieren. Bildgebende Verfahren wie MRT oder CT können strukturelle Probleme wie Bandscheibenvorfälle aufzeigen. Nervenleitgeschwindigkeitstests können Nervenschäden quantifizieren. Blutuntersuchungen können auf zugrunde liegende Ursachen wie Diabetes oder Vitaminmangel hinweisen.
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Wann ist ein MRT erforderlich?
Ein MRT kann erforderlich sein, um strukturelle Ursachen für Nervenschmerzen im Bein auszuschließen oder zu bestätigen, wie z.B. Bandscheibenvorfälle, Spinalkanalstenosen oder Tumore.
Behandlung von Nervenschmerzen im Bein
Die Behandlung von Nervenschmerzen im Bein zielt darauf ab, die Schmerzen zu lindern und die zugrunde liegende Ursache zu behandeln. Es gibt verschiedene Behandlungsansätze, die je nach Ursache und Schweregrad der Schmerzen eingesetzt werden können.
Konservative Behandlung
- Physiotherapie: Trainingstherapie und Bewegung können die Muskeln stärken und die Schmerzen reduzieren.
- Alternative Therapien: Alternative Therapien wie Akupunkturkönnen auch Erleichterung bringen.
- Medikamentöse Schmerztherapie:
- Gabapentin: Gabapentin ist ein Medikament, das zur Behandlung von neuropathischen Schmerzen, einschließlich Nervenschmerzen im Bein, eingesetzt wird. Es wirkt, indem es die Übererregbarkeit der Nerven verringert, was zur Schmerzlinderung beiträgt. Die Dosierung wird individuell angepasst und schrittweise erhöht, um optimale Effekte mit minimalen Nebenwirkungen zu erzielen. Neben Schmerzlinderung kann Gabapentin auch bei Schlafstörungen oder Angstzuständen, die mit Nervenschmerzen einhergehen, helfen.
- Pregabalin: Pregabalin ist ein Medikament, das zur Behandlung von Nervenschmerzen im Bein eingesetzt wird. Es gehört zur gleichen Medikamentenklasse wie Gabapentin und wirkt ähnlich, indem es die Übererregbarkeit der Nerven verringert und somit Schmerzen reduziert. Die Dosierung wird je nach individuellem Bedarf angepasst, und eine schrittweise Erhöhung erfolgt oft, um die bestmögliche Schmerzlinderung zu erreichen.
- Carbamazepin: Carbamazepin ist ein Antikonvulsivum, das auch zur Behandlung von neuropathischen Schmerzen, einschließlich Nervenschmerzen im Bein, eingesetzt werden kann. Es wirkt, indem es die Erregbarkeit der Nerven verringert, was zur Schmerzlinderung beiträgt. Die Dosierung wird individuell angepasst und schrittweise erhöht, um maximale Effekte mit minimalen Nebenwirkungen zu erzielen. Neben der Schmerztherapie wird Carbamazepin auch zur Behandlung von Epilepsie eingesetzt.
- Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR): NSAR sind bei neuropathischen Schmerzen in der Regel weniger wirksam als bei entzündungsbedingten oder anderen Schmerzarten.
- Opioide: Opioide werden bei schweren neuropathischen Schmerzen eingesetzt, wenn andere Behandlungen nicht wirksam sind.
- Hausmittel:
- Wärmeanwendungen: Wärmeanwendungen durch warme Kompressen oder ein warmes Bad, die die Muskeln entspannen und Schmerzen reduzieren können.
- Entspannungstechniken: Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation können auch helfen, Stress abzubauen, der Nervenschmerzen verstärken kann.
- Nahrungsergänzungsmittel: Außerdem können bestimmte Nahrungsergänzungsmittel wie Alpha-Liponsäure oder Omega-3-Fettsäuren entzündungshemmende Eigenschaften haben und bei der Linderung von Nervenschmerzen unterstützen.
- Johanniskraut Öl: Johanniskraut Öl wird manchmal als natürliche Option zur Linderung von Nervenschmerzen verwendet. Es enthält Hypericin und Hyperforin, Verbindungen, die entzündungshemmende und möglicherweise schmerzlindernde Eigenschaften haben. Durch seine Anwendung auf der Haut kann es lokale Schmerzlinderung bieten.
- Gelsemium: Gelsemium, ein pflanzliches Mittel aus der Gelsemiumpflanze, wird manchmal bei Nervenschmerzen verwendet. Es wird angenommen, dass es beruhigende und entspannende Eigenschaften hat, die bei nervösen Spannungen und Schmerzen helfen können.
- Aconit: Aconit, auch als Eisenhut bekannt, wird traditionell in der Naturheilkunde zur Schmerzlinderung eingesetzt, aber seine Verwendung bei Nervenschmerzen ist umstritten. Es wird angenommen, dass Aconit entzündungshemmende und schmerzlindernde Eigenschaften hat, aber es kann toxisch sein und schwere Nebenwirkungen verursachen, wenn es nicht korrekt verwendet wird.
