Nerven schneller als Internet: Fakten und Mythen

Die Frage, ob unsere Nerven schneller sind als das Internet, ist komplex und führt zu einer tiefergehenden Betrachtung der Digitalisierung, ihrer Auswirkungen auf unsere Fähigkeiten und die Funktionsweise unseres Gehirns. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Aspekte dieser Thematik, von der Geschwindigkeit neuronaler Prozesse bis hin zu den potenziellen Vor- und Nachteilen der digitalen Welt.

Digitalisierung: Fortschritt oder Verfall?

Robert A. Heinlein sagte einst: „Fortschritt verdanken wir nicht Frühaufstehern, sondern faulen Menschen, die nach Wegen suchen, sich das Leben zu vereinfachen.“ Die Digitalisierung ist ein Paradebeispiel für diese Vereinfachung, die jedoch auch Fragen aufwirft. Führt die Digitalisierung dazu, dass wir Fähigkeiten verlernen oder gar auf dem Weg zu digitaler Demenz sind? Macht Digitalisierung dumm?

Ein interessanter Gegenpol zu dieser Frage findet sich im Silicon Valley, dem Epizentrum der digitalen Revolution. An der Canterbury Christian School in Los Altos, die von den Kindern der Technologiepioniere besucht wird, gibt es keine Computer, Echos oder Lerndatenbanken. Die Schule setzt auf analoge Lehrmethoden mit Tafeln, Büchern und traditionellem Unterricht. Einige Kritiker sehen darin den Beweis, dass Digitalisierung dumm macht, wenn selbst die Erfinder des Digitalen ihre Kinder vor Bits und Bytes schützen.

Die Schattenseiten der Digitalisierung

Es gibt zahlreiche Probleme und Schäden, die Digitalisierung bei Kindern auslösen kann. Studien zeigen, dass Kinder, die häufig digitale Medien konsumieren, weniger aufmerksam sind. Sie verlernen soziale Achtsamkeit, die Nutzung ihrer Sinne und sind weniger körperlich aktiv. Zudem sind immer mehr Kinder kurzsichtig, da ihre Augenmuskeln nur noch auf kurze Entfernungen trainiert werden.

Der Flynn-Effekt und sein Gegenteil

Interessanterweise sind wir Menschen im Laufe des 20. Jahrhunderts immer schlauer geworden, was als Flynn-Effekt bekannt ist. Unser Intelligenzquotient ist um etwa 30 Punkte gestiegen. In den 1970er Jahren kam es jedoch zu einem Anti-Flynn-Effekt, bei dem unser IQ wieder leicht zurückging. Wissenschaftler vermuten, dass dieser Rückgang im modernen Lebensstil begründet liegt.

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Eine Erklärung für den Flynn-Effekt ist, dass Intelligenz innerhalb einer Gesellschaft steigt, wenn Menschen voneinander abschauen, voneinander lernen und sich an Vorbildern orientieren. Das Kopieren vom anderen sei nützlich, der IQ wachse, wenn sich eine Gesellschaft gegenseitig brauche und dafür belohne. Digitale Medien haben das Potenzial, den Anti-Flynn-Effekt zu verstärken, können aber auch zum Flynn-Effekt beitragen, da die Möglichkeiten zum Abgucken viel größer geworden sind.

Verlernen von Fähigkeiten

Wie Muskeln, die sich bei Inaktivität abbauen, verlernt unser Gehirn Fähigkeiten, die wir nicht mehr benötigen. Babys kommen mit mehr Synapsen auf die Welt, als wir Erwachsene haben, und der Körper deaktiviert diejenigen, die nicht benötigt werden. Die Digitalisierung trägt ihren Teil dazu bei. Wer navigiert heute noch mit einer Landkarte? Wer lernt noch Vokabeln auswendig, wenn digitale Wörterbücher zur Verfügung stehen? Selbst an den nächsten Zahnarzttermin erinnert der digitale Assistent.

Im Laufe der Evolution haben wir Menschen Tausende Fähigkeiten verlernt, die wir nicht mehr brauchen. Das Verlernen von Fähigkeiten ist nicht per se schlecht, aber es ist wichtig, sich der Konsequenzen bewusst zu sein. Digitale Sprachlernprogramme bieten neue Lerndimensionen, die es vorher nicht gab, und unterstützen diejenigen, die sich scheuen, im Klassenverband laut zu sprechen. Google Maps und Navigationssysteme können jedoch unseren Orientierungssinn verkümmern lassen, wenn wir uns blind auf sie verlassen.

