Nervenschmerzen, Schlafstörungen und Ursachen von Augenhöhlenschmerzen: Ein umfassender Überblick

Augenschmerzen sind ein weit verbreitetes Symptom, das sich auf unterschiedliche Weise äußern kann. Sie können von einem leichten Druckgefühl bis hin zu stechenden oder pochenden Schmerzen reichen und sowohl einseitig als auch beidseitig auftreten. Oftmals gehen Augenschmerzen mit weiteren Symptomen wie Kopfschmerzen, Lichtempfindlichkeit oder Sehstörungen einher. Dieser Artikel beleuchtet die vielfältigen Ursachen von Augenschmerzen, insbesondere im Zusammenhang mit Nervenschmerzen, Schlafstörungen und Problemen im Bereich der Augenhöhle, und bietet einen umfassenden Überblick über Diagnose- und Therapiemöglichkeiten.

Was sind Augenschmerzen?

Augenschmerzen sind ein Symptom, das auf verschiedene Ursachen zurückgehen kann, von harmlosen Auslösern bis hin zu Grunderkrankungen. Fachleute unterscheiden drei Arten:

  • Schmerzen im Augapfel
  • Schmerzen im Bereich des Auges bzw. der Augenhöhle
  • Schmerzen beim Bewegen des Auges

Augenschmerzen können sich unterschiedlich äußern, z. B. als stechend, pulsierend oder pochend im Augeninneren. Es ist auch möglich, dass Betroffene nur eine leichte Reizung auf der Augenoberfläche oder im Augenwinkel empfinden oder das Gefühl haben, dass sich ein Fremdkörper im Auge befindet. Andere klagen über Schmerzen über dem Auge.

Ursachen von Augenschmerzen

Die Ursachen für Augenschmerzen sind vielfältig und oft mit unterschiedlichen Begleitsymptomen verbunden. Sie können infolge einer Verletzung der Hornhaut, durch Fremdkörper oder Verätzungen entstehen. Auch Entzündungen oder Infektionen können Augenschmerzen verursachen.

Häufige Ursachen für Augenschmerzen sind:

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  • Bindehautentzündung (Konjunktivitis): Rote, lichtempfindliche, tränende Augen mit Fremdkörpergefühl, Sehverschlechterung, eventuell Absonderung eines wässrigen, zähflüssigeren oder eitrigen Sekretes, Schwellung der Bindehaut (glasiges Aussehen). Die Lider sind morgens oft "verklebt".
  • Allergien (z. B. bei Heuschnupfen)
  • Bakterielle Infektionen
  • Hornhautentzündung (Keratitis): Schmerzen und Rötung des Auges, Lichtscheu, Sehminderung. Eine sichtbare Trübung oder ein Defekt der Hornhaut (Geschwür) sind mögliche Komplikationen.
  • Entzündung der Lederhaut (Scleritis): Seltene Entzündungsform, die aber heftige Beschwerden auslöst. In bis zu 50 Prozent der Fälle geht die Skleritis auf Autoimmunerkrankungen zurück.
  • Gerstenkorn
  • Virale Erkrankungen (z.B. Augengrippe oder Augenherpes)
  • Trockenes Auge: Brennende und gerötete Augen, Lichtempfindlichkeit, vermehrtes Tränen oder ein deutliches Trockenheits- oder Fremdkörpergefühl.
  • Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)
  • Gesichtsneuralgie (Nervenschmerzen im Gesicht, z.B. Trigeminusneuralgie): Betroffen ist der Drillingsnerv, der Nervus trigeminus, dessen Stränge zur Stirn und zu Ober- und Unterkiefer reichen.
  • Entzündung des Sehnervs: Augenschmerzen, besonders beim Bewegen der Augäpfel.
  • Augenherpes
  • Kontaktlinsen: Können schnell ein Fremdkörpergefühl erzeugen, wenn sie nicht richtig sitzen, zu lange getragen werden oder nicht gereinigt sind.
  • Erkrankungen der Iris (Regenbogenhaut)
  • Akuter Glaukomanfall: Der Augapfel fühlt sich auffallend hart an. Betroffene sehen häufig Farbringe um Lichtquellen (Photopsie) und "Nebel" oder "Schleier" vor dem Auge. Zudem treten starke, meist einseitige Kopfschmerzen auf der erkrankten Seite auf, häufig auch Übelkeit. Die Pupille ist weit und reagiert nicht auf Licht.
  • Multiple Sklerose
  • Migräne: Starke, pochende Schmerzen, die sich oft auf eine Seite des Kopfes und den Bereich hinter dem Auge konzentrieren können.
  • Cluster-Kopfschmerzen: Sehr heftige Schmerzen im Bereich des Auges oder der Schläfe.
  • Spannungskopfschmerzen: Ein dumpfer Druck oder ein Gefühl der Anspannung im Kopf, manchmal begleitet von Schmerzen in der Stirn und hinter dem Auge.
  • Halswirbelsäulenprobleme: Verspannungen der Halsmuskeln oder Veränderungen an den Halswirbeln können ebenfalls Kopfschmerzen verursachen - oft liegen sie im Bereich der Augen, Stirn und Schläfen. Etwa der Atlas-Wirbel. Das ist der erste Halswirbel und Teil der Kopfgelenke, seine Aufgabe ist es, den Kopf zu tragen. Wenn er sich verschiebt, hat das Auswirkungen auf das gesamte Skelett. Das Zervikalsyndrom, auch HWS-Syndrom genannt, ist eine Bezeichnung für Halswirbelsäulen- und Nackenbeschwerden, die ziemlich häufig sind.
  • Verspannte Kiefermuskeln: Können ebenfalls Augenschmerzen verursachen. Das liegt daran, dass die Muskelbereiche von Augen und Kiefer bzw.
  • Hirnaneurysma: Darunter versteht man eine sackartige Ausbuchtung an den Gehirnarterien. Wenn diese Ausbuchtung reißt, verursacht extrem starke Kopfschmerzen, Augenschmerzen und Nackensteifigkeit.
  • Überanstrengung der Augen: Durch stundenlanges Lesen, eine falsch eingestellte Brille oder eine nicht korrigierte Fehlsichtigkeit.
  • Verblitzung: Kann Augenschmerzen auslösen.
  • Wetterfühligkeit: Augenschmerzen auch bei sogenannter "Wetterfühligkeit" auftreten, zum Beispiel bei Föhn oder Klimaschwankungen.
  • Fehlsichtigkeit: Mitunter sind die Beschwerden ein Hinweis auf eine Fehlsichtigkeit, die (noch) nicht erkannt wurde.

