Nerven pulsieren in den Wechseljahren: Ursachen und Linderung

Viele Menschen erleben im Laufe ihres Lebens innere Unruhe, die sich durch Anspannung äußert und als belastend empfunden wird. Diese Unruhe kann verschiedene Ursachen haben, von Stress bis hin zu hormonellen Veränderungen. Besonders in den Wechseljahren können Frauen von innerer Unruhe, Herzrasen und anderen unangenehmen Symptomen betroffen sein. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Nervenpulsieren und innerer Unruhe in den Wechseljahren und bietet Lösungsansätze zur Linderung dieser Beschwerden.

Innere Unruhe: Eine Stressreaktion

Innere Unruhe ist oft eine Stressreaktion, die sich körperlich und psychisch äußern kann. Betroffene fühlen sich angespannt und nervös, was sich in Muskelverspannungen, Migräne, Magen- und Darmbeschwerden sowie Herz- und Kreislaufproblemen äußern kann. Psychisch kann sich die Anspannung in rasenden Gedanken, Grübelzwang und Angstgefühlen manifestieren. Schlaf- und Konzentrationsstörungen sind ebenfalls häufige Begleiterscheinungen.

Ursachen innerer Unruhe

Zahlreiche Ursachen können innere Unruhezustände auslösen. Dazu gehören:

  • Stress: Anhaltende Prüfungsphasen, hoher Stress im Alltag von Berufstätigen und Selbstständigen können innere Unruhe verursachen.
  • Lebensstil: Der Konsum von Koffein, Drogen, bestimmten Lebensmitteln und Zusatzstoffen kann ebenfalls eine Rolle spielen.
  • Erkrankungen: Schilddrüsenerkrankungen, Unterzuckerung und niedriger Blutdruck können innere Unruhe begünstigen.
  • Hormonelle Umstellungen: Wechseljahre, Schwangerschaften und Pubertät können hormonelle Schwankungen verursachen, die innere Unruhe auslösen.
  • Psychische Erkrankungen: Besonders Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung leiden unter starker innerer Anspannung.

Wechseljahre als Auslöser innerer Unruhe

Die Wechseljahre sind ein Übergang zwischen zwei Lebensphasen, der von hormonellen Umstellungen begleitet wird. Diese Umstellungen können bei Frauen innere Unruhe begünstigen oder auslösen. Sogar Männer in diesem Alter können Symptome der Wechseljahre inklusive einer starken inneren Unruhe spüren.

Hormonelle Veränderungen und ihre Auswirkungen

Die abnehmende Östrogenaktivität in den Wechseljahren kann verschiedene Beschwerden verursachen:

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  • Hitzewallungen: Bis zu 85 % der Frauen in den Wechseljahren berichten von Hitzewallungen, die oft mit Schweißausbrüchen einhergehen.
  • Schlafstörungen: Abnehmende Östrogenaktivität verkürzt die Tiefschlafphase.
  • Stimmungsschwankungen: Hormonelle Umstellungen können das seelische Gleichgewicht beeinträchtigen und zu Gemütslabilität, Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit führen.
  • Kognitive Beeinträchtigungen: Etwa 60 % der Frauen in den Wechseljahren klagen über Gedächtniseinbußen und Konzentrationsstörungen.
  • Herzrasen und Herzstolpern: Viele Frauen leiden unter Herzrasen, Herzstolpern oder hohem Puls, was auf den sinkenden Östrogenspiegel zurückgeführt wird.

Herzrasen in den Wechseljahren

Herzrasen und Herzstolpern sind klassische Wechseljahresbeschwerden und treten häufig in Kombination mit Hitzewallungen auf. Ursache für die Herzsymptome ist vermutlich vor allem der teils sinkende Östrogenspiegel, der das vegetative Nervensystem beeinflusst.

Ursachen für Herzrasen

  • Östrogenrückgang: Der Abfall des Östrogenspiegels beeinflusst das vegetative Nervensystem, das unter anderem den Herzschlag reguliert.
  • Sympathikus Aktivierung: Die hormonellen Veränderungen können eine verstärkte Aktivierung des Sympathikus bewirken, was zu einem Anstieg der Herzfrequenz führt.
  • Stress: Das hormonelle Auf und Ab ist ein zusätzlicher Stressfaktor, der den Herzschlag beschleunigen kann.
  • Blutdruckschwankungen: Hormonelle Veränderungen können den Blutdruck beeinflussen und zu Herzrasen führen.
  • Alterungsprozess: Mit zunehmendem Alter verändert sich die Struktur des Herzmuskels, was zu einer erhöhten Anfälligkeit für Herzrhythmusstörungen führen kann.

