Die menschliche Gesundheit ist ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Systeme und Organe. Oftmals werden Beschwerden isoliert betrachtet, obwohl sie in Wirklichkeit miteinander in Verbindung stehen können. Dieser Artikel beleuchtet den Zusammenhang zwischen Nerven, Sodbrennen und Gelenken und zeigt auf, wie Störungen in einem Bereich Auswirkungen auf andere Bereiche haben können.
Osteopathie: Ein ganzheitlicher Ansatz
Die Osteopathie verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem der Körper als Einheit betrachtet wird. Schmerzen und Bewegungseinschränkungen werden nicht isoliert behandelt, sondern im Zusammenhang mit anderen Körperstrukturen und Organen gesehen.
Ein Beispiel: Eine Patientin leidet unter Schmerzen in der linken Schulter, die kleine Alltagsbewegungen erschweren. Eine Osteopathin stellt fest, dass die Ursache für die Bewegungseinschränkung im Magen liegt. Denn auch Organe des Bauchraums hängen über Fasern mit dem Bewegungsapparat zusammen. Durch die Behandlung des Magens kann die Osteopathin den Bewegungsumfang der Schulter vergrößern und den Schmerz reduzieren.
OsteopathInnen betrachten den Körper als ein komplexes System, in dem jeder Wirbel einen entsprechenden Körperbereich versorgt und Auswirkungen auf den gesamten Körper haben kann. Durch gezielte Manipulationen können fehlgeleitete Segmente wieder in die richtigen Bahnen gelenkt werden.
Kollagenosen und ihre vielfältigen Symptome
Kollagenosen sind eine Gruppe von Autoimmunerkrankungen, die sich auf verschiedene Organe und Gewebe auswirken können. Die Symptome sind vielfältig und können sich von Patient zu Patient unterscheiden.
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Einige Beispiele:
- Systemischer Lupus erythematodes: Viele Patienten erkranken an den Nieren, was sich durch geschwollene Knöchel und schäumenden Urin äußern kann.
- Polymyositis oder Dermatomyositis: Muskelschwäche, erhöhte Muskelenzym-Werte und ungewöhnliche elektrische Aktivität im Muskel können Anzeichen sein.
Die Diagnose von Kollagenosen kann durch den Nachweis bestimmter Autoantikörper im Blut gesichert werden. Die sogenannten antinukleären Antikörper (ANA) sind typischerweise bei Kollagenosen nachweisbar.
Übersäuerung des Körpers und ihre Folgen
Eine Übersäuerung des Körpers kann verschiedene Ursachen haben, darunter eine säurelastige Ernährung, Stress und Stoffwechselprozesse. Man unterscheidet zwischen einer globalen Übersäuerung im Blut und einer lokalen Übersäuerung im Bindegewebe und in der Muskulatur.
Eine lokale chronisch latente Übersäuerung (Azidose) der extrazellulären Matrix (EZM) spielt bei verschiedenen Schmerzzuständen am Bewegungsapparat eine wichtige Rolle. Sie kann zu Reizungen der Schmerzfühler führen, die in der extrazellulären Matrix liegen.
Zur Behandlung einer Gewebeübersäuerung können hydrotherapeutische Behandlungen wie Basenwickel und Basenbäder eingesetzt werden. Auch die ZRT®-Matrix-Therapie kann durch Schwingungen, die in die Muskeln eingebracht werden, den Stoffwechsel anregen, das Gewebe reinigen und einen natürlichen Zustand wiederherstellen. Eine basische Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Nüssen und Getreidesorten kann ebenfalls helfen, den Säure-Basen-Haushalt auszugleichen.
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Der Darm als Ursache rheumatischer Schmerzen
Studien zeigen, dass eine Störung im Darm die Ursache für rheumatische Schmerzen in den Gelenken sein kann. Der Darm steht in enger Verbindung mit dem Gehirn und dem Immunsystem und spielt eine wichtige Rolle bei rheumatischen Gelenkerkrankungen.
Bei Rheuma-Patienten ist oft die Darmbarriere gestört, wodurch Bakterien tief in die Darmwand eindringen oder sogar ins Körperinnere gelangen können. Die Immunzellen wandern ins Gelenk und sorgen dort für eine Entzündung.
Die Therapie des Darms kann durch die Zufuhr von unverdaulichen Pflanzenfasern (Ballaststoffen) erfolgen. Diese dienen als Futter für die Darmbakterien und fördern die Produktion von kurzkettigen Fettsäuren, die entzündungshemmend wirken können. Auch Heilfasten kann helfen, den Darm zu beruhigen und die Schleimhaut zu regenerieren.
Refluxkrankheit und ihre vielfältigen Symptome
Sodbrennen und Aufstoßen sind typische Beschwerden einer Refluxkrankheit, bei der aufsteigende Verdauungssäfte die Schleimhaut der Speiseröhre reizen. In den westlichen Ländern haben bis zu 25 von 100 Menschen immer wieder Beschwerden wie Sodbrennen oder Aufstoßen.
Zu den Symptomen einer Refluxkrankheit gehören:
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- Sodbrennen (brennendes Gefühl, das vom Oberbauch bis in den Hals ausstrahlt)
- Aufstoßen
- Schluckbeschwerden
- Brennen im Rachen
- Schlechter Geschmack im Mund
- Magengeräusche
- Reizhusten
- Asthmaanfälle
- Belegte Stimme und Heiserkeit
- Zahnschmerzen
Ursachen für eine Refluxkrankheit können ein nicht richtig schließender Mageneingang, ein Zwerchfellbruch, Stress, bestimmte Nahrungsmittel, Übergewicht, Rauchen und Alkohol sein.
