Nerve: Ein Thriller über Mut, Internet-Sucht und die dunkle Seite des Ruhms

Der Film "Nerve", basierend auf dem gleichnamigen Roman von Jeanne Ryan, entführt den Zuschauer in eine beängstigend realistische Welt, in der ein Online-Spiel namens "Nerve" die Grenzen zwischen Realität und digitaler Scheinwelt verschwimmen lässt. Regisseure Henry Joost und Ariel Schulman ("Catfish", "Paranormal Activity 3") inszenieren eine rasante Achterbahnfahrt, die nicht nur unterhält, sondern auch zum Nachdenken über die Gefahren von Internet-Sucht, Gruppenzwang und der unstillbaren Gier nach Aufmerksamkeit anregt.

Die Handlung: Vom grauen Mäuschen zur Internet-Sensation

Die schüchterne Vee, gespielt von Emma Roberts, fristet ein eher unauffälliges Dasein im Schatten ihrer extrovertierten Freundin Sydney (Emily Meade). Um endlich aus diesem Schatten zu treten und ein bisschen mehr Aufregung in ihr Leben zu bringen, meldet sie sich bei "Nerve" an, einem illegalen Online-Spiel, bei dem die Teilnehmer riskante Herausforderungen meistern müssen, während sie von einem anonymen Publikum beobachtet und bewertet werden.

Vee's Mutter (Juliette Lewis) ist alles andere als begeistert von den Plänen ihrer Tochter. Doch Vee lässt sich nicht beirren und stürzt sich Hals über Kopf in das Spiel. Bereits ihre erste Aufgabe konfrontiert sie mit einer unerwarteten Situation: Sie soll einen fremden Jungen küssen. Spontan küsst sie Ian (Dave Franco), und von diesem Moment an sind die beiden unzertrennlich.

Gemeinsam meistern Vee und Ian immer gefährlichere Etappen, die von den Zuschauern vorgegeben werden. Sie werden zu einer Internetsensation, doch mit dem wachsenden Ruhm steigt auch das Risiko. Das Spiel nimmt eine immer dunklere Wendung, und Vee muss sich schließlich fragen, wie weit sie bereit ist zu gehen, um die Anerkennung der anonymen Masse zu gewinnen.

Eskalation der Herausforderungen

Die anfänglich harmlosen Aufgaben eskalieren schnell. Nach dem ersten Kuss mit Ian erhalten Vee und Ian immer schwierigere und gefährlichere Challenges. Vee muss sich als Prostituierte ausgeben und versuchen, $100 für ihre Dienste zu bekommen. Sie treffen auf einen Mann namens Jake. Ein Stalker-ähnlicher Beobachter taucht auf, macht ein Foto mit Vee und erhöht die Spannung. Vee erhält eine neue Aufgabe, Sydney auf der Schulparty zu konfrontieren. Sie zögert, weil sie befürchtet, dass Ian ihre Verletzlichkeit sehen und mit Sydney flirten könnte. Die Konfrontation zwischen Vee und Sydney findet in diesem Kapitel statt. Vee und Ian werden für die Live-Runden von NERVE ausgewählt. Dieses Kapitel konzentriert sich auf Vee und Ians Interview, wahrscheinlich für die NERVE-Live-Runden. Das Kapitel trägt den Titel "Look who's watching" und stellt die anderen Spieler vor und enthält Eisbrecher-Aufgaben. Die erste echte Aufgabe der Live-Runden wird vorgestellt. Die dritte Aufgabe beinhaltet, dass Vee Tommy anruft und fälschlicherweise behauptet, sie wisse, dass er sie betrogen habe. In diesem Kapitel müssen die Spieler ihre schlimmsten Momente teilen. Das Spiel nimmt eine dunklere Wendung, als die Spieler gezwungen werden, untereinander Opfer auszuwählen. Die vierte Aufgabe beinhaltet eine potenziell tödliche Herausforderung mit Hämmern. Im letzten Kapitel steht Vee vor einem kritischen Moment, in dem sie entscheiden muss, wie sie das Spiel beenden will.