Auswirkungen innerer Unruhe

Dauerhafte innere Unruhe kann zu zusätzlichen Problemen führen:

  • Schlafstörungen: Innere Anspannung kann das Ein- und Durchschlafen verhindern.
  • Gesundheitliche Probleme: Dauerhafter Stress kann das Risiko für Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Magengeschwüre, Krebs und Depressionen erhöhen.
  • Soziale Beziehungen: Unruhige Menschen werden eher als störend wahrgenommen, was zu sozialer Isolation führen kann.
  • Berufstätigkeit: Innere Unruhe kann im Zusammenhang mit dem Burnout-Syndrom auftreten und die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen.

Behandlung und Selbsthilfe

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, innere Unruhe zu behandeln und die Symptome zu lindern:

Professionelle Hilfe

  • Diagnose: Eine gründliche Untersuchung durch einen Arzt kann die Ursache der Unruhe feststellen.
  • Therapie: Psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Borderline-Persönlichkeitsstörungen können im Rahmen einer Therapie behandelt werden.
  • Medikamente: In einigen Fällen können Medikamente sinnvoll sein, um die Symptome zu lindern.

Selbsthilfe

  • Entspannungstechniken: Regelmäßiges Entspannen durch Sport, Hobbys, Meditation oder autogenes Training kann Stress reduzieren.
  • Ätherische Öle: Lavendel-Öl wirkt entspannend auf das zentrale Nervensystem.
  • Vagusnervstimulation: Knurren kann helfen, Anspannungszustände zu lindern.
  • Sport und Bewegung: Sportlicher Ausgleich und Bewegung können helfen, Bewegungsdrang abzubauen.
  • Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit hochwertigen Lebensmitteln kann das Wohlbefinden verbessern.

Tipps bei Herzrasen in den Wechseljahren

  • Kardiologische Untersuchung: Bei starkem Herzklopfen, diffusem Herzrasen oder Herzstolpern sollte ein Kardiologe oder Internist aufgesucht werden.
  • Magnesium und Kalium: Eine ausreichende Zufuhr von Magnesium und Kalium kann den Herzrhythmus stabilisieren.
  • Entspannungstechniken: Meditation und kleine Pausen können helfen, Stress abzubauen.
  • Ausdauertraining: Moderates Ausdauertraining kann gegen plötzliche Herzrasen-Attacken helfen.
  • Mediterrane Ernährung: Eine Ernährung mit viel Gemüse, Obst, hochwertigen Fetten und wenig Zucker kann das Herz gesund halten.
  • Weißdorn: Weißdorn kann bei leichten Herzbeschwerden regulierend wirken.
  • Phytoöstrogene: Phytoöstrogene in Lebensmitteln wie Soja, Leinsamen und Granatäpfeln können sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System auswirken.
  • Hormonersatztherapie: Bei starkem wechseljahresbedingtem Herzrasen kann eine Hormonersatztherapie Abhilfe schaffen.
  • Vermeidung von Risikofaktoren: Nikotin, zu viel Alkohol und Kaffee sollten vermieden werden.

Weitere mögliche Symptome und deren Behandlung

Neben innerer Unruhe und Herzrasen können in den Wechseljahren weitere Symptome auftreten:

  • Tinnitus: Hormonelle Umstellungen können zu Tinnitus oder einer verminderten Hörleistung führen. Eine Hormonersatztherapie kann das Risiko für die Entwicklung eines Tinnitus senken und die Hörleistung stabilisieren.
  • Schwindel: Hormonelle Schwankungen können zu Kreislaufproblemen und Schwindelgefühlen führen. Eine Therapie mit bioidentischen Hormonen kann die Schwindelgefühle reduzieren oder ihnen ganz vorbeugen.
  • Trockene Scheide: Bedingt durch den Östrogenmangel kann sich die Scheide trockener anfühlen und leichter verletzlich sein. Hormonhaltige Vaginalcreme oder Vaginaltabletten können den Hormonmangel im Genitalbereich ausgleichen.

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