"Nerve" ist ein Thriller, der sich mit der viralen Verbreitung von Inhalten und der Bereitschaft, sich für Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zu prostituieren und Grenzen auszuloten, auseinandersetzt. Der Film wirft die Frage auf: Bist du ein Watcher oder ein Player?
Einführung
Der Film "Nerve" aus dem Jahr 2016, unter der Regie von Henry Joost und Ariel Schulman, thematisiert die Gefahren und Konsequenzen eines extremen Online-Spiels. Er greift aktuelle gesellschaftliche Tendenzen wie Selbstdarstellung in sozialen Medien und die Überschreitung persönlicher Grenzen für Aufmerksamkeit auf. Der Film beginnt mit einer spannenden Prämisse, verliert sich jedoch im weiteren Verlauf in unglaubwürdigen Handlungssträngen und Klischees.
Handlung
Vee (Emma Roberts), eine schüchterne Highschool-Schülerin, wird von ihrer Freundin auf das Online-Spiel "Nerve" aufmerksam gemacht. Bei "Nerve" müssen die Teilnehmer riskante Herausforderungen (Challenges) im realen Leben meistern, während eine anonyme Zuschauermenge, die sogenannten "Watcher", ihnen dabei zusieht und sie dafür bezahlt. Zunächst zögert Vee, doch um einen Jungen zu beeindrucken und der Langeweile ihres Lebens zu entfliehen, lässt sie sich darauf ein.
Zu Beginn ist alles ein großer Spaß. Vee lernt Ian (Dave Franco) kennen, der ebenfalls ein "Player" ist. Gemeinsam meistern sie Challenges, werden zu Lieblingen der Zuschauer und verdienen Geld. Doch die Anforderungen der Challenges werden immer gefährlicher und extremer. Aus dem harmlosen Spiel wird bitterer Ernst, als Vee und Ian in einen Strudel aus Gewalt und Manipulation geraten.
Kritik
Der Film beginnt energiegeladen und weckt mit seiner interessanten Idee großes Interesse. Die ersten 45 Minuten sind unterhaltsam, da man als Zuschauer wissen möchte, was "Nerve" wirklich ist und welche Absicht hinter dieser Software steckt. Der Film thematisiert kritisch den Faktor Selbstdarstellung in den sozialen Medien und die damit verbundenen Risiken.
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Allerdings kippt der Film nach der Einleitung komplett. Mit steigender Anzahl der "Watcher" wird die Handlung immer unsinniger und die Logik geht verloren. Es wirkt, als sei jeder in der Stadt an "Nerve" beteiligt, entweder als "Watcher" oder als "Player". Die Polizei scheint ahnungslos, selbst als riesige Arenen mit Menschenmassen gefüllt werden. Viele Ereignisse scheinen dem Drehbuch geschuldet zu sein und wirken unglaubwürdig. Beispielsweise ist Vees bester Freund ein ausgebuffter Hacker mit besten Kontakten in die Darknet-Szene, eine Idee, die bereits in "Independence Day" (1996) dämlich war.
Da "Nerve" als Thriller für Jugendliche konzipiert ist, darf es nicht zu böse zugehen und am Ende muss eine einfache Lösung parat sein. Hätte der Film einige der anfänglichen Qualitäten in die zweite Hälfte gerettet, wäre er deutlich besser geworden. So aber wird eine gute Idee zwischen Idiotie und Klischees zerrieben.
Themen und Motive
- Soziale Medien und Selbstdarstellung: Der Film thematisiert die Obsession mit sozialer Anerkennung und die Bereitschaft, für Aufmerksamkeit Risiken einzugehen.
- Anonymität im Internet: "Nerve" zeigt, wie die Anonymität des Internets Menschen dazu verleiten kann, sich unethisch oder gar kriminell zu verhalten.
- Gruppenzwang und Manipulation: Der Film verdeutlicht, wie Gruppenzwang und Manipulation die Entscheidungen von Einzelpersonen beeinflussen können.
- Die Grenzen der Realität: "Nerve" verwischt die Grenzen zwischen Realität und virtuellem Spiel und stellt die Frage, wie weit Menschen bereit sind zu gehen, um ihre Grenzen auszuloten.
Besetzung
- Emma Roberts als Vee
- Dave Franco als Ian
- Miles Heizer (später bekannt aus "Tote Mädchen lügen nicht")
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