Juckreiz am Oberschenkel: Ursachen, Diagnose und Behandlung

Juckreiz ist eine unangenehme Empfindung, die den Betroffenen zum Kratzen verleitet. Er kann am ganzen Körper oder umschrieben auftreten. Wenn der Juckreiz am Oberschenkel lokalisiert ist, kommen verschiedene Ursachen in Betracht. Dieser Artikel beleuchtet die möglichen Gründe für Juckreiz am Oberschenkel, insbesondere im Zusammenhang mit dem Nervus cutaneus femoris lateralis und anderen Faktoren, und bietet einen Überblick über Diagnose- und Behandlungsansätze.

Was ist Juckreiz (Pruritus)?

Juckreiz, medizinisch Pruritus genannt, ist eine Empfindung an der Haut, die dazu führt, dass man sich kratzen möchte. Die Empfindung ist normalerweise ein Warnzeichen, um den Körper zu schützen. Akutes, also nur kurz andauerndes Jucken, weist zum Beispiel auf Fremdkörper hin. Dauert das Jucken mindestens sechs Wochen, bezeichnen Ärztinnen und Ärzte den Pruritus als chronisch. Für Betroffene kann andauernder Juckreiz auch psychisch sehr belastend sein. Grundsätzlich kann Pruritus nur bestimmte Stellen betreffen, Ärztinnen und Ärzte sprechen dann auch von einem lokalisiertem Pruritus, oder er kann am ganzen Körper auftreten - also generalisiert. Außerdem ist Juckreiz sowohl mit als auch ohne Ausschlag möglich. Bestehen anfangs keine Hautveränderungen, können sich diese jedoch später durch ständiges Kratzen entwickeln und ebenfalls jucken.

Ursachen von Juckreiz am Oberschenkel

Juckreiz am Oberschenkel kann verschiedene Ursachen haben, die von harmlosen Auslösern bis hin zu ernsthaften Erkrankungen reichen. Hier sind einige der häufigsten Ursachen:

Trockene Haut

Trockene Haut ist eine häufige Ursache für Juckreiz, insbesondere im Winter, wenn die Luftfeuchtigkeit niedrig ist und die Haut durch Kälte und trockene Heizungsluft schneller austrocknet. Auch altersbedingte Hauttrockenheit gehört zu den häufigsten Ursachen für abendlichen und nächtlichen Juckreiz. In jedem Fall gilt, dass du deinen Körper täglich, am besten abends, mit einer feuchtigkeitsspendenden Pflege eincremen und diese gut einziehen lassen solltest. Trockene Körperhaut kannst du zum Beispiel - je nach Hautzustand - mit der UreaRepair PLUS Lotion 5 % für eine schnelle, aber weniger tiefe, oder der UreaRepair PLUS Lotion 10 % für langanhaltende Feuchtigkeitsversorgung pflegen. Urea ist ein natürlicher Feuchthaltefaktor, der die Haut mit Lipiden (Hautfetten) versorgt und ihre natürliche Schutzbarriere stärkt. So kann die Haut mehr Feuchtigkeit speichern und ist dadurch weniger anfällig für Irritationen, die abends und nachts Juckreiz fördern können.

Allergien und Reizungen

Allergische Reaktionen auf Inhaltsstoffe in Kosmetika, Wasch- und Reinigungsmitteln, Textilien oder Gummiprodukte können Juckreiz am Oberschenkel verursachen. Auch Narben oder ein Sonnenbrand sind eventuell mit Pruritus verbunden. Ebenso kann Hitze einen juckenden Ausschlag verursachen.

Lesen Sie auch: Eingeklemmter Nerv: Ein umfassender Leitfaden

Hauterkrankungen

Viele Hauterkrankungen wie Neurodermitis, ein seborrhoisches Ekzem der Kopfhaut, Schuppenflechte, Nesselsucht oder Kontaktekzeme sind mit Pruritus verbunden. Auch Akne kann gelegentlich jucken.