Regeln für den Umgang mit dem Digitalen

Das Vernachlässigen von Fähigkeiten ist keine Erfindung des Digitalen, aber Smartphone und Tablet machen es immer leichter, Dinge zu verlernen. Deshalb braucht es Regeln für den Umgang mit dem Digitalen. Ständige Erreichbarkeit und die Flut an Informationen können unsere Intuition beeinträchtigen. Digitales Detoxen, also der bewusste Verzicht auf digitale Medien, kann helfen, ein Gleichgewicht zu finden.

Es ist wichtig, sich um die Fähigkeiten zu kümmern, die wir beibehalten wollen. Unser Gehirn braucht Beschäftigung, und wenn wir ihm die Arbeit entziehen, baut es ab. Wir müssen uns dessen bewusst sein und dies beim Einsatz digitaler Helfer berücksichtigen. Die Lösung liegt nicht in der Verbannung des Digitalen, sondern in einem intelligenten Umgang damit. Zudem sind wir Menschen extrem anpassungsfähig und können verlorene Fähigkeiten immer wieder aktivieren.

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Neuropathische Schmerzen: Wenn Nerven leiden

Neuropathische Schmerzen entstehen durch Schädigungen oder Erkrankungen des Nervensystems. Patienten klagen über Pelzigkeit, Taubheit, Sensibilitätsstörungen, brennende Schmerzen und Gleichgewichtsprobleme. Betroffen sind oft Diabetiker oder Patienten nach Chemotherapien. Eine Frühdiagnose ist essenziell, da die Wirksamkeit von Therapien bei einem fortgeschrittenen Krankheitsverlauf stark eingeschränkt ist.

Bisherige Diagnoseverfahren sind jedoch begrenzt aussagekräftig. Die Messung der Nervenleitungsgeschwindigkeit kann auf eine Neuropathie hinweisen, aber auch andere Ursachen haben. Die Stanzbiopsie ist schmerzhaft und möglicherweise nicht repräsentativ.

Forscher am Fraunhofer IME in Frankfurt verfolgen einen neuen Ansatz: die Untersuchung der Hornhaut. Die Nervenfaserdichte ist in der Cornea am höchsten und gibt ein repräsentatives Bild des peripheren Nervensystems wieder. Parameter wie Nervenfaserdichte, -länge und der Grad der Verzweigung lassen sich mikroskopisch erfassen. Zudem untersuchen die Forscher die Tränenflüssigkeit, um Biomarker für die Inzidenz und den Schweregrad der Neuropathie zu identifizieren.

Impfstoffe: Fakten und Mythen

Impfstoffe stehen immer wieder im Fokus öffentlicher Diskussionen, und es kursieren viele Mythen und Falschinformationen über Impfungen. Es ist wichtig, sich auf Fakten zu stützen, um eine informierte Entscheidung treffen zu können.

Impfnebenwirkungen

Jedes Arzneimittel kann Nebenwirkungen hervorrufen, und auch bei Impfstoffen ist dies möglich. Schwerwiegende Nebenwirkungen sind jedoch sehr selten. Impfreaktionen wie Rötung, Schwellung oder Fieber sind in der Regel harmlos und klingen nach wenigen Tagen ab. Impfkomplikationen, die über das übliche Maß einer Impfreaktion hinausgehen, werden gemeldet und transparent kommuniziert.

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Impfungen und Allergien

Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise dafür, dass Impfungen generell die Entstehung von Allergien fördern. Allergische Reaktionen auf Inhaltsstoffe von Impfstoffen können in Einzelfällen auftreten, sind aber nicht die Ursache für die Zunahme von Allergien in der Allgemeinbevölkerung. Auch Personen mit Allergien können und sollten geimpft werden, wobei medizinische Empfehlungen zu beachten sind.

Impfungen und Autismus

Der Mythos, dass Impfungen Autismus verursachen können, wurde in den 1990er Jahren durch eine gefälschte Studie verbreitet. Seitdem wurde in vielen großangelegten internationalen Studien untersucht, ob es einen solchen Zusammenhang gibt. Das Ergebnis: Autismus tritt bei geimpften und ungeimpften Kindern gleich häufig auf. Autismus ist eine komplexe neurobiologische Erkrankung, deren Ursachen noch nicht vollständig geklärt sind.

Impfungen und Krebs

Impfungen können vor Infektionen schützen, die Krebs verursachen können. Es gibt keine wissenschaftliche Grundlage für die Behauptung, dass Impfstoffe krebserregende Stoffe enthalten. Die Inhaltsstoffe von Impfstoffen werden weltweit von unabhängigen Wissenschaftlern überwacht.

Impfungen und Fruchtbarkeit

Studien haben gezeigt, dass Impfstoffe keinen Einfluss auf die Fruchtbarkeit von Frauen und Männern haben. Frauen werden gleich häufig schwanger, egal ob sie oder ihre Partner geimpft oder ungeimpft sind. Einige Impfungen sind vor oder während einer Schwangerschaft besonders wichtig, um das Kind und die Mutter zu schützen.