Invasive Behandlung
In einigen Fällen kann eine Intervention wie Injektionen oder chirurgische Eingriffe erforderlich sein, um Druck von den Nerven zu nehmen.
Bewegung und Übungen
Bewegung kann bei Nervenschmerzen im Bein vorteilhaft sein, da sie die Durchblutung verbessert und die Flexibilität erhöht. Angepasste Übungen können Muskelverspannungen lösen und die Schmerzen reduzieren.
- Übungen zur Stärkung der Rumpfmuskulatur: Übungen zur Stärkung der Rumpfmuskulatur, wie Planks oder Bauchmuskelübungen, verbessern die Körperhaltung und verringern den Druck auf die Wirbelsäule.
- Yoga oder Tai Chi: Yoga oder Tai Chi können Flexibilität und Entspannung fördern, was zur Schmerzlinderung beitragen kann.
Stress und Nervenschmerzen
Stress allein ohne das Vorliegen der entsprechenden Vorerkrankungen kann nicht zu Nervenschmerzen im Bein führen. Aber Stress kann indirekt zu Nervenschmerzen im Bein beitragen, indem er vorhandene Bedingungen wie z. B. Neuropathie oder Verspannungen verstärkt. Es erhöht die Muskelspannung, kann die Schmerzwahrnehmung verstärken und den Körper anfälliger für Schmerzen machen.
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Nervenschmerzen in der Nacht
Nervenschmerzen in den Beinen können nachts verstärkt auftreten, da während des Tages Ablenkungen und Bewegung oft die Schmerzwahrnehmung reduzieren. Nachts, wenn der Körper zur Ruhe kommt, wird die Schmerzempfindlichkeit erhöht und vorhandene Beschwerden können intensiver wahrgenommen werden. Zudem kann die Körperposition im Schlaf den Druck auf die Nerven erhöhen, was zu verstärkten Schmerzen führt.
Begleitsymptome von Nervenschmerzen im Bein
Teilweise können sich diese Symptome bis in die Füße oder Zehen ausbreiten und die Beweglichkeit beeinträchtigen.
Wie fühlen sich die Symptome an?
Manche beschreiben es auch als ein ziehendes oder einschießendes Unbehagen, das sich entlang des Nervs ausbreiten kann. "Stromschläge" bei Nervenschmerzen im Bein werden oft als plötzliche, scharfe, elektrische Schmerzen beschrieben, die sich blitzartig entlang des Nervs ausbreiten. Diese Schmerzen können sehr intensiv sein und kommen manchmal in kurzen, aber heftigen Schüben.
Krankheiten, die Nervenschmerzen im Bein verursachen können
- Spinalkanalstenose der Lendenwirbelsäule (LWS): Die Spinalkanalstenose der Lendenwirbelsäule (LWS) ist eine Verengung des Wirbelkanals im unteren Rückenbereich, oft durch altersbedingte Veränderungen wie Bandscheibenvorfälle oder Wirbelkörperveränderungen. Neuroforamenstenose ist eine ähnliche Verengung, die die Nervenwurzelausgänge betrifft und ähnliche Symptome hervorruft.
- Diabetes mellitus: Diabetes mellitus kann dementsprechend Nervenschäden im Bein verursachen, bekannt als diabetische Neuropathie. Dieser Zustand resultiert aus langfristig erhöhtem Blutzuckerspiegel, der die Nerven schädigt. Die Schädigung betrifft oft die Nerven in den Beinen und Füßen.
- Alkoholmissbrauch: Ein langfristig übermäßiger Alkoholkonsum kann periphere Neuropathie verursachen, was zu Nervenschmerzen in den Beinen führt.
- Vitaminmangel: Ein Mangel an Vitamin B, insbesondere B1 (Thiamin), B6 (Pyridoxin) und B12 (Cobalamin), kann periphere Neuropathieverursachen, die Nervenschäden und Schmerzen in den Beinen auslöst.
- Fibromyalgie: Eine Fibromyalgie (FMS), auch Faser-Muskel-Schmerz genannt, verursacht Symptome wie chronische Muskelschmerzen und Erschöpfung - vor allem bei Frauen.
Dauer und Prognose von Nervenschmerzen im Bein
Die Dauer von Nervenschmerzen im Bein kann variieren und hängt von der Ursache und der Behandlung ab. Einige Nervenschmerzen können vorübergehend sein und sich von selbst lösen, während andere chronisch werden können. Die Prognose von Nervenschmerzen im Bein variiert je nach Ursache und individuellem Zustand. Bei einer frühzeitigen Diagnose und geeigneten Behandlungen kann sich die Prognose verbessern. Einige Fälle von Nervenschmerzen im Bein können sich vollständig lösen, während andere chronisch werden können.