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Einblicke in frühere Kapitel

Kapitel 1 beginnt damit, dass Vee Matthew im Flur begegnet, wo sie über Kleidung und eine Werbung für NERVE diskutieren. Matthew ändert Vees Online-Status und deutet eine flirtende Beziehung an. Tommy, eine andere Figur, betritt die Szene und bietet Vee seine Hilfe an. In diesem Kapitel sieht sich Vee mit den Konsequenzen ihrer ersten Mutprobe konfrontiert. Ihre Eltern werden misstrauisch, und sie erhält negative Kommentare zu dem Video ihrer Mutprobe. Vee beschließt, eine zweite Mutprobe zu versuchen, die sie in einem Café mit Ian zusammenbringt. Die Aufgabe besteht darin, dass Vee singt, dass Ian ein "toller Freund" ist, woraufhin er schließlich einstimmt und verrät, dass auch er an NERVE teilnimmt. Dieses Kapitel untersucht die Folgen von Vees zweiter Mutprobe. Sydney drückt ihre Enttäuschung darüber aus, dass Vee weiterhin an NERVE teilnimmt, was zu einem Streit zwischen den Freundinnen führt. Matthew verrät, dass er die Blumen für Sydney gekauft hat, was Vees Gefühle weiter verkompliziert. Vee erhält ihre erste Live-Runden-Aufgabe, bei der sie sich wieder mit Ian treffen muss.

Themen und Botschaften: Mehr als nur ein spannender Thriller

"Nerve" ist jedoch mehr als nur ein spannender Thriller. Der Film wirft wichtige Fragen über unsere heutige Gesellschaft auf:

  • Die Sucht nach Aufmerksamkeit: In einer Zeit, in der soziale Medien unser Leben bestimmen, ist die Gier nach Aufmerksamkeit allgegenwärtig. "Nerve" zeigt auf erschreckende Weise, wie weit Menschen bereit sind zu gehen, um im Rampenlicht zu stehen.
  • Der Verlust der Privatsphäre: In einer Welt, in der wir ständig von Kameras umgeben sind und unsere Daten im Netz gespeichert werden, wird Privatsphäre zu einem kostbaren Gut. "Nerve" verdeutlicht, wie schnell unsere intimsten Momente öffentlich gemacht und gegen uns verwendet werden können.
  • Die Macht der Anonymität: Das Internet bietet die Möglichkeit, sich hinter einer anonymen Fassade zu verstecken und ungefiltert seine Meinung zu äußern. "Nerve" zeigt, wie diese Anonymität zu Hass, Hetze und Gewalt führen kann.
  • Gruppenzwang und Moral: Die Dynamik des Spiels "Nerve" übt einen enormen Druck auf die Teilnehmer aus. Sie werden dazu getrieben, immer riskantere Aufgaben zu erfüllen, um die Anerkennung der Masse zu gewinnen. Der Film stellt die Frage, wie weit wir bereit sind zu gehen, um dazuzugehören, und ob wir unsere moralischen Grenzen überschreiten würden.

Kritiken und Rezeption: Ein kurzweiliger Thriller mit satirischen Untertönen

"Nerve" wurde von Kritikern gemischt aufgenommen. Gelobt wurden vor allem das rasante Tempo, die charismatischen Hauptdarsteller und die bissigen satirischen Untertöne. Kritisiert wurde hingegen die etwas vorhersehbare Handlung und das nicht ganz optimale Ende.

Ein Kritiker merkte an, dass "Nerve" zwar kein Meilenstein der Filmgeschichte sei, aber dennoch vier Sterne verdiene, da er endlich mal eine neue Handlung biete und keinen Prequel, Sequel oder Remake darstelle. Zudem sei die Handlung so, wie sie sein sollte: Man muss sie mitverfolgen! Das Wort "mitdenken" sei übertrieben, aber man müsse zumindest aufpassen.

Ein anderer Kritiker bemängelte, dass die Thematik mehr Satire und Schock hätte enthalten können. "Nerve" sei zwar ein guter, actionreicher, spannender und teilweise auch lustiger Film mit einer neuen und gut umgesetzten Story, aber gerade das Ende sei nicht optimal umgesetzt.

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Trotz der Kritik ist "Nerve" ein kurzweiliger und unterhaltsamer Thriller, der vor allem ein junges Publikum ansprechen dürfte. Der Film regt zum Nachdenken über die Gefahren der digitalen Welt an und zeigt auf, wie wichtig es ist, seine Privatsphäre zu schützen und seine moralischen Grenzen zu wahren.

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