Können Impfstoffe die Krankheit auslösen, vor der sie schützen sollen?

Die meisten Impfstoffe enthalten abgetötete Erreger oder deren Bestandteile (Totimpfstoffe) und können die Krankheit, vor der sie schützen, nicht auslösen. Lebendimpfstoffe enthalten abgeschwächte Erreger, können aber in seltenen Fällen bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem Erkrankungen auslösen, deren klinische Symptome dieser Erkrankung gleichen.

Das Gehirn: Ein faszinierendes Organ

Unser Gehirn ist das komplexeste Organ, das die Natur je hervorgebracht hat. Es besteht aus Milliarden von Nervenbahnen und ermöglicht uns zu denken, zu fühlen, zu lernen und Verbindungen zu anderen Menschen aufzubauen.

Multitasking ist ein Mythos

Es ist nicht möglich, mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erledigen. Wenn wir denken, dass unser Gehirn Multitasking betreibt, schaltet es in Wirklichkeit sehr schnell zwischen verschiedenen Aufgaben hin und her. Die Fehlerquote steigt dabei um bis zu 50 %, und man benötigt doppelt so lange, um Dinge zu erledigen.

Bewegung ist wichtig für das Gehirn

Bewegung ist für unser Gehirn genauso wichtig wie für unseren Körper. Sie hilft uns, uns Dinge besser zu merken und kreativ zu sein.

Alkohol und Gedächtnis

Wenn wir Alkohol trinken und uns nicht mehr erinnern, was wir letzte Nacht getan haben, liegt das daran, dass unser Gehirn während des Rausches nicht in der Lage ist, Erinnerungen zu speichern.

Das Gedächtnis ist veränderlich

Erinnerungen sind ständig im Fluss und können sich verändern. Unser Gehirn ist keine Videokamera, sondern verarbeitet Gespräche und Erlebnisse individuell, basierend auf unseren Erfahrungen, Werten und Vorurteilen.

Der freie Wille

Studien haben gezeigt, dass selbst wenn wir keinen freien Willen haben, unser Gehirn eine Geschichte erfindet, die impliziert, dass wir einen hätten.

Das Gehirn hat keine Schmerzrezeptoren

Unser Gehirn selbst hat keine Schmerzrezeptoren. Kopfschmerzen sind auf Muskeln und die Haut zurückzuführen, die das Gehirn umgeben.

Zahlen und Fakten über das Gehirn

  • Das Gehirn macht ca. 2 % des Gesamtgewichts unseres Körpers aus, verbraucht aber 20 % unserer gesamten Energie- und Sauerstoffaufnahme.
  • Es besteht zu 73 % aus Wasser.
  • 60 % des Trockengewichts des Gehirns sind Fett.
  • Es enthält etwa 86 Milliarden Gehirnzellen.
  • Die Länge aller Nervenbahnen des Gehirns eines Erwachsenen beträgt etwa 5,8 Millionen Kilometer.

Schlafentzug tötet Gehirnzellen ab

Schlaf ist wichtig für unser Gehirn und unseren Körper. Schlafentzug kann Gehirnzellen abbauen und zu einem schlechteren Gedächtnis führen.

Das Internet erschöpft das Gehirn

Zu viel Smartphone- und Internetnutzung kann das Gehirn erschöpfen und einen ADHS-ähnlichen Zustand fördern. Es ist wichtig, bewusst Pausen von digitalen Geräten einzulegen.

Das Gehirn hat unbegrenzten Speicherplatz

Die Speicherkapazität unseres Gehirns ist praktisch unbegrenzt.

Das Gehirn denkt negativ

Ein Großteil unserer Gedanken ist negativ. Es ist wichtig, diese Gedanken wahrzunehmen und zu steuern.

Es gibt keine dominante Gehirnhälfte

Fast alle Hirnfunktionen erfordern das Zusammenspiel beider Hirnhälften.

Unsere Gehirne sind erst mit 25 Jahren „ausgereift“

Unser Gehirn ist erst mit etwa 25 Jahren voll ausgereift.

Das Gehirn kann bis ins hohe Alter wachsen

Unser Gehirn kann bis ins hohe Alter wachsen und neue Nervenzellen bilden (Neurogenese).

Journalistische Anti-Troll-Teams

In der digitalen Welt sind Verunglimpfungen und Beleidigungen leider allgegenwärtig. Einige Medien setzen auf journalistische Anti-Troll-Teams, die ironisch und frech auf Hasskommentare reagieren.

Krebs und Nervensystem

Der Neurologe Frank Winkler entdeckte, dass Nervenzellen des Gehirns mit Hirntumorzellen kommunizieren und so das Fortschreiten der Erkrankung fördern. Diese Erkenntnis eröffnet neue Behandlungsansätze.

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