Atopisches Ekzem (Neurodermitis, atopische Dermatitis)

Die atopische Dermatitis ist eine chronische entzündliche Hauterkrankung, die üblicherweise in Schüben verläuft - es gibt also Phasen ohne Beschwerden. Trockene Haut und starker Pruritus ist typisch für die Erkrankung. Zudem können normalerweise gut verträgliche Reize wie Schweiß oder der Kontakt mit Wolle Jucken versuchen. Das Ekzem kann je nach Phase unterschiedlich aussehen: Es reicht von rötlichen Knötchen und Bläschen, die nässen und schließlich verkrusten, über trockene und schuppige Hautveränderungen mit Schürfungen, bis hin zu einer Verdickung und Vergröberung der Haut.

Kontaktekzem (Kontaktdermatitis)

Man unterscheidet hier allergische von irritativen Kontaktekzemen, wobei letztere häufiger sind. Ursächlich ist jeweils der Hautkontakt mit einem Auslöser. Auslöser für eine allergische Reaktion sind zum Beispiel Metalle (Nickel, Kobalt, Chrom, Gold), Konservierungsmittel und Duftstoffe in Kosmetika oder Inhaltsstoffe in Haarfärbemitteln und Gummi, oder Antibiotika zum Auftragen auf die Haut. Auch auf Textilen kann man eine allergische Hautreaktion entwickeln. Oft sind Hände, Gesicht oder Augenlider betroffen. Ein irritatives Ekzem kann durch chemische Substanzen oder physikalische Reize ausgelöst werden, wenn sie lange genug und in ausreichender Menge auf die Haut wirken. Zum Beispiel durch Wasser und Nassarbeiten, Inhaltsstoffe in Reinigungs- und Waschmitteln, etwa Tenside. Oder durch Lösungs- und Bleichmittel sowie Säuren oder Laugen. Reizungen etwa durch Arbeiten mit Metallwerkzeugen, Holz oder Pflanzenteilen wie Dornen und Stacheln sind weitere mögliche Auslöser. Mehrere Reize können auch zusammenwirken. Oft sind Handrücken, Gesicht oder Hals betroffen. Die Haut kann jucken, aber auch brennen oder schmerzen. Wie die Hautveränderung aussieht variiert: Die Haut kann etwa rötlich und geschwollen sein, Bläschen bilden und nässen. Auch eine Schuppung sowie die Bildung trockener und rissiger Stellen sind möglich.

Seborrhoisches Ekzem (Seborrhoische Dermatitis)

Ein seborrhoisches Ekzem tritt an Körperstellen mit vielen Talgdrüsen auf - beispielsweise an Kopfhaut, Gesicht oder oberem Rumpf. Typisch sind rote Hautstellen mit gelblich fettigen Schuppen. Am häufigsten ist jedoch eine leichte Ausprägung des Ekzems an der Kopfhaut. Hier bilden sich feine, weiße Schuppen ohne Hautrötung - es kann jedoch jucken. Schwere Formen können mit starkem Pruritus einhergehen. Ein seborrhoisches Ekzem betrifft häufiger Männer als Frauen und tritt im Jugend- oder Erwachsenenalter auf.

Infektionen

Infektionen mit Pilzen, Viren und Bakterien oder ein Befall mit Parasiten wie Läusen, Krätzmilben oder Madenwürmern können ebenfalls Juckreiz verursachen.