Nervenschmerzen (Gesichtsneuralgie) und Augenschmerzen

Nervenschmerzen im Gesicht, insbesondere die Trigeminusneuralgie, können sich als Augenschmerzen äußern. Der Trigeminusnerv ist für die sensorische Versorgung des Gesichts verantwortlich, und eine Reizung oder Schädigung dieses Nervs kann zu intensiven Schmerzen im Bereich des Auges, der Stirn und des Kiefers führen.

Schlafstörungen und Augengesundheit

Schlaf ist für die Regeneration des Körpers unerlässlich, und auch die Augen profitieren von ausreichend Schlaf. Schlafmangel kann zu trockenen, gereizten Augen, verschwommenem Sehen und erhöhter Lichtempfindlichkeit führen. Chronische Schlafstörungen, wie z.B. Schlafapnoe, können sogar mit dem Glaukom in Verbindung gebracht werden.

Der REM-Schlaf, die Phase des Schlafs, in der die meisten Träume auftreten, spielt eine entscheidende Rolle für die visuelle Gesundheit. Während des REM-Schlafs erhöht sich die Blutzirkulation im Körper, was bedeutet, dass auch die Augen besser durchblutet werden. Diese verbesserte Blutzirkulation hilft beim Transport von Nährstoffen und beim Abtransport von Abfallstoffen.

Eine gute Schlafhygiene ist entscheidend, um nicht nur die Sehkraft zu schützen, sondern auch um das allgemeine Wohlbefinden zu steigern. Dazu gehören das Einhalten fester Schlafenszeiten, die Schaffung eines ruhigen und dunklen Schlafumfelds und die Vermeidung stimulierender Substanzen wie Koffein kurz vor dem Zubettgehen.

Die zunehmende Nutzung von digitalen Geräten hat zu einer gesteigerten Exposition gegenüber blauem Licht geführt, was besorgniserregende Auswirkungen auf Schlaf und Sehkraft haben kann. Blaues Licht hemmt die Produktion des Schlafhormons Melatonin und kann somit den Schlafrhythmus stören. Im Hinblick auf die Sehkraft kann andauernde Blaulichtexposition zu Augenbelastung, Trockenheit und anderen visuellen Störungen führen.

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Augenhöhlenschmerzen

Schmerzen hinter dem Auge können von leichtem Druck bis zu starken, stechenden Schmerzen reichen und verschiedene Ursachen haben.