Die Behandlung einer Refluxkrankheit umfasst eine Umstellung der Lebensgewohnheiten, wie den Verzicht auf bestimmte Lebens- oder Genussmittel, sowie Medikamente wie Protonenpumpenhemmer. In manchen Fällen kann auch eine Operation erforderlich sein.
BWS-Syndrom: Schmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule
Das BWS-Syndrom ist ein Sammelbegriff für Schmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule. Typische Symptome sind ziehende Schmerzen im Brustkorb, Beeinträchtigungen beim Atmen, Schmerzen, die entlang der Rippen ausstrahlen, Muskelverspannungen im Rücken- und Schulterbereich, Taubheitsgefühle in Armen und Händen, eingeschränkte Beweglichkeit und Steifheit im Brustwirbelsäulenbereich sowie Übelkeit.
Ursachen für ein BWS-Syndrom können eine schlechte Körperhaltung, einseitige Belastung der Rückenmuskulatur, psychischer Stress, Bewegungsmangel und plötzliche ruckartige oder ungewohnte Bewegungen sein.
Die Behandlung eines BWS-Syndroms umfasst Mobilisierung der Brustwirbelsäule, Wärme- oder Kälteanwendungen, sanfte Massage, tiefe Atemübungen, Verbesserung der Körperhaltung und regelmäßige Pausen bei langen Sitzzeiten. Osteopathen und Chiropraktiker können durch eine eingehende Ursachenforschung und gezielte Behandlungen helfen, die Beschwerden zu lindern.
Sodbrennen (Reflux): Krankheitsbild, Symptome, Therapie, Ursachen
Die gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) betrifft ca. 20 % der Bevölkerung der westlichen Industrieländer. Dabei fließt Magensäure in die Speiseröhre zurück, was zu organischen Folgeerkrankungen und/oder einer deutlichen Beeinträchtigung der Lebensqualität führen kann.
Das Hauptsymptom ist Sodbrennen, ein brennendes Gefühl hinter dem Brustbein, das bis in den Hals ausstrahlen kann und häufig von einem sauren Geschmack im Mund begleitet wird. Weitere Symptome sind Reizhusten, Brennen, Druckgefühl und Schmerzen in Hals und Brust, Zungenbrennen, Räuspern, evtl. nächtliche Schlafstörungen, Magenschmerzen oder auch asthmaähnliche Beschwerden.
Die Therapie zielt darauf ab, die negativen Auswirkungen der Magensäure zu unterbinden und die Lebensqualität zu verbessern. Hilfreich sind Gewichtsabnahme, Vermeiden von Stress, keine zu enge Kleidung, Schlafen mit leicht erhöhtem Oberkörper und in Rechtsseitenlage, nach dem Essen nicht sofort hinlegen, kleine fettarme Mahlzeiten, keine Mahlzeiten am späten Abend vor dem Schlafengehen, kein Nikotin, kein Alkohol, Vermeiden weiterer Substanzen, die den Schließmuskel (Kardia) schwächen. Medikamentös werden Protonenpumpeninhibitoren (PPI) eingesetzt. In manchen Fällen kann auch eine Operation erforderlich sein.
Ursächlich ist in den meisten Fällen ein gestörter Verschlussmechanismus des unteren Schließmuskels (Kardia) zwischen Speiseröhre und Magen. Bei über 90 % der Patienten findet sich eine Hiatushernie (Zwerchfellbruch mit Verlagerung der Kardia und des oberen Magenteiles in den Brustkorb). Auch im Rahmen anderer Erkrankungen wie Magengeschwüre, Sklerodermie, Divertikel im Ösophagus, nach operativen Behandlungen, erhöhter Druck im Bauchraum bei Adipositas oder im letzten Drittel der Schwangerschaft kann es zu einer Refluxkrankheit kommen.
Funktionsstörungen der Speiseröhre und des Magens
Häufiges Sodbrennen, heftiges Verschlucken, unwillkürlich hochgewürgter Nahrungsbrei, Heiserkeit, schlechter Mundgeruch, Schmerzen im Brustbereich oder im Oberbauch können Anzeichen für Funktionsstörungen der Speiseröhre und des Magens sein.
Die Diagnose umfasst eine Magenspiegelung, eine Speiseröhren-Manometrie, eine pH-Metrie und eine Impedanzmessung.
Therapie-Optionen bei Reflux sind medikamentöse Therapien, ein Speiseröhren-Schrittmacher und ein operativer Eingriff (Fundoplicatio).
Bei einer Magenentleerungsstörung gelangt der Nahrungsbrei aus dem Magen nur stark verzögert in den Zwölffingerdarm. Die Diagnose erfolgt durch eine Szintigraphie. Die Therapie erweist sich oft als schwierig und kann medikamentöse Therapien bis hin zu Magenschrittmachern umfassen.
Selten können auch Divertikel Ursache von Beschwerden sein. Divertikel sind Ausstülpungen oder Aussackungen, die in der Speiseröhre nur selten auftreten. Dort sammeln sich Nahrungsteile an, die dann unverdaut hochgewürgt werden.
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