Lesen Sie auch: Symptome und Behandlungsmethoden bei eingeklemmtem Nerv

Pilzerkrankung an der Haut

Hautinfektionen sind ein häufiger Grund für Juckreiz. Ursächlich sind unter anderem verschiedene Pilze, zum Beispiel Dermatophyten. Infektionen mit Dermatophyten werden nach dem Ort an dem sie auftreten eingeteilt und unterscheiden sich in ihrem typischen Aussehen. An der Kopfhaut bilden sich zum Beispiel juckende, schuppende Stellen mit Haarverlust. An den Füßen (Tinea pedis) kommt es unter anderem zu einem juckenden, roten Ausschlag, der trocken ist und schuppt. Die Pilze befallen etwa die Zehenzwischenräume oder Fußsohlen. Auch in Hautfalten der Leiste kann ein juckender Ausschlag aufgrund einer Infektion mit Deramtophyten entstehen. Eventuell breitet er sich zum Gesäß und in den Bereich zwischen After und äußeren Genitalien aus. Die Ringelflechte wiederum betrifft andere Körperbereiche als Füße, Leiste oder Gesicht. Die Infektion beginnt typischerweise als rund-ovaler, rötlicher Ausschlag, der schuppt und juckt. Er breitet sich nach außen aus, dabei kann die Haut im Inneren wieder gesund aussehen, sodass ein „Ring“ entsteht.

Krätze (Skabies)

Die sehr kleinen Krätzmilben können die Haut befallen. Üblicherweise werden sie durch direkten und längeren Hautkontakt übertragen, beispielsweise unter Familienmitgliedern. Krätze verursacht starken Juckreiz, der für gewöhnlich nachts stärker wird und mehrere Körperstellen betrifft. Der Pruritus entsteht durch eine allergische Reaktion und tritt erst drei bis sechs Wochen nach der Ansteckung auf. Die Hautveränderungen können nur gering ausgeprägt sein. Man sieht zum Beispiel mehrere kleine rote Knötchen und dünne Linien auf der Haut. Durch Kratzen entstehen kleine Wunden, sodass man die Linien unter Umständen nicht mehr sehen kann. Meist sind mehrere typische Stellen am ganzen Körper betroffen. Bei Kindern kann auch der Kopf betroffen sein. Zu den typischen Orten zählen unter anderem seitliche Finger, Beugeseiten der Handgelenke, weibliche Brust, Taille, männlicher Genitalbereich oder seitliche Füße.

Meralgia Paraesthetica

Meralgia paraesthetica ist eine neurologische Erkrankung, die durch eine Kompression oder Schädigung des Nervus cutaneus femoris lateralis, eines sensiblen Nervs, der die Haut an der Außenseite des Oberschenkels versorgt, charakterisiert wird. Die typischen Symptome umfassen brennende Schmerzen, Kribbeln, Taubheit oder eine erhöhte Empfindlichkeit in der äußeren Oberschenkelregion. Ursachen können beispielsweise Übergewicht oder Schwangerschaft sein. Auch Diabetes mellitus führt zu einer erhöhten Anfälligkeit für Nervenschädigungen. Zudem kann sogar das regelmäßige Tragen von enger Kleidung, Gürteln oder Holstern, die Druck auf den Bereich ausüben, eine Ursache für Meralgia paraesthetica sein. Die Beeinträchtigung durch Meralgia paraesthetica kann von leichtem Unbehagen bis hin zu schweren Beeinträchtigungen reichen, die das Gehen, das Tragen bestimmter Kleidung oder sogar das Schlafen auf der betroffenen Seite erschweren. Spezifische Dehn- und Entspannungsübungen können helfen, die Beschwerden der Meralgia paraesthetica zu lindern. Übungen, die darauf abzielen, den Druck auf den betroffenen Nerv zu reduzieren, wie sanfte Hüft- und Beinbewegungen, können effektiv sein.

Innere Erkrankungen

Innere Erkrankungen wie Nierenerkrankungen, Lebererkrankungen oder Stoffwechselstörungen können ebenfalls Juckreiz am Oberschenkel verursachen. Bestimmte Krebserkrankungen wie das Hodgkin-Lymphom können ebenfalls Pruritus auslösen.

Medikamente

Medikamente können juckende Hautveränderungen auslösen oder ohne Ausschlag Juckreiz verursachen. Teilweise handelt es sich um allergische Reaktionen. Manche Arzneimittel haben die unerwünschte Nebenwirkung, dass die Haut trockener wird, was dann zu Juckreiz führen kann.