Häufige Ursachen für Schmerzen hinter dem Auge:

  • Migräneanfälle: Sind bekannt für ihre starken, pochenden Schmerzen, die sich oft auf eine Seite des Kopfes und den Bereich hinter dem Auge konzentrieren können.
  • Clusterkopfschmerzen: Äußern sich oft durch sehr heftige Schmerzen im Bereich des Auges oder der Schläfe.
  • Spannungskopfschmerzen: Wiederum durch einen dumpfen Druck oder ein Gefühl der Anspannung im Kopf, manchmal begleitet von Schmerzen in der Stirn und hinter dem Auge.
  • Übermäßige Beanspruchung der Augen: Durch längeres Arbeiten am Computer, Lesen oder andere belastende Aktivitäten.
  • Entzündungen oder Infektionen im Augenbereich: Können ebenfalls zu starken Schmerzen führen, die sich bis hinter das Auge ausbreiten können.
  • Verspannte Nackenmuskulatur: Eine häufige osteopathische Ursache für Schmerzen hinter dem Auge sind verspannte Muskeln im Nacken- und Schulterbereich.
  • Augenmuskulatur: Eine Störung in den Muskeln, die die Augenbewegungen steuern, kann zu Augenschmerzen führen.
  • Nervenkompression: Eine Kompression oder Irritation von Nerven, die vom Nackenbereich zu den Augen ziehen, kann Schmerzen hinter dem Auge verursachen.

Diagnose von Augenschmerzen

Bei schmerzenden Augen ist der erste Schritt der Diagnose eine ausführliche Befragung. Dabei wird unter anderem geklärt, wie genau sich die Schmerzen äußern, ob Allergien sowie Erkrankungen bekannt sind, ob Medikamente eingenommen werden und ob es in der Familie Personen mit Augenerkrankungen (etwa Glaukom) gibt.

Nach der Befragung folgt eine gründliche Augenuntersuchung, die nicht nur die Augen, sondern auch den Bereich um die Augen herum und häufig auch das Innere der Augenlider umfasst.

Je nach vermuteter Ursache können weitere Untersuchungen nötig sein, um die Diagnose zu sichern.

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Therapie von Augenschmerzen

Aufgrund der vielfältigen Ursachen ist auch die Therapie sehr unterschiedlich.

  • Fremdkörper: Müssen mit speziellen Instrumenten entfernt werden, nachdem das Auge vorher mit Augentropfen örtlich betäubt wurde.
  • Oberflächliche Verletzungen der Hornhaut: Wachsen meist nach wenigen Tagen von selbst zu. Bis dahin helfen Augensalben und kühlende Kompressen.
  • Verblitzungen: Die Therapie besteht aus antibiotikahaltigen Augensalben.
  • Bakterielle Entzündung der Bindehaut: Verschreibt der Arzt antibiotische Augentropfen.
  • Virale Entzündungen: Gibt es in den meisten Fällen keine ursächliche Therapie. Eine Ausnahme ist eine Infektion mit Herpesviren - hier hemmen sogenannte Virostatika (z.B. mit dem Wirkstoff Aciclovir) die Virusvermehrung.
  • Trockene Augen: Augentropfen, Augensalben oder Augengels mit bestimmten Wirkstoffen.
  • Kopfschmerzerkrankungen: Behandeln im Allgemeinen Neurologen. Geeignete Medikamente können Schmerzanfälle durchbrechen, andere Arzneistoffe wirken vorbeugend.
  • Osteopathische Behandlungen: Zielen darauf ab, die normale Funktion des Körpers wiederherzustellen, indem sie Verspannungen lösen, die Durchblutung verbessern und die Nervenfunktion normalisieren.
  • TMX® Trigger bzw. Akupressurmethode: Packt das Problem an der Wurzel und stellt nicht nur die Symptome ruhig. Wir gehen an die tiefliegenden Faszien, an die sogenannten myofaszialen Septen - dort wo die meisten faszialen Verklebungen ihren Ursprung haben.

Weitere Maßnahmen zur Linderung von Augenschmerzen

Neben der spezifischen Therapie der jeweiligen Ursache können folgende Maßnahmen zur Linderung von Augenschmerzen beitragen:

  • Regelmäßige Pausen bei Bildschirmarbeit: Um die Augen zu entlasten und Ermüdungserscheinungen vorzubeugen. Die 20-20-20-Regel kann hier hilfreich sein: Schauen Sie alle 20 Minuten für mindestens 20 Sekunden auf ein Objekt, das 20 Fuß (etwa 6 Meter) entfernt ist.
  • Gezielte Augenübungen und Entspannungstechniken: Vor dem Schlafengehen können dazu beitragen, die Augen zu beruhigen und die Qualität Ihres Schlafes zu verbessern. Beispiele sind Palming (die warmen Handflächen auf die geschlossenen Augen legen), Fokussierungsübungen und Augenyoga.
  • Schutz vor blauem Licht: Durch die Nutzung von Displays mit Blaulichtfiltern, die Bevorzugung von warmem Licht am Abend und die Entwicklung eines Abendrituals ohne Bildschirme.
  • Ausreichend Flüssigkeitszufuhr: Um trockene Augen zu vermeiden.
  • Vermeidung von Stress: Da Stress Entzündungsprozesse im Körper begünstigt und zu neuen Schüben führen kann.
  • Regelmäßige ärztliche Kontrollen: Um Entzündungsprozesse zu kontrollieren, Beschwerden frühzeitig entgegenzuwirken und die optimale Therapie zu empfehlen.
  • Anpassung des Arbeitsplatzes: Um die Augen zu entlasten, z.B. durch einen Monitor mit hoher Auflösung, eine Erhöhung des Kontrasts auf dem Bildschirm und eine optimale Beleuchtung.
  • Gesunde Lebensweise: Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und regelmäßige körperliche Aktivität können nicht nur die allgemeine Gesundheit verbessern, sondern auch das Risiko von Kopfschmerzen und Augenbeschwerden reduzieren.
  • Vermeidung von Auslösern: Für Kopfschmerzen, wie z.B. bestimmte Lebensmittel, Stress oder Schlafmangel.
  • Kälteanwendungen: Bei Kopfschmerzen und Augen-Problemen durch die Arbeit am Bildschirm wirkt Kälte bei vielen Betroffenen lindernd: Legen Sie einen kalten Waschlappen auf die Stirn.
  • Wärmeanwendungen: Verspannungen an Schultern und Nacken können Sie mit einer Wärmflasche oder mit einer sanften (Selbst-)Massage lösen.
  • Medikamentöse Therapie: Schnelle Hilfe bei Kopfschmerzen bekommen Sie in der Apotheke. Besonders effektiv sind Kombinationen mit Koffein, das als Wirkverstärker eingesetzt wird.

Lichtscheu (Photophobie)

Photophobie ist keine Erkrankung, sondern ein Symptom, das durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden kann. Menschen mit Lichtscheu meiden helles Licht nach Möglichkeit, ob im Freien oder in Innenräumen.

Häufige Ursachen einer Photophobie sind:

  • Augenkrankheiten: Wie Bindehautentzündung, Hornhautentzündung, trockene Augen, Entzündung der Iris, Retinitis pigmentosa, Glaukom, grauer Star (Katarakt).
  • Neurologische Erkrankungen: Wie Migräne, Hirnhautentzündung (Meningitis), Tumoren der Hirnanhangdrüse, chronisches Müdigkeits- oder Fatiguesyndrom (CFS).
  • Medikamente, Drogen, Erregergifte: Manche Medikamente - Antibiotika wie zum Beispiel Tetrazykline und Doxyzyklin oder Arzneistoffe wie Scopolamin, Atropin und Digitalis - können die Lichtempfindlichkeit der Augen erhöhen. Auch Amphetamin, Kokain und Botulismus können Photophobie auslösen.

Die Behandlung der Photophobie richtet sich nach der Ursache. Häufig kommen zum Beispiel Augentropfen, Augensalben oder Augengels mit bestimmten Wirkstoffen zum Einsatz. Bei Kopfschmerzerkrankungen behandeln im Allgemeinen Neurologen. Geeignete Medikamente können Schmerzanfälle durchbrechen, andere Arzneistoffe wirken vorbeugend.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Gehen Sie bei erhöhter Blendempfindlichkeit oder Lichtscheu baldmöglich zum Augenarzt (Ophthalmologe).

Lassen Sie sich unverzüglich zum Ophthalmologen oder in die Notaufnahme einer Augenklinik bringen, wenn Sie weitere Beschwerden haben wie starke Rötung eines oder beider Augen, Schmerzen, Augentränen, Sekretabsonderung, Lichtscheu, Sehminderung, Lidkrampf, Trübung am Auge, Verfärbung des Augenweiß oder andere Veränderungen des Augapfels, zum Beispiel Verhärtung oder Verlagerung.

Rufen Sie bei Symptomen wie zum Beispiel ungewöhnliche oder besonders starke Kopfschmerzen und Lichtscheu, hohes Fieber, ausgeprägter Schwindel, starke Übelkeit, Nackensteifigkeit, Lähmungen oder Sehstörungen den Notarzt (Notruf 112).

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