Lesen Sie auch: Behandlungsmöglichkeiten bei eingeklemmtem Nerv

Psychische Faktoren

Psychische Faktoren wie Stress und außerordentliche Belastungen können ebenfalls Juckreiz verursachen. Ein erhöhter Stresslevel führt bei vielen Menschen dazu, dass sie stärker auf Missempfindungen achten. Häufig werden diese in dem Moment wahrgenommen, wenn der Geist zur Ruhe kommt und sich auf den Körper fokussiert. Ein weiteres Phänomen, das oft bei hoher mentaler Belastung auftritt, ist das Kratzen ohne vorhergehenden Juckreiz - das sogenannte "Spannungskratzen". Hier verfallen Betroffene schnell in den Juck-Kratz-Kreislauf, bei dem das Hautjucken durch die mechanische Reizung des Kratzens verstärkt wird, woraufhin der Kratz-Impuls erneut einsetzt.

Weitere Faktoren

Für Juckreiz, der abends und nachts auftritt, wenn du schon im Bett liegst, gibt es oft eine harmlose Erklärung. Unter der Bettdecke stauen sich Körperwärme und Feuchtigkeit. Diese Kombination kann dazu führen, dass die Haut anfängt zu jucken. Auch hautirritierende Waschmittel oder Textilien können reizend wirken und nachts für Juckreiz am ganzen Körper sorgen.

Diagnose von Juckreiz am Oberschenkel

Die Diagnose von Juckreiz am Oberschenkel umfasst in der Regel eine gründliche Anamnese, eine körperliche Untersuchung und gegebenenfalls weitere Tests, um die Ursache des Juckreizes zu ermitteln.

Anamnese

Der Arzt wird Fragen zu den Symptomen, der Krankengeschichte, eingenommenen Medikamenten und möglichen Auslösern stellen. Hilfreich ist ein Juckreiztagebuch, in das Betroffene eintragen, wie oft und wie stark sich das Jucken äußert.

Körperliche Untersuchung

Der Arzt wird die Haut am Oberschenkel untersuchen, um festzustellen, ob Hautveränderungen wie Rötungen, Ausschläge oder Kratzspuren vorhanden sind.

Weitere Tests

Je nach Verdacht kann der Arzt weitere Tests anordnen, wie zum Beispiel:

  • Allergietests: Um festzustellen, ob eine allergische Reaktion vorliegt.
  • Hautbiopsie: Um Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Schuppenflechte zu diagnostizieren.
  • Blutuntersuchungen: Um innere Erkrankungen wie Nierenerkrankungen oder Lebererkrankungen auszuschließen.
  • Neurologische Untersuchung: Um Nervenkompressionen wie Meralgia paraesthetica zu diagnostizieren.

Behandlung von Juckreiz am Oberschenkel

Die Behandlung von Juckreiz am Oberschenkel richtet sich nach der Ursache des Juckreizes. Hier sind einige allgemeine Maßnahmen, die helfen können, den Juckreiz zu lindern:

Topische Therapie

  • Feuchtigkeitscremes: Regelmäßiges Eincremen mit feuchtigkeitsspendenden Cremes kann helfen, trockene Haut zu befeuchten und den Juckreiz zu lindern. Für trockene, juckende Hände empfehlen wir dir die Eucerin pH5 Handcreme.
  • Juckreizstillende Cremes: Cremes mit Inhaltsstoffen wie Menthol, Campher oder Polidocanol können den Juckreiz lindern. Als besonders juckreizlindernd und nachhaltig feuchtigkeitsspendend hat sich die Eucerin AtopiControl Pflegeserie bewährt. Verwende bei Juckreiz abends im letzten Schritt deiner Hautpflegeroutine die AtopiControl Gesichtscreme und pflege juckende Beine, Arme und den Körper abends mit der AtopiControl Lotion, der AtopiControl Creme oder - wenn dich nachts Juckreiz am ganzen Körper weckt, das AtopiControl Anti-Juckreiz Spray.
  • Kortikosteroide: Bei entzündlichen Hauterkrankungen können Kortikosteroid-Cremes helfen, die Entzündung zu reduzieren und den Juckreiz zu lindern. Zur kurzfristigen Therapie des chronischen Pruritus bei einer steroidresponsiven Dermatose und bei sekundären entzündlichen Kratzläsionen werden zudem topische Glukokortikosteroide empfohlen.
  • Calcineurininhibitoren: Calcineurininhibitoren werden ab dem Alter von 2 Jahren als Zweitlinien-Therapie zur Therapie des chronischen Pruritus bei atopischem Ekzem empfohlen und können bei anderen entzündlichen Dermatosen (Off-label) und bei sekundären entzündlichen Kratzläsionen (Off-label) erwogen werden.

Systemische Therapie

  • Antihistaminika: Antihistaminika sind Substanzen, die die Wirkung des körpereigenen Botenstoffs Histamin abschwächen oder aufheben. Sie zählen zu den klassischen Allergiemedikamenten. Der Einsatz von nicht sedierenden Antihistaminika, zum Teil in Hochdosis, kann bei chronischem Pruritus erwogen werden.
  • Systemische Glukokortikosteroide: Systemische Glukokortikosteroide sollten nur als Kurzzeittherapie bei schwerstem chronischen Pruritus und starkem Leidensdruck in Ausnahmefällen angewendet werden.
  • Systemische Immunsuppressiva: Immunsuppressiva werden eingesetzt, um das Immunsystem zu unterdrücken. Die Anwendung von Ciclosporin kann als Therapie bei chronisch nodulärer Prurigo empfohlen werden. Des weiteren kann die Anwendung von Methothrexat und Azathioprin, sowie der Antikörper Dupilumab (Off-label) bei chronisch nodulärer Prurigo erwogen werden.
  • Gabapentinoide: Die Gabapentinoide Pregabalin und Gabapentin sind eigentlich Arzneimittel zur Behandlung von epileptischen Anfällen (Antikonvulsiva). Sie haben sich aber darüber hinaus in der Behandlung des neuropathischen Schmerzes bewährt und werden bei nephrogenem und neuropathischem Pruritus sowie bei Pruritus anderer Genese empfohlen (Off-label).
  • Opioidrezeptor-Antagonisten bzw. Agonisten: Opioidrezeptor-Antagonisten bzw. Agonisten werden zur Behandlung akuter und chronischer Schmerzen eingesetzt. Naloxon (i. v.) und Naltrexon (oral) sind µ-Opioidrezeptor-Antagonisten, die antipruritische (juckreizhemmende) Wirkung zentralnervös entfalten können. Naltrexon kann bei hepatischem Pruritus und bei Pruritus bei atopischem Ekzem, aquagenem (durch Wasser ausgelöst) und vulvovaginalem Pruritus, Pruritus bei Malignom, systemischer Sklerodermie und bei chloroquininduziertem Pruritus erwogen werden (Off-label). Naloxon i.v. kann bei hepatischem Pruritus, Pruritus bei Malignom und bei schwerstem Pruritus mit starkem Leidensdruck erwogen werden (Off-label).
  • Neurokininrezeptor 1-Antagonisten: Neurokinin-1-Rezeptorantagonisten sind eine Gruppe von Antiemetika, die zumeist zur Prävention und Behandlung von zytostatikainduziertem Erbrechen und der damit einhergehenden Übelkeit eingesetzt werden. Aufgrund von Fallberichten und Expertenmeinungen kann die Anwendung von Aprepitant in Fällen von therapierefraktärem chronischem Pruritus erwogen werden (Off-label).
  • Antidepressiva: Bei den Antidepressiva werden vor allem die selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) und Mirtazapin zur Therapie des chronischen Pruritus empfohlen (Off-label). Zudem kann das trizyklische Antidepressivum Doxepin erwogen werden (Off-label).

Weitere Maßnahmen

  • Kühlen: Kälte hilft gegen Juckreiz, weil sie wie Schmerz beim Kratzen das Jucken „überlagert“. Anders als beim Kratzen bleibt dabei die Haut aber intakt, weswegen nichts gegen ihren Einsatz spricht. Gut eignen sich lokale Kühlpads, kalte Duschen und kühlende Lotionen.
  • Juckimpuls umleiten: In aller Regel ist der Juckimpuls so stark, dass ein willentliches Unterdrücken des Kratzens kaum möglich ist. Da aufgekratzte Hautstellen sich aber leicht entzünden und wiederum Juckreiz hervorrufen, sollte es dennoch unbedingt vermieden werden. Ein Trick ist es, sich stellvertretend an Gegenständen „abzureagieren“, z. B. an Kissen oder Sofalehnen - das reflexartige Kratzen wird also ausagiert, ohne die Haut zu verletzen.
  • Entspannungsverfahren: Ist der Juckreiz psychisch bedingt, bekämpfen Entspannungstechniken wie Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation und die achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (MBSR) die Beschwerden schon an der Wurzel.
  • Allgemeine Empfehlungen zur Linderung des Pruritus:
    • Hauttrockenheit vermeiden durch Verzicht auf häufiges Waschen oder Baden, trockenes Klima oder Hitze, Saunagänge
    • Fingernägel kürzen
    • lockere Baumwollkleidung
    • kühle nächtliche Umgebung
    • lauwarme Dusche
    • Reizstoffe vermeiden, z. B. Tierwolle, Umschläge mit Rivanol, Kamille oder Teebaumöl
    • Stressvermeidung, autogenes Training, Entspannungstechniken, Verhaltenstherapie
    • Juckreiz-verstärkende Nahrungsmittel meiden

Spezifische Behandlungen

  • Meralgia paraesthetica: Spezifische Dehn- und Entspannungsübungen können helfen, die Beschwerden der Meralgia paraesthetica zu lindern. Übungen, die darauf abzielen, den Druck auf den betroffenen Nerv zu reduzieren, wie sanfte Hüft- und Beinbewegungen, können effektiv sein. In manchen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um den Nerv zu dekomprimieren.
  • Infektionen: Infektionen werden mit entsprechenden Medikamenten behandelt, wie zum Beispiel Antimykotika bei Pilzinfektionen oder Antiparasitika bei Krätze.

Tipps zur Vorbeugung von Juckreiz am Oberschenkel

  • Vermeiden Sie trockene Haut: Verwenden Sie feuchtigkeitsspendende Cremes und Lotionen, insbesondere nach dem Duschen oder Baden. Vermeiden Sie lange, heiße Bäder und Duschen, da diese die Haut austrocknen können.
  • Vermeiden Sie Reizstoffe: Vermeiden Sie den Kontakt mit reizenden Stoffen wie Seifen, Waschmitteln und Chemikalien. Tragen Sie beim Umgang mit solchen Stoffen Handschuhe.
  • Tragen Sie lockere Kleidung: Tragen Sie lockere, atmungsaktive Kleidung aus Baumwolle, um Hautreizungen zu vermeiden.
  • Vermeiden Sie Kratzen: Kratzen kann den Juckreiz verschlimmern und zu Hautschäden führen. Versuchen Sie, den Juckreiz zu ignorieren oder ihn durch andere Maßnahmen wie Kühlen oder Ablenkung zu lindern.
  • Sorgen Sie für ein angenehmes Klima im Schlafzimmer: Die Heizung solltest du immer so einstellen, dass zwischen 18 und 20 Grad erreicht werden.
  • Achten Sie auf Ihre Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse kann dazu beitragen, die Haut gesund zu halten.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

In manchen Fällen ist eine ärztliche Konsultation notwendig, um die Ursache eindeutig zu bestimmen und eine passende Therapie zu verordnen. Sie sollten einen Arzt aufsuchen, wenn:

  • Der Juckreiz stark ist und nicht auf Hausmittel anspricht.
  • Der Juckreiz länger als zwei Wochen anhält.
  • Der Juckreiz von Hautveränderungen wie Rötungen, Ausschlägen oder Schwellungen begleitet wird.
  • Der Juckreiz von anderen Symptomen wie Fieber, Gewichtsverlust oder Müdigkeit begleitet wird.
  • Sie den Verdacht haben, dass der Juckreiz durch eine innere Erkrankung verursacht wird.

tags: #nerv #oberschenkel #juck